|
||||||||
|
SVR-Abteilungsversammlung am 11. Juli 2007 im Sportheim Ausgerechnet im Jubiläumsjahr - die SVR-Fußballabteilung feiert heuer ihr 75-jähriges Bestehen - geht es bei den Hirschen drunter und drüber. Die Situation eskalierte zunehmend und gipfelte schließlich im Rücktritt von Jürgen Fuchs. Da auch die AH seit Januar ohne Führung ist, Spielleiterin Nicole Ungerer ebenfalls im Juni zurücktrat und im Nachwuchsbereich jede Menge Trainer und Betreuer fehlen, standen die SVR-Kicker vor einer ihrer schwersten Krisen. Vorstandssprecher Erich Rüb, der die Geschäfte in Ermangelung eines stellvertretenden Abteilungsvorsitzenden kommissarisch leitete, redete der Versammlung am Mittwoch im SVR-Vereinsheim eindringlich ins Gewissen. Schließlich stand das Schlimmste zu befürchten. Eine Zerreißprobe sondersgleichen. "Es ist bereits fünf Minuten nach zwölf", mahnte er und sprach von einem Tag, der in die SVR-Geschichte eingehen wird. "Wenn wir auseinandergehen hat die Abteilung entweder einen funktionierenden Ausschuss und eine Zukunftsperspektive, oder sie wird aufgelöst", sprach Rüb Klartext und lehnte es ab, die Vorkommnisse der letzten Wochen und Monate noch einmal aufzukochen. Alles zusammen sei Anlass gewesen, den Weg für eine Neuausrichtung freizumachen. Der Trend zur Null-Bock-Mentalität müsse sofort gestoppt werden und wieder ein Wir-Gefühl Einzug halten. Der SVR-Vorstandssprecher forderte alle auf, "das Aushängeschild Fußball" wieder in Fahrt zu bringen und gemeinsam die Ärmel hochzukrempeln."Wer ist bereit, für den Verein durch den Dreck zu waten und die Lok wieder auf die Schienen zu heben", fragte er und fügte an: "Lasst uns den Blick nach vorne richten und mit dem neuen Geist des Wir-Gefühls Erfolge feiern und Rückschläge meistern." Rüb hatte im Vorfeld der Abteilungsversammlung das Feld gründlich sondiert, um für den Fall der Fälle gewappnet zu sein. Sein Versuch, aufzurütteln, fruchtete - zumindest teilweise. Nachdem der seitherige Abteilungsausschuss einstimmig entlastet worden war, wählte die Runde mit Uli Henzler und Uwe Bauer zwei von der "alten Garde" an die Spitze. Sie sollen dafür sorgen, dass bei den SVR-Kickern wieder Ruhe einkehrt. Die beiden sagten nur zu, weil auch junge Leute mit ins Boot stiegen. René Feuchter wurde zum stellvertretenden Abteilungsleiter gewählt, Marc Wagner und Sven Kurz zu Beisitzern bestimmt. Thomas Albrecht, seit zehn Jahren Jugendleiter, wurde wiedergewählt. Die Probleme sind damit aber noch nicht gelöst. Immerhin hat man mit Henrik Guth einen Mann an Bord, der bis zur nächsten AH-Versammlung an der Spitze der Alten Herren steht. Der Schuh drückt aber vor allem im Jugendbereich, denn über die Hälfte der Trainer hört auf und Ersatz wurde trotz aller Bemühungen noch nicht gefunden. Dabei hat der SVR wie im Vorjahr wieder sieben Jugendteams gemeldet (bis auf die A-Junioren). Viel Arbeit wartet also auf die neue Doppelspitze und den Ausschuss. Wenigstens hat sich die Kassensituation deutlich entspannt, wie Kassier Thomas Hiller berichtete, und im Aktivenbereich ist alles geklärt. Spielertrainer Steffen Oßwald geht im Aspach ins dritte Jahr und Klaus Besemer führt das Amt des Spielleiters jetzt alleine weiter. Er blickte auf eine Saison zurück, die nicht das gebracht hat, was man sich versprochen hatte. Große Verletzungssorgen und die Probleme außerhalb des Platzes hätten dafür gesorgt. "Abhaken und nach vorne schauen", lautet seine Devise. Bericht des kommissarischen Abteilungsvorsitzenden Beim SV Reudern gehen die Uhren etwas anders. Im Hauptverein ist es 35 Minuten vor zwölf, bei der Fußballabteilung bereits 5 Minuten nach zwölf.
