|
|||||||||||||
|
SVR-Historie 1914 - der Erste Weltkrieg: Im ersten Jahr des Bestehens stand nie etwas von einem nahenden Krieg in den Vereinsunterlagen. Um so verwunderlicher, dass bei der Monatsversammlung am 5. September 1914 in der Sonne der Punkt Neuwahlen auf der Tagesordnung stand. Der Grund: Die gesamte Vorstandschaft musste in den Krieg. Als neuer Vorsitzender wurde August Kieser gewählt und auch die anderen Funktionärsposten wurden neu besetzt: Ludwig Opferkuch (Kassier), Albert Besemer (Zeugwart), Hermann Schneider (Schriftführer) und Rudolf Schmied (Beisitzer). Alle Gewählten galten als Stellvertreter in ihren Ämter, bis die "alten" Funktionäre wieder vom Feld daheim sein würden. Nur drei Wochen später wurde Hermann Besemer zum Kassier bestimmt - für den vermutlich ebenfalls einberufenen Ludwig Opferkuch. Doch der Krieg kennt kein Erbarmen und August Kieser musste bei den Monatsversammlungen immer wieder den Tod von Mitgliedern bekannt geben. Eine traurige Pflicht. Auch der Vorsitzende Gottlob Besemer war unter den Gefallenen. 1915 - wieder Neuwahlen: Am 12. Januar 1915 warf August Kieser die Brocken hin und Hermann Schneider wurde zum Vorsitzenden gewählt. Am 13. November wurde bei der Monatsversammlung beschlossen, das Turnen wegen der Einberufung des Vorstands bis auf weiteres einzustellen. Am 1. Dezember zählte der Verein gerade noch 13 Mitglieder und 11 Zöglinge, ein Vereinsdiener war nicht mehr notwendig. Am 29. Januar 1916 traf man sich zum letzten Mal für lange Zeit. 1919 - Neuanfang: Am 9. Februar 1919, also fast drei Jahre nach der letzten Monatsversammlung, traf sich die Vereinsfamilie wieder in der Sonne. Der Krieg war endlich vorbei und die Mitglieder krempelten wieder die Ärmel hoch. Die Stimmung war freilich alles andere als gut, denn unter den Opfern des Krieges waren viele Vereinsgründer. 18 Männer kehrten nicht mehr von den Schlachtfeldern zurück. 1920 - Faustball und wieder ein Vereinsdiener: Am 11. Januar 1920 löste Wilhelm Pfeiffer bei der Generalversammlung den Zweiten Vorsitzenden Hermann Schneider ab. Gottlob Gscheidle wurde zum Vereinsdiener gewählt, doch zuvor war dessen Gehalt mit 12 Mark vierteljährlich festgelegt worden. Im Oktober wurde eine Faustballmannschaft gebildet, Spielleiter war Genosse Maisch. 1922 - Gründung einer Sängerriege: Der Mitgliedsbeitrag wurde trotz eines guten Kassenstandes von 5000 Mark auf 2 Mark angehoben. Der Vereinsdiener verdiente nun 80 Mark im Jahr. Am 3. Juni 1922 wurde eine Sängerriege gegründet, um Marschlieder zu erlernen. Um es sich mit dem Gesangverein aber nicht zu verscherzen, wurden die öffentlichen Aktivitäten bald wieder eingestellt. Die Gruppierung blieb aber bestehen. 1923 - Fahnenweihe: Nach langem Hin und Her konnte 1923 endlich die Fahnenweihe stattfinden. Die Inflation war schon in vollem Gange. Zum Festakt spielte die Musikkapelle Bissingen mit 12 Mann - für 60 000 Mark ohne Verpflegung. Die Kapelle aus Steinbach wäre mit 16 Mann für die gleiche Summe gekommen, wollte aber noch freien Most und freie Heimfahrt. Ein Schuss an der Schießbude kostete 100 Mark, der Eintritt zu dem Fest 400 Mark. Der monatliche Mitgliedsbeitrag betrug Anfang September 20 000 Mark und der Vereinsdiener erhielt auf einmal 200 000 Mark im Quartal. Am 6. Oktober wurde ein Monatsbeitrag von 10 Millionen Mark beschlossen (Zöglinge 100 000 Mark). Das Salär des Vereinsdieners wurde im vierten Quartal auf 12 Millionen angehoben. Doch der große Knall folgte - Weltwirtschaftskrise mit Geldentwertung und Arbeitslosigkeit. Bis auf 10 Mann waren alle im Turnerbund ohne Arbeit. Der Kassenbestand betrug Ende 1923 ganz 5 Pfennige und es wurde wieder zu den alten Mitgliedsbeiträgen zurückgekehrt. 1925 - Sängerfusion, Musikkapelle und erste Fußballgedanken: Am 24. Januar 1925 fiel eine wichtige Entscheidung, die Sängerabteilung sollte mit dem Gesangverein zusammengehen. Dafür trat nun eine ein Jahr zuvor ohne viel Aufhebens gegründete Kapelle in den Vordergrund. Diese Musikabteilung erntete auch immer wieder viel Lob, ganz im Gegensatz zu den "verschlafenen und interesselosen Turnern" und (vor allem) Zöglingen. 1926 - neuer Vorsitzender: Am 3. Januar 1926 wurde Karl Biedermann zum neuen Vorsitzenden gewählt. Heinrich Wolfer löste Schriftführer Johannes Haußmann ab. 1927 - Gedanken an einen Hallenbau: Am 9. Januar 1927 wurde bei der Generalversammlung ein wichtiger Antrag gestellt: Der Verein solle in die Gemeinschaft der Freunde in Wüstenrot einzahlen, um damit die Grundlage für den Bau einer Halle zu schaffen. Wenn in anderen Orten eine Halle gebaut werde, dann müsse dies auch in Reudern möglich sein. Aber erst ein Jahr später, am 15. Januar 1928, unterbreitete der Vorsitzende bei der Hauptversammlung die Maße der Halle, auf die man sich im Ausschuss geeinigt hatte. Diskussionen um die Reihenfolge der Tagesordnung führten allerdings zum Abbruch, so dass acht Tage später bei einer außerordentlichen Hauptversammlung endlich über den Hallenbau abgestimmt werden konnte. Der Beschluss zu bauen fiel einstimmig. Jedes Mitglied musste 20 Mark bezahlen und mindestens 20 Arbeitsstunden leisten. 1929 - Turnhallenbau:Ein wichtiger Schritt, um die Körperertüchtigung zu ermöglichen, war der Bau der vereinseigenen Turnhalle an der heutigen Reuderner Straße (schräg gegenüber der "Taverne Dorfkrug"). Die Maße: 12 x 15 Meter. Die hitzigen Debatten in den beiden Jahren zuvor, die teilweise sogar in Handgreiflichkeiten ausgeartet waren, gehörten endgültig der Vergangenheit an - jetzt endlich konnte gebaut werden. Zimmermeister Gottlieb Bauer, der Vorsitzende des Schützenvereins, hatte das in Eigenleistung erstellte Bauwerk geplant. Geschätzte Kosten: 9000 Mark. Die tatsächlichen Kosten betrugen, wie 1931 festgestellt wurde, 8183,05 Mark. Nach dem Krieg wurde die viel zu kleine Halle verkauft. 1930 - Reuderner kicken auswärts: Bei der Hauptversammlung am 18. Januar 1930 wurde Vorsitzender Karl Biedermann im Amt bestätigt. Hermann Besemer (Zweiter Vorsitzender), Adam Wolfer (Kassier), Heinrich Wolfer (Schriftführer), Hermann Haußmann (Erster Turnwart), Richard Schweizer (Zeugwart), Georg Löffler (Spielleiter Musik) sowie die Kassenrevisoren Ernst Besemer und Gottlob Besemer wurden ebenfalls gewählt. Überhaupt konnten alle Posten besetzt werden. 1932 - Gründung der Fußballabteilung: Bei der Generalversammlung am 10. Januar 1932 erbrachten die Neuwahlen den erwarteten Wechsel an der Vereinsspitze. Ernst Besemer hieß nun der Erste Vorsitzende, Paul Thumm wurde Schriftführer. Der Ausschuss wuchs ständig an, denn neben den beiden Vorsitzenden, dem Kassier und dem Schriftführer nahmen noch folgende Funktionäre an den Beratungen teil: Zwei Turnwarte, der Sportwart, der Spielleiter, der Zeugwart, der Turnhallenverwalter und zwei Beisitzer. Daneben brauchte man noch zwei Kinderturnwarte, einen Unterkassier, einen Fahnenträger und zwei Kassenrevisoren. Ernst Besemer war bis 1944 Vorsitzender, allerdings unterbrochen durch Kurzgastspiele von Eugen Kurz (August 1933 bis April 1934) und von Hermann Haußmann (April 1934 bis Januar 1935). Der Fußball erfreute sich auch in Reudern immer größerer Beliebtheit, so dass an diesem 10. Januar gleich noch eine Fußballabteilung gegründet wurde. Erster Spielleiter war vermutlich Karl Müller, allerdings ist nirgends etwas festgehalten, wie lange er dieses Amt inne hatte. Bei der Versammlung am 3. Juli 1932 im "Hotel Linde" wurde erstmals der Wunsch geäußert, einen eigenen Sportplatz mit den Maßen 120 x 85 Meter zu bekommen. Der Vorstand hatte ein offenes Ohr dafür und es wurde beschlossen, eine Eingabe an die Gemeinde zu richten. Die Verhandlungen zogen sich allerdings ziemlich in die Länge. Streitpunkt waren offene Versicherungsfragen, die Gemeinde wollte sich dem Verein gegenüber gegen Schadensansprüche absichern. Bei der Sitzung am 27. Dezember 1932 wurde der Vertrag über den Sportplatzbau mit der Gemeinde endgültig abgesegnet und beschlossen, im Gemeindewald Stangen zum Einschranken des Platzes und zum Bau einer Hütte zu kaufen. An diesem Tag gab Hermann Haußmann erstmals einen Bericht zum Fußballgeschehen im Klub ab, was mit größter Ruhe und Aufmerksamkeit entgegengenommen wurde. 1933 - Sportplatzbau: Im Frühjahr 1933 begannen die Mitglieder der Fußballabteilung den lange ersehnten Rasenplatz in Eigenleistung zu bauen - am heutigen Standort "Im Aspach". Eine Anekdote am Rande: In der Monatsversammlung am 7. Oktober 1933 im Löwen fragte Hermann Löffler an, wie es mit der Aufnahme von auswärtigen Spielern in den Turnerbund stünde. Der Vorstand gab ihm zur Antwort, dass eine Verfügung vom Reichssportkommissar herausgekommen sei, wonach es unter bestimmten Voraussetzungen möglich sei, dass Spieler aufgenommen werden können. Das sollte bei der nächsten Versammlung geschehen, denn das müsse "einen feierlichen Charakter darstellen". In diesem Zusammenhang kam man auf eine Anzeige zu sprechen, die ein paar Tage vor dem Waldfest, mit dem man die Vereinskasse aufbessern wollte, beim Oberamt eingelaufen war: Dass nämlich beim Turnverein in Reudern in der Fußballabteilung 8 fremde Spieler mitwirken. Hätte dies den Tatsachen entsprochen, wäre der Verein von der Auflösung wohl nicht verschont geblieben. Nachdem man den Übeltäter, ein Vereinsmitglied, ausfindig gemacht hatte, wurde er kurzerhand während der Versammlung von zu Hause geholt und aus dem Verein hinausgeworfen. Da der Vorsitzende Eugen Kurz nun schon in Fahrt war, richtete er mahnende Worte an die Versammlung und erwähnte, "dass derjenige, welcher es in Zukunft wagt, eine Stinkerei in den Verein zu tragen, unfehlbar rausfliegt".
