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SVR-Jahreshauptversammlung (Freitag, 19. März 2004)

Initiative ergreifen statt jammern
SVR will Sportgelände und Vereinsheim attraktiver machen


Ärmel raufkrempeln und zupacken anstatt immer nur zu jammern. Das ist das Motto, dem sich der SV Reudern in den kommenden Jahren verschreiben wird. Trotz fehlender Mittel von öffentlicher Hand und Verbänden - der SVR hält an seinen ehrgeizigen Plänen fest, das Sportgelände im Aspach und das vereinseigene Sportheim um und attraktiver zu gestalten. Weitgehend in Eigenleistung wollen die "Hirsche" dieses Projekt in Angriff nehmen.
Nach dem Gedenken an die in den letzten zwölf Monaten verstorbenen Willi Wiesner, Willi Lichtenecker und Julius Reichert machte Vorstandssprecher Erich Rüb bei der Jahreshauptversammlung des SV Reudern am vergangenen Freitag im SVR-Vereinsheim klar, dass jetzt Männer gefragt seien, ganze Kerle. Nur wenn alle an einem Strang ziehen, könne die Herkulesaufgabe geschultert werden. Das Klubheim, so ist es vorgesehen, soll in zwei Stufen von Grund auf renoviert und modernen Erfordernissen angepasst, der alte Rasenplatz angehoben und wieder zum Hauptspielfeld werden. Ferner wurden Überlegungen angestellt, wie man einen Kunstrasenplatz integrieren kann, denn im ganzen Stadtgebiet gibt es ja keinen Allwetterplatz. Einher gehen Gedanken zur Ausgestaltung des Ganzen im Programm "familienfreundliches Sportgelände".
Wie schnell und inwieweit sich diese Pläne realisieren lassen, ist freilich noch offen. Auf Anfrage wurde dem SVR vom WLSB nämlich mitgeteilt, dass es auf Grund des großen Antragsstaus beim Sportstättenbau vor dem Jahr 2013 keine Zuschüsse geben werde. Doch trotz der zum Teil gravierenden Sparmaßnahmen bei Land, Kreis und Stadt und den gleichzeitig gestiegenen Umlagen der Verbände - Kassier Giuseppe Fiore sprach von rund 4000 Euro, die dem SVR in diesem Jahr fehlen werden - sind die Verantwortlichen überzeugt, ihre Vorstellungen umsetzen zu können. "Wir werden dieses Projekt nicht aus den Augen verlieren. Aber es sind alle gefordert, nicht bloß eine Abteilung", appellierte Rüb an die Versammlung, "nur dann ist das schulterbar." Er forderte die Mitglieder auf, tatkräftig mitzuhelfen und selbst die Initiative zu ergreifen.
Mit dem Sportangebot befindet sich der SVR, der im zurückliegenden Jahr auf rund 960 Mitglieder angewachsen ist, laut Rüb auf dem richtigen Weg. Allerdings fehle es an Hallenkapazitäten. Vor allem der Nachwuchs leide darunter. Dabei ist mehr als ein Drittel der Mitglieder unter 18 Jahren. Auch vor diesem Hintergrund sei eine Umgestaltung des Sportgeländes zu sehen. "Trotz dieser Einschränkungen müssen wir versuchen, neue Angebote für den Altersbereich zwischen elf und 16 Jahren auf die Beine zu stellen", sagte Rüb, "und Übungsleiter für diese Altersgruppe finden."
Die Vorhaben des SVR kosten nicht nur viel Fleiß und Schweiß, sondern auch viel Geld. Andere Vereine haben, um die durch die Kürzungen entstandenen Finanzlöcher zu stopfen, ihre Beiträge angepasst. Der SV Reudern verzichtet vorerst darauf. Die positive Entwicklung der Kasse habe die Bildung von Rücklagen ermöglicht, sagte Kassier Guiseppe Fiore. Die sollen dem Sportheimumbau zugute kommen. Aber man dürfe sich von der guten Kassenlage nicht blenden lassen, denn in der momentanen Situation müsse eventuell schnell auf diese Gelder zurückgegriffen werden. Aus seiner Sicht macht es auch nur einen Sinn ins Sportheim zu investieren, wenn dieses von den Mitgliedern besser angenommen werde.
Die Kassenprüfer Werner Scherrer und Ute Stoll hatten keinen Grund zur Beanstandung der Kassenführung gefunden und auch zu den schriftlich vorliegenden Abteilungsberichte gab es keine Wortmeldungen, so dass einer einstimmig erteilten Entlastung nichts im Wege stand. Der Stellvertretende Ortsvorsteher Gert Besemer lobte die Arbeit des SVR und erinnerte, dass die Verantwortlichen große Opfer bringen würden.
Bei den Neuwahlen wurden die stellvertretende Vorstandssprecherin Gudrun Preinesberger, Kassier Giuseppe Fiore und die Kassenprüfer Werner Scherrer und Ute Stoll ebenso einstimmig wiedergewählt wie die Abteilungsvorsitzenden Andreas Braun (Ski/Rad), Thomas Pfeiffer (Tischtennis), Herbert Mathis (Leichtathletik/Jedermann) und Uwe Bauer (Fußball) bestätigt wurden. Sorgen bereitet allerdings der Umstand, dass (neben den Positionen Veranstaltungsleiter und Vorsitzender für Mobilien und Immobilien) erneut kein Gesamtjugendleiter gefunden werden konnte. Hier eine Lösung zu finden ist die vordringliche Aufgabe der SVR-Vorstandschaft. Bis dahin sind weiterhin die Jugendleiter der Abteilungen gefordert.