Allen Teilnehmern der heutigen Versammlung dürfte zwischenzeitlich bekannt sein, dass Jürgen Fuchs von seinem Amt als Abteilungsvorstand Fußball zurückgetreten ist. Um die Abteilung nicht führungslos zu lassen und ein gewählter Stellvertreter nicht vorhanden war, habe ich mich als Vorstandssprecher entschlossen, bis zum heutigen Tage die Abteilungsführung kommissarisch zu übernehmen. Wir danken Jürgen Fuchs für sein Engagement in den vergangenen zwei Jahren.
Der heutige Tag wird in die Geschichte des SVR eingehen. Warum? Wenn wir nach der Versammlung auseinander gehen, hat die Abteilung entweder einen funktionierenden Abteilungsausschuss und eine Zukunftsperspektive oder die Abteilung wird aufgelöst.
Wie kam es zu dieser Ausnahmesituation: In den vergangenen Wochen und Monaten gab es Vorkommnisse, die mit dem Verein als solches nichts zu tun hatten. Deshalb werde und möchte ich auch nicht auf diese zum Teil sehr persönlichen, emotionalen und teilweise nicht nachzuvollziehenden und unverständlichen Vorkommnisse, eingehen. Nicht zuletzt haben u.a. diese Vorkommnisse und auch eine vielleicht mangelnde Unterstützung aus der Abteilung und eine zu hohe Erwartungshaltung, die Abteilungsleitung veranlasst den Weg für eine Neuausrichtung freizumachen. Die Null-Bock Mentalität scheint sich in einer bisher nicht da gewesener Schnelligkeit nicht zuletzt auch bei einigen Aktiven, zu verbreiten. Dieser Trend muss sofort gestoppt werden.
Was muss sich ändern: In der Abteilung und im Verein, ist das Wir-Gefühl und die Bereitschaft Verantwortung zu übernehmen, immer stärker in den Hintergrund gerückt. Wenn es uns nicht gelingt dies schnellstens zu ändern, wird es nahezu unmöglich sein unsere ehrgeizigen sportlichen Ziele zu realisieren und auch unserer Fußballjugend eine Perspektive zu bieten. Deshalb gibt es nur eine Möglichkeit, alle müssen wieder am gleichen Strang ziehen und unser Aushängeschild Fußball in Fahrt bringen. Wer bereit ist an diesem Wir-Gefühl mitzuarbeiten und die Ärmel hochzukrempeln unter dem Motto: wir wollen gemeinsam erfolgreich sein, soll dies mit Engagement und Taten unterstützen und auch unter Beweis stellen. Wer dies nicht möchte, dem kann ich nur empfehlen, sich einen anderen Verein zu suchen.
Lasst uns deshalb gemeinsam den Blick nach vorne richten und mit dem neuen Geist des Wir-Gefühls Erfolge feiern und Rückschläge gemeinsam meistern.
Ich fordere alle auf, macht euch heute abend Gedanken wie der neue Weg nach vorne aussehen soll und wie sich jeder zum Gelingen des neuen Wir-Gefühls einbringen wird.
Erich Rüb (Vorstandssprecher)
Bericht der Jugendleitung Liebe Fußballfreunde, zunächst einmal möchte ich all jenen ein herzliches Dankeschön sagen, die sich in den letzten zwölf Monaten für den Jugendfußball in Reudern eingesetzt haben. Egal in welcher Form, ob als Trainer, als Betreuer, als Fahrer oder bei irgendwelchen Arbeitsdiensten. Die Saison 2006/2007 liegt nun schon einige Zeit hinter uns und die neue Spielzeit muss schnellstens vollends geplant und in trockene Tücher gebracht werden. Aber die Situation, in der sich die SVR-Fußballjugend momentan befindet, ist alles andere als rosig. Der Grund: Zahlreiche Jugendtrainer hören auf und Nachfolger sind so gut wie keine in Sicht. Wir müssen heute Nägel mit Köpfen machen, sonst steht die Nachwuchsarbeit bei den SVR-Fußballern vor dem Aus. Zunächst aber ein Blick zurück. Der SVR startete mit sieben Jugendmannschaften in die Saison 06/07. Von den Bambini bis zu den A-Junioren stellte man alls Mannschaften. Bloß die B-Junioren konnten nicht besetzt werden. Die Spieler dieses Altersbereiches rückten auf zu den A-Junioren, um hier eine Mannschaft melden zu können. Der sportliche Erfolg hielt sich in Grenzen, vor allem bei