1934 - Rindviecher auf dem Sportplatz: Die ersten Aussagen über das sportliche Abschneiden einer SVR-Mannschaft sind den Protokollen der Monatsversammlung vom 15. Juli 1934 zu entnehmen. Karl Müller berichtete vom 5. Platz am Ende der Runde, und was noch wichtiger war, dass es keine einzige Strafe oder Sperre gab. Die Abteilung selbst hatte aber offenbar noch nicht so richtig Fuß gefasst im Verein, die Fußballer wurden anfangs eher als Fremdkörper betrachtet. Über eine "völlige Eingliederung" wurde daher diskutiert. Einmal geriet das Blut bei dieser Versammlung aber doch mächtig in Wallung, als Richard Haußmann unter dem Punkt "Verschiedenes" berichtete, "dass zurzeit auf dem Sportplatz Vieh geweidet werde". Dem Bürgermeisteramt wurde sofort Meldung gemacht. Rindviecher auf dem "heiligen Rasen" im Aspach, so was. 1937 - Namensänderung: Am 6. März 1937 schlossen sich der Turnerbund und der Schützenverein bei einer außerordentlichen Generalversammlung zu einem Gebilde zusammen. Der Beschluss erging, nachdem der Stützpunktleiter, vermutlich ein NSDAP-Funktionär, die Werbetrommel dafür gerührt hatte, einstimmig. Man einigte sich bei der Verschmelzungsversammlung auch auf einen neuen Vereinsnamen - Sportverein Reudern. Ebenfalls einstimmig. Zum ersten Vorsitzenden wurde einstimmig Ernst Besemer gewählt, sein Stellvertreter wurde Gottlieb Bauer, der seitherige Vorsitzende des Schützenvereins. Fußball-Spielleiter Eugen Mayer (seit wann und wie lange er dieses Amt bekleidete ist nicht bekannt)verlangte am Ende von seinen Spielern mehr Ordnung und Disziplin. Aus den Unterlagen geht hervor, dass der SVR bereits 1937 eine Jugendmannschaft hatte. Bei der Monatsversammlung am 4. Dezember 1937 äußerte jedenfalls Jugendleiter Eugen Mayer den Wunsch, der Jugendmannschaft einen neuen Vereinssport zu kaufen (was im Vorfeld des 25-jährigen Vereinsjubiläums auch genehmigt wurde). 1938 - 25-jähriges Vereinsjubiläum: Vermutlich am 26. Juni 1938 feierte der SV Reudern sein 25-jähriges Bestehen. Im Löwen war am Samstagabend ein Festbankett mit Ehrungen geplant, am Sonntagmorgen begannen bereits um 7 Uhr die sportlichen Wettkämpfe mit Preisschießen. Durch das Dorf schlängelte sich ein Festzug. 1939 - Kegelabteilung: Dass der SVR über eine Kegelabteilung verfügte, darüber war lange Zeit nichts nachzulesen. Erst dem Protokoll vom 10. Januar 1939 ist zu entnehmen, dass eine existierte. Abteilungsleiter war Karl Sensbach. Bei der Hauptversammlung am 14. Januar erbrachten die Neuwahlen geringfügige Veränderungen: Ernst Besemer blieb Erster Vorsitzender, Zweiter Vorsitzender und zugleich Abteilungsleiter Schießen wurde Otto Mayer, zum Ersten Schießleiter wurde Hermann Stephan gewählt und neuer Turnwart wurde Otto Besemer. 1940 bis 1943 - Päckchen an die Front: Es war Krieg und auch die kleine Ortschaft Reudern musste ihre Söhne an die vorderste Front fern der Heimat schicken. Nach und nach erlahmten alle Aktivitäten im Verein. Die Vereinsführung hatte beschlossen, allen im Feld stehenden Reudernern Päckchen an Weihnachten 1939 zu schicken. Das fand allenthalben großen Anklang und wurde im Frühjahr 1940 wiederholt. Die vorerst letzte Generalversammlung fand am 27. April 1940 statt. Danach dauerte es fast drei Jahre, bis am 2. Januar 1943 wieder eine Mitgliederversammlung zustande kam. Zum dritten Mal wurden Pakete an die Soldaten an der Front geschickt. 51 Päckchen waren es, beim ersten Mal waren es 25, beim zweiten Mal 35. Kassier Adam Wolfer hatte in den zurückliegenden Jahren ein finanzielles Polster angelegt, das dem Verein nun zugute kam. Der SVR-Ehrenvorsitzende Kurt Lehmann, der in den 1980er-Jahren monatelang in alten Protokollen recherchierte und seine Aufzeichnungen im Reuderner Gemeindeblatt veröffentlichte, schrieb 1989: "Das Wort Kameradschaft hatte jetzt seinen höchsten Stellenwert erreicht, aber für manchen Soldaten war es der letzte Freundschaftsbeweis von unserem Verein." 1944 bis 1947 - Folgen des Zweiten Weltkrieges, Wiedergründung: Das Vereinsleben ruhte vom 15. November 1944 (letzte Sitzung während des Krieges) bis Anfang 1946 fast vollständig. Es war wohl nur noch eine handvoll Männer aus der Vorstandschaft, die den letzten Rest noch zusammenhielten. Dazu gehörten Vorsitzender Ernst Besemer, Schriftführer Paul Thumm, Georg Löffler und Kassier Adam Wolfer. Der Krieg hatte natürlich auch in Reudern seinen Tribut gefordert (26 Vereinsmitglieder kehrten nicht mehr heim). Nur ganz langsam entwickelten sich wieder Aktivitäten. Zunächst wurde wieder heimlich Fußball gespielt. Grundvoraussetzung für eine Vereinsgründung war nämlich eine Genehmigung der amerikanischen Militärverwaltung. 1946 war es aber soweit und der Verein wurde wieder gegründet. Die Wahrnehmung der Geschäfte des Spielleiters wurden Heiner Haußmann und Hermann Stephan übertragen. Das Amt des Jugendleiters übernahm Albert Opferkuch. "Nach langem Reden", wie es heißt. Erwin Schmohl führte den Verein in den ersten Monaten nach dem Krieg. Am 8. März 1947 wurde dann Richard Mayer zum Vorsitzenden gewählt und es begann eine lange Phase der Konsolidierung und Kontinuität unter seiner Regie. 1948 - Aufnahme des Spielbetriebs, Jugendabteilung: Nach dem "Ja" der Besatzungsmacht entwickelte sich das Vereinsleben langsam aber stetig wieder. Bestimmten vor dem Krieg noch das Turnen und der Fußball gemeinsam das Geschehen im Verein, so verschoben sich nun die Gewichte zunehmend in Richtung des runden Leders. Der Faszination Fußball erlagen auch in Reudern immer mehr Menschen und die Fußballer wurden mehr und mehr zur tragenden Säule des Vereins. Die Hauptversammlung wurde am 7. März 1948 abgehalten. Bei der Versammlung am 6. November 1948 sprach der SVR-Vorsitzende Richard Mayer davon, dass für die Fußballabteilung ein Trainer aus Esslingen engagiert werden solle. Für die neugegründete Jugendfußballabteilung wurde ein Betreuer gesucht. Gustav Henzler übernahm dieses Amt bis zur nächsten Generalversammlung. Aus Vereinsprotokollen ist zu entnehmen, dass schon vorher bereits wieder gespielt wurde, allerdings mit mäßigem Erfolg. Am Ende der Saison 1947/48 sprang wohl ein Platz in der zweiten Tabellenhälfte heraus und auch mit Beginn der Runde 1948/49 änderte sich daran trotz verjüngter Elf und dem oben erwähnten Trainer vom ATV Esslingen nicht viel. Erst, als die Mannschaft Mitte Dezember wieder umgestellt und "der alte Mittelläufer" (der Name ist nicht bekannt) wieder aufgestellt worden ist, ging es bergauf und die Mannschaft eilte von Sieg zu Sieg. Bei der Hauptversammlung am 18. Februar 1949 gab Richard Mayer einen Rückblick auf die zum Teil gelösten, aber auch auf die nach wie vor ungelösten Probleme. Unter schwierigsten Verhältnissen und Baustoffknappheit vor der Währungsreform hatte man einen Umkleideraum-Neubau am Sportplatz erstellt. Die Neuwahlen ergaben keine Veränderungen. Unter anderem wurde Richard Mayer als Erster Vorsitzender wiedergewählt, Hermann Stephan wurde als Spielleiter bestätigt. Er stellte auch den Antrag, der auch angenommen wurde, dass Sportler unter 25 Jahren, die, obwohl sie es könnten, nicht aktiv am sportlichen Geschehen mitwirkten, mit dem doppelten Mitgliedsbeitrag auf die Erfüllung ihrer Pflichten gegenüber dem Verein aufmerksam gemacht werden sollen. Fehlte ein Mitglied des Spielerausschusses oder ein Spieler bei einer ordentlich angesetzten Spielerversammlung, wurden auch sie mit 2 beziehungsweise 1 DM zur Kasse gebeten. Eberhard Stephan übernahm das Amt des Jugendleiters, trat aber bereits am 21. Mai 1949 wieder zurück. Zu seinem Nachfolger wurde Gottlieb Besemer bestellt. 1949/50: Spätestens in der Saison 1949/50 mischte der SV Reudern wieder im Spielbetrieb mit. Dies geht zumindest aus dem Archiv der Nürtinger Zeitung hervor (ältere Unterlagen gibt es leider nicht). Die B-Klasse war damals die unterste Spielklasse, der SVR belegte dort im sieben Mannschaften starken Feld der Gruppe 1 mit 10:14 Punkten und einem Torverhältnis von 20:23 Platz 4 unter 7 Mannschaften (14 Punkte hinter Meister TSV Oberboihingen). Die Hauptversammlung tagte am 23. Juni 1950 in der Linde. Das Training der A-Jugend hatte Hermann Stephan übernommen, als Trainer für die erste und zweite Mannschaft wurde bei der Versammlung am 21. Mai 1949 Gottlieb Bauer vorgeschlagen. Freitagabends und, wenn's geht, Sonntagvormittags, wurde Training angesetzt. Vorgeschlagen wurde auch, dass jeder Fußballspieler auch Leichtathletik betreiben soll. Am 1. September 1949 tagte die SVR-Familie erneut. 67 Mitglieder waren erschienen. In der Halbzeitpause des Fußballspiels gegen Oberboihingen sollte ein 1500-Meter-Lauf durchgeführt werden. Im Rahmen eines Sportfestes, das bereits um 7.30 Uhr beginnen sollte. Beschlossen wurde, dass die Spieler in einem neuen Trikot antreten sollten. Einen breiten Raum nahm die Diskussion ein, wer den Dress bezahlen soll. Jeder Spieler solle sein Trikot selbst bezahlen, hieß es, doch dagegen wehrten sich die Kicker, so dass schlussendlich der Verein die Kosten von 71 DM übernahm. Der Vorsitzende hatte gleich einen blau-weißen Sport mitgebracht, der natürlich auch ausgewählt wurde. Möglicherweise war dies die Geburtsstunde der Fußballerfarben blau und weiß in Reudern. Am 28. Oktober 1949 fand die nächste Versammlung im Löwen statt. Das Sportfest war offensichtlich ein voller Erfolg. Beim Antrag, in den Genuss von Totomittel zu kommen, biss man auf Granit, weil man bei sportlichen Veranstaltungen im Kreis Nürtingen nicht mitgemacht hatte. Unter Punkt "Verschiedenes" wurden Hermann Binder und Helmut Kieser als Berichterstatter für die Tageszeitung bestimmt, "weil die Fußballmannschaft in letzter Zeit in den Spielberichten stark benachteiligt wurde", wie es hieß. Zum Schluss wurde die Mannschaft fürs Verbandsspiel gegen Frickenhausen aufgestellt und anschließend gab es Freibier. Die Mannschaftsaufstellung: Hermann Bauer (Tor), Albert Mayer (rechter Verteidiger), Emil Haug (linker Verteidiger), Gustav Kurz (rechter Läufer), Erwin Haußmann (Mittelläufer), Albert Bauer (linker Läufer), Josef Horwath (Rechtsaußen), Erwin Patz (Halbrechts), Gottlieb Besemer (Mittelstürmer), Franz Unzeitig (Halblinks), Toni Weigner (Linksaußen).
Ein Bild, dessen Datum nicht genau feststeht, das aber in den 50ern gemacht wurde. Hintere Reihe von links: Heinz Rößler, Hermann Stephan, Erwin Haußmann, Herbert Turner, Wilhelm Hybl, Albert Bauer, Franz Unzeitig. Vordere Reihe von links: Gustav Kurz, Alois Forstner, Erwin Schmohl, Emil Haug und Anton Weigner.
