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SVR-Historie 1914 - der Erste Weltkrieg: Im ersten Jahr des Bestehens stand nie etwas von einem nahenden Krieg in den Vereinsunterlagen. Um so verwunderlicher, dass bei der Monatsversammlung am 5. September 1914 in der Sonne der Punkt Neuwahlen auf der Tagesordnung stand. Der Grund: Die gesamte Vorstandschaft musste in den Krieg. Als neuer Vorsitzender wurde August Kieser gewählt und auch die anderen Funktionärsposten wurden neu besetzt: Ludwig Opferkuch (Kassier), Albert Besemer (Zeugwart), Hermann Schneider (Schriftführer) und Rudolf Schmied (Beisitzer). Alle Gewählten galten als Stellvertreter in ihren Ämter, bis die "alten" Funktionäre wieder vom Feld daheim sein würden. Nur drei Wochen später wurde Hermann Besemer zum Kassier bestimmt - für den vermutlich ebenfalls einberufenen Ludwig Opferkuch. Doch der Krieg kennt kein Erbarmen und August Kieser musste bei den Monatsversammlungen immer wieder den Tod von Mitgliedern bekannt geben. Eine traurige Pflicht. Auch der Vorsitzende Gottlob Besemer war unter den Gefallenen. 1915 - wieder Neuwahlen: Am 12. Januar 1915 warf August Kieser die Brocken hin und Hermann Schneider wurde zum Vorsitzenden gewählt. Am 13. November wurde bei der Monatsversammlung beschlossen, das Turnen wegen der Einberufung des Vorstands bis auf weiteres einzustellen. Am 1. Dezember zählte der Verein gerade noch 13 Mitglieder und 11 Zöglinge, ein Vereinsdiener war nicht mehr notwendig. Am 29. Januar 1916 traf man sich zum letzten Mal für lange Zeit. 1919 - Neuanfang: Am 9. Februar 1919, also fast drei Jahre nach der letzten Monatsversammlung, traf sich die Vereinsfamilie wieder in der Sonne. Der Krieg war endlich vorbei und die Mitglieder krempelten wieder die Ärmel hoch. Die Stimmung war freilich alles andere als gut, denn unter den Opfern des Krieges waren viele Vereinsgründer. 18 Männer kehrten nicht mehr von den Schlachtfeldern zurück. 1920 - Faustball und wieder ein Vereinsdiener: Am 11. Januar 1920 löste Wilhelm Pfeiffer bei der Generalversammlung den Zweiten Vorsitzenden Hermann Schneider ab. Gottlob Gscheidle wurde zum Vereinsdiener gewählt, doch zuvor war dessen Gehalt mit 12 Mark vierteljährlich festgelegt worden. Im Oktober wurde eine Faustballmannschaft gebildet, Spielleiter war Genosse Maisch. 1922 - Gründung einer Sängerriege: Der Mitgliedsbeitrag wurde trotz eines guten Kassenstandes von 5000 Mark auf 2 Mark angehoben. Der Vereinsdiener verdiente nun 80 Mark im Jahr. Am 3. Juni 1922 wurde eine Sängerriege gegründet, um Marschlieder zu erlernen. Um es sich mit dem Gesangverein aber nicht zu verscherzen, wurden die öffentlichen Aktivitäten bald wieder eingestellt. Die Gruppierung blieb aber bestehen. 1923 - Fahnenweihe: Nach langem Hin und Her konnte 1923 endlich die Fahnenweihe stattfinden. Die Inflation war schon in vollem Gange. Zum Festakt spielte die Musikkapelle Bissingen mit 12 Mann - für 60 000 Mark ohne Verpflegung. Die Kapelle aus Steinbach wäre mit 16 Mann für die gleiche Summe gekommen, wollte aber noch freien Most und freie Heimfahrt. Ein Schuss an der Schießbude kostete 100 Mark, der Eintritt zu dem Fest 400 Mark. Der monatliche Mitgliedsbeitrag betrug Anfang September 20 000 Mark und der Vereinsdiener erhielt auf einmal 200 000 Mark im Quartal. Am 6. Oktober wurde ein Monatsbeitrag von 10 Millionen Mark beschlossen (Zöglinge 100 000 Mark). Das Salär des Vereinsdieners wurde im vierten Quartal auf 12 Millionen angehoben. Doch der große Knall folgte - Weltwirtschaftskrise mit Geldentwertung und Arbeitslosigkeit. Bis auf 10 Mann waren alle im Turnerbund ohne Arbeit. Der Kassenbestand betrug Ende 1923 ganz 5 Pfennige und es wurde wieder zu den alten Mitgliedsbeiträgen zurückgekehrt. 1925 - Sängerfusion, Musikkapelle und erste Fußballgedanken: Am 24. Januar 1925 fiel eine wichtige Entscheidung, die Sängerabteilung sollte mit dem Gesangverein zusammengehen. Dafür trat nun eine ein Jahr zuvor ohne viel Aufhebens gegründete Kapelle in den Vordergrund. Diese Musikabteilung erntete auch immer wieder viel Lob, ganz im Gegensatz zu den "verschlafenen und interesselosen Turnern" und (vor allem) Zöglingen. 1926 - neuer Vorsitzender: Am 3. Januar 1926 wurde Karl Biedermann zum neuen Vorsitzenden gewählt. Heinrich Wolfer löste Schriftführer Johannes Haußmann ab. 1927 - Gedanken an einen Hallenbau: Am 9. Januar 1927 wurde bei der Generalversammlung ein wichtiger Antrag gestellt: Der Verein solle in die Gemeinschaft der Freunde in Wüstenrot einzahlen, um damit die Grundlage für den Bau einer Halle zu schaffen. Wenn in anderen Orten eine Halle gebaut werde, dann müsse dies auch in Reudern möglich sein. Aber erst ein Jahr später, am 15. Januar 1928, unterbreitete der Vorsitzende bei der Hauptversammlung die Maße der Halle, auf die man sich im Ausschuss geeinigt hatte. Diskussionen um die Reihenfolge der Tagesordnung führten allerdings zum Abbruch, so dass acht Tage später bei einer außerordentlichen Hauptversammlung endlich über den Hallenbau abgestimmt werden konnte. Der Beschluss zu bauen fiel einstimmig. Jedes Mitglied musste 20 Mark bezahlen und mindestens 20 Arbeitsstunden leisten. 1929 - Turnhallenbau:Ein wichtiger Schritt, um die Körperertüchtigung zu ermöglichen, war der Bau der vereinseigenen Turnhalle an der heutigen Reuderner Straße (schräg gegenüber der "Taverne Dorfkrug"). Die Maße: 12 x 15 Meter. Die hitzigen Debatten in den beiden Jahren zuvor, die teilweise sogar in Handgreiflichkeiten ausgeartet waren, gehörten endgültig der Vergangenheit an - jetzt endlich konnte gebaut werden. Zimmermeister Gottlieb Bauer, der Vorsitzende des Schützenvereins, hatte das in Eigenleistung erstellte Bauwerk geplant. Geschätzte Kosten: 9000 Mark. Die tatsächlichen Kosten betrugen, wie 1931 festgestellt wurde, 8183,05 Mark. Nach dem Krieg wurde die viel zu kleine Halle verkauft. 1930 - Reuderner kicken auswärts: Bei der Hauptversammlung am 18. Januar 1930 wurde Vorsitzender Karl Biedermann im Amt bestätigt. Hermann Besemer (Zweiter Vorsitzender), Adam Wolfer (Kassier), Heinrich Wolfer (Schriftführer), Hermann Haußmann (Erster Turnwart), Richard Schweizer (Zeugwart), Georg Löffler (Spielleiter Musik) sowie die Kassenrevisoren Ernst Besemer und Gottlob Besemer wurden ebenfalls gewählt. Überhaupt konnten alle Posten besetzt werden. 1932 - Gründung der Fußballabteilung: Bei der Generalversammlung am 10. Januar 1932 erbrachten die Neuwahlen den erwarteten Wechsel an der Vereinsspitze. Ernst Besemer hieß nun der Erste Vorsitzende, Paul Thumm wurde Schriftführer. Der Ausschuss wuchs ständig an, denn neben den beiden Vorsitzenden, dem Kassier und dem Schriftführer nahmen noch folgende Funktionäre an den Beratungen teil: Zwei Turnwarte, der Sportwart, der Spielleiter, der Zeugwart, der Turnhallenverwalter und zwei Beisitzer. Daneben brauchte man noch zwei Kinderturnwarte, einen Unterkassier, einen Fahnenträger und zwei Kassenrevisoren. Ernst Besemer war bis 1944 Vorsitzender, allerdings unterbrochen durch Kurzgastspiele von Eugen Kurz (August 1933 bis April 1934) und von Hermann Haußmann (April 1934 bis Januar 1935). Der Fußball erfreute sich auch in Reudern immer größerer Beliebtheit, so dass an diesem 10. Januar gleich noch eine Fußballabteilung gegründet wurde. Erster Spielleiter war vermutlich Karl Müller, allerdings ist nirgends etwas festgehalten, wie lange er dieses Amt inne hatte. Bei der Versammlung am 3. Juli 1932 im "Hotel Linde" wurde erstmals der Wunsch geäußert, einen eigenen Sportplatz mit den Maßen 120 x 85 Meter zu bekommen. Der Vorstand hatte ein offenes Ohr dafür und es wurde beschlossen, eine Eingabe an die Gemeinde zu richten. Die Verhandlungen zogen sich allerdings ziemlich in die Länge. Streitpunkt waren offene Versicherungsfragen, die Gemeinde wollte sich dem Verein gegenüber gegen Schadensansprüche absichern. Bei der Sitzung am 27. Dezember 1932 wurde der Vertrag über den Sportplatzbau mit der Gemeinde endgültig abgesegnet und beschlossen, im Gemeindewald Stangen zum Einschranken des Platzes und zum Bau einer Hütte zu kaufen. An diesem Tag gab Hermann Haußmann erstmals einen Bericht zum Fußballgeschehen im Klub ab, was mit größter Ruhe und Aufmerksamkeit entgegengenommen wurde. 1933 - Sportplatzbau: Im Frühjahr 1933 begannen die Mitglieder der Fußballabteilung den lange ersehnten Rasenplatz in Eigenleistung zu bauen - am heutigen Standort "Im Aspach". Eine Anekdote am Rande: In der Monatsversammlung am 7. Oktober 1933 im Löwen fragte Hermann Löffler an, wie es mit der Aufnahme von auswärtigen Spielern in den Turnerbund stünde. Der Vorstand gab ihm zur Antwort, dass eine Verfügung vom Reichssportkommissar herausgekommen sei, wonach es unter bestimmten Voraussetzungen möglich sei, dass Spieler aufgenommen werden können. Das sollte bei der nächsten Versammlung geschehen, denn das müsse "einen feierlichen Charakter darstellen". In diesem Zusammenhang kam man auf eine Anzeige zu sprechen, die ein paar Tage vor dem Waldfest, mit dem man die Vereinskasse aufbessern wollte, beim Oberamt eingelaufen war: Dass nämlich beim Turnverein in Reudern in der Fußballabteilung 8 fremde Spieler mitwirken. Hätte dies den Tatsachen entsprochen, wäre der Verein von der Auflösung wohl nicht verschont geblieben. Nachdem man den Übeltäter, ein Vereinsmitglied, ausfindig gemacht hatte, wurde er kurzerhand während der Versammlung von zu Hause geholt und aus dem Verein hinausgeworfen. Da der Vorsitzende Eugen Kurz nun schon in Fahrt war, richtete er mahnende Worte an die Versammlung und erwähnte, "dass derjenige, welcher es in Zukunft wagt, eine Stinkerei in den Verein zu tragen, unfehlbar rausfliegt".
1934 - Rindviecher auf dem Sportplatz: Die ersten Aussagen über das sportliche Abschneiden einer SVR-Mannschaft sind den Protokollen der Monatsversammlung vom 15. Juli 1934 zu entnehmen. Karl Müller berichtete vom 5. Platz am Ende der Runde, und was noch wichtiger war, dass es keine einzige Strafe oder Sperre gab. Die Abteilung selbst hatte aber offenbar noch nicht so richtig Fuß gefasst im Verein, die Fußballer wurden anfangs eher als Fremdkörper betrachtet. Über eine "völlige Eingliederung" wurde daher diskutiert. Einmal geriet das Blut bei dieser Versammlung aber doch mächtig in Wallung, als Richard Haußmann unter dem Punkt "Verschiedenes" berichtete, "dass zurzeit auf dem Sportplatz Vieh geweidet werde". Dem Bürgermeisteramt wurde sofort Meldung gemacht. Rindviecher auf dem "heiligen Rasen" im Aspach, so was. 1937 - Namensänderung: Am 6. März 1937 schlossen sich der Turnerbund und der Schützenverein bei einer außerordentlichen Generalversammlung zu einem Gebilde zusammen. Der Beschluss erging, nachdem der Stützpunktleiter, vermutlich ein NSDAP-Funktionär, die Werbetrommel dafür gerührt hatte, einstimmig. Man einigte sich bei der Verschmelzungsversammlung auch auf einen neuen Vereinsnamen - Sportverein Reudern. Ebenfalls einstimmig. Zum ersten Vorsitzenden wurde einstimmig Ernst Besemer gewählt, sein Stellvertreter wurde Gottlieb Bauer, der seitherige Vorsitzende des Schützenvereins. Fußball-Spielleiter Eugen Mayer (seit wann und wie lange er dieses Amt bekleidete ist nicht bekannt)verlangte am Ende von seinen Spielern mehr Ordnung und Disziplin. Aus den Unterlagen geht hervor, dass der SVR bereits 1937 eine Jugendmannschaft hatte. Bei der Monatsversammlung am 4. Dezember 1937 äußerte jedenfalls Jugendleiter Eugen Mayer den Wunsch, der Jugendmannschaft einen neuen Vereinssport zu kaufen (was im Vorfeld des 25-jährigen Vereinsjubiläums auch genehmigt wurde). 1938 - 25-jähriges Vereinsjubiläum: Vermutlich am 26. Juni 1938 feierte der SV Reudern sein 25-jähriges Bestehen. Im Löwen war am Samstagabend ein Festbankett mit Ehrungen geplant, am Sonntagmorgen begannen bereits um 7 Uhr die sportlichen Wettkämpfe mit Preisschießen. Durch das Dorf schlängelte sich ein Festzug. 1939 - Kegelabteilung: Dass der SVR über eine Kegelabteilung verfügte, darüber war lange Zeit nichts nachzulesen. Erst dem Protokoll vom 10. Januar 1939 ist zu entnehmen, dass eine existierte. Abteilungsleiter war Karl Sensbach. Bei der Hauptversammlung am 14. Januar erbrachten die Neuwahlen geringfügige Veränderungen: Ernst Besemer blieb Erster Vorsitzender, Zweiter Vorsitzender und zugleich Abteilungsleiter Schießen wurde Otto Mayer, zum Ersten Schießleiter wurde Hermann Stephan gewählt und neuer Turnwart wurde Otto Besemer. 1940 bis 1943 - Päckchen an die Front: Es war Krieg und auch die kleine Ortschaft Reudern musste ihre Söhne an die vorderste Front fern der Heimat schicken. Nach und nach erlahmten alle Aktivitäten im Verein. Die Vereinsführung hatte beschlossen, allen im Feld stehenden Reudernern Päckchen an Weihnachten 1939 zu schicken. Das fand allenthalben großen Anklang und wurde im Frühjahr 1940 wiederholt. Die vorerst letzte Generalversammlung fand am 27. April 1940 statt. Danach dauerte es fast drei Jahre, bis am 2. Januar 1943 wieder eine Mitgliederversammlung zustande kam. Zum dritten Mal wurden Pakete an die Soldaten an der Front geschickt. 51 Päckchen waren es, beim ersten Mal waren es 25, beim zweiten Mal 35. Kassier Adam Wolfer hatte in den zurückliegenden Jahren ein finanzielles Polster angelegt, das dem Verein nun zugute kam. Der SVR-Ehrenvorsitzende Kurt Lehmann, der in den 1980er-Jahren monatelang in alten Protokollen recherchierte und seine Aufzeichnungen im Reuderner Gemeindeblatt veröffentlichte, schrieb 1989: "Das Wort Kameradschaft hatte jetzt seinen höchsten Stellenwert erreicht, aber für manchen Soldaten war es der letzte Freundschaftsbeweis von unserem Verein." 1944 bis 1947 - Folgen des Zweiten Weltkrieges, Wiedergründung: Das Vereinsleben ruhte vom 15. November 1944 (letzte Sitzung während des Krieges) bis Anfang 1946 fast vollständig. Es war wohl nur noch eine handvoll Männer aus der Vorstandschaft, die den letzten Rest noch zusammenhielten. Dazu gehörten Vorsitzender Ernst Besemer, Schriftführer Paul Thumm, Georg Löffler und Kassier Adam Wolfer. Der Krieg hatte natürlich auch in Reudern seinen Tribut gefordert (26 Vereinsmitglieder kehrten nicht mehr heim). Nur ganz langsam entwickelten sich wieder Aktivitäten. Zunächst wurde wieder heimlich Fußball gespielt. Grundvoraussetzung für eine Vereinsgründung war nämlich eine Genehmigung der amerikanischen Militärverwaltung. 1946 war es aber soweit und der Verein wurde wieder gegründet. Die Wahrnehmung der Geschäfte des Spielleiters wurden Heiner Haußmann und Hermann Stephan übertragen. Das Amt des Jugendleiters übernahm Albert Opferkuch. "Nach langem Reden", wie es heißt. Erwin Schmohl führte den Verein in den ersten Monaten nach dem Krieg. Am 8. März 1947 wurde dann Richard Mayer zum Vorsitzenden gewählt und es begann eine lange Phase der Konsolidierung und Kontinuität unter seiner Regie. 1948 - Aufnahme des Spielbetriebs, Jugendabteilung: Nach dem "Ja" der Besatzungsmacht entwickelte sich das Vereinsleben langsam aber stetig wieder. Bestimmten vor dem Krieg noch das Turnen und der Fußball gemeinsam das Geschehen im Verein, so verschoben sich nun die Gewichte zunehmend in Richtung des runden Leders. Der Faszination Fußball erlagen auch in Reudern immer mehr Menschen und die Fußballer wurden mehr und mehr zur tragenden Säule des Vereins. Die Hauptversammlung wurde am 7. März 1948 abgehalten. Bei der Versammlung am 6. November 1948 sprach der SVR-Vorsitzende Richard Mayer davon, dass für die Fußballabteilung ein Trainer aus Esslingen engagiert werden solle. Für die neugegründete Jugendfußballabteilung wurde ein Betreuer gesucht. Gustav Henzler übernahm dieses Amt bis zur nächsten Generalversammlung. Aus Vereinsprotokollen ist zu entnehmen, dass schon vorher bereits wieder gespielt wurde, allerdings mit mäßigem Erfolg. Am Ende der Saison 1947/48 sprang wohl ein Platz in der zweiten Tabellenhälfte heraus und auch mit Beginn der Runde 1948/49 änderte sich daran trotz verjüngter Elf und dem oben erwähnten Trainer vom ATV Esslingen nicht viel. Erst, als die Mannschaft Mitte Dezember wieder umgestellt und "der alte Mittelläufer" (der Name ist nicht bekannt) wieder aufgestellt worden ist, ging es bergauf und die Mannschaft eilte von Sieg zu Sieg. Bei der Hauptversammlung am 18. Februar 1949 gab Richard Mayer einen Rückblick auf die zum Teil gelösten, aber auch auf die nach wie vor ungelösten Probleme. Unter schwierigsten Verhältnissen und Baustoffknappheit vor der Währungsreform hatte man einen Umkleideraum-Neubau am Sportplatz erstellt. Die Neuwahlen ergaben keine Veränderungen. Unter anderem wurde Richard Mayer als Erster Vorsitzender wiedergewählt, Hermann Stephan wurde als Spielleiter bestätigt. Er stellte auch den Antrag, der auch angenommen wurde, dass Sportler unter 25 Jahren, die, obwohl sie es könnten, nicht aktiv am sportlichen Geschehen mitwirkten, mit dem doppelten Mitgliedsbeitrag auf die Erfüllung ihrer Pflichten gegenüber dem Verein aufmerksam gemacht werden sollen. Fehlte ein Mitglied des Spielerausschusses oder ein Spieler bei einer ordentlich angesetzten Spielerversammlung, wurden auch sie mit 2 beziehungsweise 1 DM zur Kasse gebeten. Eberhard Stephan übernahm das Amt des Jugendleiters, trat aber bereits am 21. Mai 1949 wieder zurück. Zu seinem Nachfolger wurde Gottlieb Besemer bestellt. 1949/50: Spätestens in der Saison 1949/50 mischte der SV Reudern wieder im Spielbetrieb mit. Dies geht zumindest aus dem Archiv der Nürtinger Zeitung hervor (ältere Unterlagen gibt es leider nicht). Die B-Klasse war damals die unterste Spielklasse, der SVR belegte dort im sieben Mannschaften starken Feld der Gruppe 1 mit 10:14 Punkten und einem Torverhältnis von 20:23 Platz 4 unter 7 Mannschaften (14 Punkte hinter Meister TSV Oberboihingen). Die Hauptversammlung tagte am 23. Juni 1950 in der Linde. Das Training der A-Jugend hatte Hermann Stephan übernommen, als Trainer für die erste und zweite Mannschaft wurde bei der Versammlung am 21. Mai 1949 Gottlieb Bauer vorgeschlagen. Freitagabends und, wenn's geht, Sonntagvormittags, wurde Training angesetzt. Vorgeschlagen wurde auch, dass jeder Fußballspieler auch Leichtathletik betreiben soll. Am 1. September 1949 tagte die SVR-Familie erneut. 67 Mitglieder waren erschienen. In der Halbzeitpause des Fußballspiels gegen Oberboihingen sollte ein 1500-Meter-Lauf durchgeführt werden. Im Rahmen eines Sportfestes, das bereits um 7.30 Uhr beginnen sollte. Beschlossen wurde, dass die Spieler in einem neuen Trikot antreten sollten. Einen breiten Raum nahm die Diskussion ein, wer den Dress bezahlen soll. Jeder Spieler solle sein Trikot selbst bezahlen, hieß es, doch dagegen wehrten sich die Kicker, so dass schlussendlich der Verein die Kosten von 71 DM übernahm. Der Vorsitzende hatte gleich einen blau-weißen Sport mitgebracht, der natürlich auch ausgewählt wurde. Möglicherweise war dies die Geburtsstunde der Fußballerfarben blau und weiß in Reudern. Am 28. Oktober 1949 fand die nächste Versammlung im Löwen statt. Das Sportfest war offensichtlich ein voller Erfolg. Beim Antrag, in den Genuss von Totomittel zu kommen, biss man auf Granit, weil man bei sportlichen Veranstaltungen im Kreis Nürtingen nicht mitgemacht hatte. Unter Punkt "Verschiedenes" wurden Hermann Binder und Helmut Kieser als Berichterstatter für die Tageszeitung bestimmt, "weil die Fußballmannschaft in letzter Zeit in den Spielberichten stark benachteiligt wurde", wie es hieß. Zum Schluss wurde die Mannschaft fürs Verbandsspiel gegen Frickenhausen aufgestellt und anschließend gab es Freibier. Die Mannschaftsaufstellung: Hermann Bauer (Tor), Albert Mayer (rechter Verteidiger), Emil Haug (linker Verteidiger), Gustav Kurz (rechter Läufer), Erwin Haußmann (Mittelläufer), Albert Bauer (linker Läufer), Josef Horwath (Rechtsaußen), Erwin Patz (Halbrechts), Gottlieb Besemer (Mittelstürmer), Franz Unzeitig (Halblinks), Toni Weigner (Linksaußen).
Ein Bild, dessen Datum nicht genau feststeht, das aber in den 50ern gemacht wurde. Hintere Reihe von links: Heinz Rößler, Hermann Stephan, Erwin Haußmann, Herbert Turner, Wilhelm Hybl, Albert Bauer, Franz Unzeitig. Vordere Reihe von links: Gustav Kurz, Alois Forstner, Erwin Schmohl, Emil Haug und Anton Weigner.
1950/51: B-Klasse Nürtingen - Vizemeister im 12 Mannschaften starken Feld hinter dem TSV Frickenhausen, der 7 Punkte mehr auf dem Konto hatte, 66:39 Tore, 29:15 Punkte. Um ein Haar wäre dem Herbstmeister trotzdem der Aufstieg geglückt, denn nach einem spannenden Saisonfinale gingen der SVR und der TV Tischardt punktgleich durchs Ziel und mussten auf dem Waldheim ein Entscheidungsspiel austragen, um den Teilnehmer an der Aufstiegsrunde zur A-Klasse zu ermitteln. Die "Hirsche" behielten mit 3:2 die Oberhand, enttäuschten dann aber in den Aufstiegsspielen gegen Uhingen (2:3, 0:11) und Unterboihingen (1:6, 0:2). Pech hatte die Mannschaft freilich, dass sich Torhüter Hermann Bauer schwer am Knie verletzte und mehrere Wochen im Krankenhaus in Kirchheim verbringen musste. Er fehlte an allen Ecken und Enden. Am 10. März 1951, bei der Hauptversammlung im "Löwen", betrug der Mitgliederstand inklusive Schüler 143. Die Wahlen - insgesamt mussten 23 Positionen besetzt werden - gingen allesamt einstimmig über die Bühne. Der Erste Vorsitzende Richard Mayer wurde ebenso bestätigt wie sein Stellvertreter Georg Löffler, Schriftführer Hermann Kurz und Kassier Eugen Mayer. Hermann Stephan war Spielleiter, Eberhard Stephan wurde wieder zum Jugendleiter gewählt. Am 11. August 1951 begann um 21 Uhr in der Sonne eine Versammlung, in der die Existenz der aktiven Fußballer zur Disposition gestellt wurde. Weil sich die Mannschaft in den letzten Aufstiegsspielen bis auf die Knochen blamiert hatte, wurde darüber debattiert, ob man zur neuen Spielzeit überhaupt ein Team melden soll. Otto Mayer warnte jedoch, dass man den Verein dann gleich auflösen könne. Der Kassier stöhnte, kein Fahrgeld mehr bezahlen zu können und forderte wieder mehr Idealismus. Eine Mannschaft wurde vorbehaltlich gemeldet und eine außerordentliche Spielerversammlung anberaumt, um zu klären, wer unter diesen Umständen noch bereit war zu spielen. Der komplette Trikotsatz wurde aber eingezogen. 1951/52 - Turbulenzen an allen Fronten: B-Klasse Nürtingen - Platz 4 unter 13 Teams (2 hatten allerdings zurückgezogen), 7 Punkte hinter Meister TSV Sielmingen. 12 Siege, 1 Unentschieden, 7 Niederlagen, 58:39 Tore, 25:15 Punkte. Die Hauptversammlung des Jahres 1952 fand am 16. Februar im "Löwen" statt. Weil einige Funktionäre ihre Ämter nicht mehr ausüben konnten oder besser gesagt, nicht mehr wollten, mussten außerplanmäßige Wahlen abgehalten werden. Unter anderem wollte auch der Vorsitzende Richard Mayer sein Amt zur Verfügung stellen, weil es nach einem Familien- oder Kameradschaftsabend kurz vor Jahresende (ohne turnerische Übungen) Misstöne gegeben hatte. Nach angeregten Diskussionen wurde er aber einstimmig wiedergewählt, das Vertrauensverhältnis war wieder hergestellt. Es war jedoch auch sonst nicht alles zum Besten bestellt. Georg Löffler, der Zweite Vorsitzende, klagte, dass der Verein ohne Fußballer ein Fiasko erleben würde. Bei den Turnern gab es nämlich ziemliche Zerwürfnisse. Die Turnwarte würden die Jugend nicht mehr weiter ausbilden, sagte er. Während die Nachwuchssportler behaupteten, dass nie ein Turnwart vor Ort sei, sagten die Turnwarte, dass nie Turner da seien. Bei den Jugendlichen fehle einfach der Idealismus, hieß es, was sich auch bei der neu gegründeten B-Jugendmannschaft zeigte. Alois Forstner hatte nach wenigen Spielen nur noch sieben Mann zur Verfügung und musste das Team wieder abmelden. Bei den Aktiven kriselte es freilich auch, denn Spielleiter Hermann Stephan liebäugelte ebenfalls mit Rücktritt, weil ihm die Unterstützung fehlte. Er deutete es als Desinteresse, dass niemand bei den Spielerversammlungen sei und auch niemand zu Auswärtsspielen mitfahre. Nach längerem Bitten ließ er sich für ein weiteres Jahr breitschlagen, allerdings unter der Bedingung, dass er die Mannschaft abmelden kann, wenn nicht genügend Spieler da sind. Als dies ausgestanden war, kündigten die hart kritisierten Turnwarte Heinrich Haußmann und Gustav Frey ihren Rücktritt an. Nach vielen Versuchen stellte sich Haußmann schließlich wieder als Erster Turnwart zur Verfügung, zum Zweiten Turnwart wurde Fritz Kurz bestimmt. Auch mit einem Vereinsausschlussantrag hatte sich die Versammlung noch zu befassen. Dass damals noch andere Wertmaßstäbe angelegt werden mussten, lässt sich am besten daraus ablesen, dass im Protokoll die Anschaffung einer Kokosmatte und eines Balles erwähnt wurden. 1952/53 - 40-jähriges Jubiläum, Springender Hirsch als Vereinslogo: C-Klasse Nürtingen - da immer mehr Vereine den Sportbetrieb wieder aufnahmen und Mannschaften meldeten, wurde die C-Klasse eingeführt. Der SVR belegte Platz 4 unter 13 Teams, 17 Zähler hinter Meister TSV Harthausen und 16 Punkte hinter Vizemeister TV Erkenbrechtsweiler, der ebenfalls aufstieg. 13 Siege, 3 Unentschieden, 8 Niederlagen, 71:52 Tore, 29:19 Punkte. Der SVR war als einziger Verein straffrei geblieben. Am 31. Januar 1953 fand die Generalversammlung in der Sonne statt. Es sollte das Jahr mit den größten Aktivitäten seit der Wiedergründung nach dem Krieg werden. 136 Mitglieder zählte der SVR (ohne Schüler). Umfangreiche Neuwahlen mussten abgewickelt werden. Richard Mayer wurde im Amt bestätigt, Hermann Stephan als sein Stellvertreter gewählt, da sich ders eitherige Amtsinhaber Georg Löffler voll und ganz der Betreuung der Halle und Geräte widmen wollte. Hermann Kurz (Schriftführer) und Eugen Mayer (Kassier) waren zwei weitere von insgesamt 29 zu wählenden Personen. Außerdem wurde ein Festausschuss gewählt, dem Bürgermeister Veyl als Ehrenvorsitzender vorstand und zu dem 17 weitere Posten mehr oder weniger zählten. Erstaunliche Parallelen zu heute tauchen immer wieder auf. Rudi Haußmann forderte beispielsweise, dass bei Spielerversammlungen über das letzte Match diskutiert werden und die Aufstellung für die nächste Begegnung bekanntgegeben werden soll, "und nicht wie seither nur ein Gaigelabend gemacht wird". Zudem forderte er die Zuschauer auf, "nicht immer auf den Platz hinein zu schreien, da dadurch nur die Mannschaft durcheinander gebracht wird". Das Vereinszeichen wurde bei dieser Versammlung auch festgelegt. Man entschied sich für einen springenden Hirsch. Der SVR feierte vom 20. bis 23. Juni 1953 sein 40-jähriges Bestehen mit einem großen Festbankett, Kinderfest, Festzug, Zelt, Fußballspiel und Leichtathletik-Wettkämpfen. Die Stadtkapelle Nürtingen spielte zur Unterhaltung auf. Mit dem Wetter hatte man auch Glück. 1953/54: C-Klasse Nürtingen, Gruppe 2 - Platz 3 unter 7 Teams, 7 Punkte hinter Meister TSV Altdorf. 7 Siege, 1 Unentschieden, 4 Niederlagen, 48:31 Tore, 15:9 Punkte. Bei der Versammlung am 15. August 1953 im Gasthaus "zur Sonne" legte Spielleiter Hermann Bauer sein Amt nieder. Erwin Schmohl wurde zu seinem Nachfolger bestimmt, nahm aber nur unter der Bedingung an, dass wöchentlich einmal trainiert werde. Einen großen Erfolg feierte Heinz Besemer beim Deutschen Turnfest in Hamburg. Er wurde nämlich mit einem Siegerkranz dekoriert. Verärgert reagierten die Mitglieder allerdings, weil Rudi Haußmann und Michael Janisch nicht starten durften. Obwohl Kreisturnwart Hinneberg aus Unterlenningen zugesichert hatte, dass er sich für die beiden verkämpfen würde, tat er dies nicht, sondern verschaffte einem Trio aus seinem eigenen Verein Startkarten. Die Unterlenninger waren nicht gemeldet worden, wohl aber die zwei Reuderner. Dazu muss freilich gesagt werden, dass Haußmann und Janisch nicht ganz unschuldig an dieser Entwicklung waren, denn sie waren kurz vorher dem TSV Oberboihingen beigetreten und daher vom SVR wieder abgemeldet worden. Als sie sich wieder umbesannen, war es für eine neue Startkarte zu spät. Bei einer Versammlung am 31. Oktober 1953 im Gasthaus "zum Löwen" wurden Überlegungen laut, oder wieder aufgegriffen, "den Sportplatz in den nächsten Jahren hinauf an den Wald bei der Turnhalle zu verlegen". Bei der Gemeinde sollte ein entsprechender Antrag eingereicht werden. Dies wurde allgemein als "ideale Lösung" angesehen. Kurt Lehmann sen., hoch geachteter Reuderner Schulleiter, erklärte, dass der Sportplatz "schon vor 15 Jahren dorthin gekommen wäre, wenn der Krieg nicht dazwischen gekommen wäre", und er rief dazu auf, bei den anstehenden Gemeinderatswahlen die Kandidaten zu wählen, die Verfechter einer Verlegung wären. Eugen Kotz nannte in Erwartung eines Platzbaus das Beispiel Großbettlingen, wo jedes Mitglied mit anpacken oder aber entsprechend zahlen musste. Am 6. Februar 1954 tagte die Hauptversammlung im "Löwen". Richard Mayer wurde als Vorsitzender bestätigt, ebenso wie Kassier Eugen Mayer und Schriftführer Hermann Kurz sen. Erwin Schmohl wurde in einer Kampfabstimmung unter drei Kandidaten mit nur 17 Stimmen zum Spielleiter gewählt. Josef Proißl wurde zum Jugendleiter ernannt. 1954/55: C-Klasse Nürtingen (wieder bloß eine Gruppe) - Platz 3 unter 15 Mannschaften, 5 Punkte hinter Meister TV Erkenbrechtsweiler und 4 Zähler hinter Vize TSV Grafenberg, der mit aufsteigen durfte. 16 Siege, 7 Unentschieden, 5 Niederlagen, 88:54 Tore, 39:17 Punkte. Der SVR wurde mit dem Fairnesspreis ausgezeichnet. Die Hauptversammlung des Jahres 1955 ging am 29. Januar im "Löwen" über die Bühne. Neuwahlen waren keine angesetzt. 1955/56: C-Klasse Nürtingen, Gruppe 2 - Vizemeister unter 8 Teams, 5 Zähler hinter Meister TV Unterlenningen. 10 Siege, 0 Unentschieden, 4 Niederlagen, 47:29 Tore, 20:8 Punkte. Der SVR spielte eine starke Saison und hatte als Tabellenzweiter die Möglichkeit, doch noch aufzusteigen. Nachdem man den TSV Linsenhofen in Oberlenningen eliminiert hatte, stand das entscheidende Spiel am 16. Juli 1956 gegen den Vorletzten der B-Klasse, TSV Grafenberg, der zuvor den B-Klasse-Letzten TV Bempflingen mit 4:2 besiegt hatte, in Oberensingen an. 2:2 hieß es nach Verlängerung. Die "Hirsche" hatten nach 45 Minuten schon mit 2:0 geführt, mussten dann aber noch den Ausgleich schlucken und hatten im "Nachsitzen" mit zwei Lattentreffern Pech. Noch dicker kam es für den SVR bei der Neuauflage eine Woche später auf dem Platz des FV 09 Nürtingen. Die Reuderner führten bei Halbzeit bereits mit 3:0 und sahen wie der sichere Sieger aus, ehe Grafenberg in einer furiosen zweiten Hälfte wieder die Verlängerung erzwang und kurz vor Ende der 120 dramatischen Minuten den Siegtreffer anbrachte. Die komplette SVR-Mannschaft gratulierte nach Spielende aber sportlich fair zum Sieg. Bei der Generalversammlung am 18. Februar 1956 im Gasthaus "Löwen" betrug der Mitgliederstand 150. Vorsitzender Richard Mayer freute sich, dass die aktiven Kicker mit einem Ball und einer Urkunde ausgezeichnet worden waren, weil sie drei Jahre in Folge straffrei geblieben waren. Wieder einmal hatten unbedachte Äußerungen dazu geführt, dass der Vorsitzende nicht mehr zur Wahl antreten wollte. Nach längeren Debatten wurde geheim gewählt und Mayer wurde mit 30 Stimmen wiedergewählt. Hermann Stephan, der Zweite Vorsitzende, brachte es auf 9 Stimmen. Er wurde dafür mit 30 Stimmen erneut zum Stellvertretenden SVR-Boss gewählt. Kassier Eugen Mayer und Schriftführer Hermann Kurz sen. wurden einstimmig in ihren Ämtern bestätigt. Josef Proißl blieb Gesamtjugendleiter, Ernst Hiller wurde zum wohl ersten offiziellen Fußballjugendleiter gewählt. Die Position des Spielleiters der Aktiven übernahm Gustav Henzler. Trainer der ersten Mannschaft war Gottlieb Bauer, aber nur als Coach, nicht mehr als Spielertrainer. Doch das war nicht lange aufrecht zu halten, denn er war nach wie vor ein Leistungsträger und er musste wieder mit eingreifen.