Bericht der Fußballabteilung

Liebe Sportkameraden,

eigentlich könnte ich meinen Bericht aus dem Vorjahr getrost wiederholen, an der Situation insgesamt hat sich nämlich nur wenig geändert. Nach wie vor wird gejammert, an allen Ecken und Enden fehlt Geld und natürlich hat keiner Zeit für irgendetwas. Erst recht nicht die, die bereits nachmittags um halbvier daheim auf dem Sofa sitzen. So lange sich diesbezüglich nichts ändert, wird die Schieflage unserer Gesellschaft immer bedrohlicher.

Auch in der Fußballabteilung sind Ehrenamtliche rar. Die meisten Menschen haben zwar so viel Freizeit wie keine Generation zuvor. Aber sich in den Dienst der Allgemeinheit stellen? Nein, danke! Dieser Umstand bereitet mir große Sorge, denn ohne ehrenamtliche Helfer, egal in welcher Position, ist ein Verein nicht überlebensfähig. Nun soll man ja nicht gleich den Teufel an die Wand malen, immerhin haben die Fußballer bis dato immer Leute gefunden, die sich engagieren. Allerdings fällt es immer schwerer, Sportkameraden aus der Reserve zu locken. Dabei kann man doch seine ganze Kreativität einbringen und die Zukunft aktiv mitgestalten. Gibt es etwas Sinnvolleres?

In der Abteilung sind Gott sei Dank alle Posten besetzt. Deshalb möchte ich mich an dieser Stelle bei all jenen bedanken, die sich in irgendeiner Form mit eingebracht haben. Sei es der Abteilungsausschuss, der Hauptausschuss, die Stadt- und Gemeindeverwaltung, die Jungendtrainer und –betreuer, die Platzpfleger und –kassiere, die Vereinsheimbewirtung oder die Helferinnen und Helfer beim Vatertag und anderen Veranstaltungen. Selbstverständlich erhebt diese Aufzählung keinen Anspruch auf Vollständigkeit.

Die aktiven Fußballer blicken auf die erfolgreichste Saison seit dem Abstieg 1987 zurück. Der fünfte Platz am Ende der Saison 2002/2003 machte natürlich Appetit auf mehr, doch die fast unveränderte Mannschaft, die auch über die laufende Spielzeit hinaus von Sezgin Özbey trainiert wird, wurde mit der gestiegenen Erwartungshaltung offenbar nicht fertig. Die Leistungen dieser Runde blieben deutlich hinter denen der Vorsaison zurück. Vom Ziel, vorne mitzumischen, ist der SVR deshalb weit entfernt. Wir hoffen nun, dass sich die Mannschaft in der Rückrunde wieder fängt, wenigstens einen einstelligen Tabellenplatz belegt und sich einschießt für die kommende Saison 2004/2005.

Personell sind wichtige Entscheidungen gefallen. Trainer Özbey macht wie gesagt weiter, aber das Bindeglied zwischen ihm, Mannschaft und Abteilung wurde neu installiert. Klaus Besemer, der seit 1987 fast ununterbrochen für die Abteilung in verschiedenen Funktionen tätig war, trat für den Rest der Runde ins zweite Glied zurück und wird sich danach ganz zurückziehen. An seine Stelle als Spielleiter rückt erstmals in der Vereinsgeschichte eine Frau – Nicole Ungerer heißt die neue Spielleiterin, sie wird von ihrem Mann Marcus und bis zum Saisonende auch noch von Klaus Besemer unterstützt. Wir setzen also auf geballte Frauen-Power, denn mit Isabel Meister-Hahn sitzt ja schon eine Frau im Abteilungsausschuss und ihre Tochter Lena betreut die Aktiven während des Spiels medizinisch.

