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SVR-Hauptversammlung (Freitag, 22. März 2002)

Rüb: "Ich erwarte mehr Toleranz"
Finanzvorstand Daube kandidiert nicht mehr und reißt eine Lücke

Es ist beileibe nicht alles Gold, was glänzt. Auch beim SV Reudern nicht. Aber ein Jahr nach der großen Zäsur mit Umstrukturierung und Wechsel an der Spitze scheint der Verein auf dem richtigen Weg. Vorstandssprecher Erich Rüb zeichnete in seinem ersten Rechenschaftsbericht jedenfalls ein positives Bild. Doch er legte den Finger auch in manche Wunde und appellierte bei der Jahreshauptversammlung des SVR am vergangenen Freitag im Vereinsheim: "Ich erwarte etwas mehr Toleranz."
Nach der Totenehrung - die Versammlung gedachte Ernst Hiller, Christine Opferkuch und Friedrich Besemer - ließ Rüb die Arbeit der Vorstandschaft in den letzten zwölf Monaten Revue passieren. Eine Internetseite wurde zwischenzeitlich aufgebaut - mit erstaunlicher Resonanz. "Rund 10 000 Zugriffe hat es auf unserer Homepage unter der Adresse http://www.sportvereinreudern.de gegeben", vermeldete der Vorstandssprecher hoch erfeut. Obwohl eine rund zehnprozentige Fluktuation stattfand ist Rüb auch mit der Entwicklung der Mitgliederzahlen zufrieden. 929 Sportinteressierte zählt der Verein mit seinen vier Abteilungen Leichtathletik, Fußball, Tischtennis und Ski/Rad. "Ein- und Austritte halten sich die Waage", sagte er. Erfreulich groß sei auch der Rückfluss nach einer Frageaktion gewesen, die der Verein im Zuge der Einführung von Abteilungsbeiträgen durchgeführt hat.
Wie andernorts auch dünnt das Ehrenamt beim SVR mehr und mehr aus, dabei werden die Aufgaben immer umfangreicher. Rüb forderte die Mitglieder deshalb auf, sich trotz beruflicher Anspannung immer wieder selbst miteinzubringen, um die Last auf vielen Schultern zu verteilen. Tätigkeitsfelder gibt es zur Genüge. Etwa bei der Erstellung eines Sponsoren-Gesamtkonzeptes oder der Erarbeitung einer neuen Konzeption für das Sportgelände "im Aspach" inklusive des Vereinsheims. Diese beiden Bereiche werden die SVR-Funktionäre in Zukunft stark beschäftigen.
Ein anderes Thema ist das traditionelle Fußball-Ortsturnier. Noch hat man auf der Suche nach einem neuen Modus kein Patentrezept gefunden, deshalb muss befürchtet werden, dass dieses Turnier wie im Vorjahr ausfallen wird. Fest steht jedenfalls, dass das Ortsturnier mit einer Jugendveranstaltung kombiniert werden soll.
Neuerungen hat die Vorstandschaft auch bei der Preisgestaltung im Sportheim beschlossen. Um den eigenen Nachwuchs verstärkt zu fördern und um das Sportgelände mehr zu beleben wurden zunächst einmal befristete Sonderkonditionen verabschiedet. Allerdings wurde dieses Angebot von den Abteilungen nicht in dem Maße angenommen, wie sich das die Verantwortlichen erhofft hatten. "Wenn wir Neuerungen einführen, erwarte ich etwas mehr Toleranz", sagte Rüb im Hinblick auf immer wieder aufflammende Unstimmigkeiten und mahnte: "Revanchegelüste sind hier Fehl am Platz."
"Die Ertragslage sollte unverändert bleiben", unterstrich Finanzvorstand Joachim Daube Rübs Ausführungen, "aber das ist nicht eingetroffen." Alle seien gefordert, das Vereinsheim zu nutzen, "um drastische Erhöhungen der Mitgliedsbeiträge zu vermeiden". Trotzdem konnte Daube der Versammlung von einer insgesamt erfreulichen Kassenentwicklung berichten. Die Kassenprüfer Werner Scherrer und Ute Stoll hatten denn auch keinen Grund zu Beanstandungen. Auf Antrag von Ortsvorsteher Herbert Benker, der mit Lob für die neue Vereinsführung nicht sparte und die Wichtigkeit der Jugendarbeit hervorhob, wurde die gesamte Vorstandschaft entlastet.
Ein Problem kommt nun allerdings auf den SVR zu, denn Daube, der zwei Jahre lang im Amt war und viel frischen Wind in die Reihen des Sportvereins gebracht hat, stellte sich - für die Versammlung überraschend - aus beruflichen Gründen nicht mehr zur Wahl. Eine Lücke, die schwer zu schließen sein wird. "Wir werden weiter intensiv nach einem Nachfolger suchen", versprach Erich Rüb, nachdem diese wichtige Position bei den Neuwahlen nicht besetzt werden konnte. Vakant blieb auch der Posten des Vorstands für Mobilien und Immobilien, und der neue Vorsitzende der Abteilung Ski/Rad wird erst bei der Abteilungsversammlung im Mai gewählt. Dagegen ging die Wiederwahl der Stellvertretenden Vorstandssprecherin Gudrun Preinesberger, des Vorsitzenden der Abteilung Tischtennis, Thomas Pfeiffer, und der Kassenprüfer Werner Scherrer und Ute Stoll problemlos über die Bühne.
Da aus der Versammlung auch zu den schriftlich ausgelegten Berichten der Abteilungsvorsitzenden keine Einwände kamen, war die Hauptversammlung des SV Reudern nach nicht einmal eineinhalb Stunden beendet.