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SVR-Jahreshauptversammlung (Freitag 18.März 2005)

Schallmauer wird bald durchbrochen
Fast 1000 Mitglieder­ - Erich Rüb weitere zwei Jahre  an der Spitze des SV Reudern
NT-REUDERN (uba). Sind Vereine Auslaufmodelle? Nach den massiven Sparmaßnahmen und Kürzungen der Fördermittel in jüngster Vergangenheit hat mancherorts der nackte Existenzkampf begonnen. Beim SV Reudern ist die Lage nicht ganz so dramatisch, aber auch im Nürtinger Teilort wirken sich die fehlenden Gelder aus. Das Projekt Sportheimumbau beziehungsweise -sanierung kann nicht wie vorgesehen realisiert werden. Dafür entwickelt sich die Mitgliederzahl positiv.
Bei der Hauptversammlung des SVR am vergangenen Freitag im Vereinsheim, zu der rund 30 Prozent mehr Mitglieder erschienen als in den Jahren zuvor, beleuchtete Vorstandssprecher Erich Rüb, der für zwei weitere Jahre einstimmig an die Spitze der „Hirsche” gewählt wurde, die aktuelle Situation. Nach dem Gedenken an die im vergangenen Jahr verstorbenen Renate Krappel, Gerd Krause, Julius Reichert und Willi Wenzelburger erläuterte Rüb den Stand der Planungen. Der Ausschuss hatte sich im zurückliegenden Jahr intensiv mit dem Thema beschäftigt und die ursprünglich angedachte große Lösung verworfen. Denn Gelder sind in naher Zukunft nicht zu erwarten, beim WLSB etwa gibt es einen Antragsstau von bald zehn Jahren.
„Ohne Zuschüsse können wir den Umbau nicht schultern”, machte Rüb unmissverständlich klar, „und wir wollen späteren Generationen keinen Schuldenberg hinterlassen.” Dennoch soll die marode Bausubstanz sukzessive auf Vordermann gebracht werden. Rüb: „Wir werden das Ganze schrittweise angehen und umsetzen.” „Aber das geht nur mit der tatkräftigen Hilfe aller Abteilungen”, verdeutlichte er und appellierte, sich trotz Zeitmangels in die Maßnahme einzubringen. In diesem Jahr noch soll alles über die Bühne gehen.
Finanzvorstand Giuseppe Fiore, dem eine einwandfreie Kassenführung bestätigt wurde und der ebenfalls für zwei Jahre wiedergewählt wurde, legte ein umfangreiches Zahlenwerk vor. Er sprach zwar von einer erfreulichen Entwicklung im Sportheim, er verwies aber auch auf laufende Kosten am Vereinsheim und Vereinsbus und bestätigte: „Der Umbau ist nicht finanzierbar.”
Ob der knapper werdenden finanziellen Mittel brachte die Vorstandschaft einen Antrag ein, die Mitgliedsbeiträge anzupassen. „Dem SVR geht‘s zwar gut”, sagte Rüb, „aber in Anbetracht leerer öffentlicher Kassen können wir nicht zuwarten, bis der Boden des Glases sichtbar wird.” Eine Sonderumlage wäre die einzige Alternative gewesen. Bei Rentnern und Jugendlichen bis 18 Jahren bleibt alles beim Alten. Die moderate Beitragserhöhung wurde von der Versammlung einstimmig abgesegnet.
Insgesamt befindet sich der SV Reudern auf einem guten Weg. Die Mitgliederzahl stieg auf 992, so dass bald die Schallmauer von 1000 durchbrochen werden könnte. „Wir sind mit unserem Sportangebot auf dem richtigen Weg”, ist der Vorstandssprecher überzeugt und verwies auf die positive Entwicklung der Fußballer, im Tischtennis und der Biker. Allerdings stimmt ihn die Entwicklung bei den über 18-Jährigen nachdenklich. Nur 20 bis 25 Prozent bleiben nach ihrer Jugendzeit im Verein. Hoffnungen, diesen Trend zu stoppen, setzt der Verein auf Dietmar Mangold. Nach zwei Jahren ohne Gesamtjugendleiter wurde er einstimmig in dieses Amt gewählt. Auch die Positionen der Jugendsprecher wurden mit Susanne Kurz und Tobias Kotz neu besetzt und die Wahl bei der Jugendversammlung bestätigt.
Fast 50 Prozent der Vereinsmitglieder sind Jugendliche unter 18 Jahre. Vor allem im Winter aber fehlt die Möglichkeit zur sportlichen Betätigung. Erich Rüb bemägelte deshalb fehlende Hallenkapazitäten in Reudern.