1950/51: B-Klasse Nürtingen - Vizemeister im 12 Mannschaften starken Feld hinter dem TSV Frickenhausen, der 7 Punkte mehr auf dem Konto hatte, 66:39 Tore, 29:15 Punkte. Um ein Haar wäre dem Herbstmeister trotzdem der Aufstieg geglückt, denn nach einem spannenden Saisonfinale gingen der SVR und der TV Tischardt punktgleich durchs Ziel und mussten auf dem Waldheim ein Entscheidungsspiel austragen, um den Teilnehmer an der Aufstiegsrunde zur A-Klasse zu ermitteln. Die "Hirsche" behielten mit 3:2 die Oberhand, enttäuschten dann aber in den Aufstiegsspielen gegen Uhingen (2:3, 0:11) und Unterboihingen (1:6, 0:2). Pech hatte die Mannschaft freilich, dass sich Torhüter Hermann Bauer schwer am Knie verletzte und mehrere Wochen im Krankenhaus in Kirchheim verbringen musste. Er fehlte an allen Ecken und Enden. Am 10. März 1951, bei der Hauptversammlung im "Löwen", betrug der Mitgliederstand inklusive Schüler 143. Die Wahlen - insgesamt mussten 23 Positionen besetzt werden - gingen allesamt einstimmig über die Bühne. Der Erste Vorsitzende Richard Mayer wurde ebenso bestätigt wie sein Stellvertreter Georg Löffler, Schriftführer Hermann Kurz und Kassier Eugen Mayer. Hermann Stephan war Spielleiter, Eberhard Stephan wurde wieder zum Jugendleiter gewählt. Am 11. August 1951 begann um 21 Uhr in der Sonne eine Versammlung, in der die Existenz der aktiven Fußballer zur Disposition gestellt wurde. Weil sich die Mannschaft in den letzten Aufstiegsspielen bis auf die Knochen blamiert hatte, wurde darüber debattiert, ob man zur neuen Spielzeit überhaupt ein Team melden soll. Otto Mayer warnte jedoch, dass man den Verein dann gleich auflösen könne. Der Kassier stöhnte, kein Fahrgeld mehr bezahlen zu können und forderte wieder mehr Idealismus. Eine Mannschaft wurde vorbehaltlich gemeldet und eine außerordentliche Spielerversammlung anberaumt, um zu klären, wer unter diesen Umständen noch bereit war zu spielen. Der komplette Trikotsatz wurde aber eingezogen. 1951/52 - Turbulenzen an allen Fronten: B-Klasse Nürtingen - Platz 4 unter 13 Teams (2 hatten allerdings zurückgezogen), 7 Punkte hinter Meister TSV Sielmingen. 12 Siege, 1 Unentschieden, 7 Niederlagen, 58:39 Tore, 25:15 Punkte. Die Hauptversammlung des Jahres 1952 fand am 16. Februar im "Löwen" statt. Weil einige Funktionäre ihre Ämter nicht mehr ausüben konnten oder besser gesagt, nicht mehr wollten, mussten außerplanmäßige Wahlen abgehalten werden. Unter anderem wollte auch der Vorsitzende Richard Mayer sein Amt zur Verfügung stellen, weil es nach einem Familien- oder Kameradschaftsabend kurz vor Jahresende (ohne turnerische Übungen) Misstöne gegeben hatte. Nach angeregten Diskussionen wurde er aber einstimmig wiedergewählt, das Vertrauensverhältnis war wieder hergestellt. Es war jedoch auch sonst nicht alles zum Besten bestellt. Georg Löffler, der Zweite Vorsitzende, klagte, dass der Verein ohne Fußballer ein Fiasko erleben würde. Bei den Turnern gab es nämlich ziemliche Zerwürfnisse. Die Turnwarte würden die Jugend nicht mehr weiter ausbilden, sagte er. Während die Nachwuchssportler behaupteten, dass nie ein Turnwart vor Ort sei, sagten die Turnwarte, dass nie Turner da seien. Bei den Jugendlichen fehle einfach der Idealismus, hieß es, was sich auch bei der neu gegründeten B-Jugendmannschaft zeigte. Alois Forstner hatte nach wenigen Spielen nur noch sieben Mann zur Verfügung und musste das Team wieder abmelden. Bei den Aktiven kriselte es freilich auch, denn Spielleiter Hermann Stephan liebäugelte ebenfalls mit Rücktritt, weil ihm die Unterstützung fehlte. Er deutete es als Desinteresse, dass niemand bei den Spielerversammlungen sei und auch niemand zu Auswärtsspielen mitfahre. Nach längerem Bitten ließ er sich für ein weiteres Jahr breitschlagen, allerdings unter der Bedingung, dass er die Mannschaft abmelden kann, wenn nicht genügend Spieler da sind. Als dies ausgestanden war, kündigten die hart kritisierten Turnwarte Heinrich Haußmann und Gustav Frey ihren Rücktritt an. Nach vielen Versuchen stellte sich Haußmann schließlich wieder als Erster Turnwart zur Verfügung, zum Zweiten Turnwart wurde Fritz Kurz bestimmt. Auch mit einem Vereinsausschlussantrag hatte sich die Versammlung noch zu befassen. Dass damals noch andere Wertmaßstäbe angelegt werden mussten, lässt sich am besten daraus ablesen, dass im Protokoll die Anschaffung einer Kokosmatte und eines Balles erwähnt wurden. 1952/53 - 40-jähriges Jubiläum, Springender Hirsch als Vereinslogo: C-Klasse Nürtingen - da immer mehr Vereine den Sportbetrieb wieder aufnahmen und Mannschaften meldeten, wurde die C-Klasse eingeführt. Der SVR belegte Platz 4 unter 13 Teams, 17 Zähler hinter Meister TSV Harthausen und 16 Punkte hinter Vizemeister TV Erkenbrechtsweiler, der ebenfalls aufstieg. 13 Siege, 3 Unentschieden, 8 Niederlagen, 71:52 Tore, 29:19 Punkte. Der SVR war als einziger Verein straffrei geblieben. Am 31. Januar 1953 fand die Generalversammlung in der Sonne statt. Es sollte das Jahr mit den größten Aktivitäten seit der Wiedergründung nach dem Krieg werden. 136 Mitglieder zählte der SVR (ohne Schüler). Umfangreiche Neuwahlen mussten abgewickelt werden. Richard Mayer wurde im Amt bestätigt, Hermann Stephan als sein Stellvertreter gewählt, da sich ders eitherige Amtsinhaber Georg Löffler voll und ganz der Betreuung der Halle und Geräte widmen wollte. Hermann Kurz (Schriftführer) und Eugen Mayer (Kassier) waren zwei weitere von insgesamt 29 zu wählenden Personen. Außerdem wurde ein Festausschuss gewählt, dem Bürgermeister Veyl als Ehrenvorsitzender vorstand und zu dem 17 weitere Posten mehr oder weniger zählten. Erstaunliche Parallelen zu heute tauchen immer wieder auf. Rudi Haußmann forderte beispielsweise, dass bei Spielerversammlungen über das letzte Match diskutiert werden und die Aufstellung für die nächste Begegnung bekanntgegeben werden soll, "und nicht wie seither nur ein Gaigelabend gemacht wird". Zudem forderte er die Zuschauer auf, "nicht immer auf den Platz hinein zu schreien, da dadurch nur die Mannschaft durcheinander gebracht wird". Das Vereinszeichen wurde bei dieser Versammlung auch festgelegt. Man entschied sich für einen springenden Hirsch. Der SVR feierte vom 20. bis 23. Juni 1953 sein 40-jähriges Bestehen mit einem großen Festbankett, Kinderfest, Festzug, Zelt, Fußballspiel und Leichtathletik-Wettkämpfen. Die Stadtkapelle Nürtingen spielte zur Unterhaltung auf. Mit dem Wetter hatte man auch Glück. 1953/54: C-Klasse Nürtingen, Gruppe 2 - Platz 3 unter 7 Teams, 7 Punkte hinter Meister TSV Altdorf. 7 Siege, 1 Unentschieden, 4 Niederlagen, 48:31 Tore, 15:9 Punkte. Bei der Versammlung am 15. August 1953 im Gasthaus "zur Sonne" legte Spielleiter Hermann Bauer sein Amt nieder. Erwin Schmohl wurde zu seinem Nachfolger bestimmt, nahm aber nur unter der Bedingung an, dass wöchentlich einmal trainiert werde. Einen großen Erfolg feierte Heinz Besemer beim Deutschen Turnfest in Hamburg. Er wurde nämlich mit einem Siegerkranz dekoriert. Verärgert reagierten die Mitglieder allerdings, weil Rudi Haußmann und Michael Janisch nicht starten durften. Obwohl Kreisturnwart Hinneberg aus Unterlenningen zugesichert hatte, dass er sich für die beiden verkämpfen würde, tat er dies nicht, sondern verschaffte einem Trio aus seinem eigenen Verein Startkarten. Die Unterlenninger waren nicht gemeldet worden, wohl aber die zwei Reuderner. Dazu muss freilich gesagt werden, dass Haußmann und Janisch nicht ganz unschuldig an dieser Entwicklung waren, denn sie waren kurz vorher dem TSV Oberboihingen beigetreten und daher vom SVR wieder abgemeldet worden. Als sie sich wieder umbesannen, war es für eine neue Startkarte zu spät. Bei einer Versammlung am 31. Oktober 1953 im Gasthaus "zum Löwen" wurden Überlegungen laut, oder wieder aufgegriffen, "den Sportplatz in den nächsten Jahren hinauf an den Wald bei der Turnhalle zu verlegen". Bei der Gemeinde sollte ein entsprechender Antrag eingereicht werden. Dies wurde allgemein als "ideale Lösung" angesehen. Kurt Lehmann sen., hoch geachteter Reuderner Schulleiter, erklärte, dass der Sportplatz "schon vor 15 Jahren dorthin gekommen wäre, wenn der Krieg nicht dazwischen gekommen wäre", und er rief dazu auf, bei den anstehenden Gemeinderatswahlen die Kandidaten zu wählen, die Verfechter einer Verlegung wären. Eugen Kotz nannte in Erwartung eines Platzbaus das Beispiel Großbettlingen, wo jedes Mitglied mit anpacken oder aber entsprechend zahlen musste. Am 6. Februar 1954 tagte die Hauptversammlung im "Löwen". Richard Mayer wurde als Vorsitzender bestätigt, ebenso wie Kassier Eugen Mayer und Schriftführer Hermann Kurz sen. Erwin Schmohl wurde in einer Kampfabstimmung unter drei Kandidaten mit nur 17 Stimmen zum Spielleiter gewählt. Josef Proißl wurde zum Jugendleiter ernannt. 1954/55: C-Klasse Nürtingen (wieder bloß eine Gruppe) - Platz 3 unter 15 Mannschaften, 5 Punkte hinter Meister TV Erkenbrechtsweiler und 4 Zähler hinter Vize TSV Grafenberg, der mit aufsteigen durfte. 16 Siege, 7 Unentschieden, 5 Niederlagen, 88:54 Tore, 39:17 Punkte. Der SVR wurde mit dem Fairnesspreis ausgezeichnet. Die Hauptversammlung des Jahres 1955 ging am 29. Januar im "Löwen" über die Bühne. Neuwahlen waren keine angesetzt. 1955/56: C-Klasse Nürtingen, Gruppe 2 - Vizemeister unter 8 Teams, 5 Zähler hinter Meister TV Unterlenningen. 10 Siege, 0 Unentschieden, 4 Niederlagen, 47:29 Tore, 20:8 Punkte. Der SVR spielte eine starke Saison und hatte als Tabellenzweiter die Möglichkeit, doch noch aufzusteigen. Nachdem man den TSV Linsenhofen in Oberlenningen eliminiert hatte, stand das entscheidende Spiel am 16. Juli 1956 gegen den Vorletzten der B-Klasse, TSV Grafenberg, der zuvor den B-Klasse-Letzten TV Bempflingen mit 4:2 besiegt hatte, in Oberensingen an. 2:2 hieß es nach Verlängerung. Die "Hirsche" hatten nach 45 Minuten schon mit 2:0 geführt, mussten dann aber noch den Ausgleich schlucken und hatten im "Nachsitzen" mit zwei Lattentreffern Pech. Noch dicker kam es für den SVR bei der Neuauflage eine Woche später auf dem Platz des FV 09 Nürtingen. Die Reuderner führten bei Halbzeit bereits mit 3:0 und sahen wie der sichere Sieger aus, ehe Grafenberg in einer furiosen zweiten Hälfte wieder die Verlängerung erzwang und kurz vor Ende der 120 dramatischen Minuten den Siegtreffer anbrachte. Die komplette SVR-Mannschaft gratulierte nach Spielende aber sportlich fair zum Sieg. Bei der Generalversammlung am 18. Februar 1956 im Gasthaus "Löwen" betrug der Mitgliederstand 150. Vorsitzender Richard Mayer freute sich, dass die aktiven Kicker mit einem Ball und einer Urkunde ausgezeichnet worden waren, weil sie drei Jahre in Folge straffrei geblieben waren. Wieder einmal hatten unbedachte Äußerungen dazu geführt, dass der Vorsitzende nicht mehr zur Wahl antreten wollte. Nach längeren Debatten wurde geheim gewählt und Mayer wurde mit 30 Stimmen wiedergewählt. Hermann Stephan, der Zweite Vorsitzende, brachte es auf 9 Stimmen. Er wurde dafür mit 30 Stimmen erneut zum Stellvertretenden SVR-Boss gewählt. Kassier Eugen Mayer und Schriftführer Hermann Kurz sen. wurden einstimmig in ihren Ämtern bestätigt. Josef Proißl blieb Gesamtjugendleiter, Ernst Hiller wurde zum wohl ersten offiziellen Fußballjugendleiter gewählt. Die Position des Spielleiters der Aktiven übernahm Gustav Henzler. Trainer der ersten Mannschaft war Gottlieb Bauer, aber nur als Coach, nicht mehr als Spielertrainer. Doch das war nicht lange aufrecht zu halten, denn er war nach wie vor ein Leistungsträger und er musste wieder mit eingreifen.