Die erste Meistermannschaft des SVR aus der Saison 1956/57 (von links): Karl Morawetz, Emil Haug, Erwin Gehring, Helmut Unzeitig, Karl Remppis, Eugen Schwaiger, Otto Schmohl, Josef Fuchs, Eugen Nanz, Heinz Besemer, Spielertrainer Gottlieb Bauer, SVR-Vorsitzender Richard Mayer und Spielleiter Gustav Henzler.
1956/57 - erste Meisterschaft, C-Klasse-Pokalsieger und 25 Jahre Fußball: C-Klasse Nürtingen, Gruppe 2 - der SVR feierte seinen ersten Aufstieg, mit 1 Punkt Vorsprung vor dem TSV Linsenhofen. Zur Meisterschaft im 8 Mannschaften umfassenden Feld (inklusive der außer Konkurrenz spielenden TuS Metzingen III) reichten 8 Siege, 0 Unentschieden, 4 Niederlagen, 36:25 Tore und 16:8 Punkte. Es war ein Jahr wie aus dem Bilderbuch, denn just zum 25-jährigen Jubiläum, das vom 1. bis 3. Juni 1957 gefeiert wurde, schaffte der SVR unter Trainer Gottlieb Bauer den Aufstieg - und die "Hirsche" wurden obendrein noch C-Klasse-Pokalsieger des Kreises Nürtingen. Im Endspiel am 16. Dezember 1956 in Oberensingen wurde der favorisierte TSV Grötzingen, Pokalsieger der Gruppe 1, mit 2:1 besiegt. Auch die nächste Runde auf Bezirksebene gegen den TV Birenbach, den C-Klasse-Pokalsieger des Kreises Göppingen, überstand der SVR durch einen 2:1-Sieg im Wiederholungsspiel am 28. April 1957 und erhielt zum fünften Mal in fünf Jahren den Fairnesspreis (das erste Spiel am 14. April endete in Birenbach 3:3 nach Verlängerung). Im Bezirkspokalfinale der C-Klasse, das am 1. Mai 1957 in Oberensingen stattfand, zog die Bauer-Truppe gegen den TSV Berkheim, C-Klasse-Pokalsieger des Kreises Esslingen, mit 0:3 den Kürzeren. 29 Jahre später sollte es erneut zu diesem Aufeinandertreffen kommen. Übrigens: Den Meisterwimpel überbrachte der heutige Bezirksvorsitzende Karl Wieland. Am 9. Februar 1957 rauchten im Löwen wieder die Köpfe bei der Hauptversammlung. Spielleiter Gustav Henzler ärgerte sich maßlos über die Trainingsfaulheit mancher Spieler, nur zwei, drei Akteure der Ersten waren bisweilen beim Übungsabend. Umso erstaunlicher, dass der sportliche Erfolg da war. Beim 25-jährigen Fußballjubiläum, das mit einem Festabend, einem Kinderfest und einem Turnier mit acht Mannschaften gefeiert wurde, bestritt die erste SVR-Garnitur ein Spiel gegen den Nachbarn TSV Oberboihingen, den Gegner also, gegen den man auch sein allererstes Spiel bestritten hatte. Der FC Frickenhausen gewann das Jubiläumsturnier durch ein 4:2 im Endspiel über den TSV Weilheim. 1957/58 - Abstieg: B-Klasse Nürtingen - nur ein Jahr konnte sich der SVR in der B-Klasse halten, dann ging es wieder runter. Als Vorletzter unter 12 Mannschaften (plus TuS Metzingen III a.K.) mussten die "Hirsche" in den sauren Apfel beißen. 6 Siegen und 2 Unentschieden standen 14 Niederlagen gegenüber (41:64 Tore, 14:30 Punkte). Die Reserve wurde ebenfalls Vorletzter mit 5 Siegen, 4 Unentschieden, 13 Niederlagen, 24:67 Toren und 14:30 Punkten. Die Zeit des Bilanzziehens war wieder am 1. März 1958 gekommen. Im Löwen waren 49 Mitglieder erschienen und sie wählten Richard Mayer erneut an die SVR-Spitze. Auch Hermann Stephan, Eugen Mayer und Hermann Kurz sen. wurden in ihren Ämtern bestätigt, ebenso wie Gesamtjugendleiter Josef Proißl und Spielleiter Gustav Henzler. In den Spielausschuss gewählt wurden Hermann Bauer, Wilhelm Hybl und Ernst Haußmann. Alfons Müller übernahm den Part des Fußballjugendleiters von Ernst Hiller. Die Gedanken, den Sportplatz an die Halle zu verlegen, wurden endgültig ad acta gelegt. Offenbar ließen dies die Besitzverhältnisse nicht zu. Beschlossen wurde aber, den Platz einzufrieden. Der Abstieg war wohl allen Beteiligten an die Nerven gegangen, Unzufriedenheit machte sich breit. Trainer Gottlieb Bauer legte bei einer außerordentlichen Ausschusssitzung am 18. Juli 1958 im Löwen, an der auch die aktiven Kicker dabei waren, sein Amt nach langen Diskussionen nieder. 1958/59: C-Klasse Nürtingen - Platz 4 unter 14 Teams, 6 Punkte hinter Meister TSV Grafenberg und 3 Zähler hinter dem ebenfalls aufgestiegenen Vize TSV Linsenhofen. 17 Siege, 3 Unentschieden, 6 Niederlagen, 78:37 Tore, 37:15 Punkte. Um den Aktiven einen adäquaten Unterbau bieten zu können, als Grundlage für höhere sportliche Weihen, unternahmen die Verantwortlichen alles, um wieder eigene Nachwuchsteams bilden zu können. 1958 war es soweit, eine SVR-Jugendmannschaft nahm wieder am Punktspielbetrieb teil. Da das Thema Sportplatzverlegung vom Tisch war, man daher aber im Aspach mehr Platz für Umkleiden benötigte, musste Geld beschafft werden. Ein Bausparvertrag war aber noch nicht zuteilungsreif und so hoffte man, mit dem Verkauf der Halle entsprechende Mittel zu bekommen. Einige Baumaßnahmen waren angedacht: Neben der Platzumrandung sollten zwei bis drei Umkleiden und Flutlichtmasten her. So jedenfalls schilderte Vorsitzender Mayer bei der Generalversammlung am 21. März 1959 im Löwen die Absichten des Vereins, ein neues Zuhause für die Sportler zu bauen. 1959/60 - Sportplatzumrandung fertiggestellt: C-Klasse Esslingen - der SVR war wohl auch auf Grund seiner relativ zentralen Lage zwischen Esslingen, Nürtingen und Kirchheim umgruppiert worden und mischte erstmals im Raum Esslingen mit. Sehr zum Missfallen der SVR-Kicker allerdings. Doch sie schlugen sich ganz respektabel, denn die Elf belegte Platz 4 im 11er-Feld, nur 6 Punkte hinter Meister SG Sirnau und 4 Punkte hinter Vize SV Zell, der ebenfalls aufsteigen durfte. 11 Siege, 2 Unentschieden, 6 Niederlagen, 47:31 Tore, 24:14 Punkte. Im Pokal sorgte der SVR für Furore, war nach Siegen in Grafenberg (11:1), gegen Beuren (6:1), gegen die TSG Zell (7:0) und beim TV Erkenbrechtsweiler (5:2) letzter Vertreter der C-Klasse Esslingen und unter den letzten Dreien im Bezirk. Gegen den TSV Neckartailfingen war dann aber Endstation: Nach dem 0:0 am 20. März 1960 auf dem Aileswasen gewannen die Neckartailfinger das Wiederholungsspiel am 27. März 1960 in Reudern mit 7:4. Bei der Ausschussitzung am 11. November 1959 in der Linde wurde darauf gedrängt, dass die Sportplatzeinzäunung möglichst bald abgeschlossen werden soll. Differenzen zwischen Spielleiter Gustav Henzler und Jugendleiter Alfons Müller bezüglich der Aufstellung der Ersten konnten ebenfalls bereinigt werden. Vorsitzender Mayer drohte sogar mit einem Vereinsausschlussverfahren, falls dieses Thema nochmals hochkoche. Die Sportplatzumrandung war Ende Januar 1960 zu gut wie fertig, nur der Anstrich fehlte noch. Die Aktiven wurden im Winter 59/60 wieder einmal ermahnt, im Training in der Halle vorsichtiger zu sein. Es waren einfach zu viele Scheiben in die Brüche gegangen. Neuwahlen bestimmten die Hauptversammlung am 5. März 1960 und natürlich warf auch der Vereinsheimbau immer längere Schatten voraus. Die komplette Vorstandschaft wurde im Amt bestätigt und auch alle Posten konnten trotz Diskussionen besetzt werden. 187 Mitglieder stark war der Verein und die Stadtwerke kündigten an, binnen eines Vierteljahres das Sportgelände mit Strom zu versorgen. Die Jugendarbeit ruhte Anfang der 1960er-Jahre, deshalb wollte Jugendleiter Alfons Müller sein Amt niederlegen. Er wurde aber gedrängt, so lange weiterzumachen, bis ein Nachfolger gefunden ist. Vorsitzender Richard Mayer pochte darauf, dass die Nachwuchsarbeit wieder in die Gänge kommt. Auch Aktiven-Spielleiter Gustav Henzler hatte nach den zurückliegenden Streitereien die Nase voll, nach langem Hin und Her erklärte er sich allerdings bereit, noch einmal weiterzumachen. 1960/61 - Sportheimbau: C-Klasse Esslingen - Platz 6 unter 11 Mannschaften, auf Meister TSV Berkheim fehlten 17 Punkte. 8 Siege, 2 Unentschieden, 10 Niederlagen, 61:58 Tore, 18:22 Punkte. Viel wichtiger als der sportliche Erfolg war in dieser Saison freilich der Bau des vereinseigenen Sportheims, das überwiegend in Eigenleistung erstellt wurde. Endlich hatten die SVR-Fußballer eine eigene Bleibe, in der sie sich umziehen und duschen und nach dem Spiel auch gemeinsam feiern konnten. Man musste nicht mehr hinauf in den Ort, um sich im Gasthaus Löwen umzukleiden und bei Wind und Wetter mit kaltem Wasser im Trog zu waschen. Der Erlös der 1960 verkauften Turnhalle (20.400 DM bei der zweiten Versteigerung) bildete den finanziellen Grundstock für den Bau. Am 19. Juli 1960 wartete Richard Mayer bei einer Ausschusssitzung mit der erfreulichen Nachricht auf, dass die Baugenehmigung für das Sportheim bereits vorliege und man nun schnellstens das Projekt in Angriff nehmen müsse. Eugen Mayer erklärte sich bereit, die Bauaufsicht zu übernehmen, später kamen noch Hermann Stephan und Wilhelm Pfeiffer hinzu. Die Bauleitung hatte Karl Weiler inne. Bevor es aber richtig losgehen konnte (der erste Spatenstich erfolgte am 26. November 1960), wurde am 24. September 1960 zu einer Mitgliederversammlung in den Löwen eingeladen (eine Woche zuvor waren bloß 20 Mitglieder erschienen, weil die Einladung offenbar zu kurzfristig publik gemacht worden war). Die Versammlung wurde darauf eingeschworen, kräftig mit anzupacken. Nachdem ein Bauunternehmer zu einem Ausschusstermin am 22. November 1960 in der Linde nicht erschienen war, machten die SVR-Verantwortlichen Nägel mit Köpfen und beraumten sofort einen Arbeitsdienst an. Im Januar 1961 wurde die Wasserzufuhr zum Sportgelände in Angriff genommen. Die Helfer packten kräftig zu und am 30. März 1961 konnte bereits Richtfest gefeiert werden. Anschließend wurde im Löwen feucht-fröhlich gefeiert. Sportkreisvorsitzender Dr. Mayer hatte eine Spende von 100 DM mitgebracht. Den Richtspruch sprach der Zweite Vorsitzende Hermann Stephan. Überdies sind am alten Platz zwei Flutlichtmasten aufgestellt worden. Ein Blick auf die damaligen Preise lohnt allemal. der Ausschuss legte die Preise für das Kinderfest fest, das am 23. und 24. Juli 1960 stattfand: 1 Flasche Bier -,80 DM, 1 Rote -,80 DM, 1 Sinalco -,40 DM und ein Viertele Wein 1,20 DM. Die Mitgliedsbeiträge beliefen sich seit dem 1. Januar 1960 auf 25 Pfennige (Schüler bis 14 Jahre), 50 Pfennige (Jugendliche von 14 bis 18 Jahren) und 1,- DM für über 18-Jährige. Die Beiträge wurden seinerzeit noch monatlich erhoben. Vermutlich auf Grund des Sportheimbaus fand die Generlaversammlung 1961 sehr spät, nämlich erst am 3. Juni, im Löwen statt. Der Verein zählte nur noch 144 Mitglieder, aber davon waren 50 erschienen (auf heutige Verhältnisse hochgerechnet müssten rund 330 Mitglieder zu den Hauptversammlungen erscheinen). Die Jugendarbeit lag immer noch im Argen, so dass die Versammlung beschloss, unbedingt wieder einen Jugendspielbetrieb aufzunehmen. Alfons Müller blieb bis auf Weiteres Jugendleiter, Manfred Bauer übernahm die Übungsabende mit der Jugend. Wilhelm Hybl, Mitglied des Spielausschusses, fragte im Juli 1961 an, ob er an das Sportheim anbauen dürfe, um eine Art Hausverwalter zu sein. Der SVR-Ausschuss hatte nichts dagegen und ermunterte ihn. Doch dazu ist es nie gekommen. 1961/62 - Fertigstellung des Sportheims: C-Klasse Esslingen - Platz 6 unter 9 Teams, hinzu kam der VfL Post Esslingen, der jedoch außer Konkurrenz mitmischte. Auf Meister TSV Köngen fehlten am Ende satte 15 Punkte. 7 Siege, 0 Unentschieden, 9 Niederlagen, 43:39 Tore, 14:18 Punkte. Ernst Szabo hatte vor der Saison Trainer Richard Geisler abgelöst. Auch im Pokal lief es wieder recht gut. Der SVR gewann in Bempflingen (10:1), gegen Grafenberg (5:2) und beim TSV Wiesensteig (5:3) und scheiterte erst im C-Klasse-Halbfinale an "Angstgegner" TSV Sielmingen (2:7), der später den Pott holte. Die Nachwuchsarbeit wurde wieder angeschoben, im Herbst konnte eine A-Jugend gemeldet werden, die sich allerdings aus vielen B-Jugendlichen rekrutierte und daher saftige Schlappen kassierte. Aber ein Anfang war wieder gemacht. Die Hauptversammlung des Jahres 1962, die am 31. März im Löwen stattfand, versprach turbulent zu werden, denn Spielleiter Gustav Henzler, der beruflich oft im Ausland weilte, wollte nicht mehr und Trainer Ernst Szabo, der inzwischen auch die Jugend trainierte, wollte bei den Aktiven nur noch weitermachen, wenn die erste Mannschaft auch komplett mitmachte. Genügend Diskussionsstoff also für die Mammutwahlen, denn 31 Posten mussten besetzt werden. Doch alles ging glatt. Gewählt wurden Richard Mayer (Erster Vorsitzender), Hermann Stephan (Zweiter Vorsitzender), Eugen Mayer (Kassier), Hermann Kurz sen. (Schriftführer), Paul Thumm (Unterkassier), die Beisitzer Ernst Besemer, Albert Opferkuch, Ernst Hiller und Julius Reichert, in den erweiterten Ausschuss Gottlieb Bauer, Helmut Unzeitig und Gustav Brandl, die Kassenrevisoren Wilhelm Pfeiffer und Kurt Lehmann, Josef Proißl (Gesamtjugendleiter), Helmut Unzeitig (der Gustav Henzler als Spielleiter beerbte, sechs Personen standen zur Wahl), Robert Thumm (der Heinz Besemer als Turnwart ablöste), Günther Besemer (Schülerturnwart), Fritz Born (Erster Sportwart), Josef Proißl (Zweiter Sportwart), Julius Reichert (Geräte- und Hallenwart), Erwin Schweizer (Vereinsdiener), Manfred Bauer (Ballwart), Erwin Schmohl (Fahnenträger) sowie der Spielausschuss mit Trainer Ernst Szabo (Vorsitzender), Spielleiter Helmut Unzeitig, Spielführer Eugen Schwaiger, Hermann Kurz, Alois Forstner und Ernst Hiller. Josef Proißl übernahm zusätzlich noch das Amt des Fußballjugendleiters. Bloß als Schiedsrichter wollte sich keiner bereitstellen.
Diese Mannschaft holte 1962 in heimischen Gefilden zum einzigen Mal für den SVR den Sennerpokal (hintere Reihe von links): Stefan Janisch, Heinz Müller, Richard Müller, Hans Fuchs, Helmut Bauer, Philipp Laubach, Josef Fuchs, Manfred Besemer. Vordere Reihe von links: Helmut Unzeitig, Karl Morawetz, Heinz Besemer.
1962/63 - Sennerpokalsieg und Sportheimeinweihung, 50-jähriges Vereinsjubiläum: C-Klasse Esslingen - Platz 7 unter 10 Teams, davon zwei außer Konkurrenz, auf Meister TSG Esslingen fehlten 11 Punkte. 4 Siege, 0 Unentschieden, 10 Niederlagen, 28:51 Tore, 8:20 Punkte. Nach dem gewinn des Sennerpokals war das natürlich eine herbe Enttäuschung, allerdings auch dadurch bedingt, dass man in den ersten Spielen etliche Rote Karten hinnehmen musste. Im Pokal flog die Mannschaft daheim auch schon in Runde eins raus (2:5 gegen den TSV Linsenhofen). Weil der Trainingsbesuch ausgesprochen lausig war, trainierte Ernst Szabo nur noch die Jugend, erklärte sich aber später wieder bereit, Trainer zu machen. Unter der Voraussetzung allerdings, dass alle Spieler zum Training erscheinen. Nach der A- und C-Jugend wurde zudem eine D-Jugend gebildet. Das Vereinsheim, das über 50.000 DM gekostet hatte, wurde am 28. Juli 1962 im voll besetzten Festzelt mit zahlreichen Ehrengästen offiziell eingeweiht und umrahmt vom Gesangverein Liederkranz Reudern und dem Musikverein Lindorf (nachträglich musste noch eine Ölheizung im Wert von rund 9.000 Mark eingebaut werden). Beim Festakt blickte Bürgermeister Karl Braun bereits in die Zukunft und sprach vom Neubau einer Gemeindehalle, bei dem auch der Sportverein wieder gefordert sei. Der Ausschuss beschloss, dass das Sportheim dienstags beim Jugendtraining, mittwochs beim Training der Aktiven, sonntags bei den Heimspielen und samstags ab 19 Uhr geöffnet ist. Alsbald wurde jedoch deutlich, dass das Thema Sportheimbewirtschaftung zu einem Dauerbrenner werden sollte. Aus Anlass der Einweihung durfte der SVR erstmals auch den Sennerpokal für C-Klasse-Mannschaften ausrichten. Und das, obwohl man in der Esslinger Gruppe spielte. Gespielt wurde in zwei Fünfer-Gruppen an zwei Wochenenden (28. und 29. Juli sowie 4. und 5. August 1962). Offenbar beflügelt von den neuen eigenen Wänden marschierten die "Hirsche" durch das Turnier und gewannen es bis heute zum einzigen Male. Der TV Tischardt (9:1), TSV Neuenhaus (3:0), TSV Grötzingen (6:0) und TSV Wolfschlugen (5:1) hatten in den Gruppenspielen keine Chance. Im Endspiel schlug der SVR Titelverteidiger TSV Altenriet mit 4:0 und krönte mit dem Turniersieg nicht nur die Einweihungsfeierlichkeiten, sondern auch seine erste Sennerpokalteilnahme überhaupt. Nicht immer ging es ruhig und harmonisch zu beim SVR. Auch am 9. September 1962 kochten die Emotionen hoch, als sich Ernst Hiller und Helmut Unzeitig bei einer Ausschusssitzung in die Wolle bekamen. Die Diskussion um die Situation im Reuderner Fußball endete mit einem Eklat, denn Hiller verließ die Sitzung und erschien auch drei Tage später nicht, als Vorsitzender Mayer alles wieder ausräumen wollte. Am 13. Oktober 1962 fand im neuen Sportheim erstmals eine Mitgliederversammlung statt. 33 Personen erschienen. Die erste Generalversammlung des SV Reudern im eigenen Vereinsheim fand am 23. März 1963 statt. Trainer Szabo mahnte einmal mehr eine bessere Trainingsbeteiligung an und er richtete den dringenden Appell an die Spieler. Mit Ruppigkeiten und großer Klappe sei nichts zu gewinnen und man müsse sich als Verantwortlicher nur schämen. Vom 15. bis 17. Juni 1963 feierte der SVR seinen 50. Geburtstag mit einem großen Festabend, Kinderfest, Festzug, Frühgottesdienst und Fußballturnier (Sielmingen bezwang im Finale Raidwangen mit 3:2). Die Jubiläumsfeierlichkeiten wurden ein voller Erfolg. Bereits am Mittwoch, 12. Juni, fand ein schlichter Ehrungsabend für sechs Vereinsgründer (August Kieser, Gottlob Besemer, Karl Biedermann, Gustav Thumm, Christian Besemer und Karl Stephan) und sechs weitere altgediente Mitglieder (Georg Löffler, Karl Müller, Heinrich Haußmann, Ernst Besemer, Paul Thumm, Otto Kromer) durch den Turngauvorsitzenden Kant statt. Für das Jubiläumsspiel wurde der FV 09 Nürtingen verpflichtet, der mit 7:1 gewann und in der folgenden Saison den Aufstieg in die Erste Amateurlige Nordwürttemberg schaffte. 1963/64 - D-Jugend erster Hallen-Kreismeister, Gründung Frauenturnen: C-Klasse Nürtingen, Gruppe 2 - der SVR wurde endlich wieder umgruppiert, Platz 4 unter 9 Mannschaften, davon eine außer Konkurrenz, auf Meister TSV Beuren fehlten 12 Punkte. 6 Siege, 2 Unentschieden, 6 Niederlagen, 38:36 Tore, 14:14 Punkte. Die D-Jugendfußballer des SVR schrieben derweil Geschichte, denn sie gewannen bei der Premiere der Hallen-Kreismeisterschaften den Titel. In der Schreibere in Nürtingen wurden die "Hirsche" nach Siegen gegen den VfL Kirchheim (2:0), den FC Frickenhausen (5:0) und die TSV Oberensingen (2:0) sowie einem 0:0 gegen den TSV Wolfschlugen Gruppensieger und trafen im Finale auf den FV 09 Nürtingen. Die Nullneuner galten zwar als klarer Favorit, hatten beim 0:3 jedoch keine Chance. Seit Ende Juni 1963 waren die aktiven Fußballer ohne Trainer. Es waren die Folgen eines Tiefs, aus dem die Mannschaft seit dem Gewinn des Sennerpokals auf eigenem Platz nicht mehr herausgekommen war. Am 3. und 4. August 1963 aber musste der Titel beim Sennerpokal der C-Klasse verteidigt werden. In Raidwangen überraschte das Team angenehm, wurde nach den Partien gegen Germania Schlaitdorf (2:2), die SpVgg Hochwang (4:1) und den TSV Beuren (4:0) Gruppensieger und stand erneut im Endspiel, das allerdings gegen Gastgeber TSV Raidwangen knapp mit 0:1 verloren wurde. Im Bezirkspokal unterlag die Mannschaft bereits in der ersten Runde beim TSV Wäldenbronn mit 4:6. Der A-Jugendliche Werner Forstner wurde in die Bezirksauswahl berufen. Ab dem 13. August 1963 konnten sich beim SVR auch die Frauen (außer in der Leichtathletik) sportlich betätigen, denn das Frauenturnen wurde ins Leben gerufen. Renate Dieterle und Emma Haußmann leiteten die Gruppe. Da es immer wieder zu Problemen beim Transport der C- und D-Jugendkicker zu den Auswärtsspielen kam, wurde festgelegt, mit dem Kleinbus der Firma Besemer (Wachtmeister) zu fahren oder eben mit privaten Pkw. Pro Kilometer gab es eine Entschädigung von 20 Pfennigen. Für die Saison 62/63 kamen so 314,- DM zusammen. Im Sportheim tagte am 25. April 1964 wieder die Hauptversammlung. Vorsitzender Richard Mayer kündigte an, bei der Gemeinde darauf zu drängen, dass in Reudern bald eine Halle gebaut werde. Spielleiter Helmut Unzeitig wetterte, dass es ohne Trainer bei den Aktiven nicht weitergehen könne und forderte einen Coach. Ernst Szabo lehnte es allerdings weiterhin ab, die Aktiven zu trainieren. Die Neuwahlen (es mussten wieder über 20 Positionen besetzt werden) ergaben an der Spitze des Vereins keinerlei Veränderungen, bei den Fußballern dagegen sehr wohl: Ernst Hiller übernahm nämlich von Helmut Unzeitig den Posten des Spielleiters. Am 30. Mai 1964 tagten im SVR-Vereinsheim die Jugendleiter des Kreises Nürtingen. 1964/65: C-Klasse, Staffel 2 - die Gruppen, jetzt Staffeln, waren neu eingeteilt worden, der SVR wurde Vizemeister unter 11 Teams, 3 Punkte hinter Meister TV Hochdorf. 15 Siege, 2 Remis, 3 Niederlagen, 81:45 Tore, 32:8 Punkte. Der neue Spielertrainer Fritz Schwaiger, der die Mannschaft vor der Saison übernommen hatte, feierte also einen glänzenden Einstand. Die C-Jugend wurde Meister in ihrer Staffel. Beim Sennerpokal der C-Klasse am 20. und 21. Juni 1964 in Linsenhofen erreichte der SVR nach Siegen gegen den Gastgeber (2:0), den TSV Neuenhaus (1:0) und Titelverteidiger TSV Raidwangen (2:1) wieder das Finale, unterlag dann aber dem TSV Beuren mit 0:2. Der 28. Juni 1964 war ein schwarzer Tag für den SVR, denn in einem Freundschaftsspiel gegen den TSV Oberboihingen verletzte sich Torhüter Karl Morawetz so schwer, dass er nicht mehr spielen konnte. Im Bezirkspokal erreichte man durch einen 5:3-Erfolg gegen den TSV Neuenhaus zwar die zweite Runde, doch dort war beim TSV Ohmden Endstation (1:4). Bei einer Ausschusssitzung am 12. Juli 1964 wurde der Kauf eines Streuwagens beschlossen. Bis dahin mussten die Spieler ständig in den Ort zu den Zimmereien fahren, um Sägemehl oder Späne zu holen und dann von Hand streuen. Weil der Sportplatz vom Training ziemlich mitgenommen war, wurde ferner angeregt, einen Trainingsplatz zu schaffen (Spielleiter Ernst Hiller). Im Februar 1965 wagte Hiller auch einen Vorstoß, ob ans Vereinsheim nicht ein Gymnastikraum angebaut werden könne. Weil aber im Etat der Gemeinde bereits die geplante Halle beinhaltet war, wurde dies verworfen. Zurückzuschauen und vorauszublicken hieß es für den 145 Mitglieder zählenden Verein am 13. Februar 1965 im Sportheim. Hitzig ging es dabei zu, als über den Standort der Halle debattiert wurde. Während Bürgermeister Karl Braun dafür plädierte, dass die Halle zur Schule gehöre, forderte eine Gruppe um Otto Mayer, dass die Halle am Sportgelände gebaut werden soll. Wie wir heute wissen, steht die Halle an der Schule. Am 2. Juli 1965 fand die Abschlussbesprechung der Vereine der C-Klasse, Gruppe 2, im SVR-Vereinsheim statt. Dies war gleichzeitig auch die Vorrundenbesprechung der Saison 65/66.
Diesem Team gelang in der Spielzeit 1965/1966 der zweite Aufstieg des SVR (hintere Reihe von links): Spielleiter Ernst Hiller, Josef Fuchs, Richard Müller, Walter Kurz, Josef Stefan, Philipp Laubach, Bernd Oßwald, Helmut Unzeitig, Trainer Fritz Schwaiger. Vordere Reihe von links: Werner Forstner, Stefan Janisch, Willi Lindenbacher, Wolfgang Jürgens.