„Ein Verein unserer Größenordnung kann nur überleben, wenn alle an einem Strang ziehen”, machte Rüb deutlich, dass auch beim SVR nicht alles Gold ist, was glänzt. „Nach außen sieht alles sehr harmonisch aus, aber sas abteilungsübergreifende Miteinander lässt Wünsche offen”, kritisierte er und rief dazu auf, Missständen entgegenzuwirken. Der SVR-Boss kündigte an, bestimmte Vorkommnisse nicht mehr hinnehmen zu wollen.
Die Vorstandschaft des SVR, die auf Antrag von Stadtrat Gustav Schietinger einstimmig entlastet wurde, ist zwar ziemlich komplett, aber einige Positionen wie die des Veranstaltungsleiters oder des Vorsitzenden für Mobilien und Immobilien sind nach wie vor vakant. Ebenfalls für ein weiteres Jahr im Amt bestätigt wurde Andreas Braun, der Vorsitzende der Abteilung Ski/Rad.

Hauptversammlung des SV Reudern am Freitag, 18. März 2005 (Sportheim)
Bericht der Fußballabteilung
Die Zeichen sind erfreulich und die Zeit scheint auch reif. Reif, dass der SVR endlich wieder einen Aufstieg feiern kann. Nach den einschneidenden Reformen des Spielbetriebs auf unterster Ebene im vergangenen Jahr bietet sich den "Hirschen" vielleicht die einmalige Chance, einen der ersten beiden Plätze in der Staffel 5 der Kreisliga B zu erreichen. Momentan steht Platz vier zu Buche, mit Kontakt zu den Topteams der Staffel. Drücken wir alle die Daumen, dass der Start am Sonntag gegen den FC Unterensingen trotz der witterungsbedingt schlechten Möglichkeiten in der Vorbereitung gelingt und Trainer Sezgin Özbey und seine Jungs sich das nötige Selbstbewusstsein für die schwere zweite Halbserie holen. Ich gehe davon aus, dass am Sonntag endlich gespielt werden kann.
Die Spatzen haben es ja längst von den Dächern gepfiffen: Sezgin Özbey hört am Saisonende beim SVR auf. Es wäre ihm zu gönnen, dass ihn die Mannschaft zum Abschied mit dem Aufstieg beschenkt. Der Trainer hat bei uns hervorragende Arbeit geleistet in den insgesamt acht Jahren, die er dann im Aspach gewirkt haben wird (1995/1996 bis November 1997 und November 1999 bis Ende 2004/2005). Ihm ist es mit zu verdanken, dass die Mannschaft da steht, wo sie heute ist. Mit einem Nachfolger sind bereits intensive Gespräche geführt worden, wir stehen unmittelbar vor einer Einigung. Nur soviel: Es wird ein Spielertrainer sein.
Etwas Sorge bereitet mir die Reserve, die eigentlich vom Potenzial her stets eine gute Rolle spielen müsste. Aber der Trainingsfleiß der Spieler lässt doch zu wünschen übrig, so dass es für Spielleiterin Nicole Ungerer und den Trainer schwer ist, den Spielbetrieb aufrecht zu erhalten. Wenigstens konnten die Spiele Ende des letzten Jahres ohne Verstärkung von der AH ausgetragen werden. Wie es mit den Reserven weitergeht, weiß ohnehin niemand. Bekanntlich spielen die Teams zweier Staffeln eine gemeinsame Runde, aber drei Vereine haben mittlerweile schon wieder zurückgezogen.
Im Jugendbereich unternehmen wir alle Anstrengungen, um dem Nachwuchs eine Spielgelegenheit zu bieten. Allerdings ist es ungemein schwer, geeignete Jugendtrainer zu finden. Enttäuschend ist für mich die Bereitschaft bei Aktiven und AH, diese Spieler wären eigentlich prädestiniert dafür, ihre Erfahrungen weiterzugeben. Wir haben Patenschaften für Jugendteams angedacht, aber auch diesbezüglich tut sich nichts. In anderen Vereinen funktioniert dies, ich dagegen beiß seit Jahren auf Granit. Natürlich wäre es auch sinnvoll, sich dann zu qualifizieren, was allerdings wieder Opfer in Form von Urlaub kostet.