Die erste Meistermannschaft des SVR aus der Saison 1956/57 (von links): Karl Morawetz, Emil Haug, Erwin Gehring, Helmut Unzeitig, Karl Remppis, Eugen Schwaiger, Otto Schmohl, Josef Fuchs, Eugen Nanz, Heinz Besemer, Spielertrainer Gottlieb Bauer, SVR-Vorsitzender Richard Mayer und Spielleiter Gustav Henzler.
1956/57 - erste Meisterschaft, C-Klasse-Pokalsieger und 25 Jahre Fußball: C-Klasse Nürtingen, Gruppe 2 - der SVR feierte seinen ersten Aufstieg, mit 1 Punkt Vorsprung vor dem TSV Linsenhofen. Zur Meisterschaft im 8 Mannschaften umfassenden Feld (inklusive der außer Konkurrenz spielenden TuS Metzingen III) reichten 8 Siege, 0 Unentschieden, 4 Niederlagen, 36:25 Tore und 16:8 Punkte. Es war ein Jahr wie aus dem Bilderbuch, denn just zum 25-jährigen Jubiläum, das vom 1. bis 3. Juni 1957 gefeiert wurde, schaffte der SVR unter Trainer Gottlieb Bauer den Aufstieg - und die "Hirsche" wurden obendrein noch C-Klasse-Pokalsieger des Kreises Nürtingen. Im Endspiel am 16. Dezember 1956 in Oberensingen wurde der favorisierte TSV Grötzingen, Pokalsieger der Gruppe 1, mit 2:1 besiegt. Auch die nächste Runde auf Bezirksebene gegen den TV Birenbach, den C-Klasse-Pokalsieger des Kreises Göppingen, überstand der SVR durch einen 2:1-Sieg im Wiederholungsspiel am 28. April 1957 und erhielt zum fünften Mal in fünf Jahren den Fairnesspreis (das erste Spiel am 14. April endete in Birenbach 3:3 nach Verlängerung). Im Bezirkspokalfinale der C-Klasse, das am 1. Mai 1957 in Oberensingen stattfand, zog die Bauer-Truppe gegen den TSV Berkheim, C-Klasse-Pokalsieger des Kreises Esslingen, mit 0:3 den Kürzeren. 29 Jahre später sollte es erneut zu diesem Aufeinandertreffen kommen. Übrigens: Den Meisterwimpel überbrachte der heutige Bezirksvorsitzende Karl Wieland. Am 9. Februar 1957 rauchten im Löwen wieder die Köpfe bei der Hauptversammlung. Spielleiter Gustav Henzler ärgerte sich maßlos über die Trainingsfaulheit mancher Spieler, nur zwei, drei Akteure der Ersten waren bisweilen beim Übungsabend. Umso erstaunlicher, dass der sportliche Erfolg da war. Beim 25-jährigen Fußballjubiläum, das mit einem Festabend, einem Kinderfest und einem Turnier mit acht Mannschaften gefeiert wurde, bestritt die erste SVR-Garnitur ein Spiel gegen den Nachbarn TSV Oberboihingen, den Gegner also, gegen den man auch sein allererstes Spiel bestritten hatte. Der FC Frickenhausen gewann das Jubiläumsturnier durch ein 4:2 im Endspiel über den TSV Weilheim. 1957/58 - Abstieg: B-Klasse Nürtingen - nur ein Jahr konnte sich der SVR in der B-Klasse halten, dann ging es wieder runter. Als Vorletzter unter 12 Mannschaften (plus TuS Metzingen III a.K.) mussten die "Hirsche" in den sauren Apfel beißen. 6 Siegen und 2 Unentschieden standen 14 Niederlagen gegenüber (41:64 Tore, 14:30 Punkte). Die Reserve wurde ebenfalls Vorletzter mit 5 Siegen, 4 Unentschieden, 13 Niederlagen, 24:67 Toren und 14:30 Punkten. Die Zeit des Bilanzziehens war wieder am 1. März 1958 gekommen. Im Löwen waren 49 Mitglieder erschienen und sie wählten Richard Mayer erneut an die SVR-Spitze. Auch Hermann Stephan, Eugen Mayer und Hermann Kurz sen. wurden in ihren Ämtern bestätigt, ebenso wie Gesamtjugendleiter Josef Proißl und Spielleiter Gustav Henzler. In den Spielausschuss gewählt wurden Hermann Bauer, Wilhelm Hybl und Ernst Haußmann. Alfons Müller übernahm den Part des Fußballjugendleiters von Ernst Hiller. Die Gedanken, den Sportplatz an die Halle zu verlegen, wurden endgültig ad acta gelegt. Offenbar ließen dies die Besitzverhältnisse nicht zu. Beschlossen wurde aber, den Platz einzufrieden. Der Abstieg war wohl allen Beteiligten an die Nerven gegangen, Unzufriedenheit machte sich breit. Trainer Gottlieb Bauer legte bei einer außerordentlichen Ausschusssitzung am 18. Juli 1958 im Löwen, an der auch die aktiven Kicker dabei waren, sein Amt nach langen Diskussionen nieder. 1958/59: C-Klasse Nürtingen - Platz 4 unter 14 Teams, 6 Punkte hinter Meister TSV Grafenberg und 3 Zähler hinter dem ebenfalls aufgestiegenen Vize TSV Linsenhofen. 17 Siege, 3 Unentschieden, 6 Niederlagen, 78:37 Tore, 37:15 Punkte. Um den Aktiven einen adäquaten Unterbau bieten zu können, als Grundlage für höhere sportliche Weihen, unternahmen die Verantwortlichen alles, um wieder eigene Nachwuchsteams bilden zu können. 1958 war es soweit, eine SVR-Jugendmannschaft nahm wieder am Punktspielbetrieb teil. Da das Thema Sportplatzverlegung vom Tisch war, man daher aber im Aspach mehr Platz für Umkleiden benötigte, musste Geld beschafft werden. Ein Bausparvertrag war aber noch nicht zuteilungsreif und so hoffte man, mit dem Verkauf der Halle entsprechende Mittel zu bekommen. Einige Baumaßnahmen waren angedacht: Neben der Platzumrandung sollten zwei bis drei Umkleiden und Flutlichtmasten her. So jedenfalls schilderte Vorsitzender Mayer bei der Generalversammlung am 21. März 1959 im Löwen die Absichten des Vereins, ein neues Zuhause für die Sportler zu bauen. 1959/60 - Sportplatzumrandung fertiggestellt: C-Klasse Esslingen - der SVR war wohl auch auf Grund seiner relativ zentralen Lage zwischen Esslingen, Nürtingen und Kirchheim umgruppiert worden und mischte erstmals im Raum Esslingen mit. Sehr zum Missfallen der SVR-Kicker allerdings. Doch sie schlugen sich ganz respektabel, denn die Elf belegte Platz 4 im 11er-Feld, nur 6 Punkte hinter Meister SG Sirnau und 4 Punkte hinter Vize SV Zell, der ebenfalls aufsteigen durfte. 11 Siege, 2 Unentschieden, 6 Niederlagen, 47:31 Tore, 24:14 Punkte. Im Pokal sorgte der SVR für Furore, war nach Siegen in Grafenberg (11:1), gegen Beuren (6:1), gegen die TSG Zell (7:0) und beim TV Erkenbrechtsweiler (5:2) letzter Vertreter der C-Klasse Esslingen und unter den letzten Dreien im Bezirk. Gegen den TSV Neckartailfingen war dann aber Endstation: Nach dem 0:0 am 20. März 1960 auf dem Aileswasen gewannen die Neckartailfinger das Wiederholungsspiel am 27. März 1960 in Reudern mit 7:4. Bei der Ausschussitzung am 11. November 1959 in der Linde wurde darauf gedrängt, dass die Sportplatzeinzäunung möglichst bald abgeschlossen werden soll. Differenzen zwischen Spielleiter Gustav Henzler und Jugendleiter Alfons Müller bezüglich der Aufstellung der Ersten konnten ebenfalls bereinigt werden. Vorsitzender Mayer drohte sogar mit einem Vereinsausschlussverfahren, falls dieses Thema nochmals hochkoche. Die Sportplatzumrandung war Ende Januar 1960 zu gut wie fertig, nur der Anstrich fehlte noch. Die Aktiven wurden im Winter 59/60 wieder einmal ermahnt, im Training in der Halle vorsichtiger zu sein. Es waren einfach zu viele Scheiben in die Brüche gegangen. Neuwahlen bestimmten die Hauptversammlung am 5. März 1960 und natürlich warf auch der Vereinsheimbau immer längere Schatten voraus. Die komplette Vorstandschaft wurde im Amt bestätigt und auch alle Posten konnten trotz Diskussionen besetzt werden. 187 Mitglieder stark war der Verein und die Stadtwerke kündigten an, binnen eines Vierteljahres das Sportgelände mit Strom zu versorgen. Die Jugendarbeit ruhte Anfang der 1960er-Jahre, deshalb wollte Jugendleiter Alfons Müller sein Amt niederlegen. Er wurde aber gedrängt, so lange weiterzumachen, bis ein Nachfolger gefunden ist. Vorsitzender Richard Mayer pochte darauf, dass die Nachwuchsarbeit wieder in die Gänge kommt. Auch Aktiven-Spielleiter Gustav Henzler hatte nach den zurückliegenden Streitereien die Nase voll, nach langem Hin und Her erklärte er sich allerdings bereit, noch einmal weiterzumachen. 1960/61 - Sportheimbau: C-Klasse Esslingen - Platz 6 unter 11 Mannschaften, auf Meister TSV Berkheim fehlten 17 Punkte. 8 Siege, 2 Unentschieden, 10 Niederlagen, 61:58 Tore, 18:22 Punkte. Viel wichtiger als der sportliche Erfolg war in dieser Saison freilich der Bau des vereinseigenen Sportheims, das überwiegend in Eigenleistung erstellt wurde. Endlich hatten die SVR-Fußballer eine eigene Bleibe, in der sie sich umziehen und duschen und nach dem Spiel auch gemeinsam feiern konnten. Man musste nicht mehr hinauf in den Ort, um sich im Gasthaus Löwen umzukleiden und bei Wind und Wetter mit kaltem Wasser im Trog zu waschen. Der Erlös der 1960 verkauften Turnhalle (20.400 DM bei der zweiten Versteigerung) bildete den finanziellen Grundstock für den Bau. Am 19. Juli 1960 wartete Richard Mayer bei einer Ausschusssitzung mit der erfreulichen Nachricht auf, dass die Baugenehmigung für das Sportheim bereits vorliege und man nun schnellstens das Projekt in Angriff nehmen müsse. Eugen Mayer erklärte sich bereit, die Bauaufsicht zu übernehmen, später kamen noch Hermann Stephan und Wilhelm Pfeiffer hinzu. Die Bauleitung hatte Karl Weiler inne. Bevor es aber richtig losgehen konnte (der erste Spatenstich erfolgte am 26. November 1960), wurde am 24. September 1960 zu einer Mitgliederversammlung in den Löwen eingeladen (eine Woche zuvor waren bloß 20 Mitglieder erschienen, weil die Einladung offenbar zu kurzfristig publik gemacht worden war). Die Versammlung wurde darauf eingeschworen, kräftig mit anzupacken. Nachdem ein Bauunternehmer zu einem Ausschusstermin am 22. November 1960 in der Linde nicht erschienen war, machten die SVR-Verantwortlichen Nägel mit Köpfen und beraumten sofort einen Arbeitsdienst an. Im Januar 1961 wurde die Wasserzufuhr zum Sportgelände in Angriff genommen. Die Helfer packten kräftig zu und am 30. März 1961 konnte bereits Richtfest gefeiert werden. Anschließend wurde im Löwen feucht-fröhlich gefeiert. Sportkreisvorsitzender Dr. Mayer hatte eine Spende von 100 DM mitgebracht. Den Richtspruch sprach der Zweite Vorsitzende Hermann Stephan. Überdies sind am alten Platz zwei Flutlichtmasten aufgestellt worden. Ein Blick auf die damaligen Preise lohnt allemal. der Ausschuss legte die Preise für das Kinderfest fest, das am 23. und 24. Juli 1960 stattfand: 1 Flasche Bier -,80 DM, 1 Rote -,80 DM, 1 Sinalco -,40 DM und ein Viertele Wein 1,20 DM. Die Mitgliedsbeiträge beliefen sich seit dem 1. Januar 1960 auf 25 Pfennige (Schüler bis 14 Jahre), 50 Pfennige (Jugendliche von 14 bis 18 Jahren) und 1,- DM für über 18-Jährige. Die Beiträge wurden seinerzeit noch monatlich erhoben. Vermutlich auf Grund des Sportheimbaus fand die Generlaversammlung 1961 sehr spät, nämlich erst am 3. Juni, im Löwen statt. Der Verein zählte nur noch 144 Mitglieder, aber davon waren 50 erschienen (auf heutige Verhältnisse hochgerechnet müssten rund 330 Mitglieder zu den Hauptversammlungen erscheinen). Die Jugendarbeit lag immer noch im Argen, so dass die Versammlung beschloss, unbedingt wieder einen Jugendspielbetrieb aufzunehmen. Alfons Müller blieb bis auf Weiteres Jugendleiter, Manfred Bauer übernahm die Übungsabende mit der Jugend. Wilhelm Hybl, Mitglied des Spielausschusses, fragte im Juli 1961 an, ob er an das Sportheim anbauen dürfe, um eine Art Hausverwalter zu sein. Der SVR-Ausschuss hatte nichts dagegen und ermunterte ihn. Doch dazu ist es nie gekommen. 