1965/66 - zweiter Aufstieg: C-Klasse, Staffel 2 - Meister unter 12 Mannschaften, aber punktgleich mit der SPV 05 Nürtingen. Die Elf vom Waldheim hatte am letzten Spieltag, am 7. Mai 1966, mit einem 2:1-Heimsieg gegen den SVR den Gleichstand erzwungen, wobei die Nullfünfer schon nach 3 Minuten mit 2:0 in Führung lagen und der SVR den Rückstand nicht mehr wett machen konnte. Deshalb wurde ein Entscheidungsspiel um den Titel notwendig, das der SVR im neutralen Nürtinger Wörth-Stadion am Sonntag, 15. Mai 1966, unerwartet klar mit 5:1 gewann. Schon zur Halbzeit führten die "Hirsche" mit 3:0 nach Toren in der 33., 40. und 42. Minute. Als in der 51. Spielminute das 4:0 fiel war der Sieg praktisch perfekt. Nach dem 5:0 kamen die Nürtinger noch zum verdienten Ehrentreffer (86.). Bei der Wimpelübergabe durch Staffelleiter Zlotnik gratulierten auch die Nürtinger mit einem Blumenstrauß zu Meisterschaft und Aufstieg. Die SVR-Bilanz: 19 Siege, 0 Unentschieden, 3 Niederlagen, 82:28 Tore, 38:6 Punkte. Der Ausschuss beschloss, allen Spielern, die mit entsprechend vielen Einsätzen zur Erringung der Meisterschaft beigetragen haben, einen Gutschein in Höhe von 25,- DM zukommen zu lassen. Eine lustige Episode am Rande: Gerhard Reichert hatte gewettet, im Falle der Meisterschaft des SVR ein 30-Liter-Bierfass von Oberboihingen nach Reudern zu rollen. Er löste die Wette ein und wurde dabei von zahlreichen Zuschauern begleitet und am Ortsrand sogar vom Spielmannszug der Freiwilligen Feuerwehr mit Musik abgeholt. Beim Sennerpokal am 12. und 13. Juni 1965 in Altdorf stürmte der SVR erneut ins Endspiel. Der SV 07 Aich (6:3), Gastgeber TSV Altdorf (5:4) und die SPV 05 Nürtingen (4:3) wurden in den Gruppenspielen bezwungen, im Finale zog die Schwaiger-Truppe aber gegen den TSV Altenriet bei miserablem Wetter mit 1:4 den Kürzeren. In der ersten Runde des Bezirkspokals kam es in Altenriet zu einer Neuauflage dieser Begegnung, allerdings gelang die Revanche nicht, der SVR verlor abermals mit 1:4 und war draußen. Die Generalversammlung des Jahres 1966 wurde auf den 15. Januar gelegt und fand im Sportheim statt. Der SVR hatte von der A- bis zur D-Jugend alle Nachwuchsklassen bestückt. Jugendleiter Josef Proißl, der über zehn Jahre lang für die SVR-Jugend im Einsatz war, präsentierte dies mit Stolz, zumal die A-Jugend einige Turniersiege gefeiert hatte und die C-Jugend Kreismeister geworden war, doch er machte seine Ankündigung wahr und gab sein Amt an diesem Abend ab. Zu seinem Nachfolger wählte die Versammlung Helmut Euchner. Richard Mayer wurde ebenso wie die anderen Funktionäre an der Vereinsspitze, Kassier Eugen Mayer und Schriftführer Hermann Kurz sen., einstimmig wiedergewählt. Bloß auf den Zweiten Vorsitzenden Hermann Stephan entfiel eine Enthaltung (bei 60 Anwesenden). Den Spielausschuss bildeten Trainer Fritz Schwaiger, der auch stellvertretender Spielleiter war, Heinz Besemer und Hermann Remppis. Ernst Hiller wurde als Spielleiter bestätigt, allerdings knüpfte er seine Wiederwahl an Bedingungen. Etwa an die, dass jede Mannschaft einen Betreuer und einen Spielführer haben muss, die dann auch für das Streuen des Platzes, für Spielabsagen etc. verantwortlich sind. Immer wieder war es zu Reibereien gekommen, weil die zweite Mannschaft nicht immer streuen wollte. Die Schwierigkeiten bei der Wahl des Spielleiters waren noch nicht vom Tisch, es brodelte weiter und kam bei der nächsten Ausschusssitzung am 17. Mai 1966 mit einer gewaltigen Eruption an die Oberfläche. Plötzlich ging es drunter und drüber. Sportheimwirtschafter Albert Opferkuch erklärte, dass das Sportheim Anfang August geschlossen bleibe, weil er und Helmut Mayer nicht da seien. Ernst Hiller ging auf die Barrikaden und schimpfte, dass das nicht möglich sei, weil die Saison am 14. August beginne und noch ein Testspiel gemacht werden müsse. Alle Schlichtungsversuche scheiterten und Hiller, der sich über ständige Nackenschläge beklagte, erklärte seinen sofortigen Rücktritt und verließ demonstrativ die Sitzung. Der Rest des Ausschusses war wie vor den Kopf gestoßen, setzte aber für den nächsten Tag eine weitere Sitzung mit den Spielern der ersten und zweiten Mannschaft an. Dabei konfrontierte Vorsitzender Mayer die Kicker mit den nackten Tatsachen. Alle Spieler erklärten sich jedoch bereit, auch weiterhin für den SVR zu spielen und nach ausgiebigem Gedankenaustausch erklärten sich Fritz Schwaiger und Hermann Kurz sen. bereit, das Amt des Spielleiters bis zur nächsten Generalversammlung kommissarisch auszuüben. Die Angelegenheit war damit aber noch nicht vom Tisch, sondern verfolgte den Verein noch über Monate hinweg. Am 18. Juni 1966 weilte Jugendleiter Helmut Euchner bei einer Jugendtagung in Kornwestheim und erhielt dort eine Plakette für vorbildliche Nachwuchsarbeit. 1966/67 - Gründung einer AH, Frühjahrswaldläufe: B-Klasse, Staffel 2 - Platz 11 unter 14 Mannschaften, 18 Punkte hinter Meister FC Frickenhausen, 5 Punkte vor dem ersten Absteiger SV 07 Aich (auch der TSV Kohlberg stieg ab). 9 Siege, 5 Unentschieden, 12 Niederlagen, 49:58 Tore, 23:29 Punkte. Die Reserve belegte Platz 13 unter 14 Teams (13:39 Punkte, 43:65 Tore, 5 Siege, 3 Remis, 18 Pleiten). Die Vorkommnisse des zurückliegenden Sommers hatten Mannschaft und Trainer wohl doch mehr zugesetzt als erwartet worden war. Fritz Schwaiger legte das Traineramt mit Beginn der Winterpause nieder und Spieler Willi Lindenbacher übernahm bis auf Weiteres, wahrscheinlich bis zum Saisonende. Gleichzeitig machte man sich aber auf die Suche nach einem neuen Trainer. Im Bezirkspokal ereilte den SVR das schnelle Aus, denn in der ersten Runde unterlag man beim TV Bezgenriet mit 1:4. Beim Sennerpokal wirkte keine SVR-Mannschaft mit. Die Hauptversammlung tagte am 11. Februar 1967 im Sportheim. Ernst Hiller schilderte noch einmal die Gründe seiner Amtsniederlegung als Spielleiter, Vorsitzender Richard Mayer unterband jedoch die aufkommende Diskussion mit dem Hinweis, das Ganze nicht wieder breit treten zu wollen. Die Weichen für ein ruhigeres Jahr wurden freilich gestellt, denn Fritz Schwaiger wurde für ein Jahr zum Spielleiter gewählt. Da auch Helmut Euchner nach nur einem Jahr sein Amt als Jugendleiter wieder zur Verfügung stellte, musste ein Nachfolger gefunden werden. Mit Walter Schnepf wurde ein Mann einstimmig in diese Funktion gewählt, der in den kommenden Jahren unheimlich rührig war, zahlreiche Veranstaltungen mit der Jugend durchzog und viele Erfolge mit dem SVR-Nachwuchs feierte. Am 5. März 1967 fanden in Reudern erstmals Frühjahrswaldläufe statt. Alfred Hiller, ausgebildeter Übungsleiter und zuständig für Nachwuchsarbeit bei den Leichtathleten, und Sportwart Dieter Müller hatten die Veranstaltung in den Aspach geholt. Im Frühjahr dieses Jahres feierte ein Trio des SVR einen großen Triumph, denn Walter Stephan, Albert Bauer und Josef Fuchs wurden in der Altersklasse III Württembergischer Mannschaftsmeister im Waldlauf. Diesen Erfolg wiederholten die drei am 7. April 1968 in Köngen und ließen weitere große Rennen, auch bei Deutschen Meisterschaften, folgen. 1967 fanden sich ehemalige aktive SVR-Kicker zusammen und gründeten offiziell eine Altherrenmannschaft. Schon in den Jahren zuvor hatten aber immer wieder AH-Teams des SVR bei Festlichkeiten oder anderen Anlässen Freundschaftsspiele bestritten. Die Alten Herren waren in den folgenden Jahren überaus aktiv, bestritten regelmäßig weit über 20 Begegnungen pro Jahr. 1967/68 - Abstieg: B-Klasse, Staffel 2 - wie nach dem ersten Aufstieg musste der SVR im zweiten Jahr seiner B-Klasse-Zugehörigkeit wieder absteigen. Nur der letzte Platz unter 14 Vereinen stand zu Buche, 3 Siege gelangen bloß bei 10 Unentschieden, 13 mal verließ man den Platz als Verlierer (16:36 Punkte, 45:72 Tore). Auch die Reserve wurde Letzter. Der neue Trainer Manfred Zimmermann hatte kein leichtes Amt und musste sein Engagement nach dem Abstieg wieder beenden. Die Spieler hatten ihm bei einer Abstimmung das Vertrauen entzogen und trafen sich am 29. Mai 1968 im Sportheim, um das weitere Vorgehen zu besprechen. Man kam zum Schluss, dass Willi Lindenbacher so lange das Training leiten soll, bis ein neuer Übungsleiter gefunden ist. Beim Sennerpokal der B-Klasse im Sommer 1967 in Aich verbaute sich der SVR durch eine 0:1-Niederlage gegen Ausrichter SV 07 schon alle Möglichkeiten auf den Turniersieg. Gegen den TV Unterboihingen gelang zwar ein 4:3-Erfolg, doch die Aicher trennten sich vom TVU mit 2:2 und standen im Finale. Der 19. Januar 1968 brachte wieder Veränderungen für die Fußballer mit sich, denn bei der Hauptversammlung im Vereinsheim standen einmal mehr wichtige Wahlen an. Während Richard Mayer (Erster Vorsitzender), Hermann Stephan (Zweiter Vorsitzender), Eugen Mayer (Kassier), Paul Thumm (Unterkassier), Hermann Kurz sen. (Schriftführer), Walter Schnepf (Jugendleiter Fußball) und die Beisitzer Julius Reichert, Albert Opferkuch, Gustav Brandl, Helmut Unzeitig, Eugen Schwaiger und Manfred Besemer ruckzuck gewählt wurden, zog sich die Wahl des Spielleiters in die Länge. Fritz Schwaiger wollte nicht mehr, doch dann wurde Helmut Kalmbach bei drei Enthaltungen gewählt. Heinz Besemer, Fritz Schwaiger, Willi Wenzelburger und Trainer Zimmermann bildeten den Spielausschuss, Rolf Kunz und Willi Hybl fungierten als Betreuer der ersten Mannschaft und auch Gustav Henzler stieg wieder mit ins Boot. Er kümmerte sich um die Zweite. Bürgermeister Karl Braun machte der Versammlung wenig Hoffnung, dass die herbeigesehnte Halle schnell gebaut werde. Die Finanzlage lasse einen Zuschussantrag vor 1970 nicht zu, sagte er. Immerhin kündigte SVR-Boss Mayer an, dass ein Trainingsplatz angelegt werden würde. Der Mitgliederbestand betrug nur noch 108 (Zahlende) und acht Frauen. 1968/69: C-Klasse, Staffel 1 - nach der Eingruppierung in die Staffel 1 gab es nur Platz 13 unter 15 Teams, 34 Punkte hinter Meister TSV Neuenhaus. 4 Siege, 7 Unentschieden, 17 Niederlagen, 44:73 Tore, 15:41 Punkte. Eine Reserve konnte nicht mehr gemeldet werden, es mangelte an Spielern. Die D-Jugend wurde derweil Meister (28:8 Punkte, 72:17 Tore). Mit der Verpflichtung eines neuen Trainers tat man sich schwer, knüpfte aber nach der Runde 67/68 Kontakte zu Heinz Schumacher, der zuvor den TSV Beuren betreut hatte und später Vorsitzender des Sportgerichts Neckar-Fils wurde. Im Ausschuss wurde am 14. Juli 1968 auch deshalb heftig diskutiert, weil der potenzielle Trainer andere Gehaltsvorstellungen hatte als sein Vorgänger Zimmermann, er wollte nämlich das Doppelte - 100 Mark monatlich. Schließlich kam man überein, dass sich am 24. Juli Trainer, Spieler und Ausschuss treffen - zu einem Probetraining. Schumacher willigte ein, einige Wochen ohne Honorar zu arbeiten und wieder zu gehen, falls es nicht klappen sollte. Er blieb zwar, richtig aus der Krise führen konnte er die Mannschaft aber auch nicht, wie die karge Bilanz zeigt. Beim Sennerpokal am 22. und 23. Juni 1968 in Unterboihingen bekam es der zu diesem Zeitpunkt trainerlose SVR mit Gastgeber TVU und dem TSV Beuren zu tun. Die Unterboihinger, grade in die B-Klasse aufgestiegen, gewannen mit 2:1, gegen Beuren sprang ein 1:1 heraus, was allerdings das Aus bedeutete. Im Pokal war ebenfalls in Runde eins Endstation. Gegen den B-Klasse-Verein TSV Wernau führten die "Hirsche" unter der Regie von Heinz Schumacher zwar bei Halbzeit mit 4:1, am Ende hatten aber die Gäste mit 5:4 die Nase vorn. Bei der Hauptversammlung am 1. Februar 1969 im Sportheim waren 54 Mitglieder zugegen. Bürgermeister Karl Braun gab bekannt, dass der laut Kostenvoranschlag 750.000 Mark teure Hallenbau, für den der SVR 500 Mark gespendet hatte, bis 1972 auf Eis liegen würde. Wegen einer gewünschten Erweiterung der Sportanlagen sprach der Schultes von möglichen Schwierigkeiten, da die geplante Trassenführung der B 297 eventuell das Sportgelände berühren werde. Walter Horwath hatte zuvor den Antrag gestellt, das Sportheim zu verlängern. Damals war wohl eine Umgehung Reuderns mit aller Ernsthaftigkeit ins Auge gefasst worden. Bei den Leichtathleten schied Alfred Hiller aus beruflichen Gründen aus, für ihn wurde Ferdinand Eckert gewählt. Ihm zur Seite standen Dieter Mülller und Robert Thumm. Bernhard Heidenreich war für die ins Auge gefasste Kunstkraftsportgruppe verantwortlich. Sigrid Heidenreich übernahm das Frauenturnen. So jedenfalls ist es dem Protokoll vom 13. Juli 1969 zu entnehmen. Am 1. März 1969 fand im Reuderner Sportheim eine Jugendleitertagung des Kreises Nürtingen statt. Ein Mannschaftsausflug, von dem die damaligen Akteure und Beteiligten heute noch schwärmen, führte vom 13. bis 18. Mai 1969 nach Bellaria in der Nähe von Rimini an der italienischen Adria. Das Hotel lag direkt am Meer. Ein Freundschaftsspiel beim italienischen Viertligisten FC Bellaria wurde klar verloren. "Weil nicht alle Spieler mitfahren konnten und einige Jugendliche eingesetzt werden mussten", wie es offiziell heißt. Doch diese Version löst allenthalben Schmunzeln aus bei denen, die dabei waren. Der SVR soll ganz groß als deutsche Spitzenmannschaft angekündigt worden sein, doch spätestens bei Halbzeit war das Stadion, das zuvor bei einem Frauenspiel noch voll besetzt war, so gut wie leer. Es war dennoch ein einmaliges Erlebnis. 1969/70 - erstmals Kreispokal-Waldläufe: C-Klasse, Staffel 1 - Platz 12 unter 13 Teams, Meister wurde der TV Nellingen mit 42:6 Punkten. 4 Siege, ein Remis, 19 Niederlagen, 33:90 Tore, 9:39 Punkte. Wieder keine Reserve. Heinz Schumacher war wenig Glück beschieden und so trennten sich die Wege des SVR und des Trainers nach nur einem Jahr wieder und Fritz Schwaiger kehrte nach dreieinhalb Jahren in anderen Funktionen auf den Trainerposten zurück. Der anhaltenden Misere wollte man mit einem Kameradschaftsabend in der Wiener Stuben (der heutige Dorfkrug) entgegenwirken, am sportlichen Misserfolg änderte sich freilich nichts. Auch früher schon erachtete man einen Kameradschaftsabend stets als probates Mittel, um den Zusammenhalt der Mannschaft zu stärken und die sportliche Leistung zu steigern. In der Regel gab es dabei vom Verein für jeden Spieler einen Gutschein über einen bestimmten Betrag, der dann aber nur an dem vorgesehenen Abend galt. Gegenüber der AH wurden Vorwürfe erhoben. Die Alten Herren nahmen nämlich an einer Pokalrunde teil, so dass kaum ein älterer Spieler bereit war, auszuhelfen und die junge Mannschaft zu führen. Mit der AH hätte man auch wieder eine Zweite melden können. Die E-Jugend, die D-Jugend und die C-Jugend feierten die Meisterschaft. Die C-Jugend schaffte sogar den Einzug ins Pokalfinale, unterlag dem Endspielausrichter TSV Neckartailfingen dann aber knapp mit 1:2. Beim Sennerpokal 1969 (am 5. und 6. Juli wurde in Linsenhofen gespielt) belegte der SVR Platz drei unter fünf Mannschaften. Gegen den TV Erkenbrechtsweiler wurde 3:1 gewonnen, gegen den TSV Neuenhaus und den TSV Linsenhofen gab es je eine 0:2-Niederlage und vom TSV Wolfschlugen trennte man sich 2:2. Im Pokalwettbewerb kam der SVR über die erste Runde einmal mehr nicht hinaus, unterlag dem klassenhöheren TSV Oberboihingen mit 1:3. Bei einer außerordentlichen Sitzung mit allen örtlichen Vereinen und dem Gemeinderat am 18. November 1969 im Sportheim, bei der es ausschließlich um die geplante Halle ging, war die Katze aus dem Sack: Eine Mehrzweckhalle mit Standort an der Schule war geplant. Eines von zwei benötigten Grundstücken war von der Gemeinde bereits angeschafft worden, das andere sollte noch während des schon laufenden Baulandumlegungsverfahrens gekauft werden. Die Planungen und genauen Ausmaße wurden im Detail vorgestellt und Vorschläge über die zu erbringenden Eigenleistungen aller Vereine diskutiert. Rund 7.000 Arbeitsstunden wurden hochgerechnet. Allen war klar, dass der Bau der Halle Dringlichkeitsstufe eins besitzt, entsprechend wollte auch jeder zum raschen Gelingen beitragen. Am 12. Dezember 1969 tagten die Spielleiter der Nürtinger B- und C-Klasse-Vereine zusammen mit Staffelleiter Ernst Hiller im Aspach. Am Samstag, 17. Januar 1970, fand im Sportheim die Hauptversammlung statt. Wichtiger Tagesordnungspunkt war die Wahl des Ersten Vorsitzenden. Richard Mayer wurde wieder das Vertrauen ausgesprochen, sein Stellvertreter Hermann Stephan kandidierte dagegen nicht mehr (er wurde zum Beisitzer gewählt) und wurde von Kurt Lehmann jun. abgelöst. Eugen Mayer (Kassier), Hermann Kurz (Schriftführer), die Beisitzer Albert Opferkuch, Hermann Bauer, Helmut Unzeitig, Eugen Schwaiger und Manfred Besemer, Jugendturnwart Ferdinand Eckert, Schülerturnwart Dieter Müller, Bernhard Heidenreich (Abteilungsleiter Schwerathletik), Alfred Hiller (stieg wieder als technischer Leiter Leichtathletik ein) und Walter Schnepf (Fußballjugendleiter) wurden ebenfalls gewählt. Spielleiter Helmut Kalmbach stellte sein Amt dagegen zur Verfügung, an seine Stelle wählte die Versammlung nach den üblichen längeren Debatten Heinz Ollech. Letzterer wollte sein Amt aber nur antreten, wenn die AH-Spieler künftig wieder bei den Aktiven aushelfen und ihm den Neuaufbau der Mannschaft damit erleichtern. "Die AH darf kein Verein im Verein sein", sagte er. Im Spielausschuss saßen Heinz Besemer, Willi Wenzelburger und Trainer Fritz Schwaiger. Mannschaftsbetreuer war Rolf "Fuzzi" Kurz. Der Bau der Gemeindehalle warf schon seit langem seine Schatten voraus. Besonders der Musikverein war in dieser Richtung aktiv und brachte den Stein ins Rollen. Klar war, dass das Vorhaben nur mit sehr viel Eigenleistung realisiert werden konnte. Richard Mayer übergab Bürgermeister Karl Braun eine weitere Spende von 500 Mark für das Vorhaben, eine spontane Tellersammlung erbrachte noch einmal etwas mehr als 200 Mark. Am gleichen Abend noch konnten sich die SVR-Mitglieder für Arbeitsdienste eintragen lassen. Am 11. April 1970 machte sich eine Delegation mit Reuderner Vereinsvorsitzenden, der auch einige SVR-Ausschussmitglieder angehörten, auf, um Mehrzweckhallen in Unterlenningen, Strümpfelbach, Hegnach und Waldenburg zu besichtigen. Das Jahr 1970 markierte den Auftakt von Waldlauf-Veranstaltungen in Reudern. Am 1. März 1970 war der SVR erstmals Gastgeber. Über etliche Jahre hinweg traf sich die Läuferelite des Kreises, des Bezirkes und sogar darüberhinaus immer im März im Aspach. Unter anderem war auch Willy Maier vom TSV Genkingen, Olympia-Teilnehmer von München und Deutscher Meister, gerne zu Gast in Reudern. Der SVR stellte selbst immer wieder starke Läufer, die munter vorne mitmischten. Unvergessen sind beispielsweise die bereits erwähnten Altersklasse-Läufer Josef Fuchs, Albert Bauer und Walter Stephan, die als Mannschaft nicht nur auf Bezirks-, sondern auch auf Verbands- und sogar auf Bundesebene mit starken Leistungen für Aufsehen sorgten. 1970/71: C-Klasse, Staffel 1 - Platz 11 unter 13 Mannschaften, Meister wurde der TSV Sielmingen mit 43:5 Punkten. 5 Siege, 3 Unentschieden, 16 Niederlagen, 36:111 Tore, 13:35 Punkte (ohne Reserve). Im Bezirkspokal ereilte den SVR dasselbe Schicksal wie in den Jahren zuvor: Das 0:4 gegen den TV Unterlenningen bedeutete das Aus in Runde eins. Am Sennerpokal nahm man nicht teil. Das SVR-Vereinsheim war am 11. Dezember 1970 erneut Tagungsort der Vereinsvertreter der Nürtinger B- und C-Klasse. Unter der Führung von Staffelleiter Ernst Hiller ging es dabei vor allem um die Pokalspiele und den Sennerpokal des folgenden Jahres. Bei der Hauptversammlung am 16. Januar 1971 zeichnete Fritz Schwaiger, der Trainer der Aktiven, ein tristes Bild, verlieh aber gleichzeitig seiner Hoffnung Ausdruck, dass mit dem Nachrücken der Jugend Besserung in Sicht sei. Immer wieder mussten AH-Spieler aushelfen. Der Nachwuchs gab in der Tat zu Hoffnungen Anlass, denn Jugendleiter Walter Schnepf rief noch einmal voller Stolz die drei Staffelmeisterschaften der letzten Spielzeit in Erinnerung. Wichtige Weichenstellungen waren die Anpassung der Beitragsfreiheit (auch für Ehrenmitglieder erst ab dem Rentenalter) und eine Beitragserhöhung. Was aber nach wie vor unter den Nägeln brannte: Es fehlten Schiedsrichter, was den Verein viel Geld kostete. Das hat sich bis heute nicht geändert. 1971/72 - Wechsel an der Vereinsspitze: C-Klasse, Staffel 2 - Wieder umgruppiert, aber Letzter von 12 Mannschaften, Meister wurde der TV Hochdorf. 1 Sieg, 3 Unentschieden, 18 Niederlagen, 24:81 Tore, 5:39 Punkte (keine Reserve). Die B-Jugend des SVR spielte in der Leistungsstaffel, der damals höchsten Spielklasse im Bezirk, musste am Ende der Saison aber mit nur einem Sieg absteigen. In der ersten Runde des Bezirkspokals erwartete der SVR den SC Altbach. Es war ein Debakel, am Ende stand es 7:0 für den Gast. Die D-Jugend des SVR feierte einen großen Triumph: Der Außenseiter wurde nämlich im Januar 1972 in der Nürtinger Neckarsporthalle zum zweiten Mal nach 1964 Hallen-Kreismeister. Als bester Gruppenzweiter kam man lediglich ins Halbfinale, um erneut auf die TSV Oberensingen zu treffen, der man im Spiel um den Gruppensieg mit 1:2 unterlegen war. Auch jetzt lag der SVR wieder mit 0:1 zurück, drehte die Partei aber noch und gewann mit 3:1. Im Endspiel bot man dem großen Favoriten TSV Neckartailfingen die Stirn und nach dem 2:2 hatte man im Siebenmeterschießen die besseren Nerven und siegte sensationell mit 4:3. Im Juli 1971 bestritt der SVR ein Benefizspiel zugunsten seines Jugendspielers Walter Horwath, dem es kurz vor Weihnachten im Chemie-Unterricht an der Hauptschule in Oberboihingen beim Herstellen von Knallerbsen bei einer Explosion die Hand zerfetzt hatte. Gegner war der Lokalrivale TSV Oberboihingen, der vor einer großen Kulisse mit 9:0 gewann. Auch im Jahr 1971 fehlte der SVR beim Sennerpokal, doch im Dezember war das Vereinsheim erneut Tagungsort der Vereine für die Festlegung der Austragungsorte. Reudern erhielt zusammen mit Aich den Zuschlag für 1972. Es musste an zwei Orten gespielt werden, weil gleich 12 Vereine mitmachen wollten. Am 16. November 1971 gab es eine tiefe Zäsur beim SVR: Richard Mayer, der den Verein nach dem Krieg entscheidend prägte und wichtige Vorhaben wie den Sportheimbau vorantrieb, stellte sich bei der (wohl vorgezogenen 1972er-) Hauptversammlung nach fast 25 Jahren nicht mehr zur Wahl. Er hinterließ ein wohl bestelltes Feld, und, wie es in der Nürtinger Zeitung nachzulesen ist, "einen Verein mit grundsoliden Finanzen und einem reichhaltigen Sportbetrieb mit dem Schwerpunkt Jugendarbeit, der lediglich durch das Fehlen einer Halle beeinträchtigt wird". Für die grundsoliden Finanzen zeichnete der scheidende Kassier Eugen Mayer verantwortlich. Zum neuen Vorsitzenden wählte die Versammlung Kurt Lehmann junior. Ernst Hiller, der wieder als Zweiter Vorsitzender die SVR-Funktionärsbühne betrat, und der neue Kassier Hermann Kurz sen., der seitherige Schriftführer, bildeten mit ihm zusammen die Spitze des Vereins. Weiterhin wurden gewählt: Werner Kotz (Schriftführer), die Beisitzer Albert Opferkuch, Manfred Oßwald, Helmut Unzeitig, Eugen Schwaiger, Erwin Schweizer und Hermann Bauer, die Unterkassiere Paul Thumm und Herbert Opferkuch, Kassenrevisor Kurt Lehmann senior und Fußballjugendleiter Walter Schnepf. Das Amt des Spielleiters der Aktiven hatte noch Heinz Ollech inne, er kündigte aber seinen Rückzug zum Saisonende an. Ballwart war Gert Besemer, bei den Leichtathleten bekleidete Alfred Hiller die Position des technischen Leiters, Dieter Müller war Jugend- und Schülerwart und Sigrid Heidenreich Frauenturnwartin. Richard Mayer wurde zum Ehrenvorsitzenden ernannt. Jugendleiter Walter Schnepf berichtete von vier Nachwuchsmannschaften, Spielleiter Heinz Ollech sprach von einer Krise der aktiven Fußballer und stöhnte, weil immer wieder Seniorenspieler einspringen mussten. Mit der Verpflichtung von Trainer Matthias Handl zeichnete sich aber eine deutliche Besserung ab. Man wollte raus aus dem Tabellenkeller und auch etwas dafür tun. Dafür sprach schon der Umstand, dass sich die Reuderner Kicker erstmals entschlossen, zweimal in der Woche zu trainieren. 1972/73 - Sennerpokal in Reudern: C-Klasse, Staffel 2 - Letzter von 13 Mannschaften, Meister wurde die SG Erkenbrechtsweiler/Hochwang mit 43:5 Punkten. 1 Sieg, 2 Unentschieden, 21 Niederlagen, 16:90 Tore, 4:44 Punkte. Aber es konnte wieder eine Reserve gestellt werden, die Platz 7 unter 8 Teams belegte, 2 Siegen standen 12 Pleiten gegenüber, 21:48 Tore, 4:24 Punkte wie Schlusslicht TV Tischardt. Der SVR beteiligte sich am Bezirkspokal und flog in der ersten Runde offenbar auch raus. Das Ergebnis ist allerdings nicht aktenkundig. In der ersten Runde gastierte man beim SSV Hausen. Der SVR kam anlässlich des 40-Jährigen Bestehens seiner Fußballabteilung zum zweiten Mal in den Genuss, ein Sennerpokalturnier ausrichten zu dürfen. Am 17. Juni 1972 konnte man sich allerdings nicht für das Endspiel gegen den Sieger des Aicher Turniers qualifizieren. Schon im ersten Match gegen den späteren Finalisten TSV Linsenhofen büßte man bei der 3:5-Niederlage alle Chancen ein. Gegen den TV Tischardt gewann die SVR-Elf zwar mit 2:0, aber nach der 1:3-Niederlage gegen die SG Erkenbrechtsweiler/Hochwang blieb nur der dritte Platz unter vier Teams. Am 26. Januar 1973 traf sich die SVR-Familie wieder zur Hauptversammlung im Vereinsheim. Kurt Lehmann wurde im Amt des Vorsitzenden bestätigt, ebenso wie Ernst Hiller als sein Stellvertreter und Hermann Kurz als Kassier. 1972 war der Trainingsplatz unter tatkräftiger Mithilfe der Gemeinde angelegt worden, die Fertigstellung der Flutlichtanlage verzögerte sich allerdings wegen der langen Lieferzeiten der Lampen, so dass es nicht mehr wie geplant vor dem Winter reichte. Im Frühjahr wurde die Anlage aber in Betrieb genommen. Die Kosten lagen bei 7000 Mark. In Sachen Hallenbau hatte sich noch nichts Entscheidendes getan, die Verantwortlichen erwarteten jedoch eine baldige Klärung und hofften darauf, dass das Projekt noch vor der näher rückenden Eingemeindung nach Nürtingen verwirklicht werden könne. Die Oberfinanzdirektion hatte das Konzept der Halle inzwischen für gut und bezuschussungsfähig befunden. Das 60-jährige Vereinsjubiläum wurde vom 29. Juni bis 1. Juli 1973 gefeiert und am 31. Mai, dem Himmelfahrtstag, fand im Aspach der Gauwandertag statt. Die Erste Mannschaft war nach wie vor das Sorgenkind. Ein kompetenter Spielleiter wurde händeringend gesucht, doch dieses Problem konnte nicht abschließend gelöst werden. Schon ein Jahr später sollte es allerdings viel besser aussehen, denn zur neuen Saison stieg Herbert Opferkuch ein. Zwei tragische Unglücke sorgten 1972 und 1973 für lähmendes Entsetzen im SVR, nicht nur bei den Fußballern: Helmut Euchner starb bei einem Arbeitsunfall vor der eigenen Haustür mit nur 38 Jahren und Erich Sterr, 24 Jahre jung und Spieler der ersten Mannschaft, kam auf dem Heimweg von einem Punktspiel bei einem Verkehrsunfall im Tiefenbachtal ums Leben. 1973/74 - Vereinsbus, Gründung Abteilung Ski: C-Klasse, Staffel 2 - es ging wieder aufwärts, die Jugendarbeit trug endlich erste Früchte und die Mannschaft belegte Platz 7 unter 13 Klubs, Meister wurde der TSV Schopfloch mit 44:4 Punkten vor dem TV Unterlenningen (36:10). 7 Siege, 9 Unentschieden, 8 Niederlagen, 45:42 Tore, 23:25 Punkte. Der SVR beteiligte sich in dieser Saison offenbar nicht am Bezirkspokal, zumindest ist nirgendwo ein Resultat nachlesbar. Beim Sennerpokal am 23. und 24. Juni 1973 in Neckartenzlingen riss der SVR keine Bäume aus. Das Auftaktmatch gegen den späteren Turniersieger TSV Wolfschlugen wurde mit 2:5 verloren, das Resultat des Spiels gegen den TSV Grafenberg ist nicht überliefert, aber der SVR wurde Gruppenletzter. Erstmals trafen sich am 23. September 1973 auf dem Sportgelände Mannschaften von Reuderner Vereinen, Firmen und Stammtischen, um den Sieger im sportlichen Wettstreit zu ermitteln. Die Leichtathleten gewannen dieses offiziell erste Fußball-Ortsturnier, das kurzfristig ins Leben gerufen worden und auf großes Interesse gestoßen war. Es wurde über Jahre hinweg zu einer feste Größe im Veranstaltungskalender des Ortes, mitunter waren es richtig tolle Feste. Die Hauptversammlung des Jahres 1974 fand am 26. Januar statt. Der Bau der Halle war in vollem Gange und die Fertigstellung zeichnete sich für den Herbst ab. Allerdings machten sich auch Sorgen breit, ob sich die Verwaltung nach der sich abzeichnenden Eingemeindung genauso für die Vereine engagieren würde wie die seitherige. Jugendleiter Walter Schnepf ließ die Saison der fünf Jugendteams Revue passieren, machte aber auch deutlich, dass er die Arbeit im seitherigen Rahmen ohne zusätzliche Unterstützung nicht mehr weiterführen könne. Aktiven-Spielleiter Herbert Opferkuch war derweil zufrieden mit der Entwicklung der Mannschaft, die unter Trainer Matthias Handl wieder Selbstvertrauen getankt hatte. Genehmigt wurde von der Versammlung die Anschaffung eines Vereinsbusses, um die jugendlichen Sportler befördern zu können. Wie andernorts auch, fanden sich leider auch in Reudern immer weniger Menschen bereit, sich in den Dienst der Jugend zu stellen, und sei es nur als Fahrer zu Auswärtsspielen. Bei den Neuwahlen gab es kaum Veränderungen: Kurt Lehmann ging in seine dritte Amtszeit als Vorsitzender, Ernst Hiller wurde wieder zu seinem Stellvertreter gewählt und Hermann Kurz als Kassier bestätigt. Werner Kotz (Schriftführer), Manfred Oßwald, Fritz Schwaiger, Alfred Hiller, Stephan Eifried, Albert Bauer, Emil Schmohl (Beisitzer), Walter Schnepf (Fußballjugendleiter), Herbert Opferkuch (Spielleiter), Fritz Schwaiger (AH), Günter Besemer (Leichtathletik), Ingeborg Oßwald (Frauen), Ernst Besemer, Eberhard Stephan (Kassenprüfer) und der Wirtschaftsausschuss mit Fritz Schweizer, Ernst Hiller und Josef Fuchs wurden ebenfalls gewählt. Im Jahr 1974 wurde im September die Abteilung Ski gegründet (Günther Besemer übernahm bis zur nächsten Generalversammlung die Funktion des Abteilungsleiters) und im Mai die Sparte Jedermannsport in der Leichtathletikabteilung verankert. 1974/75 - Sportheimerweiterung: C-Klasse, Staffel 2 - Platz 9 unter 13 Teams, Meister wurde der TSV Grafenberg mit 39:9 Punkten vor dem FC Frickenhausen (38:10). 8 Siege, 3 Unentschieden, 13 Niederlagen, 40:62 Tore, 19:29 Punkte. Spielleiter Herbert Opferkuch konnte der Saison natürlich wenig Positives abgewinnen, das gesteckte Ziel wurde verfehlt. Immerhin hielt die Zweite den zweiten Tabellenplatz. Im Bezirkspokal übersprang der SVR daheim die erste Hürde gegen den FV Plochingen, wobei der 3:2-Siegtreffer mit dem Schlusspfiff fiel. Die Freude währte freilich nicht lange, denn an der zweiten Hürde blieben die "Hirsche" hängen, unterlagen dem TSV Gruibingen in heimischer Umgebung mit 2:3. Ein Meilenstein in der Vereinsgeschichte war die Sportheimerweiterung. Es wurde ein Jugendraum angebaut. Der Baubeschluss wurde am 25. Januar 1975 bei der Generalversammlung gefasst und Anfang Juni mit der Baumaßnahme begonnen. Ebenso, dass die Vereinsführung jeweils zur Hälfte versetzt zu wählen ist, um eine gewisse Kontinuität zu gewährleisten. Besonders erfreulich: Die Einweihung der Gemeindehalle stand unmittelbar bevor (am 1. Februar 1975). Weil der Reuderner Pokal-Crosslauf aus terminlichen Gründen gecancelt werden musste, erhielt der SVR den Zuschlag, am 9. März 1975 die Bezirks-Waldlaufmeisterschaften auszurichten. Der Nachwuchsbereich der Kicker boomte, Jugendleiter Walter Schnepf und seine Mannschaft an Trainern und Betreuern konnte den Massenandrang, den sicherlich auch die Weltmeisterschaft ausgelöst hatte, kaum bewältigen. Derweil wurde ein Problem immer größer: Der Mangel an Schiedsrichtern. Es stand zu befürchten, dass der Spielbetrieb in seinem bisherigen Umfang nicht mehr aufrechtzuerhalten war. Mit dem Bezug der Halle entschloss sich die SVR-Vorstandschaft auch, nach Jahren wieder eine Jahresfeier ins Programm zu heben. Sie wurde ein voller Erfolg. Immer wieder sorgten vor allem die Fußballer für absolute Höhepunkte im Programm. Reudern war 1974 nach Nürtingen eingemeindet worden, dennoch unternahm man weiterhin Anstrengungen, Grund und Boden zu erwerben, um einen zweiten Rasenplatz bauen zu können. Das komplette Sportgelände (außer Parkplatz und Festplatz) ist 1974 in Erbpacht übernommen worden. Die Hauptversammlung ging am 25. Januar 1975 im Vereinsheim über die Bühne. Wichtige Satzungsänderungen bezüglich der Gemeinnützigkeit und versetzter Wahlen wurden dabei beschlossen. 