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SVR-Hauptversammlung (Freitag, 14. März 2008 im Vereinsheim) Schritte zur Zukunftssicherung Beiträge wurden erhöht und die Satzung geändert NT-REUDERN (uba). Haben Vereine überhaupt noch eine Zukunft? Diese Frage muss erlaubt sein angesichts der Tatsache, dass sich immer weniger Menschen bereit erklären, ehrenamtlich tätig zu werden. Der SV Reudern hat nun Maßnahmen ergriffen, um diesem bedenklichen Trend gegensteuern zu können und bei der Hauptversammlung am vergangenen Freitag im SVR-Vereinsheim die Satzung entsprechend geändert.
Mit 60 Mitgliedern überaus gut besucht war die Generalversammlung, bei der die Stellvertretende Vorstandssprecherin Gudrun Preinesberger (links am Pult) nach rund 21 Jahren im Ehrenamt verabschiedet wurde. SVR-Vorstandssprecher Erich Rüb hatte seit einem Jahr Woche für Woche mit Nachdruck darauf hingewiesen, dass wichtige Positionen besetzt werden müssen, um die Zukunft des mit momentan 971 Mitgliedern stärksten Vereins im Nürtinger Teilort nicht zu gefährden. In der knapp Eindreiviertelstunden dauernden Tagung konnten immerhin einige Problemfelder erfolgreich beackert werden.
"Weil wir zu wenige Ehrenamtliche haben, müssen wir die Satzung gezwungenermaßen anpassen", verdeutlichte Rüb. Bei nur einer Enthaltung wurde die Satzungsänderung dann auch ohne große Diskussionen verabschiedet. Die Ehrenamtlichen können jetzt auch Doppelfunktionen ausüben und die Vorstandschaft kann bei Bedarf, sprich, wenn sich keine Ehrenamtlichen finden, Tätigkeiten für den Verein vergüten. Die Jugendordnung wurde diesbezüglich ebenfalls angepasst.
Um für die Zukunft gewappnet zu sein, wurden auch die Beiträge nach oben korrigiert. "Um bestehen zu können ist es notwendig, dass der finanzielle Rahmen gestärkt wird", begründete Rüb die Erhöhung, die er nach der Präsentation von Vergleichszahlen anderer Vereine als "humane Anpassung" bezeichnete: "Damit liegen wir immer noch im unteren Beitragssegment." Die SVR-Mitglieder müssen nun rückwirkend zum 1. Januar etwas tiefer in die Tasche greifen, denn bei nur einer Gegenstimme segnete die Versammlung diesen Antrag des Vorstandschaft ab.
Nachdem den im vergangenen Jahr verstorbenen Mitgliedern Hermann Stephan, Karl Mayer, Manfred Besemer und Johann Ziehlinger gedacht worden war, ließ Rüb in seinem Rechenschaftsbericht das zurückliegende Jahr mit dem 75-jährigen Fußballjubiläum als Höhepunkt Revue passieren. Als beängstigend bezeichnete er die Entwicklung bei den über 18-Jährigen. Bloß 25 Prozent dieses Altersbereiches halten dem SVR weiterhin die Treue, der Rest tritt aus. Zwar ist die Tischtennisabteilung in dieser Saison wieder in den Spielbetrieb eingestiegen, aber insgesamt machte der SVR-Chef die sehr begrenzten Kapazitäten in der Reuderner Halle auch für diese Entwicklung verantwortlich. Dabei ist deutlich mehr als ein Drittel aller Mitglieder noch keine 18 Jahre alt und vor allem im Winter auf einen Hallenplatz angewiesen.