Weitere personelle Veränderungen stehen uns im Jugendbereich ins Haus. Jugendleiter Thomas Albrecht hängt eine weitere Amtsperiode an, obwohl er ab April die Meisterschule besucht, sein Stellvertreter Rudi Fritz hört nach vielen Jahren allerdings auf. Wir hoffen, dass die Nachfolge bald geklärt werden kann. Eckhart Wilbring ist ein geeigneter Kandidat, mit dem noch Gespräche geführt werden. Auch im Bereich der Jugendtrainer wollen einige aufhören nach dieser Spielzeit. Gerhard Bausch, Rainer Häfele und Uwe Müllerschön reißen Lücken in den unteren Jahrgängen, Hermann Kurz und Heinz Naves, die sich seit mehr als zehn Jahren dem SVR-Nachwuchs verschrieben und auch einen hervorragenden Kontakt zu den Jungs haben, wollen sich bei der A-Jugend ebenfalls zurückziehen. Wir hoffen natürlich, noch den einen oder anderen zum Weitermachen bewegen zu können. Zumal jeder scheidende Trainer für einen Verein der Größe des SVR ein herber Verlust ist.

Trainer werden aber benötigt, am besten immer zwei oder gar drei pro Jugendmannschaft. Sie zu finden und dann auch noch zu einer Trainerschulung motivieren zu können, ist alles andere als einfach. Deshalb appelliere ich an alle Aktiven und AH-Spieler, sich in die Nachwuchsarbeit einzuklinken. Denn auch sie haben einst davon profitiert, dass sich andere in den Dienst des Fußballs gestellt haben.

In der laufenden Runde hat der SVR alle Jugenden besetzt, mit Ausnahme der B-Jugend. Die älteren B-Junioren spielen bei den A-Junioren mit, die jüngeren bei den C-Junioren außer Konkurrenz. Somit wurde gewährleistet, dass alle Spieler kicken können. In der kommenden Saison werden , vermutlich bis auf die C-Jugend wieder alle Jugendbereiche besetzt. Das heißt also: Wir brauchen noch etliche Trainer.

Bei den Alten Herren wurden die Weichen bereits im Januar gestellt und die Positionen zum Teil neu besetzt. Ein reibungsloser Jahresablauf ist damit gewährleistet. Allerdings lässt derzeit der Trainingsbesuch sehr zu wünschen übrig, so dass es auch weiterhin schwer werden dürfte, für die Feldspiele und Turniere eine schlagkräftige Truppe zusammen zu bekommen. Der im letzten Jahr unternommene Versuch, auch für die noch betagteren Kicker und für die, die schon lange keinem Leder mehr hinterher gejagt sind, ein zusätzliches Mitmachangebot zu unterbreiten, hat bislang leider keine Früchte getragen. Wir halten aber weiter daran fest, zumal einige Ehemalige ihr Interesse bekundet haben. Nach Ostern soll es los gehen.

Zum Schluss seien noch die gesellschaftlichen Aktivitäten gestreift, die jede Mannschaft ja auch noch intern organisiert. Uns alle geht jedoch der Vatertag an, von dieser Großveranstaltung lebt die Abteilung. Am 20. Mai findet die Vatertagshocketse heuer zum 24. mal statt, am Abend davor steigt im Aspach das Derby gegen den TSV Oberboihingen (mit Fassanstich und anschließender Übertragung des Champion-League-Finales auf Großbildleinwand). Dazu laden wir schon heute recht herzlich ein. Natürlich benötigt die Abteilung wieder zahlreiche helfende Hände, schon Tage vorher beim Aufbau, am Vatertag selbst und auch danach beim Abbau. Dazu sind alle Abteilungsmitglieder aufgerufen.

Darüber hinaus wollen die Fußballer im Januar kommenden Jahres am Hirschbrunnen auch im Winter ein Fest im Ortszentrum organisieren, um Geld in die Kassen zu spülen. Wie das Ganze heißen soll und was genau geplant ist, wird rechtzeitig publik gemacht. Der erste Versuch, der für Februar diesen Jahres geplant war, scheiterte bekanntlich an Terminkollisionen. Dem werden wir künftig aus dem Weg gehen.

Außerdem werden die SVR-Kicker künftig regelmäßig am Freitag nach dem Schmotzigen Dorschdich im Vereinsheim eine Faschingsveranstaltung anbieten, für die ganze Reuderner Bevölkerung. Wir hoffen, dass diese Angebote auf große Resonanz stoßen und die örtliche Gemeinschaft stärken werden.

Der Versammlung wünsche ich einen harmonischen und erfolgreichen Verlauf.

Mit sportlichen Grüßen

Uwe Bauer

Vorsitzender Fußball