240 Mitglieder stark war der Sportverein, davon 70 Jugendliche. Acht Mannschaften beteiligten sich am Spielbetrieb. Die Fußballfunktionäre Herbert Opferkuch (Spielleiter), Walter Schnepf (Jugendleiter) und AH-Leiter Fritz Schwaiger übten ihre Ämter weiter aus. 1975/76: C-Klasse, Staffel 3 - Platz 6 unter 11 Teams, nachdem der SVR der Staffel 3 zugeteilt worden war (im Bezirk Neckar-Fils war eine fünfte Staffel der C-Klasse eingeführt worden). Meister wurde der TV Neidlingen mit 31:9 Punkten vor dem TV Unterlenningen (27:13). Der SVR gewann 10 von 20 Spielen bei 1 Remis und 9 Niederlagen (52:45 Tore, 21:19 Punkte). Nach einer Aussprache zwischen Verein und Coach musste Trainer Matthias Handl am 22. März 1975 seinen Stuhl räumen und für A-Jugendtrainer Dieter Frank Platz machen. Die A- und C-Jugend wurden Vizemeister. Beachtlich: Die C-Jugend spielte in der Leistungsstaffel (31:9 Punkte, 76:30 Tore), verlor aber das entscheidende Match gegen den späteren Meister TSV Wendlingen mit 1:4. Die Lauterstädter waren um einen Zähler besser. Die C-Jugend trainierten damals Helmut Unzeitig und Emil Schmohl. Insgesamt hatte der SVR fünf Nachwuchsmannschaften im Rennen. Mit einem klaren 4:0-Erfolg über den TSV Harthausen startete der SVR in den Bezirkspokal. Beim Tabellenführer der C-Klasse, Gruppe 1, TSG Esslingen, musste man sich in der zweiten Runde allerdings knapp mit 0:1 geschlagen geben. Bei der Hauptversammlung am 17. Januar 1976 im Gymnastikraum der Gemeindehalle wurden Kurt Lehmann als Erster und Ernst Hiller als Zweiter Vorsitzender in ihren Ämtern bestätigt, ebenso wie Kassier Hermann Kurz sen. Jörg Döpper, der heutige CDU-Landtagsabgeordnete, wurde zum ersten Sozialreferenten des SVR gewählt. Hermann Kurz löste Herbert Opferkuch als Spielleiter ab, Walter Schnepf wurde zum Gesamtjugendleiter gewählt und Otto Schraitle wurde AH-Leiter. Walter Horwath übernahm von Werner Kotz, der die Skiabteilung leitete, die Position des Schriftführers. Dank der neuen Halle konnte der Verein sein Sportangebot erweitern und dadurch einen deutlichen Mitgliederzuwachs verzeichnen. Der SVR zählte Ende 1975 fast 400 Mitglieder. Der Trainingsplatz war inzwischen für die Jugend und die Reserve zugelassen worden, das Tiefbauamt der Stadt musste allerdings noch letzte Hand anlegen. Solange musste entweder in der Halle oder auf dem Hauptspielfeld trainiert werden. Wegen einer allgemeinen Finanzmisere gingen die Verhandlungen über den Grunderwerb für einen neuen Rasenplatz sehr schleppend voran. Eine Kunstkraftsportabteilung wurde gegründet, die von Bernhard Heidenreich geführt wurde. Der ebenfalls neu gegründeten Tischtennisabteilung stand Werner Sensbach vor. 1976/77 - Aus im Pokal-Halbfinale: C-Klasse, Staffel 3 - Platz 6 unter 11 Mannschaften. Meister wurde der Vorjahresdritte SV Nabern (33:7 Punkte) vor dem TV Unterlenningen, der mit 28:12 Zählern erneut Vizemeister wurde. Die SVR-Bilanz: 9 Siege, 4 Unentschieden, 7 Niederlagen, 35:36 Tore, 22:18 Punkte. Zu Beginn der Saison verpflichtete der SVR Spielertrainer Bernhard Becker, ein Mann, der eine unheimliche Klebe hatte und Tore am Fließband schoss (zumindest für die damaligen Reuderner Verhältnisse). Allerdings verletzte er sich beim Tischtennis (Achillessehnenabriss) und musste seine Kickstiefel im Februar 1977 an den Nagel hängen. Für ihn übernahm Spielleiter Hermann Kurz das Training und aus der Interimslösung wurde alsbald eine feste Größe, denn die Mannschaft stabilisierte sich unter ihm deutlich. Während es in der Punkterunde wieder einmal nicht so lief, sorgte der SVR im Pokal für Aufsehen. Erst im Halbfinale scheiterte man am TV Jebenhausen (0:4), nachdem man im Viertelfinale den C-Klasse-Spitzenreiter TSV Harthausen auf dessen Geläuf eliminiert (3:2), in der dritten Runde den TSV Grötzingen hinauskomplimentiert (3:1), in Runde zwei gegen den TGV Roßwälden mit 3:1 gewonnen hatte und zum Auftakt beim SV 07 Aich mit 3:1 siegreich geblieben war. 1974 und 1975 wurde der Sennerpokal nicht ausgespielt, aber 1976 feierte das Turnier der Nürtinger Zeitung wieder fröhlich Urständ. Die C-Klasse spielte am 12. und 13. Juni in Linsenhofen. Der SVR war mit dabei und bezang zunächst den TV Tischardt mit 3:2 und setzte sich tags darauf auch gegen den TSV Harthausen knapp mit 1:0 durch. Man lag also auf Endspielkurs, doch im entscheidenden Spiel musste man dem TSV Neckartenzlingen beim 1:2 den Vortritt lassen. Der TSVN gewann später auch das Finale gegen den TSV Raidwangen im Elfmeterschießen. Am 22. Januar 1977 fand die Generalversammlung des SVR erstmals im angebauten Jugendraum statt (einige Kleinigkeiten mussten aber noch erledigt werden). Auf Grund der versetzten Wahlen musste Kurt Lehmann wieder gewählt werden. Zum Schriftführer bestimmte die Versammlung Eberhard Stephan. Dieter Frank übernahm das Amt des ersten provisorischen Abteilungsleiters, Walter Schnepf war Jugendleiter, Hermann Kurz jun. Spielleiter und Otto Schraitle AH-Boss. Der Verein war auf 410 Mitglieder angewachsen. Der Versuch, das erweiterte Vereinsheim auch an Silvester zu öffnen, wurde als gescheitert betrachtet. Trotz Musik kamen nur 25 Personen. Lehmann kündigte an, dieses Risiko nicht mehr einzugehen. Weil die Zuschussgelder vom WLSB nicht wie ursprünglich versprochen geflossen waren, hieß die oberste Devise, den Gürtel enger zu schnallen, um von den Schulden, die der Anbau verursachte, herunterzukommen. Ski-Abteilungsleiter Werner Kotz stellte den Antrag auf Selbständigkeit der Abteilungen, was zu heftigen Diskussionen führte. Festgestellt wurde, dass die Abteilungen das Recht haben, selbständig zu arbeiten, dass eine eigene Kassenführung und Verwaltung aber noch nicht möglich sei. Um den Antrag realisieren zu können, sollte der nächsten Hauptversammlung eine entsprechende Satzung, die von Vorstandschaft und Abteilungsleitern ausgearbeitet werden sollte, vorgelegt werden. 1977/78 - Selbständigkeit der Abteilungen: C-Klasse, Staffel 3 - Elfter und letzter Platz mit 5 Siegen, 2 Unentschieden und 13 Niederlagen (31:49 Tore, 12:28 Punkte). Wegen der um zwei Treffer schlechteren Tordifferenz hatte man gegenüber der TG Kirchheim das Nachsehen. Meister wurde der TSV Jesingen mit 32:8 Punkten vor dem TSV Holzmaden (28:12). Hermann Kurz coachte das Team weiterhin, am Saisonende war für ihn allerdings Schluss. Im Bezirkspokal erreichte der SVR die dritte Runde. In der ersten Runde bezwang man die SSF Kappishäusern glatt mit 3:0, dann gewann die Mannschaft von Hermann Kurz beim TSV Eschenbach mit 7:4 nach Elfmeterschießen. Der TV Neidlingen erwies sich dann als eine Nummer zu groß und der SVR schied mit einer 1:3-Niederlage aus. 1977 wurden beim Sennerpokal erstmals alle Teilnehmer in einen Topf geschmissen, die Veranstaltung sollte attraktiver und interessanter gemacht werden. Jetzt wurde im K.-o.-System an fünf Spieltagen gekickt. Der SVR musste am 9. Juni zum TB Neckarhausen, verlor im Beutwang mit 2:4 und war draußen. Der SVR zog sich beim Zweitamateurligisten und späteren Endspielteilnehmer allerdings sehr respektabel aus der Affäre. Im Laufe des Jahres 1977 stand das Thema Sportplatzbau und die Selbständigkeit der Abteilungen immer wieder auf der Tagesordnung der Ausschussitzungen und man stellte den Antrag bei der Stadt Nürtingen, das neue Spielfeld möglichst bis zum 50-jährigen Jubiläum der Fußballabteilung anno 1982 einzuweihen. Die Leichtathleten setzten sich für eine 400-Meter-Grasbahn ein, doch Oberbürgermeister Gonser war dagegen. Um den alten Platz, der etwas hätte verlegt werden müssen, sollte daher eine 400-Meter-Bahn angelegt und dazu das Gerätehaus abgerissen und an anderer Stelle mit einem integrierten Kiosk neu aufgebaut werden. Bis heute hat sich bezüglich der Laufbahn nichts getan. Neben Leichtathletik und Ski hatten auch die Fußballer einen Ausschuss unter der Leitung von Dieter Frank gebildet, der die Geschäfte eigenständig zu führen in der Lage war. Auf 17. Januar 1978 wurde eine Abteilungskonferenz aller Fußballer einberufen, um das Thema Selbständigkeit zu erörtern und die erforderlichen Organe zu bestimmen. Die Hauptversammlung des Jahres 1978 fand am 11. Februar statt. Wichtige Weichenstellungen wurden getätigt. Der zuvor recht große Hauptausschuss wurde kräftig reduziert auf die beiden Vorsitzenden, den Kassier, den Schriftführer, die Abteilungsleiter und den Gesamtjugendleiter. Auch die Zahl der Beisitzer, die dem erweiterten Ausschus angehörten, wurde von sechs auf drei beschnitten. Für den Zweiten Vorsitzenden Ernst Hiller, der sich große Verdienste erworben hatte und aus Altersgründen ausschied, konnte Heinz Besemer gewonnen werden. Hermann Kurz sen. (Kassier), Eberhard Stephan (Schriftführer), Sigrid Heidenreich (Frauenturnen), Dieter Frank (Fußball), Gerhard Roos (Leichtathletik, er löste Günter Besemer ab), Werner Kotz (Ski), Walter Schnepf (Gesamtjugendleiter), Jörg Döpper (Sozialreferent) und die Beisitzer Hermann Kurz jun., Dieter Müller und Emil Schmohl bildeten mit der Doppelspitze die Vereinsführung. Genauso wichtig war jedoch, dass der Antrag der Skiabteilung auf Selbständigkeit der Abteilungen abgesegnet wurde. Dieter Frank wurde zum ersten Fußballabteilungsleiter gewählt, Walter Schnepf war auch Fußballjugendleiter, Hermann Kurz Spielleiter und Helmut Unzeitig übernahm von Otto Schraitle wieder die AH. Schon damals, nur drei Jahre nach der Einweihung der Halle, wurden immer wieder Klagen laut über fehlende Trainingskapazitäten. Weil man nicht alle Jugendmannschaften unterbringen konnte erwog man in der Kernstadt eine Halle zu bekommen. In der Ausschusssitzung am 20. März 1978 schockte Kurt Lehmann seine Mitstreiter mit der Information, dass von den ursprünglich vorgesehenen Mitteln von 450 000 DM für den Sportplatzbau nurmehr 100 000 übrig geblieben seien und man beschloss, über die Gemeinderatsfraktionen mehr zu erreichen und Druck zu machen. Immerhin war die Stadt bereit, im Laufe des Jahres 1978 die Flutlichtanlage um vier Masten zu erweitern. Vorkommnisse in der Fußballabteilung beschäftigten den über 20-köpfigen Ausschuss ebenfalls, das Verhalten von Dieter Frank, der erster Fußballabteilungsleiter nach der Selbständigkeit war, hatte Anlass zur Kritik gegeben. Zwischen ihm und den Aktiven gab es schwerwiegende Differenzen. Jugendleiter Walter Schnepf bemängelte fehlende Unterstützung innerhalb der Abteilung und sah die Jugendarbeit in Frage gestellt. Es fehlten, wie immer wieder und bis heute auch, Trainer und Betreuer. 1978/79 - Spielklassen- und Spielsystemreform im Bereich des WFV, A-Jugend steigt in die Leistungsstaffel auf: Kreisliga B, Staffel 2 - 1978 wurden in Württemberg die Spielklassen reformiert: Aus der I. und II. Amateurliga wurden die Oberliga und die Verbandsliga, aus der A-Klasse die Bezirksliga. Zwischen Verbands- und Bezirksliga wurde die Landesliga eingeschoben, aus der B-Klasse wurde die Kreisliga A, aus der C-Klasse die Kreisliga B. Der SVR wurde endlich erhört und wieder der "Nürtinger" Staffel 2 der Kreisliga B zugeordnet. Die "Hirsche" hatten sich verstärkt, mit Hans Pill einen neuen Trainer und schlugen sich auf Anhieb prächtig, denn nach der roten Laterne des Vorjahres sicherte man sich in der neuen Umgebung gleich die Herbstmeisterschaft. In der zweiten Halbserie brach die Mannschaft allerdings ein und belegte in einer überaus spannenden Saison letztendlich "nur" Rang 6 unter 11 Vereinen - 10 Siege, 3 Unentschieden, 7 Niederlagen, 37:31 Tore, 23:17 Punkte. Meister wurde der FC Frickenhausen mit 29:11 Punkten vor dem TV Bempflingen und dem TSV Grafenberg mit jeweils 26:14 Punkten. Die A-Jugend wurde Staffelmeister und stieg in die Leistungsstaffel auf. Letztmals wurde der Bezirkspokal zunächst nach Spielklassen ausgespielt, aber alle Lose der jeweiligen Klasse lagen in einem Topf. Der SVR hatte in der ersten Runde ein Freilos, in der zweiten Runde war dann schon Endstation. Obwohl man bei arktischen Temperaturen und vor höchstens fünf Zuschauern beim TPSG Frisch Auf Göppingen bis kurz vor Schluss führte und die klar bessere Elf war, kassierte man noch das 1:1 und verlor im Elfmeterschießen mit 3:5. Das Jahr 1979 begann für die Fußballabteilung mit Turbulenzen. Abteilungsleiter Dieter Frank, der bei der ersten Abteilungsversammlung 1978 gewählt worden war, trat zurück und Ende 1978 sogar aus dem Verein aus. Bei einer Abteilungsversammlung, die am 24. Januar 1979 stattgefunden haben soll (so steht es in den Protokollen, die Vereinsführung soll aber nicht darüber informiert gewesen sein), wurde kein Nachfolger gefunden. Also übernahm der stellvertretende Abteilungsleiter und Jugendleiter Walter Schnepf das Amt kommissarisch. Allerdings stellte der Hauptausschuss fest, dass die Abteilungsversammlung nicht ordnungsgemäß einberufen worden war - die AH hatte keine Einladung erhalten. Bevor am 10. Februar 1979 die Hauptversammlung im Sportheim stattfand gab es demnach schon genügend Diskussionsstoff, zumal ein neuer Abteilungsleiter noch immer nicht gefunden war. Obwohl der Erste Vorsitzende Kurt Lehmann, der einstimmig wiedergewählt wurde, berichtete, dass sich die Selbständigkeit der Abteilungen bewährt habe, entbrannten teils emotionsgeladene Diskussionen, an deren Ende Gesamtjugendleiter Walter Schnepf mit sofortiger Wirkung von seinem Amt zurücktrat. In seinem Amt bestätigt wurde Schriftführer Eberhard Stephan, für den nach Neuffen umgezogenen Jörg Döpper wurde Ernst Hiller zum Sozialreferenten gewählt. Angekündigt wurde auch, dass mit dem Bau des neuen Platzes vermutlich noch 1979 begonnen werde und dass die Flutlichtanlage endlich installiert wird. Bei der nächsten Zusammenkunft des Ausschusses am 12. März war aber schon von 1980 als Baubeginn des Platzes die Rede und die Installation des Flutlichtes ging auch nicht reibungslos vonstatten. Bei den Fußballern ging es weiter drunter und drüber. Bei der Abteilungsversammlung am 31. Mai 1979 wurden massive Vorwürfe gegen Walter Schnepf erhoben, der daraufhin das Amt des kommissarischen Abteilungsleiters niederlegte. Bei einer außerordentlichen Spielerversammlung am 7. Juni, bei der auch Kurt Lehmann anwesend war, wurden die Vorwürfe bedauert und endlich Nägel mit Köpfen gemacht. Walter Schnepf (Abteilungsleiter), Michael Kroschke (Jugendleiter), Wolfram Stephan (Kassier), Herbert Opferkuch (Schriftführer) und Manfred Oßwald (Spielleiter) bildeten nun die neue Abteilungsführung. Helmut Unzeitig war weiterhin für die AH zuständig. 1979/80 - Baubeginn neuer Platz, Erweiterung der Flutlichtanlage, Bezirkspokal: Alle Lose in einem Topf: Kreisliga B, Staffel 2 - Platz 4 unter 12 Mannschaften, 8 Siege, 10 Unentschieden, 4 Niederlagen, 38:26 Tore, 26:18 Punkte. Meister wurde der TSV Kohlberg mit 37:7 Punkten vor dem TSV Beuren (36:8). Im Bezirkspokal flog der SVR unglücklich aus dem Wettbewerb. Beim TSV Ottenbach unterlag man mit 5:7 nach Elfmeterschießen. Erstmals waren alle Lose unabhängig von der Spielklasse in einem Topf. Am 1. März 1980 wartete Vorsitzender Kurt Lehmann bei der Generalversammlung im Vereinsheim mit der Nachricht auf, dass noch im März mit dem Bau des neuen Platzes begonnen werde. Die veranschlagten Kosten beliefen sich mittlerweile auf 1,22 Millionen Mark. Der 10. Crosslauf 14 Tage zuvor war wieder ein voller Erfolg. Große Sorgen, die den Verein über viele Jahre hinweg begleiteten, machte aber einmal mehr die Bewirtschaftung des Vereinsheimes, weil immer weniger Mitglieder bereit waren, Sonntags Dienst zu schieben. Auf die Einnahmen war man allerdings nach wie vor angewiesen. Der marode Vereinsbus wurde verkauft und ein neues Fahrzeug angeschafft. Die Neuwahlen erbrachten keine nennenswerten Veränderungen für die Fußballer, denn Walter Schnepf, der sich über die Tabellenführung der zweiten Mannschaft freute, wurde als Abteilungsleiter bestätigt. Er war bereits bei der Abteilungsversammlung gewählt worden, genauso wie seine Funktionärsmannschaft mit Michael Kroschke, Manfred Oßwald, Helmut Unzeitig und Hermann Kurz jun., der stellvertretender Abteilungsleiter war. Bernhard Heidenreich wurde für den nicht mehr kandidierenden Heinz Besemer zum Zweiten Vorsitzenden gewählt, Kassier Hermann Kurz sen., Schriftführer Gerhard Roos (für den aus gesundheitlichen Gründen ausscheidenden Eberhard Stephan), Gesamtjugendleiter Roland Hiller sowie Alfred Hiller (Leichtathletik) und Werner Kotz (Ski) wurden ebenfalls für zwei Jahre gewählt. Man höre und staune: Das Vereinsheim verfügte noch über keinen Telefonanschluss, der sollte im ersten Quartal 1980 erfolgen. Ein wichtiges Vorhaben wurde ebenfalls angeschoben, denn Ernst Hiller beantragte, die Umkleideräume zu erweitern und eine neue WC-Anlage zu errichten. Wieder waren die Mitglieder in Form von Eigenleistungen gefordert. Bis es soweit war und alles genehmigt war, zogen allerdings noch etliche Monate ins Land. Der Rote Punkt wurde erst im Februar 1982 erteilt. Die Erweiterung der Flutlichtanlage am alten Platz wurde im Mai und Juni endlich abgeschlossen. 1980/81 - Erste Vatertagshocketse: Kreisliga B, Staffel 2 - Platz 4 unter 12 Mannschaften, 12 Siege, 4 Unentschieden, 6 Niederlagen, 47:31 Tore, 28:16 Punkte. Meister wurde der TV Bempflingen (37:7) vor dem TSV Beuren (35:9). Es war das letzte Jahr von Trainer Hans Pill, der 1978 gekommen war. Die SVR-Reserve feierte die Meisterschaft. 5:2 gegen den TSV Harthausen in Runde eins des Bezirkspokals, dann war wieder Endstation: Ebenfalls zu Hause unterlag der SVR dem späteren Kreisliga-A-Meister und Bezirksliga-Aufsteiger SF Dettingen mit 1:3. Das K.-o.-System beim Sennerpokal war nicht der erhoffte Brüller, denn es gab zu viele Terminschwierigkeiten. Die Folge: Das Turnier fand zwei weitere Jahre nicht statt, 1980 ging es allerdings wieder rund - mit einer neuerlichen Modusänderung. Jetzt wurde wieder in Gruppen gespielt, jedoch nicht nach Spielklassen getrennt, wie dies bis 1973 der Fall war. Gespielt wurde vom 12. bis 15. Juni 1980 in Oberboihingen. Der SVR traf auf den FC Frickenhausen (1:1), die SGEH (5:3) und den TSV Raidwangen (2:2), war aber schlechtester Gruppenzweiter und erreichte deshalb nicht das Halbfinale. Bei der Abteilungshauptversammlung am 16. Februar 1981 wurde Walter Schnepf wieder zum Abteilungsleiter gewählt. Auf den anderen Positionen gab es allerdings bis auf Spielleiter Manfred Oßwald Umbesetzungen. Hermann Krappel löste Michael Kroschke als Jugendleiter ab und Roland Hiller übernahm den Job des AH-Chefs von Helmut Unzeitig. Doch das dicke Ende sollte erst noch im Juni folgen, denn Schnepf trat zurück und machte eine außerordentliche Abteilungsversammlung erforderlich. Die fand am 8. Juni 1981 statt und spülte den seitherigen zweiten Mann Hermann Kurz junior nach ganz oben. Bei der Jahreshauptversammlung am 7. März 1981 im Gymnastikraum der Gemeindehalle erläuterte Kurt Lehmann anhand der Pläne die vorgesehenen Erweiterungsmaßnahmen des Sportheims. Es wurde auch gleich der Baubeschluss gefasst in der Hoffnung, dass der Anbau rechtzeitig zum Jubiläum der Fußballer fertiggestellt ist. Erstmals seit 1975 wurden wieder die Beiträge erhöht. SVR-Vorsitzender Kurt Lehmann wurde ebenso wiedergewählt wie Schriftführer Gerhard Roos und Gesamtjugendleiter Roland Hiller. Weit wichtiger als die sportliche Entwicklung war freilich eine andere Weichenstellung bei den "Hirschen": Der neue Abteilungsleiter Hermann Kurz war der Ideengeber und seine Crew schloss sich an und hob die Vatertagshocketse aus der Taufe. Damit wollten die Aktiven Fußballer eine zusätzliche Einnahmequelle erschließen, um die laufenden Kosten zu finanzieren. Der Gesamtausschuss segnete den Fußballer-Antrag bei seiner Sitzung am 18. Mai im Gasthaus "Linde" ab. Aus kleinen Anfängen ist mittlerweile eine riesige Veranstaltung geworden, ohne die die gesamte Abteilung gar nicht überlebensfähig wäre. Zum Glück hat Petrus zumeist ein Einsehen und die Reuderner können mit ihren Gästen bei allerlei kullinarischen Genüssen und volkstümlicher Musik mit den "Aspach Buam" richtig schön feiern. 1981/82 - 50-jähriges Abteilungsjubiläum, dritter Aufstieg, Sportheimerweiterung und Sportplatzeinweihung: Kreisliga B, Staffel 2 - Im Jahr 1982 passte einfach alles zusammen. Anlässlich des 50-jährigen Abteilungsjubiläums konnte endlich der lang ersehnte neue Rasenplatz im Aspach eingeweiht werden, die Erweiterung des Vereinsheims wurde vollendet und obendrein wurde das Ganze auch noch vom Aufstieg in die Kreisliga A gekrönt. Allerdings sah es zu Beginn der Saison gar nicht danach aus, denn nach zwei Spieltagen zierte der SVR mit zwei Niederlagen das Tabellenende. Kein guter Start für den neuen Trainer Hermann Geißler. Was dann allerdings geschah sucht wohl bis heute seinesgleichen. Die vor der Saison von der Konkurrenz hoch eingestuften "Hirsche", die sich gezielt verstärkt hatten, starteten voll durch und gewannen die restlichen 20 Saisonspiele allesamt. Das ist richtig rekordverdächtig. Mit 40:4 Punkten und 67:15 Toren wurde man Meister vor der SPV 05 Nürtingen (35:9). 20 Siegen standen kein Unentscheiden und bloß 2 Niederlagen gegenüber (bei 12 Mannschaften). Zum letzten Saisonspiel in Tischardt, das mit 8:0 gewonnen wurde, fuhr die Mannschaft mit dem Fahrrad. Der TB Gingen war in der ersten Bezirkspokalrunde kein Stolperstein, der SVR gewann mit 2:1. Auch in Runde zwei erwischte man ein Heimlos gegen den Nachbarn TSV Ötlingen und schied mit einer 1:3-Niederlage aus. 1981 wurde der Sennerpokal vom 19. bis 21. Juni in Neuenhaus ausgetragen, der SVR war allerdings nicht dabei. Am 6. März 1982 zog der SVR wieder im Sportheim Bilanz. Der neue Platz war fast komplett fertiggestellt, im April wurde die Spielfreigabe erteilt. Die Planungen für den Anbau waren abgeschlossen, aber die Baugenehmigung wurde erst 14 Tage vor der Hauptversammlung erteilt, anstatt wie erhofft schon im Herbst 1981. Eine weitere Baumaßnahme war ebenfalls schon in der Genehmigungsphase: Die Erweiterung des Gerätehäuschens. Der Mitgliederstand hatte sich auf rund 450 erhöht. Das Einweihungsspiel für den neuen Platz im Rahmen des 50-jährigen Bestehens der Fußballabteilung, das vom 29. Mai bis 6. Juni gefeiert wurde, bestritt der SVR am Pfingstsonntag, 30. Mai, um 17 Uhr gegen den Oberligisten SV Göppingen, der damals von "Buffy" Ettmayer trainiert wurde. Man unterlag "nur" mit 1:6. Der schwergewichtige Österreicher, einst beim Bundesligisten VfB Stuttgart Publikumsliebling, zauberte und begeisterte die Zuschauer mit tollen Kabinettstückchen. Die Ecken beispielsweise schoss er hin und wieder mit der Hacke, doch der Ball zischte wie an der Schnur gezogen vor das SVR-Tor. Die Reuderner führten bei hochsommerlichen Temperaturen vor 400 Zuschauern übrigens mit 1:0: Jürgen Fuchs verwandelte in der 21. Spielminute einen Freistoß gegen den damaligen WFV-Auswahltorhüter Manfred Wiesner. Im SVR-Kasten stand Peter Teubel vom FV 09 Nürtingen, den die SVR-Verantwortlichen kurzerhand loseisten, weil sich die SVR-Keeper Markus Wiesenberg und Heinz Groß verletzt hatten. Teubel, selbst ehemaligen WFV-Auswahlkeeper, hielt grandios und avancierte zum besten Mann auf dem Platz. Am 30. Juni 1982 zog die Abteilung Fußball Bilanz und bestätigte Hermann Kurz junior als führenden Kopf im Amt. Uli Henzler übernahm von Manfred Oßwald die Position des Spielleiters, während Hermann Krappel als Jugendleiter und Roland Hiller als AH-Leiter bestätigt wurden. Auch in Sachen Finanzen gab es einen Wechsel: Martin Preinesberger übernahm von Wolfram Stephan das Amt des Kassiers. Diese Mannschaft schaffte nach 14-jähriger Abstinenz die Rückkehr in die Kreisliga A (hintere Reihe von links): Trainer Hermann Geißler, Vorsitzender Kurt Lehmann, Bernhard Schuhmacher, Bernd Schietinger, Bernd Unzeitig, Spielleiter Manfred Oßwald, Rainer Fuchs, Manfred Bründl, Julius Gulyas, Hans Bauer, Volker Bauer, Gerhard Schäfer. Vordere Reihe von links: Heinz Groß, Markus Wiesenberg, Jörg Bauer, Abteilungsleiter Hermann Kurz, Kapitän Modesto Russo, Uwe Bauer, Jürgen Eisenhut, Jürgen Fuchs. 1982/83: Kreisliga A, Staffel 2 - Platz 6 unter 14 Mannschaften, 10 Siege, 5 Unentschieden, 11 Niederlagen, 57:54 Tore, 25:27 Punkte. Meister wurde der VfB Neuffen (39:13) vor dem TSV Schlierbach (35:17). Lange Zeit tat sich der SVR schwer in der höheren Etage und nach sechs Spieltagen mit 1:13 Punkten zogen die Verantwortlichen Mitte Oktober die Reißleine und entließen Trainer Hermann Geißler. Unter seinem Nachfolger Helmut Lichner ging es bergauf und am Ende stand ein guter sechster Platz. Acht SVR-Teams mischten in der Runde mit. Schon der Pokalauftritt ließ nichts Gutes erahnen, denn der SVR blamierte sich in der ersten Runde beim TB Holzheim bis auf die Knochen und verlor mit 0:3. Beim Sennerpokal 1982 (11. bis 13. Juni in Unterboihingen) mischte der SVR wieder mit, punktete aber nur gegen den TSV Grötzingen (1:1), während gegen den TV Unterboihingen und Titelverteidiger FC Frickenhausen, der erneut siegte, jeweils mit 0:3 unterlag. Am Mittwoch, 21. Juli 1982, bestritt eine kombinierte Mannschaft des TSV Oberboihingen und des SV Reudern ein Benefizspiel zugunsten des Fachwerk-Baudenkmals "Hohentwiel" in Oberboihingen. Zu Gast war Zweitligist SV Stuttgarter Kickers, der damals von Jürgen Sundermann trainiert wurde. Rund 500 Zuschauer sahen den 11:1-Sieg der Profis vom Fernsehturm. Im Team der Kickers stand auch Guido Buchwald, der Weltmeister von 1990. Vom SVR wirkten mit: Torhüter Markus Wiesenberg, Hermann Kurz, Modesto Russo, Uwe Bauer und Jürgen Fuchs. So spät wie noch nie, nämlich erst am 26. März 1983, fand die Hauptversammlung des SVR im Vereinsheim statt. Rekordbesuch wurde dabei verzeichnet: Fast 100 Mitglieder folgten den Berichten. Man war froh, dass das arbeitsintensive Jahr 1982 gemeistert worden war und sehnte sich nach einer Verschnaufpause, wie es der SVR-Vorsitzende Kurt Lehmann ausdrückte. Die Baumaßnahme war aber noch nicht ganz abgeschlossen und der Verein lief Gefahr, im Falle von Terminüberschreitungen Zuschussgelder in Höhe von rund 13 000 Mark zu verlieren. Deshalb zog Lehmann den Vergleich zu einem Hürdenläufer, der am letzten Hindernis kurz vor dem Ziel zu straucheln droht, und appellierte noch einmal, alle Anstrengungen zu unternehmen. Schließlich hatte der SVR in den letzten zehn Jahren rund 200 000 DM ins Vereinsheim und die Sportanlagen investiert (davon allein 90 000 DM Materialkosten). Wenn man noch die geleisteten Arbeitsstunden hinzurechne, so Lehmann, komme man auf 400 000 bis 500 000 DM. Allein beim letzten Bauabschnitt waren 5000 Arbeitsstunden zusammengekommen. Nun wollte man die Fahnenstange der baulichen Tätigkeiten erreicht haben, nachdem nebenbei auch noch der Teerplatz errichtet worden war. Der Ausschuss stoppte daher die Erweiterung des Gerätehäuschens. Eine Art Würdigung der Arbeit des SVR war auch die Tatsache, dass der Verein von der Stadt den Grund und Boden kaufen konnte, auf dem das Vereinsheim steht. Damit ist der SVR auch Grundbesitzer geworden. Gewählt wurde auch an jenem 26. März 1983, an dem sich Fußballabteilungsleiter Hermann Kurz jun. noch immer über den Aufstieg der ersten Mannschaft freute. Kurt Lehmann war amtsmüde geworden, aber da sich kein Nachfolger fand (daran änderte sich auch das Versprechen einer Lokalrunde nichts), erklärte er sich bereit, weiter zu machen, allerdings nur noch ein Jahr. Gesamtjugendleiter Roland Hiller wurde ebenfalls wiedergewählt. Für Schriftführer Gerhard Roos wählte die Versammlung Franz-Martin Kindermann. Bei der Abteilungsversammlung am 16. Juni 1983 gab es keine Probleme. Abteilungsleiter Hermann Kurz konnte weiter auf die bewährten Mitstreiter wie Spielleiter Uli Henzler und Kassier Martin Preinesberger bauen. Neu in den Ausschuss gewählt wurden AH-Leiter Walter Schnepf (löste Roland Hiller ab) und Jugendleiter Bernd Unzeitig (für Hermann Krappel). 1983/84 - Abstieg, Gründung einer Frauenmannschaft: Kreisliga A, Staffel 2 - Das zweite Jahr ist immer das schwerste sagt eine alte Fußballerweisheit. Die bewahrheitete sich beim SVR auch nach dem dritten Aufstieg der Vereinsgeschichte. Und das, obwohl die Mannschaft über großes Potenzial verfügte und komplett zusammen geblieben war. Bis zum letzten Spieltag hoffte man und hatte auch die Chance, den Hals doch noch aus der Schlinge zu ziehen, aber alles nutzte nichts. Der eigene 2:1-Sieg am letzten Spieltag gegen den TSV Ötlingen hätte gereicht, wenn nicht der TV Bempflingen den TSV Schopfloch mit 5:4 bezwungen hätte. So musste der SVR als 13. von 14 Teams zusammen mit der TG Kirchheim wieder absteigen (6 Siege, 6 Unentschieden, 14 Niederlagen, 34:46 Tore, 18:34 Punkte). Meister wurde der TSV Schlierbach mit 38:14 Punkten vor dem TSV Raidwangen (34:18). Auch das "schwache" Geschlecht machte seit geraumer Zeit erste Gehversuche mit dem runden Leder. Training und Freundschaftsspiele standen zunächst auf dem Programm, bis man für die Saison 1983/84 erstmals eine Frauenmannschaft für den Spielbetrieb meldete. Trainer war Manfred Oßwald. Im Bezirkspokal umschiffte der SVR die erste Klippe, als man bei der TG Böhmenkirch einen mühevollen 3:2-Sieg landete. Dann aber unterlag man daheim der SGEH nach Verlängerung mit 3:4. Den Sennerpokal-Urknall gab's 1983 in Raidwangen. Weil sich soviele Mannschaften wie noch nie gemeldet hatten, entschieden sich Zeitung und Ausrichter, das Turnier erstmals über eine ganze Woche auszutragen (27. Juni bis 3. Juli). Der SVR war aber nicht mit von der Partie. Am 17. März 1984 war wieder einmal die Zeit gekommen, um Rückblick und Ausschau zu halten. 142 000 DM hatte der Anbau bis dato verschlungen, 95 Prozent der Arbeiten waren fertig. Außerdem war 1983 eine neue Drainage in den alten Platz eingebaut worden, jetzt hatte man Ballfanggitter am Hartplatz beantragt, musste aber wieder selbst tätig werden. Besonders am Herzen lag Kurt Lehmann aber die Jugendarbeit. "Ein Verein, der die Jugendarbeit vernachlässigt, drückt sich um die Verantwortung", schrieb er den Mitgliedern ins Stammbuch, "und gibt sich letzten Endes selber auf." Lehmann sorgte auch für Konitinuität, weil er sich noch einmal für ein Jahr zum Vorsitzenden wählen ließ. Kurt Stephan löste Bernhard Heidenreich als Zweiten Vorsitzenden ab, Kassier Hermann Kurz sen. wurde in seinem Amt bestätigt. Im September allerdings sollte das Ganze eine schnelle und unerwartete Wendung nehmen. Die elektronische Datenverarbeitung hielt Einzug beim SVR. Kurt Stephan erläuterte die Umstellung auf EDV bei einer extra dafür einberufenen Versammlung am 21. Mai 1984. Am 1. Januar 1985 wurde dann umgestellt. Bei der Abteilungsversammlung am 16. Juli 1984 wählten die Fußballer mit Hans Steinbrenner einen neuen Mann an die Spitze. Er löste Hermann Kurz jun. ab. Stühlerücken auch bei der Jugendleitung: Armin Haußmann folgte Bernd Unzeitig nach. Spielleiter Uli Henzler und AH-Leiter Walter Schnepf wurden wiedergewählt.
Die Meistermannschaft der Saison 84/85 (hintere Reihe von links): Trainer Helmut Lichner, Bernd Schietinger, Heinz Schietinger, Jürgen Fuchs, Klaus Müller, Bernd Müller, Jörg Bauer, Jochen Stoll, Gerhard Schäfer, Spielleiter Uli Henzler, Abteilungsleiter Hans Steinbrenner. Vordere Reihe von links: Uwe Bauer, Gunter Lauser, Günter Zepf, Kapitän Manfred Bründl, Heinz Groß, Modesto Russo, Axel Schorradt, Bernd Unzeitig.