Ebenfalls mehr als ein Drittel der SVR-Mitglieder ist 50 Jahre und älter. Rüb forderte deshalb, für diese Zielgruppe ausreichende altersgerechte Angebote zu unterbreiten. "Wir müssen uns schnellstmöglich etwas einfallen lassen und uns dem Gesundheits- und Fitnessbereich noch intensiver widmen", postulierte Rüb. Er will das Augenmerk aber auch darauf richten, ältere Mitglieder, die weniger am Sportangebot teilhaben, mehr für das Vereinsgeschehen zu interessieren und einzubinden. Etwa in die Vorbereitungen des 100-jährigen Jubiläums, das der Verein im Jahr 2013 begehen wird. Seine Vorstellung: Den Funktionärsstammtisch in einen Beraterkreis mit dem Arbeitstitel "aktive Freunde des Sportvereins" umwandeln.
Zu den schriftlich ausliegenden Abteilungsberichten gab es keinerlei Einwände. In Ermangelung eines Kassiers (die Abteilungskassiere teilten sich die Aufgaben) legte Erich Rüb auch die finanzielle Lage bei den "Hirschen" dar. Die schrittweise Renovierung des Vereinsheims - etwa die Dachsanierung und Erneuerung der alten Umkleide- und Duschräume - verschlang rund 35000 Euro. Sorgen bereitet ihm allerdings ein Umsatzrückgang im Vereinsheim. "Wir brauchen ein Sportheim", stellte Rüb klar und forderte alle Abteilungen auf, die Einrichtung intensiver zu nutzen, "es wäre schade, wenn wir den Wirtschaftsbetrieb einstellen müssten."
Ortsvorsteher Matthias Ruckh, auf dessen Antrag die Vorstandschaft einstimmig entlastet wurde, mahnte, dass fehlende Ehrenamtliche ein ernstes Thema seien. "Es muss ins Bewusstsein gerückt werden, dass Vereine sehr wichtig für den Ort und die Gemeinschaft insgesamt sind", sagte er und gab seiner Hoffnung Ausdruck, dass die sportliche Vielfalt erhalten bleibe und wieder mehr Mitglieder Engagement zeigten. Die Arbeit eines Vereines werde am Ort oft nicht geschätzt, während bei kommerziellen Anbietern problemlos viel mehr bezahlt werde.
Auch in diesem Jahr wartet auf die SVR-Familie wieder eine Fülle an Aufgaben. Ein Fünf-bis-Zehn-Jahresplan für das Sportgelände und das Vereinsheim mit einer entsprechenden Prioritätenliste soll beispielsweise erstellt werden, die Umrandung des alten Platzes steht zur Erneuerung an und außerdem will sich die Vereinsführung verstärkt dafür einsetzen, dass die Zufahrt in den Aspach endlich eine Beleuchtung erhält. "Unsere Vorhaben werden wir nur schaffen, wenn wir noch mehr zusammenwachsen", sagte Rüb. Er spüre beim SV Reudern "nur ein zaghaftes Wir-Gefühl, das von wenigen Schultern getragen wird". "Dies muss sich schnellstens ändern", warf er in die Runde, "ebenso wie der Umgang mit Vereinseigentum und der Umgang miteinander."
Die Neuwahlen gingen erfreulich schnell über die Bühne. Gewählt wurden Henrik Guth (Stellvertretender Vorstandssprecher), Erich Rüb (Finanzen), Rainer Daginnus (Jugendleiter), Tobias Kotz (Jugendsprecher), Heinz Höterkes (Tischtennis), Uli Henzler und Uwe Bauer (Fußball), Andreas Braun (Ski/Rad) sowie die Kassenprüfer Werner Scherrer und Ute Stoll. Weiterhin vakant ist die Position des Veranstaltungsleiters, dafür aber wurde eine Lösung im Bereich Mobilien/Immobilien gefunden: Die Hauptversammlung votierte einstimmig für eine Zusammenarbeit mit dem Gewerbe- und Handelsverein, der sich, vertreten durch den Vorsitzenden Gert Besemer, künftig um diese Belange kümmern wird. Die nächste SVR-Hauptversammlung findet am Freitag, 20. März 2009, statt.