Von den Kleinsten bis hinauf zur A-Jugend hat der SVR in der laufenden Runde Mannschaften gemeldet. Bloß für eine C-Jugend hat es nicht gereicht. Jetzt mussten wir leider auch die Bambinis abmelden, da sich die Termine mit der Radabteilung offenbar überschneiden. Als nicht glücklich empfinde ich auch das Vorhaben der Radler, die Trainingsstunden auf Samstag zu legen, wenn unsere Jugendteams ihren Regelspieltag haben. So schneiden wir uns gegenseitig ins Fleisch. In der kommenden Saison könnten erstmals seit Jahren wieder alle Juniorenteams durchgängig gemeldet werden. Aber wie gesagt, wir brauchen noch Trainer. Zumal wieder einige ans Aufhören denken. Und wir brauchen vor allem im Winter mehr Kapazitäten in der Halle. In erster Linie für die Kleinen bis zur D-Jugend. Aus meiner Sicht ist der Zustand in Reudern mit der Hallenbelegung völlig untragbar und niemand soll sich wundern, wenn der Fußball im Nachwuchsbereich langsam aber sicher abbröckelt. Hier geht es nicht um unsinnige Besitzstandswahrung verschiedener Gruppierungen _ man könnte ja beispielsweise die Kelter für kulturelle Zwecke ausbauen und einer Nutzung zugänglich machen _ Möglichkeiten zu bieten, dass sich Kinder bewegen, ist nicht nur die Aufgabe eines Vereins, sondern ein e aller gesellschaftspolitischen Kräfte.
Bei der AH wurden die Weichen am 11. Februar gestellt und ich bin froh, dass sich Peter Bayer entschlossen hat, weiterhin als AH-Leiter zu fungieren. Einen Besseren kann man sich gar nicht vorstellen. Er wird von Jürgen Fuchs vertreten. Die sportliche Leitung haben René´ Ballack und Gernot Zieher übernommen, "Festwirte" sind weiterhin Daniel Stephan und Henrik Guth. Damit ist bei den Alten Herren die so wichtige Kontinuität gewährleistet. Jetzt muss nur noch der Trainingsbesuch besser werden. Ab sofort trainiert die AH wieder mittwochs um 19.30 Uhr auf dem Sportgelände Aspach.
Finanziell steht die Fußballabteilung auf gesunden Füßen, aber es wird immer schwerer, die Balance zu halten. Wir alle wissen, dass die Abteilung von einer Hauptveranstaltung lebt _ dem Vatertag _, wenn der einmal ins Wasser fallen sollte, was wir alle nicht hoffen, dann hat nicht nur die Abteilung, sondern der gesamte Verein ein Problem. Dieses Jahr findet diese beliebte Hocketse bereits am 5. Mai statt, also nur wenige Tage nach der 1.-Mai-Hocketse der Leichtathleten. Aber ich denke, dass sich die beiden Abteilungen nicht in die Quere kommen werden.
Um liquide zu sein und zu bleiben, sind wir deshalb bestrebt, zusätzliche Angebote ins Programm zu nehmen. Etwa der Wintertraum am Hirschbrunnen oder _ wenn's im nächsten Jahr wieder klappt _ eine Faschingsveranstaltung. Oder aber beides kombiniert. Auch in Sachen Werbung müssen wir alle Anstrengungen unternehmen, dass möglicht viel Geld in die Kasse kommt. Dabei sind wir natürlich in erster Linie auf die Handwerker und Selbstständigen hier am Ort angewiesen. Ich hoffe und wünsche mir, dass dieses Miteinander auch künftig reife Früchte tragen wird.
Im Jahr 2007 feiert die Fußballabteilung ihr 75-jähriges Bestehen. Dieses Jubiläum beschäftigt den Ausschuss bereits. Jede Mannschaft soll in einer Art Festwoche zum Einsatz kommen. Außerdem versuchen wir, ein Festspiel gegen einen Bundesligisten zu organisieren. Nach einer Anfrage wurden wir allerdings bis Ende 2006 vertröstet, wir bleiben aber am Ball. Und dann wartet ja im Jahr 2013 das rundeste aller Jubiläen, wenn der SVR 100 Jahre alt wird. Vielleicht ist der Sennerpokal dann wieder ein Thema _ für den gesamten Verein.
Schließen möchte ich damit, all jenen zu danken, die sich in irgendeiner Form für die Fußballabteilung eingesetzt und verdient gemacht haben.
Vielen Dank, der Versammlung wünsche ich einen erfolgreichen und harmonischen Verlauf.

Uwe Bauer
Abteilungsvorsitzender Fußball