1984/85 - vierter Aufstieg, Wechsel an der Spitze, Stadionheft: Kreisliga B, Staffel 2 - Postwendend schaffte der SVR wieder den Aufstieg. Die Mannschaft und Trainer Helmut Lichner blieben zusammen und zeigten nach dem unglücklichen Abstieg die erwartete Trotzreaktion. Von Anfang an marschierten die "Hirsche" vorne mit, am Ende hatte man 19 der 24 Spiele gewonnen, 3 Unentschieden und bloß 2 Niederlagen (64:22 Tore, 41:7 Punkte) zu Buche stehen. Mit 3 Zählern Rückstand wurde der TSV Wolfschlugen Vizemeister. Auch die zweite Mannschaft sicherte sich die Meisterschaft, bereits drei Spieltage vor Schluss führte man uneinholbar. In dieser Saison erschien auch erstmals zu den Heimspielen ein Stadionheft, das seither regelmäßig bei Auftritten im Aspach ausgelegt wird. Initiatoren waren Klaus Müller, Bernd Müller, Bernd Unzeitig, Manfred Bründl und Uwe Bauer. Im Bezirkspokal ereilte den SVR das schnelle Aus. Gegen den TSV Jesingen setzte es zu Hause eine 0:3-Schlappe, die die Mannschaft aber erstaunlich schnell wegsteckte. Vom 23. bis 29. Juli 1984 spielte der SVR beim Sennerpokal in Linsenhofen. Man hatte eine Hammergruppe erwischt, schlug sich aber prächtig. Der Kreisliga-A-Absteiger servierte den Bezirksliga-Vierten VfB Neuffen mit 2:0 ab und sorgte für die erste dicke Überraschung, gegen den Landesligisten FV 09 Nürtingen schnupperte man lange an einem Teilerfolg, unterlag letztlich aber doch klar mit 0:3 und schied aus, obwohl alle drei Teams punktgleich waren. Am 14. September 1984 fand im Sportheim eine außerordentliche Generalversammlung statt. Eine Satzungsänderung stand auf Drängen des Finanzamtes (Erkennbarkeit der Gemeinnützigkeit) an, die Neugründung der Tischtennisabteilung (mit Horst Nusser als erstem Abteilungsleiter) und unter anderem die Wahl des Ersten Vorsitzenden. Kurt Lehmann zog es aus beruflichen Gründen weg aus Reudern, so dass er sein Amt nach 13 Jahren zur Verfügung stellen musste. Zu seinem Nachfolger wurde Roland Hiller gewählt und dessen Amt als Gesamtjugendleiter übernahm Uwe Bauer. Mit Fritz Schweizer wurde erstmals ein Sportheimverwalter inthronisiert und Hans Steinbrenner, der bereits bei der Abteilungsversammlung am 16. Juli gewählt worden war, wurde als neuer Fußballabteilungsleiter bestätigt (er löste Hermann Kurz jun. ab). Am 16. März 1985 gab Roland Hiller bei der Hauptversammlung im Sportheim seinen ersten Rechenschaftsbericht ab. Unter seiner Regie fand die Jahresfeier erstmals an zwei Tagen statt (Samstagabend für Erwachsene und Sonntagnachmittag für die Jugend). Die Skiabteilung des Vereins, der mittlerweile auf knapp 600 Mitglieder angewachsen war, machte sich einen Namen als Ausrichter der alpinen Baden-Württembergischen Jugendmeisterschaften am Hochhädrich. Nachdem Roland Hiller, Uwe Bauer (Gesamtjugendleiter) und Franz-Martin Kindermann (Schriftführer) gewählt worden waren, konnte der Erste SVR-Vorsitzende die Rennsitzung nach nur 45 Minuten schon wieder beenden. Die Abteilungsversammlung fand am 28. Juni 1985 statt. Einzige Neuerung: Helmut Unzeitig und Heinz Besemer übernahmen die AH, die seither Walter Schnepf geleitet hatte. 1985/86 - Bezirkspokalendspiel, WFV führt den Vertragsamateur ein: Kreisliga A, Staffel 2 - Neuling SVR startete grandios, führte sogar die Tabelle an und mischte bis Mitte der Rückrunde immer im vorderen Drittel des 14-er-Feldes mit. Am Ende kam Platz 6 heraus (10 Siege, 7 Unentschieden, 9 Niederlagen, 50:66 Tore, 27:25 Punkte). Gegen Ende der Spielzeit häuften sich allerdings die zum Teil überaus deftigen Niederlagen, so dass Trainer Lichner kurz vor Schluss entnervt aufgab. Spielleiter Uli Henzler und Uwe Bauer brachten die Runde vollends zu Ende. Wie sich eine Saison später herausstellen sollte, war die Rückrunde der Anfang vom nächsten Abstieg. Meister wurde der TSV Notzingen (43:9 Punkte) vor dem TV Neidlingen (31:21). Nichts zu erben gab es für die "Hirsche" beim Sennerpokal in Altdorf (1. - 7. Juli 1985). Gegen Gastgeber TSV Altdorf zog man mit 0:1 den Kürzeren, gegen den TSGV Großbettlingen erkämpfte man immerhin ein 1:1. Große Sprünge machte der SVR endlich einmal im Bezirkspokal. Erstmals drang eine Reuderner Mannschaft bis ins große Finale vor. In Köngen hieß der Endspielgegner am Freitag, 13. Juni 1986, TSV Berkheim, der grade in die Landesliga aufgestiegen war. Ein glattes 0:4 handelte sich der SVR ein, doch das Resultat täuscht über den wahren Spielverlauf gewaltig hinweg. Klarste Möglichkeiten wurden gleich zuhauf vergeben und der abgebrühte Bezirksliga-Meister nutzte seine wenigen Gelegenheiten eiskalt. Selbst nach dem 0:3 hätte man das Spiel jederzeit noch wenden können, wenn man nur das Tor getroffen hätte. Viel Wirbel hatte es in der Vorschlussrunde am Donnerstag, 15. Mai 1986, gegeben, denn Halbfinalgegner VfL Kirchheim II, ein A2-Klassenkamerad, trat im Aspach mit Stammspielern aus der Verbandsliga-Meistermannschaft an und gewann mit 3:2, obwohl der SVR schon mit 2:0 geführt hatte. Am "grünen Tisch" wurde dem SVR aber der Sieg zugesprochen (3:0) und damit war das Finale erreicht - und die erstmalige Qualifikation für den WFV-Pokal perfekt. Auf dem Weg ins Endspiel wäre der SVR schon in der ersten Runde am 18. August 1985 fast gestrauchelt, denn gegen den Ex-Bezirksligisten TSGV Albershausen musste man nach 120 Minuten ins Elfmeterschießen und Uwe Bauer, der das Team auf die Pokalspiele vorbereitet hatte (weil Trainer Helmut Lichner jeweils verhindert war), schoss gleich den ersten Elfer übers Tor. Am Ende aber behielten die "Hirsche" doch mit 9:7 die Oberhand. Jürgen Fuchs verwandelte den entscheidenden Elfer. In der zweiten Runde am 25. August 1985 gelang bei den SF Dettingen II ein müheloser 3:0-Erfolg. Die dritte Runde wurde am Samstag vor dem Totensonntag (21. November 1985) ausgespielt, der SVR hatte Heimrecht gegen den TSV Ohmden und gewann mit 2:0. Bevor die Partie aber angepfiffen werden konnte, griffen die Reuderner Fußballer zur Schaufel, um die Strafräume und den Anstoßkreis von 15 Zentimeter Schnee zu befreien. Am Sonntag, 9. Februar 1986, lag wieder Schnee, als der SVR im Achtelfinale beim B2-Spitzenreiter TSV Wolfschlugen eiskalt im Ausnutzen seiner Chancen war und nach einem vermeintlich sicheren 4:1-Vorsprung grade noch mit 4:3 gewann. Am Ostersamstag, 27. März 1986, schossen sich die "Hirsche" durch einen 3:1-Heimerfolg über B3-Spitzenreiter TSV Holzmaden ins Halbfinale, wo der VfL Kirchheim II wartete. Bei der Hauptversammlung am 22. März 1986 hatte der SVR 635 Mitglieder. Kurt Stephan (Zweiter Vorsitzender), Hermann Kurz sen. (Kassier), Uwe Bauer (Gesamtjugendleiter), Rainer Teichert (Leichtathletik) und Horst Nusser (Tischtennis) wurden in kürzester Zeit gewählt. Am 8. September wurde in einer Hauptausschusssitzung beschlossen, für das 75-jährige Vereinsjubiläum im Jahr 1988 ein Festzelt anzuschaffen. Kostenpunkt: zirka 16 000 Mark netto. Bei seiner Pfingsttagung im Haus Waltersbühl in Wangen beschloss der WFV mit sofortiger Wirkung den Vertragsamateur zu schaffen. Damit sollten laut WFV-Präsident Stuemper "Unsauberkeiten" begegnet werden. Am 26. Juni 1986 tagte die Abteilungsversammlung und musste einige Positionen neu besetzen. Kein leichtes Unterfangen, aber es gelang. Neuer Chef wurde Roland Müller, er löste den aus Reudern weggezogenen Hans Steinbrenner ab. Für Armin Haußmann wurde Heinz Groß zum Jugendleiter bestimmt, Uli Henzler wurde als Spielleiter bestätigt und Gert Besemer übernahm von Helmut Unzeitig und Heinz Besemer die AH-Leitung. 1986/87 - Abstieg und erstmalige Teilnahme am WFV-Pokal, Zeltkauf: Kreisliga A, Staffel 2 - Erstmals betrat der SVR die überregionale Fußballbühne und traf nach einer überaus kurzen Sommerpause auf keinen Geringeren als den späteren WFV-Pokalsieger TSG Giengen/Brenz. Der Verbandsligist schlug im Endspiel Titelverteidiger VfR Aalen hoch mit 5:1. So gesehen relativiert sich die 0:5-Niederlage in der 1. WFV-Pokalrunde gegen die TSG doch ziemlich. Dieses kurze Abenteuer war freilich schnell abgehakt, denn der Liga-Alltag brannte unter den Nägeln. Dem neuen Trainer Walter Mayer war kein Glück beschieden und die Mannschaft konnte eigentlich nie ihr wahres Leistungsvermögen abrufen. Zu sehr wirkte die Vorsaison nach. Am Ende stand der Abstieg, der SVR wurde 15. und Letzter (2 Siege, 9 Unentschieden, 17 Niederlagen, 30:71 Tore, 13:43 Punkte) und stieg zusammen mit dem TSV Schlierbach (24:32) und dem TSV Holzmaden (17:39) ab. Jürgen Fuchs war mit 11 Einschüssen erfolgreichster SVR-Schütze. Ein Sieg und ein Spielabbruch, das war's im Bezirkspokal 86/87. In der ersten Runde gewann der SVR beim klassentieferen FV 09 Nürtingen II knapp mit 3:2, in der zweiten Runde kam dann das unfreiwillige Aus, als man bei der ebenfalls klassentieferen SPV 05 Nürtingen bereits mit 1:3 zurücklag und SVR-Keeper Heinz Groß 20 Minuten vor Schluss ziemlich hart angegangen wurde, aber nicht behandelt werden durfte. Als SVR-Funktionäre und -Fans aufs Feld liefen brach der Unparteiische die Partie ab. Vom 30. Juni bis 6. Juli 1986 trafen sich die Kicker des Raumes Nürtingen in Neckartailfingen, um den Sennerpokalsieger zu ermitteln. Die bunt gemischte Truppe der "Hirsche" zahlte gegen die SPV 05 Nürtingen (0:2) und die SpVgg Germania Schlaitdorf (1:5) Lehrgeld, das 1:1 gegen den TSV Neckartenzlingen war zu wenig, um weiterzukommen. Bei der Hauptversammlung am 28. März 1987 im Vereinsheim standen die Wiederwahl des Vorsitzenden Roland Hiller und eine Beitragserhöhung im Mittelpunkt. Veränderungen im Hauptausschuss gab es nicht, alle zur Wahl stehenden Funktionäre wurden in ihren Ämtern bestätigt. Im Hinblick auf das anstehende 75-jährige Jubiläum hatte sich der Verein wie angekündigt in Unkosten gestürzt und ein großes Zelt angeschafft, das seither hervorragende Dienste geleistet und so manches Fest gerettet hat, das sonst ins Wasser gefallen wäre. Noch heute ist man froh über diese Investition, die sich längst amortisiert hat. Bei der Abteilungsversammlung am 27. Juni 1987 gab es wieder einen Wechsel an der Spitze: Michael Kroschke wurde zum Nachfolger von Roland Müller gewählt und Uwe Bauer übernahm die Position des Spielleiters von Uli Henzler. Gert Besemer wurde als AH-Leiter bestätigt. 1987/88 - 75-jähriges Vereinsjubiläum, Frauen stellen Spielbetrieb ein: Kreisliga B, Staffel 2 - Nach dem Abstieg musste man schnell die Wunden lecken und versuchen, eine wettbewerbsfähige Mannschaft auf die Beine zu stellen. Viele Stammspieler kehrten dem SVR den Rücken und der neue Spielleiter Uwe Bauer stand mehr oder weniger vor einem Scherbenhaufen. Der neue Trainer Rainer Laur machte aber das Beste aus der Situation, setzte den Konsolidierungsauftrag um und führte das Team im 15er-Feld auf den achtbaren 6. Platz (15 Siege, 4 Unentschieden, 9 Niederlagen, 55:43 Tore, 34:22 Punkte). Nach einem 7:1-Auftaktsieg gegen "Anfänger" TSB Nürtingen (dem Türkischen Sportbund überreichte Kapitän Julius Gulyas vor dem Spiel ein Präsent als herzlichen Willkommensgruß, der TSB war von der Ausländerliga in den Regelspielbetrieb gewechselt) war der SVR sogar Tabellenführer. Meister wurde der TSV Grötzingen mit 45:11 Punkten vor dem TSV Neuenhaus (41:15). Bernd "Pong" Unzeitig war mit 13 Treffern erfolgreichster SVR-Torschütze. Bei den Frauen dezimierte sich der Kader im Lauf der Zeit nach und nach und so entschloss man sich, die Mannschaft nach der Saison abzumelden. Die A-Jugend stieg derweil in die Leistungsstaffel auf, obwohl sie nur Zweiter geworden war. Die D-Jugend wurde Staffelmeister. Erstmals nahm eine F-Jugend am Spielbetrieb teil. Die erste Hürde im Bezirkspokal übersprang der SVR beim GSV Dürnau knapp (1:0) und auch die zweite wurde ungestreift genommen (2:1 gegen A-Kreisligist TB Ruit). Bezirksligist ASV Eislingen war in der dritten Runde allerdings zu stark, die Truppe von Rainer Laur unterlag mit 1:4. Beim Sennerpokal 1987 in Wolfschlugen (29. Juni bis 5. Juli) gab es gegen den TSV Raidwangen ein 3:3 und gegen den TSV Kohlberg eine 1:4-Pleite. Das war's. Die Hauptversammlung am 19. März 1988 im Sportheim ging in die SVR-Annalen ein, denn mit Gudrun Preinesberger wurde erstmals eine Frau in die Vorstandschaft gewählt. Sie trat an die Stelle von Uwe Bauer, der nach dem Abstieg die Position des Spielleiters bei den Aktiven übernahm. Fußballabteilungsleiter Michael Kroschke wurde im Amt bestätigt. Doch es brachen schwere Zeiten an, denn bei der Abteilungsversammlung am 4. Juni 1988 im Sportheim taten sich neben einem finanziellen Minus existenzgefährdende Lücken in den Reihen der Funktionäre auf. Gleich fünf Ausschussmitglieder waren amtsmüde, darunter auch der Abteilungschef, der ins zweite Glied rückte. Da man schon seit einem Jahr ohne stellvertretenden Abteilungsleiter war, konnte niemand nachrücken. Für Kassier Martin Preinesberger und dessen Stellvertreterin Ute Vollmer konnte ebenfalls kein Nachfolger gefunden werden. Bei einer außerordentlichen Abteilungsversammlung sollten sowohl der verwaiste Chefsessel, als auch der "Finanzminister" wieder besetzt werden. Immerhin: Für Jugendleiter Heinz Groß, der nur noch Stellvertreter machte, rückte dessen seitheriger zweiter Mann Willi Hybl ins erste Glied. Die Spielleitung oblag Uwe Bauer, die AH nahm Hermann Kurz jun. unter seine Fittiche und Edmund Mayer übernahm den Job von Schriftführer Herbert Opferkuch, der 16 Jahre lang ehrenamtlich tätig war. Offen war auch noch, ob es weiterhin eine Frauenmannschaft geben würde. Spielleiter Emil Schmohl machte jedenfalls nicht mehr weiter. Eine angedachte Spielgemeinschaft mit einem anderen Verein zerschlug sich aber, so dass das Frauenteam abgemeldet werden musste. Am 30. September 1988 hellte sich der Himmel über den SVR-Fußballern wieder auf. Bei der außerordentlichen Abteilungsversammlung erklärte sich Jugendleiter Willi Hybl nach langen, zum Teil heftigen Diskussionen bereit, zusätzlich noch die Chefrolle zu übernehmen. Das dringlichste Problem war damit gelöst, der Bankrott und der drohende Verlust der Selbständigkeit abgewendet. Im Soge dieser Personalie konnten auch alle anderen vakanten Positionen bestückt werden. Michael Kroschke wurde zum stellvertretenden Abteilungsleiter gewählt, Manfred Bründl zum Kassier, Manfred Hornung zu dessen Stellvertreter. Damit war die Führungsriege der Abteilung erstmals nach über einem Jahr wieder komplett. Zum 75-jährigen Vereinsjubiläum (23. Juni bis 3. Juli 1988) hatte man sich um den Sennerpokal beworben, vergeblich freilich, da der TSV Neckartenzlingen runde 100 Jahre alt wurde und den Zuschlag erhielt. Die Verantwortlichen bewiesen allerdings Weitblick und hatten frühzeitig die Stuttgarter Kickers fürs Festspiel verpflichtet. Ein Glücksgriff war's, denn die Kicker vom Fernsehturm waren erstmals in die Bundesliga aufgestiegen. Bei der 3:13-Niederlage am Mittwoch, 29. Juni (Anpfiff 18.30 Uhr), vor der damaligen Rekordkulisse von 1000 Zuschauern verkaufte sich der SVR klasse, besonders der junge Dani Ladhari, der einen Treffer erzielte. Jochen Stoll traf zweimal gegen die Schützlinge von Trainer Manfred Krafft. Ari Haan, seinerzeit Coach beim Kickers-Erzrivalen VfB Stuttgart, war als echter "Zaungast" vor Ort, denn er beobachtete den Lokalrivalen von außerhalb des eingezäunten Sportgeländes. Die Autogrammjäger machten nach dem Spiel nicht nur Jagd auf die Kickers-Spieler, nein, auch die SVR-Kicker mussten eifrig ihren Namenszug auf alle möglichen Gegenstände kritzeln. Diese Partie hatte für die SVR-Spieler noch ein Nachspiel, denn Kickers-Stürmer Demir Hotic wurde wegen des Verdachts der Tuberkulose behandelt und die SVR-Recken und alle, die mit den Stuttgartern in Kontakt geraten waren, mussten Monate später zur Untersuchung ins Gesundheitsamt nach Nürtingen. Im Rahmen des Jubiläums spielte der SVR am Donnerstag, 23. Juni, um 19.15 Uhr auch gegen eine Auswahl der Kreisliga B2. Es war ein tolles Spiel, das die "Hirsche" gegen die besten Kicker der Staffel aber mit 3:5 verloren. Die SVR-Tore erzielten Jochen Stoll zum 1:3, Julius Gulyas zum 2:4 und Dani Ladhari zum 3:5. Schade, dass nur 100 Zahlrende dieses tolle Match beäugten. Am Sonntag, 26. Juni, trafen sich Oberligist VfL Kirchheim, Landesligist FV 09 Nürtingen sowie die Bezirksligisten TB Neckarhausen und TSV Wendlingen zu einem Blitzturnier im Aspach. Der VfL schlug den FV 09 im Finale vor 350 Zuschauern knapp mit 2:1 und sicherte sich 1000 Mark Siegprämie. Beim Festabend am Freitag, 24. Juni, in der Gemeindehalle wurden mit SVR-Vorsitzendem Richard Mayer und Ernst Hiller zwei Männer geehrt, die nach dem Krieg als Sportpioniere galten, die Geschicke des Vereins maßgeblich beeinflussten und das Vereinsleben prägten. Sie wurden von Nürtingens Oberbürgermeister Alfred Bachofer mit dem Bundesverdienstkreuz am Bande ausgezeichnet. 1988/89 - Geschäftsstelle wird eingerichtet: Kreisliga B, Staffel 2 - Jochen Stoll (13 Tore) und Uwe Bauer (12) trafen zwar recht häufig und erzielten über die Hälfte der 49 SVR-Tore, aber steigern konnte man sich gegenüber der Vorsaison nicht. Immerhin führte Rainer Laur die Mannschaft noch in die obere Tabellenhälfte. Der SVR beendete die Serie auf dem 8. Platz unter 16 Teams (13 Siege, 6 Unentschieden, 11 Niederlagen, 49:49 Tore, 32:28 Punkte). Souveräner Meister wurde die ein Jahr zuvor aus der Staffel 1 der Kreisliga abgestiegene TSV Oberensingen mit 52:8 Zählern vor der SPV 05 Nürtingen (43:17). Eigentlich wollten die Verantwortlichen mit Trainer Laur weitermachen, alles war bereits unter Dach und Fach. Doch gegen Ende der Saison häuften sich die Ungereimtheiten, der Trainer zog einen Spieltag vor Saisonende die Konsequenzen und kam dadurch einem Rauswurf zuvor. Wie im Vorjahr konnte keine B-Jugend gemeldet werden, dafür aber kam die C-Jugend als Staffelzweiter nachträglich in den Genuss des Aufstiegs in die Leistungsstaffel, weil Meister TSV Oberlenningen verzichtete. Zu einem Kurzgastspiel für den SVR wurde der Bezirkspokalwettbewerb, denn in der ersten Runde flog man gegen den späteren Bezirksliga-Meister und Landesliga-Aufsteiger FV Plochingen hochkant raus (1:6). Am Sennerpokal 1988 in Neckartenzlingen (27. Juni bis 3. Juli) nahm der SVR nicht teil. Der 17. März 1989 markiert einen weiteren Eckstein in der SVR-Geschichte, denn die Hauptversammlung beschloss die Einrichtung einer Geschäftsstelle. Es war die längste Tagung unter der Regie von Roland Hiller, der hernach aber zufrieden feststellte: "Es hat sich gelohnt." Neu geschaffen wurde auch die Position des Veranstaltungsleiters, der anstelle der Schriftführerin (diesen Part erfüllte von nun an die erste, aber nicht stimmberechtigte Geschäftsstellenleiterin Gabi Schlotterer) im Ausschuss saß. Eine Sorge trieb die Verantwortlichen freilich um: Wer wird Nachfolger für den nach 18-jähriger Amtszeit in den Ruhestand gehenden Kassier Hermann Kurz sen. (er war zuvor schon 22 Jahre lang Schriftführer)? Weil die Versammlung dem einzigen Kandidaten eine herbe Abfuhr erteilte, musste eine außerordentliche Mitgliederversammlung Klarheit bringen. Roland Hiller (Erster Vorsitzender), Willi Hybl (Fußball), Werner Kotz (Ski), Fritz Schweizer (Sportheimverwalter) und Franz-Martin Kindermann (Veranstaltungsleiter) wurden dagegen gewählt. Wegen Haftungsfragen musste die Satzung abermals geändert und ergänzt werden. Am 2. Juni 1989 fand die Außerordentliche Hauptversammlung im Sportheim statt. Gerd Krause wurde dabei zum neuen Kassier gewählt. Obendrein folgte die Runde dem Vorschlag von Uwe Bauer, sich für den Sennerpokal 1990 zu bewerben, einstimmig. Auch die Fußballer steuerten wieder in ruhigerem Fahrwasser. Die Abteilungsversammlung am 30. Juni 1989 dauerte zwar fast drei Stunden, aber die Problembewältigung war von Erfolg gekrönt, die Kommandobrücke wieder komplett. Der Abteilungsausschuss hatte nun folgendes Aussehen: Willi Hybl (Abteilungsleiter), Bernd Besemer (stellvertretender Abteilungsleiter), Manfred Hornung (Kassier), Martin Preinesberger (stellvertretender Kassier), Edmund Mayer (Schriftführer), Heinz Groß (Jugendleiter), Uwe Bauer und Klaus Besemer (Spielleitung), Hermann Kurz (AH-Leiter) und Andrea Bayer (Spielleiterin Damen).
Die erfolgreichste Frauenmannschaft, die der SVR je hatte, stieg in der Saison 1989/90 in die Bezirksliga auf. Die Meistermannschaft (hintere Reihe von links): Trainer Günter Zepf, Alexandra Hiller, Gunda Rothstein, Renate Ritter, Silke Nouvel, Karin Bauer, Trainer Karl-Heinz Mrohs, Abteilungsleiter Willi Hybl. Mittlere Reihe von links: Annegret Koch, Andrea Lauser, Susi Knecht, Karin Hartel, Kerstin Hornung, Andrea Bayer. Vordere Reihe von links: Ute Vollmer, Heidrun Mayer, Carola Regling, Heiderose Schweizer, Ursula Haußmann. 1989/90 - Frauenteam meldet sich mit der Meisterschaft zurück: Kreisliga B, Staffel 2 - Mit Edi Wisniewski präsentierte der SVR einen Mann als neuen Trainer, der dem Fußball eigentlich abgeschworen hatte, einst aber für den FV 09 Nürtingen in der Ersten Amateurliga Nordwürttemberg dem Leder nachjagte und ein gefürchteter Flügelstürmer war. Mit ihm ging es zumindest stimmungsmäßig wieder steil bergauf, sportlich riss die Mannschaft jedoch wenig. Nach vier Spieltagen war man sogar Letzter (1:7 Punkte). Am Ende stand Platz 11 unter 15 Mannschaften (10 Siege, 4 Unentschieden, 14 Pleiten, 49:63 Tore, 24:32 Punkte). Uwe Bauer (12 Treffer) und Frank Guth (11) waren die erfolgreichsten Torschützen. Der Vorjahressechste FV 09 Nürtingen II stieg als Meister mit 45:11 Zählern auf, Vizemeister wurde wieder die SPV 05 Nürtingen (41:15). Die SVR-Reserve wurde Neunter unter 13 Teams (22:26 Punkte). Nur eine Saison lang ruhte das Leder bei den Frauen, dann meldete der SVR wieder eine Mannschaft. Profitiert hatten die "Hirsche" dabei von der Auflösung der Damenmannschaft der SPV 05 Nürtingen, die aus der Verbandsliga abgestiegen war. Einige Spielerinnen schlossen sich dem SVR an und prompt wurde die Mannschaft, die von Karl-Heinz "Bubi" Mrohs und Günter Zepf trainiert wurde, mit 15:5 Punkten und 23:4 Toren Meister der Kreisliga und stieg in die Bezirksliga auf. Die C-Jugend wurde zwar "nur" Vizemeister, stieg aber ebenfaalls auf. Im Bezirkspokal überraschten die "Hirsche" gewaltig. Direkt aus dem knochenharten Trainingslager in Sibratzhofen gekommen, nahmen sie in der Qualifikation den A-Kreisligisten TSV Neckartenzlingen mit 5:0 aufs Geweih (erst später wurde festgelegt, dass nur "Sicherheitsligisten in die Quali müssen). In der ersten Runde schien man bereits auf der Verliererstraße, lag gegen den TB Holzheim nach einer halben Stunde schon mit 0:2 zurück, kassierte eine Rote Karte und gewann dennoch mit 3:2. Die zweite Runde war dann das Ende der Fahnenstange, denn der TSV Altenriet gewann im Aspach durch einen Foulelfmeter kurz vor Schluss mit 1:0. Vom 19. bis 25. Juni 1989 kämpften 26 Mannschaften beim FV 09 Nürtingen um den Sennerpokal. Landesligist FV 09 war eine Nummer zu groß (1:4), gegen den TSV Raidwangen ging man gar mit 0:5 unter. Aus und vorbei. Vom 8. bis 28. Januar 1990 quartierte sich eine Spezialeinheit der US-Army, die 10. Mountain Division, im Zuge des Manövers "Reforger 90" im Sportheim ein. 84 Soldaten zählte das Kontingent, 30 Fahrzeuge hatten sie mit im Schlepp. Fort Drum, 26 Meilen südlich der kanadischen Grenze im US-Bundesstaat New York gelegen, war ihre militärische Heimat. Brigadekommandeur Colonel Michael Connor und seine Jungs fühlten sich pudelwohl in Reudern: "Die Menschen hier sind sehr freundlich und hilfsbereit, Land und Leute gefallen uns." Auf ein besonderes Ereignis freuten sich die Reuderner Fußballer am 18. Februar 1990, denn der elffache tschechoslowakische Meister Dukla Prag, in dessen Reihen fünf WM-Teilnehmer von Italien 1990 standen, sollte im Aspach gastieren. Spielleiter Uwe Bauer hatte alle Formalitäten mit dem DFB, der UEFA und dem tschechischen Verband geklärt, die Werbung und der Vorverkauf für diesen Leckerbissen lief auf Hochtouren und das Spiel war über Sponsoren auch schon finanziell abgesichert, da spuckte Petrus dem SVR in die Suppe. Nach sintflutartigen Regenfällen sagten Vorsitzender Roland Hiller und Ortsvorsteher Herbert Benker das Spiel ab und verärgerten damit die SVR-Kicker gewaltig, denn am Spieltag hätte man durchaus spielen können. Am 16. März 1990 tagte die Hauptversammlung im Vereinsheim. Wiedergewählt wurden der Zweite Vorsitzende Kurt Stephan, Gesamtjugendleiterin Gudrun Preinesberger, Horst Nusser (Tischtennis) und Dieter Bleher (Leichtathletik), darüberhinaus die Kassenprüfer Ernst Besemer und Werner Scherrer. Die Erweiterung des Gerätehauses wurde wieder ein Thema und bei der Stadt vorgefühlt. Bei der Ausschusssitzung am 28. Mai 1990 wurde die Baumaßnahme beschlossen.Voraussichtliche Kosten: 76 000 Mark. SVR-Vorsitzender Hiller freute sich, dass sich die Geschäftsstelle "absolut bewährt hat", und dass der Verein inzwischen 770 Mitglieder zählte, aber er mahnte auch größeres Engagement an. Eine im Hinblick auf den Sennerpokal angekündigte stationäre Lautsprecheranlage wurde allerdings nie realisiert. Die Fußballabteilung schaffte sich später in Eigenregie eine mobile Anlage an. Am Ostersamstag, 14. April 1990, wurde Frank Guth vom SVR in eine Auswahl berufen, die in Wolfschlugen gegen den mehrfachen isländischen Meister FC Vikingur Reykjavik spielte. Die Nordmänner gewannen mit 7:1, Guth erzielte den Ehrentreffer zum 1:4. Die turbulenten Jahre waren vorbei, die Abteilungsversammlung am 4. Mai 1990 verlief reibungslos und harmonisch wie selten. An der Spitze gab es keinerlei Veränderungen, alle Funktionsträger um Chef Willi Hybl wurden in ihren Ämtern bestätigt. In Rekordzeit war alles abgehandelt und man freute sich auf den bevorstehenden Sennerpokal, der auch diese Versammlung bestimmt hatte. 1990/91 - Sennerpokal in Reudern: Kreisliga B, Staffel 2 - 11. unter 15 Teams (8 Siege, 9 Unentschieden, 11 Niederlagen, 39:44 Tore, 25:31 Punkte). Meister wurde der Vorjahresneunte TSV Harthausen (44:12), der am drittletzten Spieltag mit einem 2:0-Sieg in Reudern sein Meisterstück machte, vor dem TSV Wolfschlugen (43:13). Erfolgreichster SVR-Torschütze war Frank Guth mit 14 Treffern, Hubert Goeres traf 10 mal ins Schwarze. Die Mannschaft stabilisierte sich etwas, der große Durchbruch gelang jedoch nicht. Die Reserve wurde allerdings mit 41:11 Punkten und 70:26 Toren Meister, erhielt jedoch keinen Wimpel (das einzige Mal wurde bei den Reserven keiner vom WFV ausgegeben). Erstmals wurde eine Mädchenmannschaft ins Punkterennen geschickt. Im Bezirkspokal überstand der SVR nur eine Runde, dann folgte wiederum das Aus. Beim TSV Neuenhaus gelang ein 2:1-Sieg, ehe es gegen den A-Kreisligisten TSV Oberensingen eine 1:2-Heimpleite setzte. Das beherrschende Thema des Sommers 1990 war natürlich der Sennerpokal, der auch zu einem absoluten Höhepunkt geriet. Der SVR war der erste Verein, der dieses seit 1983 über sieben Tage gehende sportliche Großereignis vom Saisonende bewusst in die Vorbereitungsphase zur neuen Spielzeit verlagerte - und damit offene Türen einrannte. 24 Mannschaften kämpften vom 16. bis 22. Juli in acht Dreier-Gruppen um die begehrten Trophäen und Preisgelder. Es war eine traumhafte Woche, in der sich kein Wölkchen am azurblauen Himmel zeigte. Die ganze Nacht über lief der Zapfhahn, erstmals lag ein Sennerpokalheft aus und das Fest schweißte die SVR-Familie bei einer phantastischen Stimmung mehr und mehr zusammen. Jeden Tag einen neuen Sonnenbrand und die Akteure auf dem Rasen lechzten bei den tropischen Temperaturen nach Wasser, bestanden diesen Härtetest aber problemlos. Der SVR spielte gegen den TV Unterboihingen und die TSV Oberensingen jeweils 0:0 und schied aus, konnte sich also ganz auf die Bewirtung der in Scharen strömenden Zuschauer konzentrieren - über 5000 Besucher wurden gezählt. Rekordsieger FC Frickenhausen setzte sich in einer wahren Hitzeschlacht im Endspiel vor 500 Fans gegen Titelverteidiger TB Neckarhausen mit 5:3 nach Elfmeterschießen durch, zuvor waren keine Tore gefallen. Dritter wurde der TSV Wendlingen durch einen 2:1-Erfolg über die TSV Oberensingen. Abteilungsleiter Willi Hybl, SVR-Vorsitzender Roland Hiller und die vielen, vielen Helfer aus allen Abteilungen hatten mit dem 31. Sennerpokal ein echtes Highlight gesetzt. Die Nürtinger Zeitung titelte seinerzeit: "Ein Meilenstein in der Geschichte des Sennerpokals - SV Reudern zauberte ein Fest der Superlative." Der Sennerpokal hatte die Vereinsfamilie zusammengeschweißt, wie man es sich vorher nie hätte träumen lassen. Bei der Hauptversammlung am 22. März 1991 vermeldete Roland Hiller einen Mitgliederstand von knapp 850, was vielleicht auch darauf zurückzuführen war. Der Erste Vorsitzende wurde erneut für zwei Jahre gewählt, ebenso wie Kassier Gerd Krause, Willi Hybl (Fußball), Werner Kotz (Ski), Veranstaltungsleiter Franz-Martin Kindermann und Sportheimverwalter Fritz Schweizer. Ohne Murren wurde auch die von der Vorstandschaft beantragte Erhöhung der Mitgliedsbeiträge genehmigt. Ein möglicher Umbau der Gasträume des Vereinsheims und eine überarbeitete Gesamtkonzeption des kompletten Sportgeländes wurde mit zahlreichen Anregungen intensiv diskutiert, ebenso eine Vereinsgeschäftsstelle im Untergeschoss der Gemeindehalle, für die der SVR, der Tennisclub und der Handels- und Gewerbeverein Interesse bekundeten. Erstmals wurde dabei eine mögliche Aufstockung des Vereinsheims ins Gespräch gebracht, um der permanenten Raumknappheit in der Halle zu begegnen. Die Abteilungsversammlung am 21. Juni 1991 wäre um ein Haar ins Wasser gefallen. Der Grund: Beim eigentlichen Beginn war nur der Ausschuss im Vereinsheim vertreten, ehe sich doch noch ein paar Interessierte in den Aspach verirrten und alles regulär abgewickelt werden konnte. Obwohl man auf ein erfolgreiches Jahr zurückblicken konnte, tat man sich bei der Besetzung von Ämtern schwer. Wiedergewählt wurden Jugendleiter Heinz Groß, die Spielleiter Uwe Bauer und Klaus Besemer, AH-Leiter Hermann Kurz jun. sowie Damen-Spielleiterin Andrea Bayer. Stellvertreter für Abteilungsleiter Willi Hybl und den Kassier Manfred Hornung wurden dagegen nicht gefunden. 