Die Vorstandschaft des SVR am 14. März 2008 (von links): Heinz Höterkes, Tobias Kotz, Rainer Daginnus, Eckart Wilbring, Erich Rüb, Gudrun Preinesberger, Uli Henzler. Auf dem Bild fehlen Henrik Guth, der zum Nachfolger von Gudrun Preinesberger gewählt wurde, und Andreas Braun.
Bericht der Fußballabteilung Liebe Mitglieder, liebe Fußballfreunde, das Jahr 2007 war aus Sicht der Fußballabteilung ein ganz besonderes, ein ganz besonders aufreibendes. Und zwar aus verschiedenen Gründen. Zum einen feierten die SVR-Kicker ihr 75-jähriges Jubiläum, zum anderen sorgten immer wieder Vorkommnisse innerhalb der Abteilung und der Abteilungsführung für Turbulenzen, die letztendlich nach schwierigen Zeiten zu einem Wechsel an der Spitze führten. Ganz nebenbei wurde noch das Vereinsheim renoviert. Die Maßnahme lag zwar einige Zeit brach, weil andere Baustellen in organisatorischer Hinsicht von übergeordneter Dringlichkeit waren, sie konnte vor wenigen Tagen allerdings so gut wie abgeschlossen werden. Die alten Umkleidekabinen erstrahlen jetzt in neuem Glanz. Das 75-jährige Bestehen der Abteilung Fußball stand natürlich im Mittelpunkt und wurde auch entsprechend gefeiert. Klar, dass dieser "Geburtstag" uns allen das gesamte Jahr über bei vielerlei Veranstaltungen alles abverlangte. Deshalb gilt unser Dank zunächst all denjenigen, die sich in irgendeiner Art und Weise aufopferten, um die große Herausforderung zu meistern. Und das, das dürfen wir an dieser Stelle mit Fug und Recht behaupten, haben wir gemeinsam erfolgreich geschafft und den guten Ruf des SVR in der Öffentlichkeit einmal mehr unterstrichen. Vom AH-Hallenturnier über den Wintertraum, das AH-Jubiläumsturnier im Freien (die Sparte Alte Herren wurde ja auch runde 40 Jahre alt) und die Vatertagshocketse, bis hin zum großen Jubiläumsabend im Oktober und dem Abschluss mit der Kleinen Tierschau im November, wir haben dieses arbeitsintensive Jubiläumsjahr glänzend bewältigt und obendrein noch die erste Festschrift der Fußballabteilung veröffentlicht. Ganz ehrlich, als das Jahr vorüber war, haben wir allesamt erst einmal ganz tief durchgeatmet. Einen ganz besonderen und gezielten Dank möchten wir allerdings doch loswerden, er geht an Vorstandssprecher Erich Rüb. Hätte er sich nicht etlicher offener Fragen in der Abteilung angenommen, wir hätten vermutlich Schiffbruch erlitten. Erich Rüb hat die Geschäfte der Abteilung in der schwierigen Zeit geführt, in der die Kicker ohne Kopf dastanden. Auf sein Betreiben hin haben die Fußballer mit Uli Henzler und Uwe Bauer auch wieder eine Spitze gefunden, die den zurückgetretenen Jürgen Fuchs ablöste. Ein besonderer Dank geht auch an Gudrun Preinesberger. Die Stellvertretende Vorstandssprecherin scheidet heute nach vielen Jahren im Ehrenamt aus und hat uns Fußballer immer toll unterstützt. Bedanken wollen wir uns natürlich auch bei all denjenigen, die sich um das Kerngeschäft der Abteilung kümmern, um den Spielbetrieb bei Aktiven und Jugend oder bei der AH. Das Alltagsgeschäft duldet keinen Aufschub, seien die anderen Ereignisse auch noch so außergewöhnlich. Trainer, Betreuer und andere Helfer sind hier Woche für Woche gefordert und man kann nie genug von ihnen haben. Leider wird es immer schwieriger, Menschen zu ermuntern, sich in dieser Form in den