1961/62 - Fertigstellung des Sportheims: C-Klasse Esslingen - Platz 6 unter 9 Teams, hinzu kam der VfL Post Esslingen, der jedoch außer Konkurrenz mitmischte. Auf Meister TSV Köngen fehlten am Ende satte 15 Punkte. 7 Siege, 0 Unentschieden, 9 Niederlagen, 43:39 Tore, 14:18 Punkte. Ernst Szabo hatte vor der Saison Trainer Richard Geisler abgelöst. Auch im Pokal lief es wieder recht gut. Der SVR gewann in Bempflingen (10:1), gegen Grafenberg (5:2) und beim TSV Wiesensteig (5:3) und scheiterte erst im C-Klasse-Halbfinale an "Angstgegner" TSV Sielmingen (2:7), der später den Pott holte. Die Nachwuchsarbeit wurde wieder angeschoben, im Herbst konnte eine A-Jugend gemeldet werden, die sich allerdings aus vielen B-Jugendlichen rekrutierte und daher saftige Schlappen kassierte. Aber ein Anfang war wieder gemacht. Die Hauptversammlung des Jahres 1962, die am 31. März im Löwen stattfand, versprach turbulent zu werden, denn Spielleiter Gustav Henzler, der beruflich oft im Ausland weilte, wollte nicht mehr und Trainer Ernst Szabo, der inzwischen auch die Jugend trainierte, wollte bei den Aktiven nur noch weitermachen, wenn die erste Mannschaft auch komplett mitmachte. Genügend Diskussionsstoff also für die Mammutwahlen, denn 31 Posten mussten besetzt werden. Doch alles ging glatt. Gewählt wurden Richard Mayer (Erster Vorsitzender), Hermann Stephan (Zweiter Vorsitzender), Eugen Mayer (Kassier), Hermann Kurz sen. (Schriftführer), Paul Thumm (Unterkassier), die Beisitzer Ernst Besemer, Albert Opferkuch, Ernst Hiller und Julius Reichert, in den erweiterten Ausschuss Gottlieb Bauer, Helmut Unzeitig und Gustav Brandl, die Kassenrevisoren Wilhelm Pfeiffer und Kurt Lehmann, Josef Proißl (Gesamtjugendleiter), Helmut Unzeitig (der Gustav Henzler als Spielleiter beerbte, sechs Personen standen zur Wahl), Robert Thumm (der Heinz Besemer als Turnwart ablöste), Günther Besemer (Schülerturnwart), Fritz Born (Erster Sportwart), Josef Proißl (Zweiter Sportwart), Julius Reichert (Geräte- und Hallenwart), Erwin Schweizer (Vereinsdiener), Manfred Bauer (Ballwart), Erwin Schmohl (Fahnenträger) sowie der Spielausschuss mit Trainer Ernst Szabo (Vorsitzender), Spielleiter Helmut Unzeitig, Spielführer Eugen Schwaiger, Hermann Kurz, Alois Forstner und Ernst Hiller. Josef Proißl übernahm zusätzlich noch das Amt des Fußballjugendleiters. Bloß als Schiedsrichter wollte sich keiner bereitstellen.
Diese Mannschaft holte 1962 in heimischen Gefilden zum einzigen Mal für den SVR den Sennerpokal (hintere Reihe von links): Stefan Janisch, Heinz Müller, Richard Müller, Hans Fuchs, Helmut Bauer, Philipp Laubach, Josef Fuchs, Manfred Besemer. Vordere Reihe von links: Helmut Unzeitig, Karl Morawetz, Heinz Besemer.
1962/63 - Sennerpokalsieg und Sportheimeinweihung, 50-jähriges Vereinsjubiläum: C-Klasse Esslingen - Platz 7 unter 10 Teams, davon zwei außer Konkurrenz, auf Meister TSG Esslingen fehlten 11 Punkte. 4 Siege, 0 Unentschieden, 10 Niederlagen, 28:51 Tore, 8:20 Punkte. Nach dem gewinn des Sennerpokals war das natürlich eine herbe Enttäuschung, allerdings auch dadurch bedingt, dass man in den ersten Spielen etliche Rote Karten hinnehmen musste. Im Pokal flog die Mannschaft daheim auch schon in Runde eins raus (2:5 gegen den TSV Linsenhofen). Weil der Trainingsbesuch ausgesprochen lausig war, trainierte Ernst Szabo nur noch die Jugend, erklärte sich aber später wieder bereit, Trainer zu machen. Unter der Voraussetzung allerdings, dass alle Spieler zum Training erscheinen. Nach der A- und C-Jugend wurde zudem eine D-Jugend gebildet. Das Vereinsheim, das über 50.000 DM gekostet hatte, wurde am 28. Juli 1962 im voll besetzten Festzelt mit zahlreichen Ehrengästen offiziell eingeweiht und umrahmt vom Gesangverein Liederkranz Reudern und dem Musikverein Lindorf (nachträglich musste noch eine Ölheizung im Wert von rund 9.000 Mark eingebaut werden). Beim Festakt blickte Bürgermeister Karl Braun bereits in die Zukunft und sprach vom Neubau einer Gemeindehalle, bei dem auch der Sportverein wieder gefordert sei. Der Ausschuss beschloss, dass das Sportheim dienstags beim Jugendtraining, mittwochs beim Training der Aktiven, sonntags bei den Heimspielen und samstags ab 19 Uhr geöffnet ist. Alsbald wurde jedoch deutlich, dass das Thema Sportheimbewirtschaftung zu einem Dauerbrenner werden sollte. Aus Anlass der Einweihung durfte der SVR erstmals auch den Sennerpokal für C-Klasse-Mannschaften ausrichten. Und das, obwohl man in der Esslinger Gruppe spielte. Gespielt wurde in zwei Fünfer-Gruppen an zwei Wochenenden (28. und 29. Juli sowie 4. und 5. August 1962). Offenbar beflügelt von den neuen eigenen Wänden marschierten die "Hirsche" durch das Turnier und gewannen es bis heute zum einzigen Male. Der TV Tischardt (9:1), TSV Neuenhaus (3:0), TSV Grötzingen (6:0) und TSV Wolfschlugen (5:1) hatten in den Gruppenspielen keine Chance. Im Endspiel schlug der SVR Titelverteidiger TSV Altenriet mit 4:0 und krönte mit dem Turniersieg nicht nur die Einweihungsfeierlichkeiten, sondern auch seine erste Sennerpokalteilnahme überhaupt. Nicht immer ging es ruhig und harmonisch zu beim SVR. Auch am 9. September 1962 kochten die Emotionen hoch, als sich Ernst Hiller und Helmut Unzeitig bei einer Ausschusssitzung in die Wolle bekamen. Die Diskussion um die Situation im Reuderner Fußball endete mit einem Eklat, denn Hiller verließ die Sitzung und erschien auch drei Tage später nicht, als Vorsitzender Mayer alles wieder ausräumen wollte. Am 13. Oktober 1962 fand im neuen Sportheim erstmals eine Mitgliederversammlung statt. 33 Personen erschienen. Die erste Generalversammlung des SV Reudern im eigenen Vereinsheim fand am 23. März 1963 statt. Trainer Szabo mahnte einmal mehr eine bessere Trainingsbeteiligung an und er richtete den dringenden Appell an die Spieler. Mit Ruppigkeiten und großer Klappe sei nichts zu gewinnen und man müsse sich als Verantwortlicher nur schämen. Vom 15. bis 17. Juni 1963 feierte der SVR seinen 50. Geburtstag mit einem großen Festabend, Kinderfest, Festzug, Frühgottesdienst und Fußballturnier (Sielmingen bezwang im Finale Raidwangen mit 3:2). Die Jubiläumsfeierlichkeiten wurden ein voller Erfolg. Bereits am Mittwoch, 12. Juni, fand ein schlichter Ehrungsabend für sechs Vereinsgründer (August Kieser, Gottlob Besemer, Karl Biedermann, Gustav Thumm, Christian Besemer und Karl Stephan) und sechs weitere altgediente Mitglieder (Georg Löffler, Karl Müller, Heinrich Haußmann, Ernst Besemer, Paul Thumm, Otto Kromer) durch den Turngauvorsitzenden Kant statt. Für das Jubiläumsspiel wurde der FV 09 Nürtingen verpflichtet, der mit 7:1 gewann und in der folgenden Saison den Aufstieg in die Erste Amateurlige Nordwürttemberg schaffte. 1963/64 - D-Jugend erster Hallen-Kreismeister, Gründung Frauenturnen: C-Klasse Nürtingen, Gruppe 2 - der SVR wurde endlich wieder umgruppiert, Platz 4 unter 9 Mannschaften, davon eine außer Konkurrenz, auf Meister TSV Beuren fehlten 12 Punkte. 6 Siege, 2 Unentschieden, 6 Niederlagen, 38:36 Tore, 14:14 Punkte. Die D-Jugendfußballer des SVR schrieben derweil Geschichte, denn sie gewannen bei der Premiere der Hallen-Kreismeisterschaften den Titel. In der Schreibere in Nürtingen wurden die "Hirsche" nach Siegen gegen den VfL Kirchheim (2:0), den FC Frickenhausen (5:0) und die TSV Oberensingen (2:0) sowie einem 0:0 gegen den TSV Wolfschlugen Gruppensieger und trafen im Finale auf den FV 09 Nürtingen. Die Nullneuner galten zwar als klarer Favorit, hatten beim 0:3 jedoch keine Chance. Seit Ende Juni 1963 waren die aktiven Fußballer ohne Trainer. Es waren die Folgen eines Tiefs, aus dem die Mannschaft seit dem Gewinn des Sennerpokals auf eigenem Platz nicht mehr herausgekommen war. Am 3. und 4. August 1963 aber musste der Titel beim Sennerpokal der C-Klasse verteidigt werden. In Raidwangen überraschte das Team angenehm, wurde nach den Partien gegen Germania Schlaitdorf (2:2), die SpVgg Hochwang (4:1) und den TSV Beuren (4:0) Gruppensieger und stand erneut im Endspiel, das allerdings gegen Gastgeber TSV Raidwangen knapp mit 0:1 verloren wurde. Im Bezirkspokal unterlag die Mannschaft bereits in der ersten Runde beim TSV Wäldenbronn mit 4:6. Der A-Jugendliche Werner Forstner wurde in die Bezirksauswahl berufen. Ab dem 13. August 1963 konnten sich beim SVR auch die Frauen (außer in der Leichtathletik) sportlich betätigen, denn das Frauenturnen wurde ins Leben gerufen. Renate Dieterle und Emma Haußmann leiteten die Gruppe. Da es immer wieder zu Problemen beim Transport der C- und D-Jugendkicker zu den Auswärtsspielen kam, wurde festgelegt, mit dem Kleinbus der Firma Besemer (Wachtmeister) zu fahren oder eben mit privaten Pkw. Pro Kilometer gab es eine Entschädigung von 20 Pfennigen. Für die Saison 62/63 kamen so 314,- DM zusammen. Im Sportheim tagte am 25. April 1964 wieder die Hauptversammlung. Vorsitzender Richard Mayer kündigte an, bei der Gemeinde darauf zu drängen, dass in Reudern bald eine Halle gebaut werde. Spielleiter Helmut Unzeitig wetterte, dass es ohne Trainer bei den Aktiven nicht weitergehen könne und forderte einen Coach. Ernst Szabo lehnte es allerdings weiterhin ab, die Aktiven zu trainieren. Die Neuwahlen (es mussten wieder über 20 Positionen besetzt werden) ergaben an der Spitze des Vereins keinerlei Veränderungen, bei den Fußballern dagegen sehr wohl: Ernst Hiller übernahm nämlich von Helmut Unzeitig den Posten des Spielleiters. Am 30. Mai 1964 tagten im SVR-Vereinsheim die Jugendleiter des Kreises Nürtingen. 