1991/92 - Mädchen A feiern die Meisterschaft auf dem Feld und werden Hallen-Bezirksmeister: Kreisliga B, Staffel 2 - Im dritten Jahr unter Trainer Edi Wisniewski kam der SVR am absoluten Tiefpunkt an und es ging nur noch ums nackte Überleben. Vom neunten Spieltag an hielten die "Hirsche" die Rote Laterne fest im Griff und gaben sie auch nicht mehr ab. An 25 von 30 Spieltagen war der SVR Letzter unter 15 Mannschaften (2 Siege, 6 Unentschieden, 20 Niederlagen, 21:64 Tore, 10:46 Punkte). Der Vorletzte SV 07 Aich hatte acht Zähler mehr auf dem Konto. Dani Ladhari und Thomas Strähle waren mit 4 mageren Törchen die erfolgreichsten Torschützen. Meister wurde der Vorjahresfünfte TSV Neuenhaus mit 46:10 Punkten (100:30 Tore) vor der punkt- und tordifferenzgleichen TSV Oberensingen (92:22) und dem punktgleichen TSV Oberboihingen (82:34). Die Reserve wurde mit 27:21 Punkten und 63:53 Toren 6. unter 13 Mannschaften. Ein toller Erfolg gelang der Mädchen-A-Mannschaft des SVR, die ungeschlagen Meister der Staffel 4 wurde. Alle 14 Spiele (28:0 Punkte) gewann die Mannschaft von Trainer Henrik Guth und den Betreuern Heiderose Schweizer und Klaus Besemer und hatte dabei ein Torverhältnis von 89:9. Im Winter schon hatten die SVR-Mädchen auf sich aufmerksam gemacht, als sie Hallen-Bezirksmeister geworden waren. Die guten Leistungen blieben auch den Verantwortlichen des Verbandes nicht verborgen, mit Tanja Oßwald und Suzanna Gawran wurden gleich zwei SVR-Mädchen in die WFV-Auswahl berufen. Frühe Bezirkspokalpleite: In der Qualifikation holte sich der SVR bei der TSG Esslingen eine blutige Nase, ging mit 2:7 unter. Vom 1. bis 7. Juli 1991 spielte sich das lokale fußballerische Geschehen in Oberboihingen ab. Beim Sennerpokal gab es ein Novum, denn erstmals zog mit dem TSB eine Mannschaft zurück. Ausgerechnet in dieser Gruppe war der SVR und die kampflos ergatterten Punkte waren auch fast die einzigen für die "Hirsche", die ansonsten nur noch beim 1:1 gegen den TSV Linsenhofen punkteten. Gegen den FC Frickenhausen (2:3) und den TB Neckarhausen (0:4) setzte es Niederlagen. Der 20. März 1992 war der Termin der Hauptversammlung, der Mitgliederstand hatte sich auf über 870 erhöht. Bei den Neuwahlen gab es eine Veränderung auf der Position des Zweiten Vorsitzenden: Für den nicht mehr kandidierenden Kurt Stephan wurde Erich Rüb gewählt. Heute führt er den Verein. Gesamtjugendleiterin Gudrun Preinesberger wurde ebenfalls im Amt bestätigt, für den Veranstaltungsleiter konnte dagegen niemand gefunden werden. Der seitherige Amtsinhaber Franz-Martin Kindermann übernahm nach der Abdankung von Dieter Bleher die Leichtathleten kommissarisch, da keiner bereit war, die Abteilung zu führen. Bernhard Lingner wurde neuer Tischtennis-Abteilungschef. Richtung weisende Entscheidungen wurden aber erst bei einer außerordentlichen Hauptversammlung am 10. Mai 1992 gefällt. Nämlich die, dass man den Verein NK Bratstvo Jedinstvo Nürtingen mit Fußballern aus dem ehemaligen Jugoslawien aufnimmt, nachdem die ausländischen Ligen aufgelöst worden waren. Heftige Debatten entbrannten, letztendlich aber war die Mehrheit für eine Integration. Und zwar nicht als separate Mannschaft, sondern eingebaut in die bestehenden Teams - darin war man sich einig. Ohne die Kicker aus dem ehemaligen Jugoslawien hätte die Abteilung den Laden bei den Aktiven wohl dicht machen müssen, so personell ausgeblutet war die Mannschaft. Dass die technisch sehr versierten Spieler eine große Verstärkung waren, wurde bei einem Probetraining im Sommer schnell klar. Die Hauptversammlung der SVR-Kicker ging am Donnerstag, 11. Juni 1992, über die Bühne und die Runde baute weiter auf die bewährte Spitze: Abteilungsleiter Willi Hybl wurde im Amt bestätigt. Andrea Bayer, eine Expertin in Sachen Vereinssteuerrecht, wurde für Manfred Hornung, der auch Kassier war, als Stellvertretende Abteilungsleiterin in den Ausschuss gewählt und Peter Krumpholz löste Edmund Mayer als Schriftführer ab. Uli Gentner wurde zum Spielleiter gewählt. Bevor die Saison 92/93 angepfiffen wurde, schickte die SVR-Fußballabteilung ein Fossil in den sportlichen Ruhestand. Am Dienstag, 23. Juli 1992, gastierte Oberligist SSV Reutlingen zum "offiziellen" Abschiedsspiel von Uwe Bauer im Aspach. Die Achalmstädter schossen sich beim 19:1-Sieg vor 250 Guckern warm für die Runde und wurden Oberliga-Meister, der Ehrentreffer gelang ausgerechnet "uba" Bauer. 1992/93 - 25-jähriges Bestehen der AH, Mädchen A feiern Meisterschaft, Jugendordnung eingeführt, Relegation wird eingeführt, Auflösung der Ausländerligen: Kreisliga B, Staffel 2 - Wie sollte es weitergehen beim SVR? Der Nullpunkt war erreicht, man stand vor einem Scherbenhaufen. Wieder einmal. Glücklicherweise hatte man genügend neue Spieler durch die Integration der Kicker aus dem ehemaligen Jugoslawien. Spielleiter Uwe Bauer beerbte aus der Not heraus Edi Wisniewski (zur SGEH) als Trainer. Es war eine schwierige Situation, zumal der neue Spielleiter Uli Gentner während des Trainingslagers im heimischen Aspach wegen eines angeborenen, aber nicht diagnostizierten Herzfehlers zusammenbrach und mit dem Tod rang. Am Trainer blieb nun alles hängen, auch die Spielleiteraufgaben, weil niemand bereit war, diesen Posten zu übernehmen. Nicht nur Trainings- und Spielbetrieb (die neuen Spieler hatten kein Auto und mussten immer geholt und wieder nach Nürtingen gebracht werden), auch Behördengänge wegen der Aufenthaltsgenehmigung und Arbeitserlaubnis, Wohnungen und Jobs mussten organisiert werden für Menschen, die vor dem Bürgerkrieg in Jugoslawien geflüchtet waren. Aber irgendwie überstand man diese schwere Zeit, berappelte sich ob der sportlichen Fähigkeiten der Neuen sogar und wurde 9. unter 15 Mannschaften (9 Siege, 6 Unentschieden, 13 Niederlagen, 57:60 Tore, 24:32 Punkte. Kemal Islamovic war mit 12 Toren bester SVR-Schütze vor Peter Großmann (10) und Iliaz Kastrati (8). Meister wurde der Vorjahresdritte TSV Oberboihingen (50:6 Punkte) vor dem TSV Wolfschlugen (48:8), der aber über die erstmals ausgespielte Relegation ebenfalls aufstieg - der Bezirk Neckar-Fils hatte beim WFV einen Modellversuch beantragt und genehmigt bekommen und hervorragende Erfahrungen mit großen Zuschauerzahlen und tollen Spielen gemacht, so dass die restlichen WFV-Bezirke ebenfalls die Relegation einführten. Die SVR-Reserve belegte mit 10 Zählern Rückstand auf Meister TSV Wolfschlugen Platz 3 (34:14 Punkte, 68:36 Tore). Wie in der Saison zuvor wurden die Mädchen A Staffelmeister mit 21:3 Punkten und 71:16 Toren, wobei über 50 Treffer auf das Konto von WFV-Auswahlspielerin Suzanna Gawran gingen. Der Damenmannschaft war in der Bezirksliga zu Beginn wenig Glück beschieden. Es lief überhaupt nicht rund und Trainer Manfred Oßwald sah im Oktober keine Perspektiven mehr und gab auf. Nachfolger wurde Jürgen Nouvel, unter dem sich die Mannschaft wieder fing und respektable Ergebnisse ablieferte. Am Ende war's Platz 6 unter 9 Teams (6 Siege, 3 Unentschieden, 7 Niederlagen, 18:27 Tore, 15:17 Punkte). Souveräner Meister mit 28:4 Punkten wurde der ASV Aichwald. Nicht so gut lief es für die A-Jugend, die nach glänzendem Start und Tabellenführung aus der Leistungsstaffel kurz vor Saisonende abgemeldet werden und absteigen musste. Die Mannschaft wurde mit 5:35 Punkten (16:62 Tore) Letzter unter 11 Teams. Dagegen wurden die jüngsten SVR-Kicker Staffelmeister: Die F-Jugend setzte sich mit 10:0 Punkten und 31:4 Toren durch. Trainer waren Heinz Groß, Frank Schiller und Tobias Tscharntke. Die Alten Herren feierten im Juli 1992 ihr 25-jähriges Bestehen mit einem Kleinfeldturnier, an dem 10 Mannschaften teilnahmen und das der TB Neckarhausen im Endspiel gegen den TV Neidlingen durch einen 5:4-Sieg nach Neunmeterschießen gewann. Bei herrlichstem Wetter war auch der Jubilar im Einsatz, das Einlagespiel gegen den mit ehemaligen Landesligakickern gespickten SV Zainingen verloren die "Hirsche" mit 2:6. Nicht einmal den Sprung in den offiziellen Wettbewerb des Bezirkspokals schaffte der SVR, denn die 2:5-Pleite beim TB Ruit II bedeutete bereits in der Qualifikation das Ende aller Träume. Beim Sennerpokal in Unterboihingen (20. bis 26. Juli) überstand der SVR nach langer Zeit wieder einmal die Gruppenphase. Nach dem 1:1 gegen die späteren Finalisten SGEH und dem überraschenden 2:1-Erfolg gegen den TSV Wolfschlugen war allerdings im Achtelfinale Endstation. Die TSV Oberensingen überrannte die "Hirsche" mit 5:0. Am Freitag, 19. März 1993, fand im Vereinsheim die SVR-Jahreshauptversammlung statt. Erstmals seit 1984 wurde eine Satzungsänderung nötig und eine darin verankerte Jugendordnung bei neun Gegenstimmen verabschiedet. Damit waren bei Generalversammlungen auch Mitglieder mit 16 Jahren stimmberechtigt (bis dahin erst ab 18 Jahren). Vorsitzender Roland Hiller wurde ebenso wiedergewählt wie Fußballabteilungsleiter Willi Hybl. Der SVR-Fußballboss löste aber am Freitag, 11. Juni 1993, eine schwere Führungskrise in der Abteilung aus, denn er trat bei der Abteilungsversammlung nach fünfjähriger Amtszeit zurück. Seine Stellvertreterin Andrea Bayer war nicht geneigt, aufzurücken. Bei einer außergewöhnlichen Abteilungsversammlung zwei Wochen später am Freitag, 25. Juni, konnte das drohende Aus der SVR-Kicker aber gerade noch abgewendet werden: Markus Wiesenberg wurde zum Abteilungsleiter gewählt und Hermann Krappel übernahm den verwaisten Posten des Spielleiters. Zwei Wochen zuvor waren Hermann Kurz (AH-Leiter), Tanja Günther (Spielleiterin Damen) und Armin Haußmann (Jugendleiter) gewählt worden. Andrea Bayer und Hans-Dieter Czech als Stellvertretende Abteilungsvorsitzende wurden auch bei der Außerordentlichen gewählt. Die Abteilungsspitze war also wieder komplett und funktionsfähig. Seit 1993 findet jedes Jahr auf dem SVR-Sportgelände im Aspach eine praktische dezentrale Trainerschulung statt, die immer sehr gut besucht ist. Viele Größen des WFV-Lehrstabs waren bereits in Reudern. Bevor es in die neue Serie 93/94 ging, wurde ein Torhüter der Extraklasse, der dem SVR jahrelang eine zuverlässige Stütze war, würdig verabschiedet (er half danach freilich immer wieder bis Mitte des ersten Jahrzehnts des 21. Jahrhunderts kräftig aus, spielte sogar mehrere Spielzeiten durch - von einem richtigen Abschied konnte daher gar keine Rede sein): Günter Zepf. Am Freitag, 9. Juli 1993, gastierte wieder der SSV Reutlingen im Aspach, der Dritte der Oberliga Baden-Württemberg, und gewann mit 11:1. Kemal Islamovic erzielte in der 80. Spielminute vor 300 Zuschauern den Ehrentreffer. Und Ginne Zepf? Der hielt, was zu halten war, wieder einmal wie ein Weltmeister eben. Gerhard Bausch saß dabei erstmals auf der Trainerbank. 1993/94 - SVR-Frauen als Ausrichter der Hallen-Bezirksmeisterschaft, Frauenmannschaft abgemeldet, Seniorentreff eingerichtet, "Ampelkarte" löst Zeitstrafe ab: Kreisliga B, Staffel 2 - In den Integrationsbemühungen weitest gehend alleine gelassen vom Verein hatte Uwe Bauer die Konsequenzen gezogen und für den neuen Trainer Gerhard Bausch (kam vom TSV Neckartailfingen) Platz gemacht. Der sorgte mit der Mannschaft, zu der weitere Spieler aus dem ehemaligen Jugoslawien gestoßen waren, zu Beginn für Furore und stürmte mit 12:4 Punkten in die Spitzengruppe. Doch dann folgte der Einbruch und in der Winterpause lag man schon 9 Punkte hinter dem Tabellenzweiten TSV Altenriet. Am Ende wurde es Platz 6 unter 15 Mannschaften (11 Siege, 8 Unentschieden, 9 Niederlagen, 51:53 Tore, 30:26 Punkte). Meister wurde der Vorjahresvierte TV Bempflingen (48:8 Punkte) vor der TSV Oberensingen (43:13), die im ersten Relegationsspiel trotz einer 3:0-Führung am SV Nabern scheiterte (4:6 nach Elfmeterschießen). Erfolgreiste SVR-Torschützen waren Kemal Islamovic (13 Treffer), Fadil Hoti (7), Claus Bauer und Frank Guth (je 6). Die SVR-Reserve belegte Platz 7 unter 12 Teams (20:24 Punkte). Die Frauen des SVR übernahm in der Saison 93/94 Henrik Guth. Mit eher mäßigem Erfolg, denn die Mannschaft belegte Platz 7 unter 9 Teams (4 Siege, 3 Unentschieden, 9 Niederlagen, 17:36 Tore, 11:21 Punkte). Meister wurde der TSV Boll mit einem Punkt Vorsprung vor dem ASV Aichwald. Erstmals traten die Kickerinnen als Ausrichter der Hallen-Bezirksmeisterschaft in Erscheinung. In der Nürtinger Theodor-Eisenlohr-Halle sicherte sich der ASV Aichwald seinen ersten Hallentitel vor dem großen Favoriten FV Faurndau. Der SVR belegte in der Vorrundengruppe A bloß Platz 3 und war auf Grund des schlechteren Torverhältnisses draußen, erntete aber allenthalben Lob für die ausgezeichnete Organisation. Das dicke Ende sollte allerdings noch folgen, denn nach der Saison fiel die Mannschaft auseinander. Nach 11-jährigem Frauenspielbetrieb ging nichts mehr, Heide Schweizer teilte dies bei der Abteilungsversammlung Anfang Juni mit. Alle Anstrengungen waren umsonst, auch die angestrebte Fusion mit dem TSV Grötzingen klappte nicht. Kurz vor Saisonbeginn hatte die Gelb-Rote Karte die Zeitstrafe abgelöst. Spieler, Trainer und Unparteiische mussten sich also umstellen. Die D-Jugend des SVR mischte im August 1993 beim vom damaligen Bundestrainer Berti Vogts initiierten Wettbewerb "Fußball macht Freude" mit und belegte beim Finale in Ruit Platz 13. Immerhin die zweite Bezirkspokalrunde erreichten die "Hirsche". Nach dem mühsamen 2:1-Sieg bei den SSF Kappishäusern zog man zu Hause gegen den FK Celik Göppingen mit 5:7 nach Elfmeterschießen den Kürzeren. In Köngen machte die Sennerpokal-Karawane im Jahr 1993 halt (19. bis 25. Juli). 30 Teams waren am Start. Dem SVR wurde schnell der Zahn gezogen (0:4 gegen den späteren Gewinner FV 09 Nürtingen), dann rehabilitierte man sich mit einem 3:2-Erfolg gegen den TSV Wolfschlugen, war aber trotzdem ausgeschieden. Bei der Generalversammlung am Freitag, 25. März 1994, wurde Abteilungsboss Markus Wiesenberg in seinem Amt bestätigt und bei der Abteilungsversammlung am Freitag, 3. Juni 1994, wiedergewählt. Ebenso wie Heinz Groß (Jugendleiter), Manfred Hornung (Kassier), Peter Krumpholz (Schriftführer), Hermann Kurz jun. (AH-Leiter) und die Spielleiter Manfred Oßwald und Willi Hybl (Aktive) und Dieter Czech (Stellvertretender Abteilungsleiter). Im Oktober 1993 realisierte der SVR ein Vorhaben, das den Verantwortlichen schon lange wichtig war: Eine Seniorengruppe wurde gebildet, die sich einmal im Monat im Sportheim trifft. Bis heute wird diese beliebte Einrichtung von den älteren Mitgliedern gerne angenommen und ist nicht mehr wegzudenken. 1994/95 - Dreigestirn an der Abteilungsspitze, entscheidendes Relegationsspiel in Reudern, Württembergische Waldlaufmeisterschaften: Kreisliga B, Staffel 2 - Unter keinem guten Stern stand die Saison 94/95. Die Akteure aus dem ehemaligen Jugoslawien brachen mehr und mehr weg und dieser Aderlass konnte einfach nicht kompensiert werden. Zwar kehrten einige gestandene Kicker wieder zurück in den Aspach (Jürgen Fuchs, Jochen Stoll), aber die verletzungsgeplagte Elf stand von Beginn an im Tabellenkeller und konnte sich nie befreien. Ende November, genauer gesagt, am Mittwoch, 23. November, hat Gerhard Bausch entnervt aufgegeben, nachdem tags zuvor bloß noch ganze drei Spieler im Training waren. Spielleiter Manfred Oßwald war nicht zu beneiden. Abteilungsleiter Markus Wiesenberg übernahm den "Haufen" interimsmäßig, in der Winterpause stieg dann wieder Uwe Bauer bis zum Saisonende als Coach ein. Zu bewegen war freilich nichts mehr und die Mannschaft schloss die Runde als 13. unter 15 Teams ab (4 Siege, 6 Unentschieden, 18 Niederlagen, 31:84 Tore, 14:42 Punkte). Treffsicherster SVR-Stürmer war Frank Guth mit 14 Toren vor Ralf Besemer (4). Die Zweite wurde 11. unter 15 Mannschaften (45:85 Tore, 22:34 Punkte). Meister wurde der TSV Wolfschlugen, der ein Jahr zuvor via Relegation abgestiegen war, vor dem punktgleichen TSV Altenriet (beide 45:11 Punkte). Die Altenrieter blieben allerdings schon an der ersten Relegationshürde hängen (1:4 gegen den TSV Ötlingen). Besser als auf dem grünen Rasen präsentierten sich die Reuderner als Organisator des entscheidenden Relegationsspiels an der Schnittstelle Kreisliga A/Kreisliga B. A2-Vertreter TSV Kohlberg besiegte am Sonntag, 18. Juni 1995, vor 800 restlos begeisterten Zuschauern den B3-Zweiten TSV Ötlingen mit 4:3. Der VfR Süßen war zu stark für den SVR, die Filstäler gewannen in der ersten Bezirkspokalrunde im Aspach mit 6:3. Die SPV 05 Nürtingen war 1994 Ausrichter des Sennerpokals (25. bis 31. Juli). Gegen den Gastgeber erreichte der SVR trotz zweimaliger Führung nur ein 2:2, gegen Kreisliga-A-Vizemeister FC Frickenhausen gab es eine 0:8-Packung und schon war's wieder vorbei. Bei der Hauptversammlung am 17. März 1995 im Vereinsheim war Vorsitzender Roland Hiller zehn Jahre im Amt. Er wurde erneut an die Spitze des mittlerweile auf 888 Mitglieder angewachsenen Vereins gewählt. Im Schnellverfahren wurde die Tagesordnung abgehandelt und Hiller überbrachte die freudige Nachricht, dass ein lang gehegter Wunsch in Erfüllung gehen könnte, denn die Pläne zur Gerätehauserweiterung waren genehmigungsreif und von der Stadt kamen auch positive Signale. Gesamtjugendleiterin Gudrun Preinesberger forderte, im Vereinsheim entsprechende Angebote zu schaffen, damit sich die Jugend dort treffen kann. Und sie plante für den 7. Juli erstmals ein Kinderfest. Außer Hiller wurden Gerd Krause (Kassier), Fritz Schweizer (Sportheimverwalter), Franz-Martin Kindermann (Leichtathletik), Werner Kotz (Ski) und Dieter Stephan (Rad) gewählt. Außerdem machte die Verabschiedung einer Jugendordnung eine Satzungsänderung nötig. Der SVR war am 19. März 1995 Ausrichter der Württembergischen Waldlaufmeisterschaften. Große Teilnehmerfelder machten sich auf die vom Dauerregen ausgesprochen tief gewordenen Strecken und so manche Hoffnung blieb im Morast regelrecht stecken. Der SVR erntete trotz der widrigen Wetterverhältnisse großes Lob für die glänzende Organisation dieser Großveranstaltung. Im Rahmen der Vatertagshocketse am Donnerstag, 25. Mai, fungierte der SVR als Ausrichter der vier Kreispokalendspiele der D- und E-Jugend. Besonders erfreulich war, dass auch die D7-Mannschaft der "Hirsche" im Finale war und den Pott mit einem 3:1-Erfolg gegen den TSV Scharnhausen sogar holte. Obendrein machten die D-Jugendlichen das Double perfekt, denn sie wurden mit 24:4 Punkten und 52:19 Toren auch Staffelmeister. Weitere Erfolge der SVR-Jugendkicker: Die E-Jugend wurde mit 23:1 Punkten und 92:23 Toren Staffelmeister (Trainer waren Rudi Fritz, Serhat Ilica und Robert Sprich), die F-Jugend mit 12:2 Punkten und 25:6 Toren ebenfalls. Eine ausgesprochen erfolgreiche Saison also. Der Mittwoch, 14. Juni 1995, war wieder einmal ein ganz wichtiges Datum für die Fußballer, denn bei der Abteilungsversammlung musste ein neuer Abteilungsleiter gefunden werden. Markus Wiesenberg, eigentlich noch für ein Jahr gewählt, konnte aus beruflichen Gründen nicht mehr weitermachen und stellte sein Amt überraschend zur Verfügung. Doch das Interesse war gering wie selten, bloß 14 Mitglieder waren erschienen, so dass Schlimmstes zu befürchten war. Das kleine Häuflein machte allerdings Nägel mit Köpfen und wählte erstmals ein Dreier-Gremium an die Abteilungsspitze: Dieter Czech, Uli Henzler und Uwe Bauer, die sich die wichtigsten Aufgaben teilten. Spielleiter Manne Oßwald und sein Stellvertreter Willi Hybl wurden ebenfalls gewählt, genauso wie Jugendleiter Heinz Groß, AH-Leiter Bernd Unzeitig und Beisitzerin Andrea Bayer. 1995/96 - Umbau des Gerätehauses, Einführung der Drei-Punkte-Regelung und von drei Auswechselspielern: Kreisliga B, Staffel 2 - Ein neuer Trainer sollte den "Hirschen" wieder zu größeren Sprüngen verhelfen, deshalb verpflichteten die neuen Verantwortlichen für Uwe Bauer, der zusammen mit Uli Henzler und Dieter Czech das neue Trio an der Spitze der Abteilung bildete, Sezgin Özbey. Die Mannschaft startete in die erste Saison nach der revolutionären Umstellung von zwei auf drei Punkte pro Sieg (außerdem durften mit Beginn der Runde drei Spieler eingewechselt werden) recht forsch und schien an glanzvollere Tage anknüpfen zu können, war kurzfristig sogar Tabellenführer. Aber dann warfen Verletzungen die Mannschaft zusehends zurück - Torjäger Fadil Hoti, mit 11 Treffern erfolgreichster SVR-Torschütze vor Alexander Schorr (9) und Jochen Stoll (7), brach sich den Fuß und konnte in der Rückrunde nicht mehr eingesetzt werden. Am Ende reihte sich der SVR auf Rang 9 unter 14 Teams ein (9 Siege, 3 Unentschieden, 14 Niederlagen, 45:53 Tore, 30 Punkte). Der Rückstand auf Meister TSB Nürtingen, der ein Jahr zuvor Neunter war, betrug 24 Zähler, die TSV Oberensingen (52 Punkte) scheiterte im entscheidenden Relegationsspiel in Neidlingen am TV Bempflingen (1:3). Die Reserve belegte Platz 4 unter 13 Mannschaften (75:55 Tore, 45 Punkte). Nur ein Kurzauftritt wurde der Bezirkspokalwettbewerb für den SVR: Nach einem kampflosen 3:0 gegen den AC Ciro Club Esslingen unterlagen die "Hirsche" in der zweiten Runde dem Bezirksligisten FTSV Kuchen mit 1:4. Nicht nur beim Sennerpokal in Wendlingen (31. Juli bis 6. August 1995), als der SVR nach Niederlagen gegen den TV Tischardt (0:1) und den A-Kreisligisten TSV Kohlberg (3:8) wieder früh ausschied, sondern auch beim Teckpotenpokal in Weilheim nahmen die "Hirsche" in der Saisonvorbereitung 95/96 teil. Mit mäßigem Erfolg, man belegte in Gruppe A aber immerhin Platz drei unter fünf Teams. Nur eine Niederlage setzte es (1:4 gegen den TV Neidlingen), gegen den AC Catania Kirchheim gab es ein kampfloses 3:0 und noch zwei Unentschieden gegen den TSV Ötlingen (2:2) und den TSV Oberlenningen (1:1). Bei der Hauptversammlung am Freitag, 22. März 1996, wurde Kurt Lehmann zum Ehrenvorsitzenden gewählt. Sein Nachfolger Roland Hiller verkündete zur Freude aller, dass nach sechsjähriger Wartezeit die Genehmigung für den Umbau des Gerätehauses endlich erteilt wurde. Zahlreiche Arbeitsstunden leisteten die SVR-Mitglieder. Am 25. Mai wurde bereits Richtfest gefeiert, die Fußballer hatten bis dahin schon 350 Arbeitsstunden auf dem Buckel. Eine Blamage sondergleichen leisteten sich die Mitglieder der Fußballabteilung allerdings am Freitag, 28. Juni 1996, bei der Abteilungsversammlung im Vereinsheim: Ganze neun Interessierte saßen den neun Ausschussmitgliedern gegenüber. Eine Farce. Das im Vorjahr gewählt Dreier-Gremium Czech/Henzler/Bauer wurde im Amt bestätigt. Spielleiter Manfred Oßwald wurde ebenfalls im Amt bestätigt und Jürgen Fuchs löste Bernd Unzeitig als AH-Leiter ab. Kassier Manfred Hornung wurde enorm entlastet, denn Andrea Bayer übernahm die komplette Buchführung auf elektronischem Wege. 1996/97 - Tag des Kinderfußballs und Bezirkspokalendspiel in Reudern: Kreisliga B, Staffel 2 - Unter die ersten Drei wollte der SVR im zweiten Jahr mit Trainer Özbey und anfangs lief es auch relativ gut. Bis auf Platz 5 arbeitete sich die Mannschaft vor, hatte nach acht Spieltagen bei einem Spiel weniger nur 4 Punkte Rückstand auf die Spitze. Nur als Achter überwinterte man aber und nach dem Winter konnte man sich nicht mehr von diesem Platz lösen. Am letzten Spieltag hätte man noch auf Platz 5 klettern können, verlor aber zu Hause gegen den TSV Grafenberg mit 1:2. Unterm Strich stand also Rang 8 unter 14 Mannschaften (11 Siege, 4 Unentschieden, 11 Niederlagen, 49:52 Tore, 37 Punkte). Erfolgreichste Torschützen waren Oliver Kiesthardt mit 11 Treffern, Jochen Stoll (8) und Alexander Schorr (6). Meister wurde der Vorjahressechste TSV Neckartenzlingen (59 Punkte) mit einem Zähler Vorsprung vor der TSV Oberensingen, die erneut in der Relegation hängen blieb, gleich das erste Match in Beuren gegen den TSV Oberlenningen verlor (1:2). Die SVR-Reserve wurde mit 4 Punkten Rückstand hinter dem TSV Neckartailfingen Vizemeister (88:53 Tore, 56 Punkte). Als ausgezeichneter Gastgeber präsentierten sich die "Hirsche" wieder einmal am Sonntag, 15. Juni 1997, als das Bezirkspokalendspiel erneut im Aspach über die Bühne ging. Um 15 Uhr trafen Bezirksliga-Vizemeister TSV Köngen und A-Kreisligist TSV Linsenhofen vor 600 Zuschauern aufeinander, zuvor duellierten sich die beiden Frauenteams des TSV Denkendorf und des TSV Deizisau, das die Denkendorferinnen mit 6:2 für sich entschieden. Bei den Herren hatte der Außenseiter vom Egart nach langer Gegenwehr am Ende keine Chance und unterlag mit 0:4. Dabei erlebte das neue Gerätehaus, das am Freitag, 27. Juni, offiziell eingeweiht wurde, seine Feuertaufe. Die D7-Jugend des SVR wurde Staffelmeister. 73:18 Tore und 43 Punkte aus 16 Spielen mit nur einer Niederlage und einem Remis lautete die stolze Bilanz. Trainer waren Robert Sprich und Christian Maiwald, Rudi Fritz stand als Betreuer zur Seite. Wieder kein Glück im Bezirkspokal: In der ersten Runde unterlag der SVR dem A-Kreisligisten TSV Denkendorf mit 0:2. Beim Sennerpokal 1996 in Oberensingen (22. bis 28. Juli) flog der SVR wieder früh raus. Nach einer 0:3-Pleite gegen die SSF Kappishäusern rehabilitierte man sich aber im zweiten Gruppenspiel mit einem 2:1-Erfolg über den TSV Altdorf. Die Nürtinger Zeitung und die Kreissparkasse Nürtingen hoben vor der Saison die Fair-Play-Aktion aus der Taufe. Die "Hirsche" belegten allerdings nur Platz 28 unter 36 geführten Teams. Beim Tag des Kinderfußballs tummelten sich am Samstag, 7. Juni 1997, fast 200 Nachwuchskicker der E- und F-Jugend auf dem Sportgelände Aspach. Die SVR-Jugendfußballverantwortlichen hatten eine tolle Spielstraße und einen ansprechenden Parcour für die fußballerischen Aufgaben aufgebaut. Am Ende erhielt jeder junge Spieler ein Präsent aus Schokolade. Trotz einer riesigen Tagesordnung ging die Hauptversammlung am Freitag, 21. März 1997, im Sportheim zügig über die Bühne. Der befürchtete große Hauskrach, weil der Umbau des Gerätehauses mangels Engagement einiger Abteilungen nicht wie geplant umgesetzt werden konnte, blieb aus. Vorsitzender Roland Hiller wurde für zwei weitere Jahre gewählt. Am Freitag, 20. Juni 1997, ging beim SVR eine lange Ära zu Ende, denn Jugendleiter Heinz Groß kandidierte bei der Abteilungsversammlung im Sportheim nicht mehr. Für ihn wurde Thomas Albrecht gewählt. Außerdem gewählt wurden Kassier Manfred Hornung, die Aktiven-Spielleiter Manfred Oßwald und Klaus Besemer und AH-Leiter Jürgen Fuchs. Ute Stoll löste Peter Krumpholz, der weg zog, als Schriftführerin ab. Bei der Fair-Play-Aktion belegte der SVR nur Rang 28 unter 36 gelisteten Teams. 1997/98 - Relegation zur Bezirksliga eingeführt, Stichtag im Jugendfußball geändert, neue Geschäftsstelle: Kreisliga B, Staffel 2 - Vorne mitspielen wollten die "Hirsche" im dritten Jahr unter Trainer Özbey, aber der Start ging völlig in die Hose. Insgesamt achtmal hielt man während der Saison die Rote Laterne in Händen. Nach der 1:2-Niederlage bei der SPV 05 Nürtingen am 9. November 1997 wollte Özbey nicht mehr und trat zurück. Der Trainingseifer der Mannschaft war derart miserabel, dass einfach nicht mehr herauskam. Spielleiter Klaus Besemer und Uwe Bauer, Mitglied des dreiköpfigen Gremiums an der Abteilungsspitze, übernahmen den "Haufen" interimsmäßig für die letzten vier Spiele bis zur Winterpause. In der spielfreien Zeit wurde Werner Achtzehner verpflichtet, doch auch unter ihm wurde es nicht wirklich besser. Der SVR holte zu seinen mageren 8 Pünktchen bis Weihnachten zwar noch 13 Zähler, doch am Ende war man froh, nicht Letzter geworden zu sein und Achtzehner, mit dem man gerne weitergemacht hätte, nahm wieder seinen Hut. Der SVR wurde also 12. unter 13 Teams (6 Siege, 3 Untentschieden, 15 Niederlagen, 37:65 Tore, 21 Punkte), punktgleich mit Vordermann TSV Grötzingen. Erfolgreichster Reuderner Torschütze war Alexander Schorr mit 10 Treffern, Jochen Stoll und Jakub Can trafen je 5 mal ins Netz. Meister wurde der Vorjahresdritte TSV Neckartailfingen (65 Punkte) mit 16 Punkten Vorsprung vor dem TB Neckarhausen, der aber in der Relegation den TSV Holzmaden (4:0 in Unterlenningen) und den A-Kreisligisten TV Bempflingen (2:0 in Neuffen) schlug und ebenfalls aufstieg. Die SVR-Reserve wurde Fünfter unter 13 Teams (67:65 Tore, 39 Punkte). In dieser Spielzeit wurde im Bezirk Neckar-Fils endlich auch die Relegation zur Bezirksliga eingeführt, A1-Vize TSV Baltmannsweiler marschierte ins Oberhaus durch. Die D7-Jugend des SV Reudern sicherte sich erneut souverän die Staffelmeisterschaft. 50 Punkte und 102:17 Tore holten die Jungs der Trainer Christian Maiwald und Bernd Eschhold aus den 18 Spielen ohne Niederlage (bloß 2 Unentschieden). Im Kreispokalendspiel unterlag die Mannschaft allerdings dem FV 09 Nürtingen II mit 1:2. Auch die F-Jugend wurde Staffelmeister mit 7 Siegen in 7 Spielen (61:6 Tore). Trainer waren Bernd Nadler, Günter Wache und Thomas Albrecht. Eine Änderung erfuhr vor der Spielzeit der Jugendfußball. Für die Zugehörigkeit zu einer bestimmten Altersklasse war fortan das Kalenderjahr maßgeblich, der Stichtag 31. Juli wurde aufgehoben. Der WFV und der DFB mussten sich diesbezüglich dem Diktat der FIFA beugen. Für viele Kinder, die zwei verschiedenen Jahrgängen, aber einer Schulklasse angehörten, war dies jedoch nicht gerade angenehm. Immerhin die zweite Runde erreichte der SVR im Wettbewerb um den Bezirkspokal. In der ersten Runde bezwang man den TV Bempflingen mit 3:2, dann unterlag man daheim dem A-Kreisligisten TSV Linsenhofen mit 1:2. Der Sennerpokal fand im Juli 1997 beim TSV Raidwangen statt (28. Juli bis 3. August). Für den SVR war die Vorrunde nach Niederlagen gegen den TSB Nürtingen (2:3) und TSV Wolfschlugen (0:2) Endstation. Eine besondere Aktion initiiert hatte SVR-Jugendleiter Thomas Albrecht am Sonntag, 19. Oktober 1997: Vor dem Punktspiel gegen den TSV Grafenberg gastierten zwei Nachwuchsteams des VfB Stuttgart im Aspach, um gegen die SVR-Alterskameraden Benefizspiele zu Gunsten eines 6-jährigen an Leukämie erkrankten Mädchens aus Wendlingen zu bestreiten. Alle Einnahmen an diesem Tag, auch die Eintrittsgelder der Aktiven und der gesamte Bewirtungsumsatz, flossen auf ein Sonderkonto der Deutschen Knochenmarkspenderdatei. 