den Jüngsten ist dies aber auch zweitrangig. Der Württembergische Fußballverband trägt dieser Entwicklung jetzt auch Rechnung, denn Meisterwimpel gibt es nur noch ab den E-Junioren. Die Trainer und Betreuer der jüngsten Jahrgänge brauchen also keinen übertriebenen Ehrgeiz mehr an den Tag legen, hier geht es in erster Linie darum, den Kindern den Spaß an Sport und Bewegung zu vermitteln, sie ganzheitlich zu schulen – und auch sozialen Aspekten gerecht zu werden. In der Quali-Runde im Herbst konnte sich kein SVR-Nachwuchsteam für die Leistungsstaffel qualifizieren, allerdings spielten die D- und C-Junioren auch außer Konkurrenz, sie hätten also gar nicht aufsteigen dürfen. In der Frühjahrsrunde schlugen sich beide Teams beachtlich. Die C-Junioren wurden von Marcel Bauer und Steffen Mathis trainiert, die D-Junioren von Kristian Krstic. Der wurde bis zum Frühjahr von Tobias Schäfer unterstützt und danach von seinem Bruder Igor. Die A-Jugend brauchte lange, um sich in der Kreisstaffel zurecht zu finden. Nach der Winterpause klappte es aber immer besser und die Jungs von Hermann Kurz, Heinz Naves und Günter Wache erzielten sehr gute Ergebnisse. Dennoch reichte es zu keinem vorderen Tabellenplatz. Die E-Junioren unter den Trainern Henrik Guth und René Feuchter konnten ihr Potenzial noch nicht ganz ausschöpfen. Die F-Junioren und die G-Junioren, also der jüngere F-Junioren-Jahrgang, der auch als Knirpse bekannt ist, wurden von Karl-Heinz Stephan und Jürgen Rokenbauch trainiert. Das Duo besuchte am vergangenen Montag auch die Trainerfortbildung hier in Reudern. Die F-Junioren schnitten mit 8 Siegen und nur 2 Niederlagen hervorragend ab, die Knirpse erzielten beachtliche Ergebnisse und durften am letzten Spieltag nach 4 Unentschieden und 5 Niederlagen ihren ersten Sieg feiern. Die Bambini, die von Stefan Bauer und Doris Richter-Andres betreut wurden, beteiligten sich an der Freundschaftsrunde. Soweit, so gut, was die zurückliegende Serie betrifft. Doch mittlerweile hat sich die Situation dramatisch verschlechtert, denn über die Hälfte der Jugendtrainer hört auf. Zwar haben wir bis auf die A-Junioren wieder sieben Teams gemeldet, die müssen aber alle betreut und gecoacht werden. Das Problem ist, dass sich niemand bemüßigt fühlt, um aktiv ins Geschehen einzugreifen. Hermann Kurz, Heinz Naves, Günter Wache, Henrik Guth, René Feuchter, Marcel Bauer, Steffen Mathis und Stefan Bauer machen nicht mehr weiter, doch bis heute ist es uns nicht gelungen, Nachfolger für sie zu finden. Derzeit sind lediglich die Bambini, E- und D-Junioren besetzt. Für die B-, C-, F- und G-Junioren werden dringend Übungsleiter gesucht. Eigentlich sollten wir auch versuchen, den Boom bei den Mädchen zu nutzen und in diesem Bereich ein Angebot zu schaffen. Aber wozu eine zusätzliche Baustelle aufmachen, wenn es genügend andere gibt? Die Zeit drängt nun gewaltig, denn die Staffelleiter müssen planen, damit die Mannschaften rechtzeitig wissen, wann und wo sie spielen. Wenn wir heute keine Personen finden, die sich um unsere Jugendlichen und Kinder kümmern, müssen wir einige Mannschaften wieder abmelden. Das aber wäre eine Bankrotterklärung für die Fußballabteilung. Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg, ständige Ausreden, keine Zeit zu haben, wirken ohnehin nur lächerlich. Jeder, der selbst in der Jugend gespielt hat und in den Genuss von Training und Betreuung durch andere gekommen ist, der sollte sich vor Augen halten, dass es irgendwann an der zeit ist, das zurück zu geben, was man selbst in Anspruch nehmen durfte. Es ist eine Art Generationenvertrag, der funktionieren muss. Sonst können wir den Laden dicht machen. Thomas Albrecht (Jugendleiter) und Beate Bauer (Stellvertretende Jugendleiterin)
|
||||||||