1964/65: C-Klasse, Staffel 2 - die Gruppen, jetzt Staffeln, waren neu eingeteilt worden, der SVR wurde Vizemeister unter 11 Teams, 3 Punkte hinter Meister TV Hochdorf. 15 Siege, 2 Remis, 3 Niederlagen, 81:45 Tore, 32:8 Punkte. Der neue Spielertrainer Fritz Schwaiger, der die Mannschaft vor der Saison übernommen hatte, feierte also einen glänzenden Einstand. Die C-Jugend wurde Meister in ihrer Staffel. Beim Sennerpokal der C-Klasse am 20. und 21. Juni 1964 in Linsenhofen erreichte der SVR nach Siegen gegen den Gastgeber (2:0), den TSV Neuenhaus (1:0) und Titelverteidiger TSV Raidwangen (2:1) wieder das Finale, unterlag dann aber dem TSV Beuren mit 0:2. Der 28. Juni 1964 war ein schwarzer Tag für den SVR, denn in einem Freundschaftsspiel gegen den TSV Oberboihingen verletzte sich Torhüter Karl Morawetz so schwer, dass er nicht mehr spielen konnte. Im Bezirkspokal erreichte man durch einen 5:3-Erfolg gegen den TSV Neuenhaus zwar die zweite Runde, doch dort war beim TSV Ohmden Endstation (1:4). Bei einer Ausschusssitzung am 12. Juli 1964 wurde der Kauf eines Streuwagens beschlossen. Bis dahin mussten die Spieler ständig in den Ort zu den Zimmereien fahren, um Sägemehl oder Späne zu holen und dann von Hand streuen. Weil der Sportplatz vom Training ziemlich mitgenommen war, wurde ferner angeregt, einen Trainingsplatz zu schaffen (Spielleiter Ernst Hiller). Im Februar 1965 wagte Hiller auch einen Vorstoß, ob ans Vereinsheim nicht ein Gymnastikraum angebaut werden könne. Weil aber im Etat der Gemeinde bereits die geplante Halle beinhaltet war, wurde dies verworfen. Zurückzuschauen und vorauszublicken hieß es für den 145 Mitglieder zählenden Verein am 13. Februar 1965 im Sportheim. Hitzig ging es dabei zu, als über den Standort der Halle debattiert wurde. Während Bürgermeister Karl Braun dafür plädierte, dass die Halle zur Schule gehöre, forderte eine Gruppe um Otto Mayer, dass die Halle am Sportgelände gebaut werden soll. Wie wir heute wissen, steht die Halle an der Schule. Am 2. Juli 1965 fand die Abschlussbesprechung der Vereine der C-Klasse, Gruppe 2, im SVR-Vereinsheim statt. Dies war gleichzeitig auch die Vorrundenbesprechung der Saison 65/66.
Diesem Team gelang in der Spielzeit 1965/1966 der zweite Aufstieg des SVR (hintere Reihe von links): Spielleiter Ernst Hiller, Josef Fuchs, Richard Müller, Walter Kurz, Josef Stefan, Philipp Laubach, Bernd Oßwald, Helmut Unzeitig, Trainer Fritz Schwaiger. Vordere Reihe von links: Werner Forstner, Stefan Janisch, Willi Lindenbacher, Wolfgang Jürgens.
1965/66 - zweiter Aufstieg: C-Klasse, Staffel 2 - Meister unter 12 Mannschaften, aber punktgleich mit der SPV 05 Nürtingen. Die Elf vom Waldheim hatte am letzten Spieltag, am 7. Mai 1966, mit einem 2:1-Heimsieg gegen den SVR den Gleichstand erzwungen, wobei die Nullfünfer schon nach 3 Minuten mit 2:0 in Führung lagen und der SVR den Rückstand nicht mehr wett machen konnte. Deshalb wurde ein Entscheidungsspiel um den Titel notwendig, das der SVR im neutralen Nürtinger Wörth-Stadion am Sonntag, 15. Mai 1966, unerwartet klar mit 5:1 gewann. Schon zur Halbzeit führten die "Hirsche" mit 3:0 nach Toren in der 33., 40. und 42. Minute. Als in der 51. Spielminute das 4:0 fiel war der Sieg praktisch perfekt. Nach dem 5:0 kamen die Nürtinger noch zum verdienten Ehrentreffer (86.). Bei der Wimpelübergabe durch Staffelleiter Zlotnik gratulierten auch die Nürtinger mit einem Blumenstrauß zu Meisterschaft und Aufstieg. Die SVR-Bilanz: 19 Siege, 0 Unentschieden, 3 Niederlagen, 82:28 Tore, 38:6 Punkte. Der Ausschuss beschloss, allen Spielern, die mit entsprechend vielen Einsätzen zur Erringung der Meisterschaft beigetragen haben, einen Gutschein in Höhe von 25,- DM zukommen zu lassen. Eine lustige Episode am Rande: Gerhard Reichert hatte gewettet, im Falle der Meisterschaft des SVR ein 30-Liter-Bierfass von Oberboihingen nach Reudern zu rollen. Er löste die Wette ein und wurde dabei von zahlreichen Zuschauern begleitet und am Ortsrand sogar vom Spielmannszug der Freiwilligen Feuerwehr mit Musik abgeholt. Beim Sennerpokal am 12. und 13. Juni 1965 in Altdorf stürmte der SVR erneut ins Endspiel. Der SV 07 Aich (6:3), Gastgeber TSV Altdorf (5:4) und die SPV 05 Nürtingen (4:3) wurden in den Gruppenspielen bezwungen, im Finale zog die Schwaiger-Truppe aber gegen den TSV Altenriet bei miserablem Wetter mit 1:4 den Kürzeren. In der ersten Runde des Bezirkspokals kam es in Altenriet zu einer Neuauflage dieser Begegnung, allerdings gelang die Revanche nicht, der SVR verlor abermals mit 1:4 und war draußen. Die Generalversammlung des Jahres 1966 wurde auf den 15. Januar gelegt und fand im Sportheim statt. Der SVR hatte von der A- bis zur D-Jugend alle Nachwuchsklassen bestückt. Jugendleiter Josef Proißl, der über zehn Jahre lang für die SVR-Jugend im Einsatz war, präsentierte dies mit Stolz, zumal die A-Jugend einige Turniersiege gefeiert hatte und die C-Jugend Kreismeister geworden war, doch er machte seine Ankündigung wahr und gab sein Amt an diesem Abend ab. Zu seinem Nachfolger wählte die Versammlung Helmut Euchner. Richard Mayer wurde ebenso wie die anderen Funktionäre an der Vereinsspitze, Kassier Eugen Mayer und Schriftführer Hermann Kurz sen., einstimmig wiedergewählt. Bloß auf den Zweiten Vorsitzenden Hermann Stephan entfiel eine Enthaltung (bei 60 Anwesenden). Den Spielausschuss bildeten Trainer Fritz Schwaiger, der auch stellvertretender Spielleiter war, Heinz Besemer und Hermann Remppis. Ernst Hiller wurde als Spielleiter bestätigt, allerdings knüpfte er seine Wiederwahl an Bedingungen. Etwa an die, dass jede Mannschaft einen Betreuer und einen Spielführer haben muss, die dann auch für das Streuen des Platzes, für Spielabsagen etc. verantwortlich sind. Immer wieder war es zu Reibereien gekommen, weil die zweite Mannschaft nicht immer streuen wollte. Die Schwierigkeiten bei der Wahl des Spielleiters waren noch nicht vom Tisch, es brodelte weiter und kam bei der nächsten Ausschusssitzung am 17. Mai 1966 mit einer gewaltigen Eruption an die Oberfläche. Plötzlich ging es drunter und drüber. Sportheimwirtschafter Albert Opferkuch erklärte, dass das Sportheim Anfang August geschlossen bleibe, weil er und Helmut Mayer nicht da seien. Ernst Hiller ging auf die Barrikaden und schimpfte, dass das nicht möglich sei, weil die Saison am 14. August beginne und noch ein Testspiel gemacht werden müsse. Alle Schlichtungsversuche scheiterten und Hiller, der sich über ständige Nackenschläge beklagte, erklärte seinen sofortigen Rücktritt und verließ demonstrativ die Sitzung. Der Rest des Ausschusses war wie vor den Kopf gestoßen, setzte aber für den nächsten Tag eine weitere Sitzung mit den Spielern der ersten und zweiten Mannschaft an. Dabei konfrontierte Vorsitzender Mayer die Kicker mit den nackten Tatsachen. Alle Spieler erklärten sich jedoch bereit, auch weiterhin für den SVR zu spielen und nach ausgiebigem Gedankenaustausch erklärten sich Fritz Schwaiger und Hermann Kurz sen. bereit, das Amt des Spielleiters bis zur nächsten Generalversammlung kommissarisch auszuüben. Die Angelegenheit war damit aber noch nicht vom Tisch, sondern verfolgte den Verein noch über Monate hinweg. Am 18. Juni 1966 weilte Jugendleiter Helmut Euchner bei einer Jugendtagung in Kornwestheim und erhielt dort eine Plakette für vorbildliche Nachwuchsarbeit. 1966/67 - Gründung einer AH, Frühjahrswaldläufe: B-Klasse, Staffel 2 - Platz 11 unter 14 Mannschaften, 18 Punkte hinter Meister FC Frickenhausen, 5 Punkte vor dem ersten Absteiger SV 07 Aich (auch der TSV Kohlberg stieg ab). 9 Siege, 5 Unentschieden, 12 Niederlagen, 49:58 Tore, 23:29 Punkte. Die Reserve belegte Platz 13 unter 14 Teams (13:39 Punkte, 43:65 Tore, 5 Siege, 3 Remis, 18 Pleiten). Die Vorkommnisse des zurückliegenden Sommers hatten Mannschaft und Trainer wohl doch mehr zugesetzt als erwartet worden war. Fritz Schwaiger legte das Traineramt mit Beginn der Winterpause nieder und Spieler Willi Lindenbacher übernahm bis auf Weiteres, wahrscheinlich bis zum Saisonende. Gleichzeitig machte man sich aber auf die Suche nach einem neuen Trainer. Im Bezirkspokal ereilte den SVR das schnelle Aus, denn in der ersten Runde unterlag man beim TV Bezgenriet mit 1:4. Beim Sennerpokal wirkte keine SVR-Mannschaft mit. Die Hauptversammlung tagte am 11. Februar 1967 im Sportheim. Ernst Hiller schilderte noch einmal die Gründe seiner Amtsniederlegung als Spielleiter, Vorsitzender Richard Mayer unterband jedoch die aufkommende Diskussion mit dem Hinweis, das Ganze nicht wieder breit treten zu wollen. Die Weichen für ein ruhigeres Jahr wurden freilich gestellt, denn Fritz Schwaiger wurde für ein Jahr zum Spielleiter gewählt. Da auch Helmut Euchner nach nur einem Jahr sein Amt als Jugendleiter wieder zur Verfügung stellte, musste ein Nachfolger gefunden werden. Mit Walter Schnepf wurde ein Mann einstimmig in diese Funktion gewählt, der in den kommenden Jahren unheimlich rührig war, zahlreiche Veranstaltungen mit der Jugend durchzog und viele Erfolge mit dem SVR-Nachwuchs feierte. Am 5. März 1967 fanden in Reudern erstmals Frühjahrswaldläufe statt. Alfred Hiller, ausgebildeter Übungsleiter und zuständig für Nachwuchsarbeit bei den Leichtathleten, und Sportwart Dieter Müller hatten die Veranstaltung in den Aspach geholt. Im Frühjahr dieses Jahres feierte ein Trio des SVR einen großen Triumph, denn Walter Stephan, Albert Bauer und Josef Fuchs wurden in der Altersklasse III Württembergischer Mannschaftsmeister im Waldlauf. Diesen Erfolg wiederholten die drei am 7. April 1968 in Köngen und ließen weitere große Rennen, auch bei Deutschen Meisterschaften, folgen. 