6233 Mark kamen zusammen. Die F-Jugend des SVR verlor mit 2:8, die D-Jugend mit 5:26, doch als Verlierer musste sich niemand fühlen, denn die Eltern der VfB-Spieler spendeten pro geschossenes Tor 5 Mark. Die Generalversammlung am Freitag, 20. März 1998, im Sportheim war geprägt von langen und bisweilen hitzigen Diskussionen, denn die Vorstandschaft wollte das Problem der Sportheimbewirtschaftung endlich lösen. Über Jahre hinweg gab es immer wieder Unstimmigkeiten und die meisten Abteilungen sahen sich nicht mehr in der Lage, die Sonntagsbewirtung zu übernehmen. Eine Regelung wurde auch gefunden: Else und Manfred Hornung übernahmen die Bewirtung am 1. April. Der SVR hatte in der Steigstraße in der ehemaligen Molkerei eine Geschäftsstelle bezogen, die anderen Vereine in Reudern lehnten es ab, die Räume gemeinsam zu nutzen. Dieter Czech, offizieller Sprecher der Fußballabteilung und Verbindungsglied zum Hauptverein, wurde (stellvertretend für das Dreier-Gremium) für zwei weitere Jahre gewählt. Wiedergewählt wurden auch Erich Rüb (Zweiter Vorsitzender), Gudrun Preinesberger (Gesamtjugendleiterin), Thomas Pfeiffer (Tischtennis) und die Kassenprüfer Werner Scherrer und Ute Stoll. Czech mahnte dabei an, sich Gedanken zu machen, wie Jugendarbeit künftig zu finanzieren sei. Beim SVR tummelten sich seinerzeit etwa 120 Nachwuchskicker. "Ehrenamtliche Tätigkeit in den Vereinen und ständig steigende Gebühren passen nicht zusammen", gab Czech zu bedenken. Die Abteilungsversammlung 1998 ging sehr bald, nämlich schon am Freitag, 8. Mai, im Sportheim über die Bühne. Dieter Czech, Uli Henzler und Uwe Bauer wurden als Führungsgremium bestätigt. Nachdem Trainer Werner Achtzehner seinen Abschied nach nur einem halben Jahr im Aspach recht spät angekündigt hatte, wurde es bei der Suche nach einem neuen Coach recht eng. Schließlich fand man mit Uli Schott aber doch noch einen sehr guten Übungsleiter. Bei der Fair-Play-Aktion belegten die SVR-Kicker Platz 21 unter 36 Teams. 1998/99 - Neues Vereinswechselrecht, Fertigstellung Gerätehaus sowie Wasser- und Abwassermaßnahmen: Kreisliga B, Staffel 2 - Nach den schweren Jahren Anfang der 90er war der SVR wieder ganz unten angekommen und musste den Neuaufbau einleiten. Sportliche Ziele konnte man sich gar nicht setzen, wichtig war, dass man wieder Spaß hatte und die Kameradschaft pflegte. Das gelang auch. Mit Uli Schott hatte man einen Spielertrainer verpflichtet, der neuen Zug reinbrachte und mit 13 Treffern auch zum erfolgreichsten SVR-Torschützen avancierte - vor Jochen Stoll (10) und Azem Matosi (8). Nach gutem Start fehlte allerdings die Konstanz, doch am letzten Spieltag schaffte man mit einem 4:2-Erfolg über den TSB Nürtingen noch den Sprung auf einen einstelligen Tabellenplatz, wurde schließlich 9. unter 14 Mannschaften (9 Siege, 4 Unentschieden, 13 Niederlagen, 49:57 Tore, 31 Punkte). Meister wurde der Vorjahresfünfte TSV Altenriet (61 Zähler) mit vier Punkten Vorsprung vor dem TSV Raidwangen, der gegenüber der punktgleichen SPV 05 Nürtingen das bessere Torverhältnis hatte, aber in Oberboihingen bereits an der ersten Relegationshürde hängen blieb (5:6 nach Elfmeterschießen gegen den TSV Schopfloch). Die SVR-Reserve belegte im Zehner-Feld nur den letzten Platz (19:60 Tore, 7 Punkte). Die zweite E7-Jugendmannschaft wurde souveräner Staffelmeister mit der Maximalpunktzahl 36 aus 12 Spielen und 125:17 Toren. Trainer waren Thomas Albrecht und Günter Wache. Aus in Runde eins hieß es im Bezirkspokal nach der 0:3-Heimniederlage gegen den Bezirksligisten SF Dettingen. Beim Sennerpokal, der vom 27. Juli bis 2. August 1998 beim TB Neckarhausen im Beutwang stattfand, flog der SVR einmal mehr in der Vorrunde raus. Gegen die TSV Oberensingen (0:3) und den TSV Oberboihingen (1:2) gab es Niederlagen. Am 1. Mai 1999 trat ein neues Vereinswechselrecht in Kraft, mit dem der Vereinswechsel bundesweit vereinheitlicht wurde. Die WFV-Klubs mussten sich ganz schön umstellen, zumal auch die Ablösesummen zwischen den einzelnen Spielklassen festgeschrieben wurden. Bei der Hauptversammlung am 26. März 1999 im SVR-Sportheim wurde Vorsitzender Roland Hiller für zwei weitere Jahre gewählt. Die Fertigstellung des Gerätehauses lag in den letzten Zügen und eine neue Wasser- und Abwasserversorgung wurde ebenfalls fertiggestellt.Obendrein wurde die neue Geschäftsstelle eingeweiht. Nach 25-jähriger ehrenamtlicher Tätigkeit als Abteilungsleiter Ski/Rad wurde Werner Kotz verabschiedet (Rainer Daginnus wurde zu seinem Nachfolger gewählt), ebenso wie Gerd Krause, der zehn Jahre lang Kassier und drei Jahre Tischtennisabteilungsleiter war. Bei den Wahlen konnte kein Kassier gefunden werden, deshalb übernahm Krause das Amt weiterhin kommissarisch. Außer Hiller und Daginnus wurde noch Uwe Müller als Abteilungsleiter Leichtathletik gewählt. Die Abteilungsversammlung fand am 28. Mai 1999 statt. An der Spitze gab es keinerlei Veränderungen. In der Fair-Play-Wertung der Nürtinger Zeitung belegte der SVR Platz 14 unter 35 Mannschaften. 1999/2000 - entscheidendes Relegationsspiel zur Bezirksliga mit Rekordbesuch im Aspach, Strukturreform abgeschmettert, Orientierungsrunde bei der E-Jugend eingeführt: Kreisliga B, Staffel 2 - Den Aufwärtstrend der Vorsaison wollte der SVR fortsetzen, Uli Schott und seine Schützlinge peilten daher das Ziel "Vorderes Mittelfeld" an. Der Start war katapultartig, denn nach einem 8:3-Triumph in Schlaitdorf war der SVR Tabellenführer. Eine kurze Momentaufnahme freilich, denn alsbald folgte der Einbruch. Zwar wurden die ersten drei Partien allesamt deutlich gewonnen, doch dabei schien der Bodenkontakt verloren gegangen zu sein. Plötzlich lief nicht mehr viel zusammen und nach der 1:4-Heimpleite gegen den TSV Raidwangen am 28. November 1999 schmiss Schott den Bettel hin. Wieder stand das "Hirschrudel" ohne Leittier da. Uwe Bauer und Torhüter-Legende Günter Zepf coachten die Mannschaft vollends bis zur Winterpause, wobei alle drei terminierten Spiele den schlechten Platzverhältnissen zum Opfer fielen. Als es dann im März wieder weiterging, stand nach zweijähriger Abstinenz im Aspach wieder Sezgin Özbey auf der Kommandobrücke. Es sollte der Anfang einer langen und recht erfolgreichen Ära sein. Zunächst freilich bezahlte die junge Truppe weiter kräftig Lehrgeld, belegte am Ende unter 15 Mannschaften Platz 10 (10 Siege, 3 Unentschieden, 15 Niederlagen, 49:58 Tore, 33 Punkte). SVR-Torschützenkönig wurde Jochen Stoll (12 Treffer) vor Nico Cicinelli (10) und Marco Pfeffer (7). Die Meisterschaft feierte der Vorjahresvierte SV 07 Aich (68 Punkte) mit nur einem Zähler Vorsprung vor dem TV Bempflingen, der aber via Relegation mit Siegen über die SGEH (6:5 nach Elfmeterschießen in Raidwangen) und den A-Kreisligisten TSV Altenriet (6:1 in Beuren) ebenfalls aufstieg. Die SVR-Reserve landete auf Rang 11 unter 13 Teams (31:68 Tore, 24 Punkte). Im Bezirkspokal erreichte der SVR nicht einmal die 1. Runde. In der Qualifikation blieb man bereits hängen, unterlag in heimischer Umgebung dem TSV Beuren mit 0:1. Beim Staffeltag der Jugend-Kreisstaffeln Anfang Juli '99 in Notzingen wurde den Vereinen mitgeteilt, dass ab der Saison 1999/2000 bei den E-Jugendlichen ein neues Spielsystem eingeführt wird. Im Herbst wird seither eine Orientierungsrunde und im Frühjahr eine Meisterschaftsrunde gespielt. Nach diesem Modus spielten später auch D- und C-Jugend. Im Juli 1999 war der FV 09 Nürtingen wieder Gastgeber des Sennerpokalturniers (19. bis 25.). Der SVR verlor zwar sein zweites Match gegen den TSB Nürtingen mit 1:3, schaffte aber dank eines 2:1-Erfolges über den TSV Neckartenzlingen nach langer Zeit wieder einmal das Achtelfinale des siebentägigen Spektakels. In der Runde der letzten 16 folgte aber beim 1:4 gegen den Bezirksligisten TSV Wolfschlugen das Aus. Der Schlussakkord der Saison 1999/2000 erklang auf dem Reuderner Sportgelände im Aspach am Sonntag, 25. Juni, um 16 Uhr und es wurde der absolute Höhepunkt der Serie. Die "Hirsche" erwiesen sich darüberhinaus einmal mehr als glänzende Gastgeber eines rauschenden Fußballfestes. Das entscheidende Relegationsspiel zwischen A2-Vizemeister TSV Jesingen und dessen Lokalrivalen, Bezirksligist TSV Weilheim, lockte sensationelle 1200 Zuschauer an - das ist bis heute Stadionrekord. Die Partie begann wegen des großen Andrangs eine Viertelstunde später. Die Jesinger erzielten in der Nachspielzeit den 2:1-Siegtreffer und stiegen erstmals ins Oberhaus auf. Bei der Fair-Play-Aktion der NZ landete der SVR auf Rang 13 unter 37 Teams. Beim Bezirkstag am Freitag, 26. Mai 2000, in Jesingen sprachen sich die Vereinsdelegierten zwischen Neckar und Fils zwar klar für die vom WFV geplante Strukturreform aus (Reduzierung der Bezirke von 16 auf 12 und Deckungsgleichheit der politischen Landkreise mit den Sportkreisen), aber beim Verbandstag am 8. Juli in Sindelfingen begehrten die kleinen Bezirke auf und ließen die Reform scheitern. Bei der Hauptversammlung am 31. März 2000 im Sportheim waren den Berichten der einzelnen Abteilungen positive Trends zu entnehmen. 822 Mitglieder wurden geführt. Nach Jahren mit erheblichen Investitionen entwickelte sich die Kassenlage erfreulicherweise wieder nach oben. Erich Rüb (Zweiter Vorsitzender), Joachim Daube (als neuer Kassier), Dieter Czech (Fußball) und Thomas Pfeiffer (Tischtennis) wurden in führende Positionen gewählt oder in ihren Ämtern bestätigt. Die Abteilungsversammlung im Jahr 2000 brachte einige Veränderungen. Am Mittwoch, 21. Juni, wurde im Vereinsheim getagt und es hatten sich weitaus mehr Interessierte eingefunden als noch in den Jahren zuvor. Das Dreigestirn an der Spitze wurde gesprengt, denn Dieter Czech zog sich aus beruflichen Gründen zurück und Uli Henzler rückte als Stellvertreter ins zweite Glied. Übrig blieb Uwe Bauer, den die Versammlung auch zum Abteilungsleiter wählte. Nun brauchte man aber noch einen Kassier, denn im seitherigen Führungsgremium oblagen Bauer die Finanzen. Nach langem Hin und Her brach ein junger Bursche das Eis: Christian Gude wurde zum Kassier gewählt und auf einmal ging ein Ruck durch die Versammelten. Jochen Stoll füllte nun die vakante Position des Spielleiters und kündigte frischen Wind an. Er folgte dem aus gesundheitlichen Gründen kürzer tretenden Klaus Besemer. Ute Stoll wurde als Schriftführerin bestätigt und Jürgen Fuchs als AH-Leiter. 2000/2001 - Wechsel an der Spitze, A-Jugend spielt samstags: Kreisliga B, Staffel 2 - Ins vordere Mittelfeld wollte der SVR, doch man kam nicht in die Gänge, verlor viele Spiele unglücklich und steckte von Beginn an im unteren Tabellendrittel fest. Erst gegen Ende der Vorrunde ließ man aufhorchen. Gegen den späteren Meister TSV Altenriet spielte man zweimal unentschieden. Nach der Winterpause verlor man bloß noch drei Begegnungen, kam aber dennoch nicht über Platz 9 unter 15 Mannschaften hinaus (10 Siege, 7 Unentschieden, 11 Niederlagen, 52:49 Tore, 37 Punkte). Die treffsichersten Torschützen waren Marco Pfeffer (12 Tore), Jochen Stoll (11) und Markus Hiller (9). Meister wurde Vorjahresabsteiger TSV Altenriet (66 Punkte) mit 8 Zählern Vorsprung auf Vizemeister TSV Raidwangen, der das erste Relegationsspiel bei der SPV 05 Nürtingen gegen den TASV Kirchheim mit 0:2 verlor. Die Reserve wurde 6. unter 12 Teams (60:44 Tore, 38 Punkte). Im Bezirkspokal verlor der SVR gegen den späteren A2-Meister NK Marsonia Frickenhausen mit 1:6 und war erwartungsgemäß weg vom Fenster. Nachträglich wurde diese Niederlage zwar in einen 3:0-Sieg umgewandelt, weil Marsonia einen nicht spielberechtigten Akteur eingesetzt hatte, doch dieses Urteil fiel zu spät und verpuffte ohne Wirkung. Völlig von der Rolle waren die "Hirsche" beim Sennerpokal vom 24. bis 30. Juli 2000 beim TSV Altdorf. Eine Klatsche gegen die SPV 05 Nürtingen (0:4) und ein 0:2 gegen den FV 09 Nürtingen bedeuteten das frühe Ausscheiden. Platz 17 unter 36 geführten Mannschaften: Der SVR schaffte wieder nicht den Sprung an die Fleischtöpfe der Fair-Play-Aktion. Um den kleinen Vereinen die Möglichkeit zu bieten, ihre ältesten Jugendspieler auch in den aktiven Mannschaften einzusetzen, beschlossen die Vereine bei den Jugendstaffeltagen, dass die A-Jugend nicht mehr Sonntagvormittags, sondern ab der Saison 2000/2001 samstagnachmittags spielt. Die Generalversammlung am 23. März 2001 im Gymnastikraum der Gemeindehalle markierte das Ende einer Ära und läutete eine neue Zeitrechnung ein: Roland Hiller, der den Verein über 16 Jahre lang führte, kandidierte nicht mehr und wurde zum Ehrenvorsitzenden ernannt, sein seitheriger Stellvertreter Erich Rüb wurde zu seinem Nachfolger gewählt. Rund 100 Mitglieder waren gekommen und unterstrichen die Wichtigkeit dieses Abends, der auch zu zahlreichen Ehrungen genutzt wurde. Weil alle Berichte schriftlich auslagen, konnte die umfangreiche Tagesordnung rasch abgearbeitet werden. Unter anderem standen Satzungsänderungen an: Der Vorsitzende hieß nun Vorstandssprecher, die Abteilungsleiter wurden zu Abteilungsvorsitzenden. Außerdem wurde bei 2 Gegenstimmen und 9 Enthaltungen eine Beitragserhöhung abgesegnet und ein Abteilungsbeitrag eingeführt. Neben Rüb wurden gewählt: Gudrun Preinesberger (Stellvertretende Vorstandssprecherin), Joachim Daube (Finanzvorstand), Uwe Bauer (Fußball), Rainer Daginnus (Ski/Rad), Herbert Mathis (Leichtathletik/Jedermann), Thomas Pfeiffer (Tischtennis), Sonja Weckenmann (Jugendvorstand) sowie die Kassenprüfer Werner Scherrer und Ute Stoll. Die Abteilungsversammlung 2001 fand am 17. Mai statt. Und es grollte über dem Aspach. Spielleiter Jochen Stoll war wenige Tage vor der Versammlung zurückgetreten und erhob gegen die Abteilungsspitze schwere Vorwürfe. Uwe Bauer wollte die ein Jahr zuvor eingeschlagene Richtung aber unbedingt fortführen (weil sich ein klarer Aufwärtstrend abzeichnete), entkräftete alle Anschuldigungen und bot trotzdem seinen Rücktritt an, um nicht im Wege zu stehen. Stoll war allerdings nicht bereit, weiterzumachen und so stand man zwar mit einem Abteilungsboss, aber wieder ohne Spielleiter da. Klaus Besemer übernahm schließlich erneut diese Position. Hubert Tischer wurde zum AH-Leiter gewählt, leitete die Geschicke der Senioren bereits seit Januar. Im Jahr 2001 veranstaltete der SVR sein letztes Kleinfeldjugendturnier. Über viele Jahre hinweg war dieses Turnier nach der Saison stets ein Anziehungspunkt für den Nachwuchs. Über 60 Mannschaften beteiligten sich in den Boom-Zeiten, doch nun bröckelte es immer weiter ab und letztendlich war nichts mehr verdient. Ähnlich verhielt es sich mit dem Jugend-Hallenturnier, das die "Hirsche" viele Jahre im Januar veranstalteten. Da die Hallenmiete für die zweitägige Kickerei immer höher wurde, blieb unterm Strich nichts mehr hängen und man entschloss sich, kein Turnier mehr auszurichten. 2001/2002: Kreisliga B, Staffel 2 - In der dritten Saison unter Trainer Sezgin Özbey wollte der SVR an die starke Rückrunde der Vorsaison anknüpfen, es sprang allerdings wieder nur der 9. Tabellenplatz heraus. Der Start ging indes erneut in die Hose, die Mannschaft kam nie übers Mittelmaß hinaus (9 Siege, 6 Unentschieden, 13 Niederlagen, 42:48 Tore, 33 Punkte). Marco Pfeffer (10 Treffer), Markus Hiller und Tobias Bäurle (je 5) waren die treffsichsten SVR-Torschützen. Meister wurde der Vorjahresdritte TSV Grafenberg (67 Punkte) mit 7 Zählern Vorsprung auf den TSV Grötzingen, der aber alle Relegationshürden übersprang und ebenfalls aufstieg (in Weilheim 4:2 nach Verlängerung gegen den TSV Oberlenningen und in Unterensingen 4:2 nach Elfmeterschießen gegen A-Kreisligist TSV Linsenhofen). Die SVR-Reserve wurde 13. unter 15 Mannschaften (39:78 Tore, 24 Punkte). Der 11. September 2001 wird wohl ewig im Gedächtnis vieler Menschen haften bleiben. Die Terroranschläge von New York und Washington lähmten auch den Sport für kurze Zeit. Der WFV sagte alle Spiele ab, die auf 12. und 13. September angesetzt waren. Zwei Nullnummern gegen den TSV Grötzingen und den TV Bempflingen bescherten dem SVR beim Sennerpokal 2001 in Linsenhofen (23. bis 29. Juli 2001) einmal mehr das vorzeitige Ende. Im Bezirkspokal flog man ebenfalls in Runde eins raus. Bezirksligist TSGV Großbettlingen dominierte im Aspach beim 6:1 klar. Bei der Fair-Play-Aktion belegte der SVR Platz 8 unter 35 Teams, mit 5 Gelb-Roten und 1 Roten Karte belastet. Bei der Hauptversammlung am Freitag, 22. März 2002, im Vereinsheim mahnte der neue Erste Vorsitzende Erich Rüb in seinem ersten Rechenschaftsbericht mehr Toleranz an. Die Ehrenamtsmüdigkeit der meisten Mitglieder machte dem SVR nach wie vor schwer zu schaffen (es wurde beispielsweise kein neuer Finanzvorstand für den scheidenden Joachim Daube gefunden). Dabei galt es wichtige Themen in Angriff zu nehmen, etwa die Neugestaltung des Vereinsheims und der kompletten Sportanlagen. Außerdem wurde angemahnt, dass das Sportheim trotz gewährter Sonderkonditionen nicht wie gewünscht genutzt wird. Bei der Abteilungsversammlung am 21. Juni 2002 im Sportheim gab es ein Stühlerücken. Uli Henzler wurde nach über 20-jähriger ehrenamtlicher Tätigkeit in vielerlei Bereichen verabschiedet. Für ihn wurde Markus Hiller zum Stellvertretenden Abteilungsvorsitzenden gewählt. Kassier Christian Gude machte Platz für Thomas Hiller und Schriftführerin Ute Stoll stand ebenfalls nicht mehr zur Verfügung, sie wurde von Isabel Meister-Hahn abgelöst. Sorgen bereitete vor allem der einbrechende Nachwuchsbereich. Klaus Besemer blieb Spielleiter, Hubert Tischer stand weiter der AH vor. 2002/2003 - entscheidendes Relegationsspiel zur Kreisliga A2 in Reudern - Neues Vereinswechselrecht, durchgängige Relegation bis zur Landesliga: Kreisliga B, Staffel 2 - Nicht mehr so weit aus dem Fenster lehnten sich die SVR-Macher bei der Zielvorgabe für die Spielzeit 02/03. "Besser als letzte Saison" hieß es nur noch. Und es wurde besser, deutlich besser sogar. Zwar wurde Topfavorit TTSB Nürtingen, im Jahr zuvor noch Fünfter, mit 71 Zählern Meister (nur einen Punkt vor dem TV Bempflingen, der im ersten Relegationsspiel in Ötlingen gegen den TASV Kirchheim mit 0:4 verlor) und dem SVR fehlten nur 2 Punkte auf Rang 4, aber insgesamt fehlte doch etwas die Konstanz, sonst hätten die "Hirsche" zumindest in den Kampf um Platz 2 eingreifen können. Immerhin wurde erstmals die 50-Punkte-Marke geknackt. So blieb am Ende Platz 5 im 15er-Feld (16 Siege, 3 Unentschieden, 9 Niederlagen, 69:43 Tore, 51 Punkte). Es war die beste Serie seit dem Abstieg 1987. Cem Demir (15), Markus Hiller (14) und Franco Pellegrino (7) waren die treffsichersten SVR-Torschützen. Die SVR-Reserve belegte Platz 6 unter 15 Teams (81:63 Tore, 44 Punkte). Im Bezirkspokal platzten die Träume schon in der Qualifikation. Auf eigenem Terrain unterlag der SVR dem TV Bempflingen mit 2:4 nach Elfmeterschießen. Hochsommer war's, doch die kühlere Luft der Schwäbischen Alb nutzte im Juli 2002 (22. bis 28.) nichts, als der SVR bei der SG Erkenbrechtsweiler/Hochwang sein erstes Sennerpokal-Gruppenspiel gegen den TSV Grafenberg mit 1:5 verlor. Das 3:4 gegen Bezirksligist TSV Wolfschlugen war zwar achtbar, bedeutete aber wieder das frühe Scheitern. Am 1. November 2002 trat ein neues Vereinswechselrecht in Kraft. Seither gibt es zwei Wechselperioden. In der ersten vom 1. Juli bis 31. August können Sperren mittels festgelegten Ablösesummen umgangen werden, in der zweiten vom 1. bis 31. Januar sind Ablösesummen frei auszuhandeln, ein Spieler benötigt jedoch die Freigabe des abgebenden Vereins. Den guten Ruf der Reuderner als hervorragende Organisatoren und Gastgeber machte sich der Bezirk erneut zunutze und vergab das entscheidende Relegationsspiel zur Kreisliga A, Staffel 2 in den Aspach. Am Mittwoch, 16. Juni 2003 (Anpfiff 18 Uhr), besiegte B3-Vize TASV Kirchheim den A-Kreisligisten NK Marsonia Frickenhausen vor 450 Zuschauern klar mit 5:1 und das türkische Freudenfest war perfekt. Bei der Hauptversammlung am Freitag, 21. März 2003, im SVR-Sportheim wurde das in die Jahre gekommene Klubheim thematisiert. Umbau oder Neubau lautete die Frage. Aus finanziellen Gründen wurde eine großzügig angelegte Planung aber wieder verworfen und eine schrittweise Vorgehensweise in den Folgejahren ins Auge gefasst. Giuseppe Fiore wurde zum Finanzvorstand gewählt, nachdem Joachim Daube aus beruflichen Gründen aufgehört hatte und die Geschäfte vorübergehend von den Abteilungskassieren geleitet werden mussten. Vorstandssprecher Erich Rüb wurde im Amt bestätigt und ging in seine zweite Periode. Ein Jugendvorstand konnte dagegen nicht gefunden werden, weshalb sich die Abteilungsjugendleiter dieses Postens gemeinsam annehmen mussten. Am Freitag, 16. Mai 2003, wurde Uwe Bauer bei der Abteilungsversammlung wieder zum Abteilungsvorsitzenden gewählt. Auch Jugendleiter Thomas Albrecht wurde in seinem Amt bestätigt und AH-Chef Peter Bayer, der im Herbst die Geschäfte der Alten Herren übernommen hatte, wurde einstimmig gewählt. Mit ihm kehrte wieder Ruhe bei den Senioren ein, das Kompetenzgerangel hatte endlich ein Ende. Klaus Besemer kümmerte sich als Spielleiter weiter um die Belange der Aktiven. Beim WFV-Verbandstag in Sindelfingen beschlossen die Delegierten am Samstag, 5. Juli 2003, die durchgängige Relegation. Was im Bezirk Neckar-Fils klein angefangen hatte, entwickelte sich nicht nur im Verbandsgebiet zu einer Erfolgsgeschichte. Von der Kreisliga C bis zur Landesliga hatte nun der Vizemeister die Möglichkeit, ebenfalls aufzusteigen. Herbert Rösch löste Dr. Alfred Sengle als WFV-Präsident ab. Die Begriffe Jugend und Mädchen in den Spielklassenbezeichnungen wurden durch Junioren und Juniorinnen ersetzt. In der Fair-Play-Wertung landeten die "Hirsche" unter 38 geführten Teams abgeschlagen auf Platz 34. 2003/2004: Kreisliga B, Staffel 2 - Der SVR fühlte sich nach dem klaren Aufwärtstrend der Vorsaison stark genug, um endlich ein gewichtiges Wörtchen bei der Vergabe der ersten beiden Plätze mitreden zu können. Sezgin Özbey, mittlerweile schon im vierten Jahr im Aspach, wollte mit seinen Jungs "vorne mitspielen", so jedenfalls lautete das große Ziel. Doch einmal mehr fehlte die Konstanz. Schlimmer noch, man fiel in vergessen geglaubte Zeiten zurück. Zwar startete man recht passabel, war nach vier Spieltagen Vierter, doch dann fiel man wieder in ein tiefes Loch. Vor allem: Die Big points gegen die Topmannschaften wurden trotz phasenweise besserer Leistung einfach nicht gemacht. Daher blieb unterm Strich ein enttäuschender 8. Platz im 16er-Feld (11 Siege, 6 Unentschieden, 13 Niederlagen, 64:66 Tore, 39 Punkte). Coach Özbey liebäugelte kurz vor der Winterpause sogar damit, den Bettel hinzuschmeißen, aber Abteilungsleiter Uwe Bauer konnte ihn zum Weitermachen bewegen. Meister wurde der Vorjahresvierte TSV Oberensingen (65 Punkte) mit einem Pünktchen Vorsprung vor dem TSV Raidwangen, der dann aber in der Relegation sowohl B3-Vize TSV Ötlingen (5:2 in Linsenhofen), als auch den A-Kreisligisten TB Neckarhausen (3:1 nach Verlängerung in Beuren) besiegte und ebenfalls aufstieg. Bester SVR-Torjäger war Markus Hiller mit 14 Treffern vor Fernando Lara, Marco Pfeffer (beide 10) und Cem Demir (9). Die Reserve belegte Rang 5 unter 12 Mannschaften (46:41 Tore, 35 Punkte). Die F-Junioren wurden Staffelmeister. Das Team von Trainer Gerhard Bausch gewann alle zehn Spiele und kam auf ein Torverhältnis von 75:7. Das obligatorische frühe Aus im Bezirkspokal ereilte den SVR einmal mehr. In der ersten Runde zog man gegen den A2-Aufsteiger TTSB Nürtingen mit 2:6 den Kürzeren. Im Juli 2003 (21. bis 27.) fand der Sennerpokal erstmals beim TSGV Großbettlingen statt, aber auf dem Staufenbühl war dem SVR kein Glück beschieden. Einem 2:2 gegen die TSV Oberensingen folgte ein 1:3 gegen Bezirksligist TSV Neckartailfingen und das Aus war perfekt. In der Fair-Play-Wertung belegte der SVR Platz 13 unter 40 gelisteten Mannschaften. "Wir werden dieses Projekt nicht aus den Augen verlieren", versprach Vorstandssprecher Erich Rüb bei der Generalversammlung am Freitag, 19. März 2004, im Vereinsheim. Anlass waren die leeren Kassen der öffentlichen Hand und der Verbände. Sparmaßnahmen und Zuschusskürzungen waren allenthalben an der Tagesordnung und der SVR musste von seinen ehrgeizigen Umbau- und Renovierungsplänen Abstand nehmen. Sorgen bereitete den Verantwortlichen, dass erneut kein Gesamtjugendleiter gefunden werden konnte. Diese Aufgaben wurden auf die Jugendleiter der Abteilungen verteilt. Immense Probleme mit der Bestückung der Nachwuchsmannschaften durch adäquate Trainer aus dem Aktiven- und AH-Bereich bemängelte Abteilungsboss Uwe Bauer bei der Abteilungsversammlung am Mittwoch, 9. Juni 2004, im Sportheim. Enttäuschung herrschte vor allem auch wegen des schwachen Besuchs. In ihren Ämtern bestätigt wurden Thomas Hiller (Kassier), Isabel Meister-Hahn (Schriftführerin) und Markus Hiller (Stellvertretender Abteilungsleiter). Neu geschaffen wurde die Position des zweiten Abteilungsleiter-Stellvertreters, in die Jürgen Fuchs gewählt wurde. Für den scheidenden Stellvertretenden Jugendleiter Rudi Fritz wurde Beate Bauer gewählt. Die Spielleitung hatte bereits mit Beginn des Jahres 2004 Nicole Ungerer vom gesundheitlich angeschlagenen Klaus Besemer übernommen. 2004/2005 - erster Wintertraum, Strukturreform der Kreisliga B, Württembergs Fußballer streiken: Kreisliga B, Staffel 5 - Umstellen mussten sich die Spieler der "Sicherheitsliga" in der Saison 04/05, denn die Strukturreform in der untersten Spielklasse des Bezirks Neckar-Fils brachte wesentliche Veränderungen mit sich. Durch die Neueinteilung (der A1 in Esslingen wurden die Kreisliga-B-Staffeln 1, 2 und 3 zugeordnet, der A2 in Nürtingen/Kirchheim die Staffeln 4, 5 und 6 sowie der A3 in Göppingen/Geislingen die Staffeln 7, 8 und 9) wurden die Staffeln erheblich kleiner und in der Relegation war ein Spiel mehr erforderlich. Der SVR wurde der 13 Teams umfassenden B5 zugeschlagen, musste also nur noch 22 Saisonspiele bestreiten (im Vorjahr waren es noch 30). Trainer Sezgin Özbey ging in sein insgesamt achtes Jahr im Aspach, was zugleich sein letztes sein sollte. Der Oberensinger verabschiedete sich mit der besten Platzierung seit dem Abstieg, denn die "Hirsche" machten wieder größere Sprünge und wurden am Ende stolzer Dritter (14 Siege, 3 Unentschieden, 5 Niederlagen, 71:27 Tore, 45 Punkte). Nach einem unglücklichen Start zierte die Mannschaft nach zwei Spielen als einzige ohne Pluspunkt das Tabellenende, arbeitete sich dann aber sukzessive nach oben und war sechs Spieltage vor Saisonende dran am Spitzenduo. Eine 3:5-Heimniederlage gegen den TSV Kohlberg ließ dann aber alle Träume platzen. Meister wurde der TSV Oberboihingen mit 55 Punkten, Vizemeister TV Unterboihingen (52) scheiterte im ersten Spiel der Relegation in Neckartenzlingen am B4-Zweiten TV Bempflingen (1:3). Erfolgreichster SVR-Torschütze war erneut Markus "Schnitte" Hiller, der mit 19 Einschüssen Platz 2 der B5-Torjägerliste belegte. Marco Pfeffer und Fernando Lara brachte es auf je 11 Treffer. Die Reserve belegte Platz 5 unter 8 Mannschaften (34:36 Tore, 22 Punkte). Für ein Novum in der langen Geschichte der deutschen Fußballverbände sorgte der WFV. Aus Protest gegen die Sparpolitik der Landesregierung fand Anfang Dezember in Württemberg kein einziges Fußballspiel statt. Eine Aktion, die ihre Wirkung nicht verfehlte, denn die Übungsleiterpauschalen wurden nicht gestrichen. Im Bezirkspokal musste der SVR wieder mal durch die Mühlen der Qualifikation, schaffte den Einzug in die erste Runde aber mit einem glatten 6:0 gegen den TSV Owen. Dort folgte aber erneut das Aus, als man dem TASV Kirchheim (A2) mit 1:4 unterlag. Die unendliche Geschichte des vorzeitigen Sennerpokal-Scheiterns wurde im Juli 2004 (19. bis 25.) beim VfB Neuffen fortgeschrieben. Bezirksligist SGEH (0:5) und der TSV Altdorf (0:3) waren einfach besser. Bei der Fair-Play-Aktion landete der SVR auf Rang 14 unter 44 Mannschaften. Im Januar 2005 hob die SVR-Fußballabteilung eine Art Winter-Hocketse aus der Taufe, um eine weitere Geldquelle zu erschließen - den Wintertraum, der am Hirschbrunnen stattfand und ebenfalls zu einer ständigen Einrichtung werden soll. Schwedenfeuer und brennende Fässer sorgten für ein tolles Ambiente. Bei der Hauptversammlung des SVR am Freitag, 28. März 2005, im Vereinsheim wurde Erich Rüb erneut an die Spitze des Sportvereins gewählt. Die Mitgliederzahl erreichte fast die magische Marke von 1000, aber die massiven Sparmaßnahmen der öffentlichen Hand machten auch dem SVR einen Strich durch die geplanten baulichen Maßnahmen. "Ohne Zuschüsse können wir den Umbau nicht schultern", machte Rüb unmissverständlich klar. Erfreulich: Mit Dietmar Mangold konnte nach zweijähriger Vakanz wieder die Position des Gesamtjugendleiters besetzt werden. Am Mittwoch, 1. Juni 2005, wurde bei den SVR-Kickern ein neues Kapitel aufgeschlagen: Für Uwe Bauer wurde bei der Abteilungsversammlung im Sportheim Jürgen Fuchs zum neuen Abteilungsvorsitzenden gewählt. Sorgen bereitete vor allem der Umstand, dass sich kaum aktive oder AH-Spieler als Trainer beim Nachwuchs einbringen. Dies bemängelte auch der wiedergewählte Jugendleiter Thomas Albrecht. Nicole Ungerer (Spielleiterin) und Peter Bayer (AH-Leiter) wurden ebenfalls bestätigt. 