Dienst der Allgemeinheit zu stellen. Dieser Punkt bereitet uns heftiges Kopfzerbrechen, denn er führt zwangsläufig in die Sackgasse, aus der es irgendwann kein Entrinnen mehr gibt. Die sogenannte alte Garde, zu der wir, Uli Henzler und Uwe Bauer, uns auch zählen, kann nur eine kurzfristige Übergangslösung sein. Junge Leute müssen nachrücken und ihre eigenen Ideen mit einbringen. Auch vom steten Wandel lebt ein Verein oder eine Abteilung. Allzu häufig wird jedoch der Fehler gemacht, ehrenamtliches Engagement als lästige Aufgabe zu empfinden. Genau das Gegenteil ist der Fall, es stärkt das Selbstwertgefühl, die soziale Kompetenz, man kann konstruktiv sein und mitgestalten und der Umgang mit jungen Menschen hält selbst jung. Es macht riesigen Spaß, wenn man es nicht immer herunter redet. Keine Zeit zu haben ist heutzutage ja die Standardausrede, die niemand mehr Ernst nehmen kann und die allenfalls für ein müdes Lächeln sorgt. Wir haben nachwachsenden Generationen gegenüber einen Auftrag zu erfüllen und die Pflicht, ihnen die Möglichkeit zu sinnvoller Freizeitgestaltung zu bieten. Dazu gehört der Sport in besonderem Maße. Sogar die AH litt unter diesem Dilemma, bei der letzten Hauptversammlung konnte der Exitus allerdings vermieden werden. Mit Henrik Guth und Günter Zepf wurden zwei Köpfe gefunden und gewählt. Zum Sportlichen. Die aktiven Fußballer sind heuer so nah dran wie schon lange nicht mehr. Der direkte Aufstieg ist zwar passé, aber Relegationsplatz zwei soll es werden. Ob dann der Aufstieg durch die Hintertür gelingt, sei dahingestellt. Wichtig ist es, dass die Mannschaft und ihre hervorragend arbeitenden Trainer Steffen Oßwald und Hermann Kurz endlich für ihre Mühen belohnt werden und in den Genuss kommen, ein Spiel vor großer Kulisse bestreiten zu dürfen, das auch außerhalb Reuderns auf großes Interesse stößt. Wir wünschen der Mannschaft und dem Stab der Betreuer und Helfer alles Gute, dass dieses Ziel erreicht wird. Es wäre auch unserem langjährigen Spielleiter Klaus Besemer zu wünschen, zumal es in 2007 ja auch im Mannschaftsgebälk ordentlich gekracht hatte und Spielleiterin Nicole Ungerer daraufhin zurückgetreten war. Im Nachwuchsbereich spielen unsere Mannschaften eher untergeordnete Rollen. Doch das ist bei allem Ehrgeiz, wie oben erwähnt, zweitrangig. Viel wichtiger ist es, Kindern und Jugendlichen Werte zu vermitteln, die sie befähigen, anständig durchs Leben zu gehen. Wir kümmern uns um den Nachwuchs, werden aber wohl nicht daran vorbeikommen, uns nach einem Partnerverein umzusehen, mit dem wir Spielgemeinschaften bilden. Es fehlen nicht nur Trainer, sondern auch Spieler. Deshalb müssen wir auch die Kooperation mit Schule und Kindergarten suchen und vorantreiben. Genauso müssen wir uns Gedanken machen, ob und wie man Mädchen das Fußballspielen ermöglicht. Packen wir's also an, ohne zu meckern, sondern mit großer Kraft. Ein Dankeschön sagen wir zum Abschluss auch der Ortsverwaltung mit dem neuen Ortsvorsteher Matthias Ruckh, der für viel frischen Wind gesorgt hat, und seinen Mitarbeitern, der Stadt Nürtingen, den Ausschussmitgliedern des Hauptvereins und der Abteilung für die gute und fruchtbare Zusammenarbeit.
Mit sportlichen Grüßen
Uli Henzer und Uwe Bauer
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