1967 fanden sich ehemalige aktive SVR-Kicker zusammen und gründeten offiziell eine Altherrenmannschaft. Schon in den Jahren zuvor hatten aber immer wieder AH-Teams des SVR bei Festlichkeiten oder anderen Anlässen Freundschaftsspiele bestritten. Die Alten Herren waren in den folgenden Jahren überaus aktiv, bestritten regelmäßig weit über 20 Begegnungen pro Jahr. 1967/68 - Abstieg: B-Klasse, Staffel 2 - wie nach dem ersten Aufstieg musste der SVR im zweiten Jahr seiner B-Klasse-Zugehörigkeit wieder absteigen. Nur der letzte Platz unter 14 Vereinen stand zu Buche, 3 Siege gelangen bloß bei 10 Unentschieden, 13 mal verließ man den Platz als Verlierer (16:36 Punkte, 45:72 Tore). Auch die Reserve wurde Letzter. Der neue Trainer Manfred Zimmermann hatte kein leichtes Amt und musste sein Engagement nach dem Abstieg wieder beenden. Die Spieler hatten ihm bei einer Abstimmung das Vertrauen entzogen und trafen sich am 29. Mai 1968 im Sportheim, um das weitere Vorgehen zu besprechen. Man kam zum Schluss, dass Willi Lindenbacher so lange das Training leiten soll, bis ein neuer Übungsleiter gefunden ist. Beim Sennerpokal der B-Klasse im Sommer 1967 in Aich verbaute sich der SVR durch eine 0:1-Niederlage gegen Ausrichter SV 07 schon alle Möglichkeiten auf den Turniersieg. Gegen den TV Unterboihingen gelang zwar ein 4:3-Erfolg, doch die Aicher trennten sich vom TVU mit 2:2 und standen im Finale. Der 19. Januar 1968 brachte wieder Veränderungen für die Fußballer mit sich, denn bei der Hauptversammlung im Vereinsheim standen einmal mehr wichtige Wahlen an. Während Richard Mayer (Erster Vorsitzender), Hermann Stephan (Zweiter Vorsitzender), Eugen Mayer (Kassier), Paul Thumm (Unterkassier), Hermann Kurz sen. (Schriftführer), Walter Schnepf (Jugendleiter Fußball) und die Beisitzer Julius Reichert, Albert Opferkuch, Gustav Brandl, Helmut Unzeitig, Eugen Schwaiger und Manfred Besemer ruckzuck gewählt wurden, zog sich die Wahl des Spielleiters in die Länge. Fritz Schwaiger wollte nicht mehr, doch dann wurde Helmut Kalmbach bei drei Enthaltungen gewählt. Heinz Besemer, Fritz Schwaiger, Willi Wenzelburger und Trainer Zimmermann bildeten den Spielausschuss, Rolf Kunz und Willi Hybl fungierten als Betreuer der ersten Mannschaft und auch Gustav Henzler stieg wieder mit ins Boot. Er kümmerte sich um die Zweite. Bürgermeister Karl Braun machte der Versammlung wenig Hoffnung, dass die herbeigesehnte Halle schnell gebaut werde. Die Finanzlage lasse einen Zuschussantrag vor 1970 nicht zu, sagte er. Immerhin kündigte SVR-Boss Mayer an, dass ein Trainingsplatz angelegt werden würde. Der Mitgliederbestand betrug nur noch 108 (Zahlende) und acht Frauen. 1968/69: C-Klasse, Staffel 1 - nach der Eingruppierung in die Staffel 1 gab es nur Platz 13 unter 15 Teams, 34 Punkte hinter Meister TSV Neuenhaus. 4 Siege, 7 Unentschieden, 17 Niederlagen, 44:73 Tore, 15:41 Punkte. Eine Reserve konnte nicht mehr gemeldet werden, es mangelte an Spielern. Die D-Jugend wurde derweil Meister (28:8 Punkte, 72:17 Tore). Mit der Verpflichtung eines neuen Trainers tat man sich schwer, knüpfte aber nach der Runde 67/68 Kontakte zu Heinz Schumacher, der zuvor den TSV Beuren betreut hatte und später Vorsitzender des Sportgerichts Neckar-Fils wurde. Im Ausschuss wurde am 14. Juli 1968 auch deshalb heftig diskutiert, weil der potenzielle Trainer andere Gehaltsvorstellungen hatte als sein Vorgänger Zimmermann, er wollte nämlich das Doppelte - 100 Mark monatlich. Schließlich kam man überein, dass sich am 24. Juli Trainer, Spieler und Ausschuss treffen - zu einem Probetraining. Schumacher willigte ein, einige Wochen ohne Honorar zu arbeiten und wieder zu gehen, falls es nicht klappen sollte. Er blieb zwar, richtig aus der Krise führen konnte er die Mannschaft aber auch nicht, wie die karge Bilanz zeigt. Beim Sennerpokal am 22. und 23. Juni 1968 in Unterboihingen bekam es der zu diesem Zeitpunkt trainerlose SVR mit Gastgeber TVU und dem TSV Beuren zu tun. Die Unterboihinger, grade in die B-Klasse aufgestiegen, gewannen mit 2:1, gegen Beuren sprang ein 1:1 heraus, was allerdings das Aus bedeutete. Im Pokal war ebenfalls in Runde eins Endstation. Gegen den B-Klasse-Verein TSV Wernau führten die "Hirsche" unter der Regie von Heinz Schumacher zwar bei Halbzeit mit 4:1, am Ende hatten aber die Gäste mit 5:4 die Nase vorn. Bei der Hauptversammlung am 1. Februar 1969 im Sportheim waren 54 Mitglieder zugegen. Bürgermeister Karl Braun gab bekannt, dass der laut Kostenvoranschlag 750.000 Mark teure Hallenbau, für den der SVR 500 Mark gespendet hatte, bis 1972 auf Eis liegen würde. Wegen einer gewünschten Erweiterung der Sportanlagen sprach der Schultes von möglichen Schwierigkeiten, da die geplante Trassenführung der B 297 eventuell das Sportgelände berühren werde. Walter Horwath hatte zuvor den Antrag gestellt, das Sportheim zu verlängern. Damals war wohl eine Umgehung Reuderns mit aller Ernsthaftigkeit ins Auge gefasst worden. Bei den Leichtathleten schied Alfred Hiller aus beruflichen Gründen aus, für ihn wurde Ferdinand Eckert gewählt. Ihm zur Seite standen Dieter Mülller und Robert Thumm. Bernhard Heidenreich war für die ins Auge gefasste Kunstkraftsportgruppe verantwortlich. Sigrid Heidenreich übernahm das Frauenturnen. So jedenfalls ist es dem Protokoll vom 13. Juli 1969 zu entnehmen. Am 1. März 1969 fand im Reuderner Sportheim eine Jugendleitertagung des Kreises Nürtingen statt. Ein Mannschaftsausflug, von dem die damaligen Akteure und Beteiligten heute noch schwärmen, führte vom 13. bis 18. Mai 1969 nach Bellaria in der Nähe von Rimini an der italienischen Adria. Das Hotel lag direkt am Meer. Ein Freundschaftsspiel beim italienischen Viertligisten FC Bellaria wurde klar verloren. "Weil nicht alle Spieler mitfahren konnten und einige Jugendliche eingesetzt werden mussten", wie es offiziell heißt. Doch diese Version löst allenthalben Schmunzeln aus bei denen, die dabei waren. Der SVR soll ganz groß als deutsche Spitzenmannschaft angekündigt worden sein, doch spätestens bei Halbzeit war das Stadion, das zuvor bei einem Frauenspiel noch voll besetzt war, so gut wie leer. Es war dennoch ein einmaliges Erlebnis. 1969/70 - erstmals Kreispokal-Waldläufe: C-Klasse, Staffel 1 - Platz 12 unter 13 Teams, Meister wurde der TV Nellingen mit 42:6 Punkten. 4 Siege, ein Remis, 19 Niederlagen, 33:90 Tore, 9:39 Punkte. Wieder keine Reserve. Heinz Schumacher war wenig Glück beschieden und so trennten sich die Wege des SVR und des Trainers nach nur einem Jahr wieder und Fritz Schwaiger kehrte nach dreieinhalb Jahren in anderen Funktionen auf den Trainerposten zurück. Der anhaltenden Misere wollte man mit einem Kameradschaftsabend in der Wiener Stuben (der heutige Dorfkrug) entgegenwirken, am sportlichen Misserfolg änderte sich freilich nichts. Auch früher schon erachtete man einen Kameradschaftsabend stets als probates Mittel, um den Zusammenhalt der Mannschaft zu stärken und die sportliche Leistung zu steigern. In der Regel gab es dabei vom Verein für jeden Spieler einen Gutschein über einen bestimmten Betrag, der dann aber nur an dem vorgesehenen Abend galt. Gegenüber der AH wurden Vorwürfe erhoben. Die Alten Herren nahmen nämlich an einer Pokalrunde teil, so dass kaum ein älterer Spieler bereit war, auszuhelfen und die junge Mannschaft zu führen. Mit der AH hätte man auch wieder eine Zweite melden können. Die E-Jugend, die D-Jugend und die C-Jugend feierten die Meisterschaft. Die C-Jugend schaffte sogar den Einzug ins Pokalfinale, unterlag dem Endspielausrichter TSV Neckartailfingen dann aber knapp mit 1:2. Beim Sennerpokal 1969 (am 5. und 6. Juli wurde in Linsenhofen gespielt) belegte der SVR Platz drei unter fünf Mannschaften. Gegen den TV Erkenbrechtsweiler wurde 3:1 gewonnen, gegen den TSV Neuenhaus und den TSV Linsenhofen gab es je eine 0:2-Niederlage und vom TSV Wolfschlugen trennte man sich 2:2. Im Pokalwettbewerb kam der SVR über die erste Runde einmal mehr nicht hinaus, unterlag dem klassenhöheren TSV Oberboihingen mit 1:3. Bei einer außerordentlichen Sitzung mit allen örtlichen Vereinen und dem Gemeinderat am 18. November 1969 im Sportheim, bei der es ausschließlich um die geplante Halle ging, war die Katze aus dem Sack: Eine Mehrzweckhalle mit Standort an der Schule war geplant. Eines von zwei benötigten Grundstücken war von der Gemeinde bereits angeschafft worden, das andere sollte noch während des schon laufenden Baulandumlegungsverfahrens gekauft werden. Die Planungen und genauen Ausmaße wurden im Detail vorgestellt und Vorschläge über die zu erbringenden Eigenleistungen aller Vereine diskutiert. Rund 7.000 Arbeitsstunden wurden hochgerechnet. Allen war klar, dass der Bau der Halle Dringlichkeitsstufe eins besitzt, entsprechend wollte auch jeder zum raschen Gelingen beitragen. Am 12. Dezember 1969 tagten die Spielleiter der Nürtinger B- und C-Klasse-Vereine zusammen mit Staffelleiter Ernst Hiller im Aspach. Am Samstag, 17. Januar 1970, fand im Sportheim die Hauptversammlung statt. Wichtiger Tagesordnungspunkt war die Wahl des Ersten Vorsitzenden. Richard Mayer wurde wieder das Vertrauen ausgesprochen, sein Stellvertreter Hermann Stephan kandidierte dagegen nicht mehr (er wurde zum Beisitzer gewählt) und wurde von Kurt Lehmann jun. abgelöst. Eugen Mayer (Kassier), Hermann Kurz (Schriftführer), die Beisitzer Albert Opferkuch, Hermann Bauer, Helmut Unzeitig, Eugen Schwaiger und Manfred Besemer, Jugendturnwart Ferdinand Eckert, Schülerturnwart Dieter Müller, Bernhard Heidenreich (Abteilungsleiter Schwerathletik), Alfred Hiller (stieg wieder als technischer Leiter Leichtathletik ein) und Walter Schnepf (Fußballjugendleiter) wurden ebenfalls gewählt. Spielleiter Helmut Kalmbach stellte sein Amt dagegen zur Verfügung, an seine Stelle wählte die Versammlung nach den üblichen längeren Debatten Heinz Ollech. Letzterer wollte sein Amt aber nur antreten, wenn die AH-Spieler künftig wieder bei den Aktiven aushelfen