2005/2006 - Bezirkspokalfinale und entscheidendes Relegationsspiel zur A2, Tischtennismannschaften aufgelöst: Kreisliga B, Staffel 5 - Neue Abteilungsführung, neuer Trainer, neue Saison - auch neues Glück? Großen Respekt hatte sich der SVR mit dem dritten Rang bei der Konkurrenz jedenfalls erworben und wurde prompt zum Topfavoriten gestempelt. Maßgeblichen Anteil an dieser hohen Wertschätzung hatte aber auch der neue (Spieler-)Trainer Steffen Oßwald. Jürgen Fuchs, der Uwe Bauer als Abteilungsvorsitzender abgelöst hatte, konnte mit dem Reuderner, der beim SVR seine ersten fußballerischen Schritte machte und später unter anderem bei den Stuttgarter Kickers, bei den TSF Ditzingen und beim FC Frickenhausen in der Verbandsliga spielte, den Wunschkandidaten präsentieren. Der Start war verheißungsvoll, denn acht der ersten neun Matches wurden gewonnen und der SVR stand auch viermal an der Tabellenspitze. Als Tabellendritter überwinterte man schließlich, mit nur 2 Zählern weniger als der Primus, aber mit einem Spiel weniger. Am Gründonnerstag, 13. April 2006, kehrte der SVR wieder auf den Tabellenthron zurück und schien seiner Favoritenrolle gerecht werden zu können. Doch schon einen Spieltag später wurde das Topspiel beim hartnäckigsten Verfolger FC Unterensingen verloren und am Ende sogar noch der Relegationsplatz verspielt. Der 10:2-Kantersieg beim Kehraus über den KSV Nürtingen, bei dem man in der Vorrunde mit 0:4 verloren hatte, war nur ein schwacher Trost. Am Ende stand erneut "nur" Platz 3 im 14er-Feld und die Enttäuschung war groß (20 Siege, 1 Unentschieden, 5 Niederlagen, 83:28 Tore, 61 Punkte). Meister wurde der FC Unterensingen (67 Punkte) mit einem Zähler Vorsprung vor dem NK Marsonia Frickenhausen, der allerdings in der Relegation gegen den B6-Vize TG Kirchheim in Ötlingen sang- und klanglos mit 1:8 unterging. Hasan Hadergjonaj, der vor der Saison vom TSV Oberboihingen in den Aspach gewechselt war, sicherte sich mit 20 Treffern die Torjägerkrone der B5, kehrte dann aber wieder zum TSVO zurück. Marco Pfeffer (17 Tore) und Markus Hiller (15) waren ebenfalls sehr treffsicher und landeten in den Top Ten. Die Reserve schnupperte auch lange Zeit an der Meisterschaft, musste sich unter 9 Teams jedoch ebenso mit Platz 3 begnügen (37:27 Tore, 30 Punkte). Endlich einmal größere Sprünge machten die "Hirsche" beim Sennerpokalturnier vom 25. bis 31. Juli 2005 beim FC Frickenhausen und damit Neu-Trainer Steffen Oßwald an seiner ehemaligen Wirkungsstätte eine besondere Freude. In den Gruppenspielen wurde der TSV Raidwangen (2:1) und der TV Bempflingen (2:0) geschlagen, im Achtelfinale setzte sich der SVR gegen die SPV 05 Nürtingen mit 2:0 durch, ehe dann im Viertelfinale ein 1:0-Vorsprung gegen den VfB Neuffen nicht reichte (1:2), um in die Vorschlussrunde einzuziehen. Unterm Strich stand aber der hervorragende 5. Platz unter 31 Mannschaften. Im Bezirkspokal fegten die "Hirsche" in der Qualifikation durch den Bergwald und fertigten Gastgeber TSV Ohmden mit 7:1 ab. In der ersten Runde war freilich wieder Endstation, Bezirksliga-Aufsteiger TSV Grafenberg gewann im Aspach mit 5:1. Platz 10 erreichte der SVR in der Fair-Play-Wertung. 46 Teams waren mit dabei. Dass die SVR-Fußballabteilung bei den Verantwortlichen des Bezirks als zuverlässiger und kompetenter Partner geschätzt wird, zeigte einmal mehr die Tatsache, dass die Blauweißen gleich mit zwei "Endspielen" betraut wurden. Am Donnerstag, 18. Mai 2006 (Anstoß 18.30 Uhr), standen sich im Finale des Bezirkspokals die beiden Bezirksligisten TSGV Großbettlingen und TSV Jesingen gegenüber. Im Dauerregen waren bloß 300 Zugucker gekommen und das Sportgelände "Im Aspach" erwies sich wieder als gutes Pflaster für die "Gerstenklopfer" von den Lehenäckern. Die Jesinger sicherten sich erstmals den Pott, gewannen verdientermaßen mit 3:2. 500 Fans pilgerten am Mittwoch, 7. Juni (Anpfiff 18 Uhr), in den Nürtinger Teilort, um das entscheidende Relegationsspiel zwischen A2-Vertreter SF Dettingen und Herausforderer TG Kirchheim zu erleben. Der B6-Zweite konnte die letzte Hürde auf dem Weg in die Kreisliga A aber nicht nehmen, die SFD gewannen verdient mit 2:0 und blieben oben. Kein Ruhmesblatt für Gemeinde, Verein und örtliche Gruppierungen war die Entwicklung in der Tischtennisabteilung. Nach jahrelangen Versuchen, den stetigen sportlichen Aufstieg in Form von mehr Trainingszeiten weiterhin zu gewährleisten, sahen sich die Verantwortlichen um den Abteilungsvorsitzenden Thomas Pfeiffer gezwungen, ihr Glück beim Nachbarverein TSV Oberboihingen zu suchen. Die Abteilung wurde zwar nicht aufgelöst, aber alle Mannschaften wechselten komplett zum TSVO. Ein herber Verlust für den SVR, nach 22 Jahren gab es kein Tischtennis mehr in Reudern. Bei der Generalversammlung am 17. März 2006 im vereinseigenen Heim verkündete Vorstandssprecher Erich Rüb voller Stolz, dass der Verein mehr als 1000 Mitglieder hat. Fehlende Fördermittel rissen ein Loch von rund 4000 Euro in die Vereinskasse, so dass die Sportheimrenovierung erneut nicht richtig voran kam. Die defekte Heizung war im Jahr zuvor ersetzt worden, im Spätsommer machten sich die Fußballer daran, das Dach zu erneuern. Weil man keine finanziellen Abenteuer eingehen wollte, hielt man an der schrittweisen Sanierung fest. Die Abteilungsversammlung fand am Mittwoch, 19. Juli 2006, im Vereinsheim statt. Jürgen Fuchs forderte in seinem ersten Rechenschaftsbericht vor allem mehr Engagement der Mitglieder ein. Einmal mehr wurden dringend Jugendtrainer gesucht. Wiedergewählt wurden Thomas Hiller (Kassier), Isabel Meister-Hahn (Schriftführerin) und die Stellvertretende Jugendleiterin Beate Bauer. Der Posten des Stellvertretenden Abteilungsleiters blieb jedoch unbesetzt. Klaus Besemer stieg wieder voll mit ein und bekleidet seither die Position des Spielleiters zusammen mit Nicole Ungerer. Peter Bayer ging in seine letzte Amtszeit. 2006/2007 - Erstmals eine zweite Mannschaft in Konkurrenz, 75-jähriges Abteilungsjubiläum: Kreisliga B, Staffel 5 und 6 - Der SVR zollte in der Saison 06/07 einem Trend Tribut, der sich seit Jahren immer stärker abzeichnete: Die Reserverunde bröckelte mehr und mehr ab, immer mehr Reserveteams wurden in Konkurrenz gemeldet. In der Bezirksliga und in der Staffel 1 der Kreisliga A war dies seit langem schon gängige Praxis, die Reserverunden sind dort passé. Der SVR wagte, zumal viele eigene Nachwuchsspieler zu den Aktiven gestoßen waren, ebenfalls erstmals diesen Schritt. Ein Kraftakt war's, denn wichtige Funktionen musste ja doppelt besetzt werden. Dilaver "Dilly" Akbulut konnte als sportlicher Verantwortlicher für die Spiele der Zweiten gewonnen werden, trainiert wurde weiterhin gemeinsam unter der Regie von Spielertrainer Steffen Oßwald. Allerdings ließen eben diese Spieler, für die das Ganze eigentlich als Sprungbrett in die Erste gedacht war, die SVR-Macher im Stich. Der Kader war plötzlich fast zu dünn, um zwei Mannschaften in Konkurrenz spielen zu lassen. Aber die Herkulesaufgabe wurde erfolgreich gestemmt, wenngleich es für die Zweite natürlich nur darum gehen konnte, in der raueren Luft Erfahrung zu sammeln. Die Erste galt dagegen erneut als Topfavorit, aber der SVR wurde von einem nie dagewesenen Verletzungspech verfolgt. Die wichtigsten Akteure fielen nach und nach aus und so war der verheißungsvolle Start mit Tabellenführung alsbald Makulatur. Meister wurde der Vorjahresfünfte SPV 05 Nürtingen (71 Punkte) mit einem Zähler vor Absteiger TSV Linsenhofen, der dann aber trotz seiner rekordverdächtigen 161 Saisontore in der Relegation beim AC Catania Kirchheim am B6-Zweiten TSV Ohmden hängen blieb (0:4). Die Ohmdener hatten zuvor in Oberboihingen den TSV Altenriet ausgeschaltet (5:3 nach Elfmeterschießen) und stiegen trotz eine 3:4-Niederlage nach Elfmeterschießen in Kirchheim gegen A2-Vertreter TSV Oberlenningen auf, weil A2-Vizemeister VfB Neuffen durch seinen Aufstieg in die Bezirksliga einen Platz freimachte. Der SVR lief auf Platz 6 unter 15 Mannschaften ins Ziel (16 Siege, 1 Unentschieden, 11 Niederlagen, 68:48 Tore, 49 Punkte). Die Zweite erreichte immerhin das anvisierte Ziel, nicht Letzter zu werden, und belegte am Ende Rang 12 unter 14 Teams (6 Siege, 0 Unentschieden, 20 Niederlagen, 26:115 Tore, 18 Punkte). Erfolgreichster SVR-Torschütze war Spielertrainer Steffen Oßwald mit elf Einschüssen vor Abwehrrecke René Feuchter (9) und Michael Hanninger (7). Auch in der Zweiten traf Oßwald am besten (5 Tore), Gabriel Luczky folgte mit 4 Volltreffern. Sieben Nachwuchsmannschaften stellte der SVR im Jubiläumsjahr, lediglich die B-Junioren konnten nicht besetzt werden. Im Juli 2006 lockte der Sennerpokal hinauf aufs Waldheim zur SPV 05 Nürtingen (24. bis 30.). Für den SVR war's wieder einmal ein kurzer Abstecher, denn nach dem 0:0 gegen den TSV Neuenhaus flog man nach einer 0:4-Niederlage gegen Landesliga-Aufsteiger TSGV Großbettlingen raus. Wieder in der Qualifikation, doch der SVR nahm diese Pokalhürde mit einem 3:1-Heimsieg gegen den TSV Weilheim II. Es war der Grundstein, um endlich mal wieder etwas größere Sprünge zu machen. In der ersten Runde boxten Oßwald & Co. den A-Kreisligisten AC Catania Kirchheim raus (2:1 nach Verlängerung), in der 2. Runde setzte man sich bei der SG Eintracht Sirnau II knapp mit 2:1 durch. Die 3. Runde war dann aber doch gleichbedeutend mit dem Aus, dem A2-Vertreter TV Neidlingen unterlag man trotz guter Leistung mit 2:4. Im elften Jahr der Fair-play-Aktion wurde der SVR endlich belohnt. Mit nur einer Ampelkarte belastet belegten die "Hirsche" Platz 2 unter 47 Teams und durften sich über ein Preisgeld von 750 Euro freuen. Bei der Hauptversammlung am Freitag, 23. März 2007, im Vereinsheim wurde Erich Rüb als Vorstandssprecher wiedergewählt. Doch insgesamt konnte er kein farbenfrohes Bild zeichnen, denn beim inzwischen 977 Mitglieder starken SVR machte sich zunehmend Amtsmüdigkeit breit. Weder ein Finanzvorstand (für Giuseppe Fiore, der nach vier Jahren nicht mehr kandidierte), noch ein Gesamtjugendleiter (für Dietmar Mangold, der nach zwei Jahren wieder ausstieg) wurde gefunden, der Vorstandsposten für Mobilien und Immobilien war ja schon seit Jahren verwaist. Die Renovierung des Vereinsheims machte dagegen Fortschritte, dank der Fußballabteilung. Doch auch hier waren nur wenige Personen im Einsatz. Das Dach wurde im Sommer 2006 saniert und die alte Umkleidekabine sowie die Schiedsrichterkabine wurden im März 2007 in Angriff genommen. Die Fußballabteilung feiert im Jahr 2007 ihr 75-jähriges Jubiläum. Unter anderem mit einem AH-Turnier am 12. Mai, das gleichzeitig ein Qualifikationsturnier zur ersten WFV-Ü30-Kleinfeldmeisterschaft war und vom FV 09 Nürtingen durch einen 1:0-Endspielsieg über den TB Neckarhausen gewonnen wurde. Ausgerechnet im Jubiläumsjahr aber kämpften die Alten Herren damit, Verantwortliche zu finden. AH-Leiter Peter Bayer hatte schon Jahre zuvor angekündigt aussteigen zu wollen, jetzt, nachdem auch eine außerordentliche AH-Versammlung am 29. November 2006 keine wesentlichen Fortschritte gebracht hatte, war Schluss: Am 26. Januar 2007 legte er nach insgesamt über fünfjähriger Tätigkeit als erster und zweiter AH-Leiter endgültig die Akten zur Seite. Seither ist die SVR-AH ohne reguläre Führung und dementsprechend auch schlecht im Ausschuss vertreten. Klaus Besemer und Nicole Ungerer kümmerten sich kommissarisch um den "Papierkrieg", um wenigstens den Fortbestand zu gewährleisten. Begonnen hatten die Feierlichkeiten allerdings schon am 6. Januar mit dem 19. AH-Hallenfußballturnier des SVR in der Nürtinger Neckarsporthalle. Der TSV Raidwangen setzte sich im Endspiel des mit zwölf Teams besetzten Turniers mit 1:0 gegen die SG Tischardt/FV 09 Nürtingen durch. Auch der 3. Wintertraum am 13. Januar stand unter dem Motto "75 Jahre Fußball beim SVR". Am 21. und 22. Juli soll nun noch das Ortsturnier und ein Sporttag für den gesamten Ort stattfinden. Am 6. Oktober steht der offizielle Festakt in der Gemeindehalle an, bei dem auch eine umfangreiche Bildergalerie zu sehen sein soll. Zum Abschluss der Festlichkeiten des Jahres 2007 präsentiert die SVR-Fußballabteilung schließlich am 3. November "Die Kleine Tierschau" in der Gemeindehalle - musikalische Comedy in Vollendung. Das Trio von der Ostalb feiert heuer ebenfalls ein Jubiläum, tourt seit nunmehr 25 Jahren durchs Land. Ausgerechnet im Jubiläumsjahr überschlugen sich aber die Ereignisse und beschworen eine der schwersten Krisen der Abteilungsgeschichte herauf. Als eine erstmals erarbeitete Festschrift der Abteilung Ende Juni veröffentlicht wurde, war sie bereits überholt. Zum Zeitpunkt der Drucklegung hatten sich schon entscheidende Veränderungen ergeben. Die Situation in der Abteilung eskalierte nämlich zunehmend, so dass Vorsitzender Jürgen Fuchs nach zweijähriger Amtszeit am 12. Juni zurücktrat. Da kein Stellvertreter gewählt war, übernahm Vorstandssprecher Erich Rüb das Amt kommissarisch. Auch Spielleiterin Nicole Ungerer nahm am 23. Juni ihren Hut und Klaus Besemer musste die Amtsgeschäfte in Alleinregie weiterführen. Bei der Abteilungsversammlung am Mittwoch, 11. Juli 2007, im Vereinsheim wurde bewusst darauf verzichtet, dreckige Wäsche zu waschen. Es ging um Wichtigeres, denn die Existenz der Abteilung stand wieder einmal auf dem Spiel. Uli Henzler und Uwe Bauer kehrten in die Funktionärsriege des SVR zurück, die Versammlung wählte beide für ein Jahr an die Spitze der Abteilung. Voraussetzung war, dass junge Leute mit ins Boot stiegen. Mit René Feuchter (Stellvertretender Abteilungsvorsitzender), Marc Wagner und Sven Kurz (Beisitzer) wurde dies auch erfüllt. Jugendleiter Thomas Albrecht wurde ebenfalls für zwei weitere Jahre gewählt. Henrik Guth übernahm die Geschicke der Alten Herren. Probleme gab es freilich noch in der Form, dass viele Jugendtrainer aufhörten und trotz intensiven Bemühungen keine Nachfolger gefunden werden konnten. Die Hoffnungen setzte man auf einen erstmals anberaumten Elternabend einen Tag später im Klubheim. 2007/2008 - Tischtennisabteilung wird wieder munter: Kreisliga B, Staffel 5 und 6 - Der SVR wurde von der Konkurrenz trotz der mäßigen Vorsaison zu den aussichtsreichen Titelkandidaten gezählt, aber es reichte wieder nicht. Allerdings war die Elf von Spielertrainer Steffen Oßwald so nah dran wie seit dem Abstieg 1987 nicht mehr, am Ende musste man sich aber im 16er-Feld zum dritten Mal in vier Jahren mit Platz drei zufrieden geben (19 Siege, 3 Unentscheiden, 6 Niederlagen, 89:28 Tore, 60 Punkte). Gegen den ungeschlagenen Meister TV Unterboihingen (78 Punkte) und Vizemeister TSV Beuren (61 Punkte) holte man keinen einzigen Zähler, was letztendlich entscheidend war. Am letzten Spieltag hätte in Unterboihingen ein Unentschieden gereicht, um die Relegation zu buchen, aber man unterlag mit 1:2 und konnte so nicht vom sensationellen Ausrutscher der Beurener gegen Schlusslicht TV Tischardt profitieren. Hätte der FC Unterensingen II nicht zurückgezogen, wäre der SVR Vizemeister geworden. Markus Hiller sicherte sich mit (bereinigten) 35 Treffern (die 4 Tore von Unterensingen wurden abgezogen) die Torjägerkrone der B5, Michael Hanninger traf 13 mal ins Schwarze, Steffen Oßwald und Martin Weiler je 7 mal. Die SVR-Zweite wurde in der B6 zum Prügelknaben und kam bei 15 Mannschaften nicht über den letzten Platz hinaus (1 Sieg, 1 Unentschieden, 26 Niederlagen, 22:113 Tore, 4 Punkte). Mangelhafte Trainingseinstellung führte immer wieder dazu, dass man nach der Pause regelrecht einbrach. Erfolgreichster SVR-Torschütze war Nico Czech mit 5 Treffern. B6-Meister wurde der TSV Jesingen II mit 67 Punkten vor dem VfL Kirchheim II (65), der sich in der Relegation gegen A-Kreisligist SPV 05 Nürtingen in Ötlingen den Aufstieg sicherte (3:0). Die Beurener warfen zwar B4-Vize TSV Altenriet hinaus (3:2 in Großbettlingen), unterlagen dann aber dem VfL II (0:4 in Unterensingen). Beim Sennerpokal, der vom 23. bis 29. Juli auf dem Staufenbühl beim TSGV Großbettlingen stattfand, ging der SVR völlig leer aus - null Punkte, null Tore. Gegen die Kreisliga-A-Aufsteiger SPV 05 Nürtingen (0:1) und TFC Köngen (0:2) unterlag man ebenso wie der TSV Oberensingen (0:2) und war draußen. Immerhin in Runde 2 schaffte es der SVR im Bezirkspokal. Erstmals hatten die "Hirsche" zwei Teams im Wettbewerb, die Erste scheiterte allerdings schon in der Qualifikation am VfL Kirchheim II mit 2:4 nach Verlängerung. Dabei hatte man bis zur 89. Spielminute mit 2:1 geführt. Es war allerdings ganz gut so, denn zwei Teams hätten eine Woche später unmöglich spielen können (Urlaub und Verletzte). Die eigentliche Zweite spielte also in der fast identischen Besetzung wie eine Woche zuvor und schlug den A-Kreisligisten TV Neidlingen mit 2:1. In der 2. Runde war allerdings Endstation gegen den A1-Vertreter TSV Wernau (1:6). Bei der Fair-play-Aktion verpassten die SVR-Teams den Sprung auf die Prämienränge. Die Zweite landete mit 5 Strafpunkten auf Platz 14 (1 Rote Karte, 1 Gelb-Rote Karte), die Erste weit abgeschlagen auf Position 36 (2 Rote Karten, 3 gelb-Rote Karten). In der Tischtennisabteilung regte sich wieder was. Treibende Kraft war Timo Berger. Eine aktive Mannschaft wurde wieder gemeldet und stieg in den Spielbetrieb ein. Rund 250 Gäste waren am Samstag, 6. Oktober 2007, der Einladung des SVR gefolgt, um das 75-jährige Bestehen der Fußballabteilung zu feiern. Beim Festakt in der Gemeindehalle, dem der Swingchor des Liederkranzes und die Trachtenkapelle des Musikvereins einen würdigen feierlichen Rahmen verliehen, war die Zahl der Gratulanten groß. Nürtingens Oberbürgermeister Otmar Heirich, Ortsvorsteher Matthias Ruckh, der Vorsitzende des Liederkranzes, Helmut Haußmann (stellvertretend für die Reuderner Vereine) und Bezirksvorsitzender Karl Wieland überbrachten die besten Wünsche, Geschenke und Erinnerungstafeln von DFB und WFV. Wieland ehrte überdies Fußballjugendleiter Thomas Albrecht für zehnjährige Tätigkeit mit der bronzenen Jugendleiter-Ehrennadel des WFV. Die Fußballabteilung zeichnete stellvertretend für alle Ehrenamtlichen, die sich in den 75 Jahren für die SVR-Kicker eingesetzt haben, Helmut Unzeitig, Walter Schnepf, Hermann Kurz jun. und Klaus Besemer mit der silbernen SVR-Ehrennadel aus. Beim Treffen ehemaliger Mannschaftskameraden - geladen waren alle Trainer und Spieler der aktiven Meistermannschaften - wurden viele Anekdoten ausgetauscht, die Vergangenheit wieder wachgerufen und bis in die frühen Morgenstunden bei Preisen wie zu grauer Vorzeit gefeiert. Besonderer Aufmerksamkeit erfreute sich auch eine umfangreiche Bildergalerie. Am Samstag, 3. November 2007, klang das Jubiläumsjahr der SVR-Kicker offiziell aus, mit dem Gastspiel der Kleinen Tierschau. Die musikalischen Comedians von der Ostalb füllten die Reuderner Gemeindehalle bis auf den letzten Platz und begeisterten mit ihrem Jubiläumsprogramm, denn auch sie feierten einen Geburtstag, das 25-jährige Bühnenjubiläum. Es war ein überaus gelungener Abend, den die Fußballer trotz des großen Aufwands bei Auf- und Abbau glänzend bewältigten. Premiere im Aspach: Am Samstag, 24. November 2007, wurden erstmals bewegte Bilder vom SVR produziert, die tags darauf im Internet heruntergeladen werden konnten. Und zwar auf der Seite der Nürtinger Zeitung. Das Spitzenspiel gegen den TV Unterboihingen ging allerdings mit 0:3 in die Hosen. Am Freitag, 14. März 2008, fand im SVR-Sportheim die Hauptversammlung statt, die mit 60 Personen sehr gut besucht war. Es war eine eminent wichtige Weichenstellung, denn der Verein musste sich für die Zukunft wappnen. Da immer weniger Mitglieder bereit waren, ins Ehrenamt zu gehen (obwohl Vorstandssprecher Erich Rüb ein Jahr lang gebetsmühlenartig versucht hatte, die Situation zu verbessern), bereitete die Vorstandschaft erstmals nach 2001 wieder eine Satzungsänderung vor, die es den Verantwortlichen ermöglichte, Tätigkeiten für den Verein zu vergüten. Dafür musste natürlich auch der finanzielle Rahmen erweitert werden. Außerdem wurde beschlossen, dass die SVR-Funktionäre Doppelfunktionen übernehmen können. Die Versammlung segnete sowohl die neue Satzung, als auch die Beitragserhöhung mit großer Mehrheit und ohne große Diskussionen ab. Erfreuliches auch bei den Neuwahlen, denn fast alle Positionen konnten problemlos besetzt werden. Für die Stellvertretende Vorstandssprecherin Gudrun Preinesberger, die nach über 20 Jahren im Ehrenamt nicht mehr kandidierte, wurde Henrik Guth, der auch die Geschicke der AH-Fußballer lenkt, gewählt. Auch für die jahrelang verwaiste Position eines Vorstandes für Mobilien und Immobilien wurde eine Lösung gefunden: Der Gewerbe- und Handelsverein Reudern wurde mit ins Boot genommen und wird sich künftig um diese Belange kümmern. Ferner wurden gewählt oder in ihren Ämtern bestätigt: Rainer Daginnus (Jugendleiter), Tobias Kotz (Jugendsprecher), Heinz Höterkes (Tischtennis), Uli Henzler und Uwe Bauer (Fußball), Andreas Braun (Ski/Rad) sowie die Kassenprüfer Werner Scherrer und Ute Stoll. Weiterhin vakant ist die Position des Veranstaltungsleiters. Da auch kein Kassier gefunden werden konnte, griff gleich der neue Satzungsparagraf der Doppelfunktion: Erich Rüb übernahm die Verantwortung für die Finanzen für ein Jahr. Die 28. Vatertagshocketse der SVR-Fußballer ging nach drei witterungsbedingt schwierigen Jahren endlich wieder bei herrlichstem Sonnenschein über die Bühne. Es war eine extrem seltene Konstellation, denn der Vatertag fiel ausgerechnet auf den 1. Mai. Eingebettet in dieses voll besetzte Fest waren die Bezirkspokalendspiele der B- und C-Junioren. Das Spiel der A-Junioren zwischen der TG Böhmenkirch und dem FTSV Kuchen musste abgesetzt werden, da ein Sportgerichtsverfahren aus dem Halbfinale anhängig war. Bei den C-Junioren bezwang der TV Nellingen vor 200 Zuschauern den TSV Köngen klar mit 11:0, bei den B-Junioren war der TV Nellingen unter sich. Die TVN-Zweite bezwang dabei überraschend die erste Garnitur mit 2:0. Am Dienstag, 20. Mai 2008, war der Besuch der Abteilungsversammlung ausgesprochen dürftig. Sowohl von den Aktiven, als auch von der AH oder der Jugend war das Interesse wenig berauschend. Ganze 30 Personen hatten sich alles in allem im Vereinsheim eingefunden. Es konnten auch nicht alle Positionen besetzt werden. Es waren eminent wichtige Posten die vakant blieben, denn Spielleiter Klaus Besemer (nach weit mehr als 20 Jahren im Ehrenamt) und Kassier Thomas Hiller (nach 6 Jahren) stellten sich nicht mehr zur Wahl. Wie 20 Jahre zuvor trat damit eine gefährliche Situation ein, die die Verantwortlichen in den nächsten Wochen beschäftigte. Immerhin stellte sich das Duo Uli Henzler/Uwe Bauer wieder als Abteilungsspitze zur Wahl und auch Schriftführerin Isabel Meister-Hahn und die stellvertretende Jugendleiterin Beate Bauer wurden einstimmig gewählt. Bereits im Februar hatte die AH mit Henrik Guth nach über einem Jahr ohne offizielle Führung wieder einen Chef und mit Günter Zepf einen Stellvertreter gewählt. Erfreulich: Die Renovierung der alten Umkleidekabine war im April abgeschlossen worden, nun stand die Auswechslung der Umrandung des alten Platzes an, was allerdings die Stadt Nürtingen nach der Saison in Angriff nahm. Die Maßnahme wurde rechtzeitig vor dem Beginn der neuen Spielzeit vollendet. 2008/2009: Kreisliga B, Staffel 5 und 6 - Wieder war's nix mit dem ersehnten Aufstieg, wieder vergeigte die Mannschaft, die zu den beiden heißestesn Titelkandidaten gezählt wurde, in der Schlussphase der B5-Saison das gesteckte Ziel. Allerdings verlief auch der Start überaus schlecht, doch bis zur Winterpause kämpfte sich die Mannschaft wieder an die Spitzengruppe heran. Am Ende aber wurden beim späteren Meister TSV Altdorf (58 Punkte) und gegen den Abschlussdritten TV Bempflingen entscheidende Begegnungen verloren, so dass sich die erste SVR-Garnitur nach der Disqualifikation des TV Unterlenningen II (dreimal nicht angetreten) im 13er-Feld mit Platz fünf begnügen musste (15 Siege, 4 Unentschieden, 5 Niederlagen, 89:28 Tore, 49 Punkte). Vizemeister wurde wie ein Jahr zuvor der TSV Beuren (56 Zähler), der nach Siegen in der Relegation gegen den B6-Zweiten TV Unterlenningen (1:0 im Neckartenzlinger Schulsportstadion) und gegen B4-Vize TSV Neckartenzlingen (5:0 in Neidlingen) trotz einer 1:2-Pleite im entscheidenden Spiel in Oberboihingen gegen A-Kreisligist TB Neckarhausen ebenfalls aufstieg. Erfolgreichster SVR-Torschütze war Markus Hiller, der mit 29 Volltreffern Platz 3 der B5-Torschützenliste belegte, den SVR nach der Saison aber in Richtung Bezirksligist TSV Neckartailfingen verließ. Matthias Keller traf 12mal, Tobias Kotz 11mal. In der B6 kam die SVR-Zweite nicht über den letzten Platz hinaus, obwohl es immer wieder danach aussah, dass die Mannschaft die Rote Laterne würde abgeben können. Aber in den entscheidenden Spielen ging dann häufig nichts (3 Siege, 3 Unentschieden, 20 Niederlagen, 22:105 Tore, 12 Punkte). Nico Czech war bester SVR-Torschütze (5 Treffer). B6-Meister wurde der TSV Ötlingen (71 Punkte) vor dem TV Unterlenningen (65). Erfolgserlebnis beim Sennerpokal 2008 beim TSV Raidwangen (21. bis 27. Juli): Der SVR erreichte nach einem 0:0 gegen den A-Kreisligisten TSV Oberboihingen und einem 1:0 über die TSV Oberensingen das Achtelfinale. Dort war dann aber gegen den großen Turnierfavoriten, Rekordsieger und Titelverteidiger FC Frickenhausen, Endstation. Der Verbandsligist gewann mit 4:1, wobei Markus Hiller nach dem 0:4 vom Anstoßpunkt weg ein Traumtor gelang. Der SVR hatte sich sehr gut präsentiert. Im Bezirkspokal hatte der SVR wieder zwei Teams am Start, doch für die Erste war schon in der Qualifikation Endstation (0:2 gegen den TSV Kohlberg). Die Zweite, die eine Woche später auf Grund vieler Urlauber fast identisch mit dem Team der Vorwoche war, überraschte in der ersten Runde gegen den A-Kreisligisten FC Unterensingen und gewann mit 4:3. Beim TSV Wolfschlugen war aber in der zweiten Runde ebenfalls Schluss (1:4). Bei der Fair-Play-Aktion schnitt der SVR erneut hervorragend ab. Bloß eine Gelb-Rote Karte stand für die erste Mannschaft zu Buche, so dass man hinter dem TSV Neckartenzlingen, der als einziger ohne Strafpunkt blieb, Platz 2 belegte. Das Preisgeld musste man allerdings mit 4 weiteren punktgleichen Teams teilen. die SVR-Zweite landete mit einer Roten Karte belastet auf Rang 24 unter 58 Mannschaften. Am Samstag, 7. Februar, starteten die SVR-Fußballer einen neuen Versuchsballon. Zusammen mit dem Verein zur Förderung der Volksmusik, dem Aspach-Buam-Verein, wurde an der Kelter in Reudern der 1. Hüttenzauber veranstaltet. Den Wintertraum gab es damit nicht mehr. Guggenmusik und die Aspach Buam sorgten für Unterhaltung in der Hoffnung, dass diese Veranstaltung zu einer festen Größe im gesellschaftlichen Leben Reuderns werden wird. Bei der Hauptversammlung am Freitag, 21. März 2009, im Vereinsheim wurde Erich Rüb einstimmig im Amt des Vorstandssprechers bestätigt und (in Ermangelung eines Kandidaten) gleichzeitig für ein Jahr zum Finanzvorstand bestimmt. Ebenfalls einstimmig gewählt wurden Timo Berger (Veranstaltungsleiter) und Tobias Kotz (Jugendsprecher). Ulrich Henzler und Uwe Bauer (Fußball) sowie Jürgen Rokenbauch und Peter Dannhäuser (Tischtennis) wurden an der Spitze ihrer Abteilungen bestätigt. Neben dem Auftrag an die Vorstandschaft, Energieeinsparmöglichkeiten und Sanierungsmaßnahmen am Sportheim zu prüfen und umzusetzen beschloss die Versammlung, der rund 50 Mitglieder beiwohnten, eine Geschäftsordnung für die Vorstandschaft. Ein Antrag der Abteilung Ski/Rad wurde ebenfalls positiv beschieden, beide Sparten gehen jetzt als eigenständige Abteilungen eigene Wege. Noch beschämender als ein Jahr zuvor war die Resonanz bei der Abteilungsversammlung am Dienstag, 12. Mai 2009, im Vereinsheim. Ganze 25 Hansel verirrten sich in den Aspach und so gab es bei den Verantwortlichen natürlich lange Gesichter. Denn die Probleme, die aufgezeigt wurden, stellten die Abteilung vor große Herausforderungen. Vor allem im Nachwuchsbereich drückte der Schuh, denn es fehlten Jugendtrainer an allen Ecken und Enden. Beate Bauer, die an deisem Abend für den nach 12 Jahren nicht mehr kandidierenden Thomas Albrecht zur Jugendleiterin gewählt wurde, malte ein Horrorszenario an die Wand, nämlich bloß zwei Jugendteams melden zu können, wenn sich nichts ändere. Nicht besetzt werden konnten auch die Position des Kassiers und des Spielleiters der Aktiven. Eine Abteilungsordnung wurde verabschiedet, die den Verantwortlichen mehr Gestaltungsspielraum gewährt. Neben der neuen Jugendleiterin wurden gewählt: René Feuchter (Stellvertretender Abteilungsleiter), Heinz Naves (AH-Leiter) und die beiden Beisitzer Michael Hanninger und Patrick Leim, die Sven Kurz und Marc Wagner ablösten. Alle Beschlüsse und Wahlen erfolgten einstimmig. 2009/2010: Kreisliga B, Staffel 5 und 6 - Beim 50. Sennerpokal, der vom 26. Juli bis 2. August im Rahmen des 100-jährigen Jubiläums des FV 09 Nürtingen mit der Rekordteilnehmerzahl von 32 Vereinen erstmals über acht Tage ausgetragen wurde, blieb der SVR in der Gruppenphase hängen. Nach einer 0:2-Pleite gegen die TSV Oberensingen und einem 3:0-Sieg über den TFC Köngen fehlte nur ein Treffer zum Einzug ins Achtelfinale. Im Bezirkspokal war für die Erste bereits Endstation, noch bevor der Wettbewerb überhaupt begonnen hatte. Am Donnerstag, 6. August, geriet der SVR in der Qualifikation beim TSV Wolfschlugen mit 0:8 unter die Räder und war damit sogar noch gut bedient. Am Sonntag, 16. August, war das Pokalabenteuer für den SVR einmal mehr sehr früh komplett beendet, denn auch die Zweite zog gegen Bezirksliga-Absteiger TSV Notzingen mit 0:4 den Kürzeren.
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