und ihm den Neuaufbau der Mannschaft damit erleichtern. "Die AH darf kein Verein im Verein sein", sagte er. Im Spielausschuss saßen Heinz Besemer, Willi Wenzelburger und Trainer Fritz Schwaiger. Mannschaftsbetreuer war Rolf "Fuzzi" Kurz. Der Bau der Gemeindehalle warf schon seit langem seine Schatten voraus. Besonders der Musikverein war in dieser Richtung aktiv und brachte den Stein ins Rollen. Klar war, dass das Vorhaben nur mit sehr viel Eigenleistung realisiert werden konnte. Richard Mayer übergab Bürgermeister Karl Braun eine weitere Spende von 500 Mark für das Vorhaben, eine spontane Tellersammlung erbrachte noch einmal etwas mehr als 200 Mark. Am gleichen Abend noch konnten sich die SVR-Mitglieder für Arbeitsdienste eintragen lassen. Am 11. April 1970 machte sich eine Delegation mit Reuderner Vereinsvorsitzenden, der auch einige SVR-Ausschussmitglieder angehörten, auf, um Mehrzweckhallen in Unterlenningen, Strümpfelbach, Hegnach und Waldenburg zu besichtigen. Das Jahr 1970 markierte den Auftakt von Waldlauf-Veranstaltungen in Reudern. Am 1. März 1970 war der SVR erstmals Gastgeber. Über etliche Jahre hinweg traf sich die Läuferelite des Kreises, des Bezirkes und sogar darüberhinaus immer im März im Aspach. Unter anderem war auch Willy Maier vom TSV Genkingen, Olympia-Teilnehmer von München und Deutscher Meister, gerne zu Gast in Reudern. Der SVR stellte selbst immer wieder starke Läufer, die munter vorne mitmischten. Unvergessen sind beispielsweise die bereits erwähnten Altersklasse-Läufer Josef Fuchs, Albert Bauer und Walter Stephan, die als Mannschaft nicht nur auf Bezirks-, sondern auch auf Verbands- und sogar auf Bundesebene mit starken Leistungen für Aufsehen sorgten. 1970/71: C-Klasse, Staffel 1 - Platz 11 unter 13 Mannschaften, Meister wurde der TSV Sielmingen mit 43:5 Punkten. 5 Siege, 3 Unentschieden, 16 Niederlagen, 36:111 Tore, 13:35 Punkte (ohne Reserve). Im Bezirkspokal ereilte den SVR dasselbe Schicksal wie in den Jahren zuvor: Das 0:4 gegen den TV Unterlenningen bedeutete das Aus in Runde eins. Am Sennerpokal nahm man nicht teil. Das SVR-Vereinsheim war am 11. Dezember 1970 erneut Tagungsort der Vereinsvertreter der Nürtinger B- und C-Klasse. Unter der Führung von Staffelleiter Ernst Hiller ging es dabei vor allem um die Pokalspiele und den Sennerpokal des folgenden Jahres. Bei der Hauptversammlung am 16. Januar 1971 zeichnete Fritz Schwaiger, der Trainer der Aktiven, ein tristes Bild, verlieh aber gleichzeitig seiner Hoffnung Ausdruck, dass mit dem Nachrücken der Jugend Besserung in Sicht sei. Immer wieder mussten AH-Spieler aushelfen. Der Nachwuchs gab in der Tat zu Hoffnungen Anlass, denn Jugendleiter Walter Schnepf rief noch einmal voller Stolz die drei Staffelmeisterschaften der letzten Spielzeit in Erinnerung. Wichtige Weichenstellungen waren die Anpassung der Beitragsfreiheit (auch für Ehrenmitglieder erst ab dem Rentenalter) und eine Beitragserhöhung. Was aber nach wie vor unter den Nägeln brannte: Es fehlten Schiedsrichter, was den Verein viel Geld kostete. Das hat sich bis heute nicht geändert. 1971/72 - Wechsel an der Vereinsspitze: C-Klasse, Staffel 2 - Wieder umgruppiert, aber Letzter von 12 Mannschaften, Meister wurde der TV Hochdorf. 1 Sieg, 3 Unentschieden, 18 Niederlagen, 24:81 Tore, 5:39 Punkte (keine Reserve). Die B-Jugend des SVR spielte in der Leistungsstaffel, der damals höchsten Spielklasse im Bezirk, musste am Ende der Saison aber mit nur einem Sieg absteigen. In der ersten Runde des Bezirkspokals erwartete der SVR den SC Altbach. Es war ein Debakel, am Ende stand es 7:0 für den Gast. Die D-Jugend des SVR feierte einen großen Triumph: Der Außenseiter wurde nämlich im Januar 1972 in der Nürtinger Neckarsporthalle zum zweiten Mal nach 1964 Hallen-Kreismeister. Als bester Gruppenzweiter kam man lediglich ins Halbfinale, um erneut auf die TSV Oberensingen zu treffen, der man im Spiel um den Gruppensieg mit 1:2 unterlegen war. Auch jetzt lag der SVR wieder mit 0:1 zurück, drehte die Partei aber noch und gewann mit 3:1. Im Endspiel bot man dem großen Favoriten TSV Neckartailfingen die Stirn und nach dem 2:2 hatte man im Siebenmeterschießen die besseren Nerven und siegte sensationell mit 4:3. Im Juli 1971 bestritt der SVR ein Benefizspiel zugunsten seines Jugendspielers Walter Horwath, dem es kurz vor Weihnachten im Chemie-Unterricht an der Hauptschule in Oberboihingen beim Herstellen von Knallerbsen bei einer Explosion die Hand zerfetzt hatte. Gegner war der Lokalrivale TSV Oberboihingen, der vor einer großen Kulisse mit 9:0 gewann. Auch im Jahr 1971 fehlte der SVR beim Sennerpokal, doch im Dezember war das Vereinsheim erneut Tagungsort der Vereine für die Festlegung der Austragungsorte. Reudern erhielt zusammen mit Aich den Zuschlag für 1972. Es musste an zwei Orten gespielt werden, weil gleich 12 Vereine mitmachen wollten. Am 16. November 1971 gab es eine tiefe Zäsur beim SVR: Richard Mayer, der den Verein nach dem Krieg entscheidend prägte und wichtige Vorhaben wie den Sportheimbau vorantrieb, stellte sich bei der (wohl vorgezogenen 1972er-) Hauptversammlung nach fast 25 Jahren nicht mehr zur Wahl. Er hinterließ ein wohl bestelltes Feld, und, wie es in der Nürtinger Zeitung nachzulesen ist, "einen Verein mit grundsoliden Finanzen und einem reichhaltigen Sportbetrieb mit dem Schwerpunkt Jugendarbeit, der lediglich durch das Fehlen einer Halle beeinträchtigt wird". Für die grundsoliden Finanzen zeichnete der scheidende Kassier Eugen Mayer verantwortlich. Zum neuen Vorsitzenden wählte die Versammlung Kurt Lehmann junior. Ernst Hiller, der wieder als Zweiter Vorsitzender die SVR-Funktionärsbühne betrat, und der neue Kassier Hermann Kurz sen., der seitherige Schriftführer, bildeten mit ihm zusammen die Spitze des Vereins. Weiterhin wurden gewählt: Werner Kotz (Schriftführer), die Beisitzer Albert Opferkuch, Manfred Oßwald, Helmut Unzeitig, Eugen Schwaiger, Erwin Schweizer und Hermann Bauer, die Unterkassiere Paul Thumm und Herbert Opferkuch, Kassenrevisor Kurt Lehmann senior und Fußballjugendleiter Walter Schnepf. Das Amt des Spielleiters der Aktiven hatte noch Heinz Ollech inne, er kündigte aber seinen Rückzug zum Saisonende an. Ballwart war Gert Besemer, bei den Leichtathleten bekleidete Alfred Hiller die Position des technischen Leiters, Dieter Müller war Jugend- und Schülerwart und Sigrid Heidenreich Frauenturnwartin. Richard Mayer wurde zum Ehrenvorsitzenden ernannt. Jugendleiter Walter Schnepf berichtete von vier Nachwuchsmannschaften, Spielleiter Heinz Ollech sprach von einer Krise der aktiven Fußballer und stöhnte, weil immer wieder Seniorenspieler einspringen mussten. Mit der Verpflichtung von Trainer Matthias Handl zeichnete sich aber eine deutliche Besserung ab. Man wollte raus aus dem Tabellenkeller und auch etwas dafür tun. Dafür sprach schon der Umstand, dass sich die Reuderner Kicker erstmals entschlossen, zweimal in der Woche zu trainieren. 1972/73 - Sennerpokal in Reudern: C-Klasse, Staffel 2 - Letzter von 13 Mannschaften, Meister wurde die SG Erkenbrechtsweiler/Hochwang mit 43:5 Punkten. 1 Sieg, 2 Unentschieden, 21 Niederlagen, 16:90 Tore, 4:44 Punkte. Aber es konnte wieder eine Reserve gestellt werden, die Platz 7 unter 8 Teams belegte, 2 Siegen standen 12 Pleiten gegenüber, 21:48 Tore, 4:24 Punkte wie Schlusslicht TV Tischardt. Der SVR beteiligte sich am Bezirkspokal und flog in der ersten Runde offenbar auch raus. Das Ergebnis ist allerdings nicht aktenkundig. In der ersten Runde gastierte man beim SSV Hausen. Der SVR kam anlässlich des 40-Jährigen Bestehens seiner Fußballabteilung zum zweiten Mal in den Genuss, ein Sennerpokalturnier ausrichten zu dürfen. Am 17. Juni 1972 konnte man sich allerdings nicht für das Endspiel gegen den Sieger des Aicher Turniers qualifizieren. Schon im ersten Match gegen den späteren Finalisten TSV Linsenhofen büßte man bei der 3:5-Niederlage alle Chancen ein. Gegen den TV Tischardt gewann die SVR-Elf zwar mit 2:0, aber nach der 1:3-Niederlage gegen die SG Erkenbrechtsweiler/Hochwang blieb nur der dritte Platz unter vier Teams. Am 26. Januar 1973 traf sich die SVR-Familie wieder zur Hauptversammlung im Vereinsheim. Kurt Lehmann wurde im Amt des Vorsitzenden bestätigt, ebenso wie Ernst Hiller als sein Stellvertreter und Hermann Kurz als Kassier. 1972 war der Trainingsplatz unter tatkräftiger Mithilfe der Gemeinde angelegt worden, die Fertigstellung der Flutlichtanlage verzögerte sich allerdings wegen der langen Lieferzeiten der Lampen, so dass es nicht mehr wie geplant vor dem Winter reichte. Im Frühjahr wurde die Anlage aber in Betrieb genommen. Die Kosten lagen bei 7000 Mark. In Sachen Hallenbau hatte sich noch nichts Entscheidendes getan, die Verantwortlichen erwarteten jedoch eine baldige Klärung und hofften darauf, dass das Projekt noch vor der näher rückenden Eingemeindung nach Nürtingen verwirklicht werden könne. Die Oberfinanzdirektion hatte das Konzept der Halle inzwischen für gut und bezuschussungsfähig befunden. Das 60-jährige Vereinsjubiläum wurde vom 29. Juni bis 1. Juli 1973 gefeiert und am 31. Mai, dem Himmelfahrtstag, fand im Aspach der Gauwandertag statt. Die Erste Mannschaft war nach wie vor das Sorgenkind. Ein kompetenter Spielleiter wurde händeringend gesucht, doch dieses Problem konnte nicht abschließend gelöst werden. Schon ein Jahr später sollte es allerdings viel besser aussehen, denn zur neuen Saison stieg Herbert Opferkuch ein. Zwei tragische Unglücke sorgten 1972 und 1973 für lähmendes Entsetzen im SVR, nicht nur bei den Fußballern: Helmut Euchner starb bei einem Arbeitsunfall vor der eigenen Haustür mit nur 38 Jahren und Erich Sterr, 24 Jahre jung und Spieler der ersten Mannschaft, kam auf dem Heimweg von einem Punktspiel bei einem Verkehrsunfall im Tiefenbachtal ums Leben. 1973/74 - Vereinsbus, Gründung Abteilung Ski: C-Klasse, Staffel 2 - es ging wieder aufwärts, die Jugendarbeit trug endlich erste Früchte und die Mannschaft belegte Platz 7 unter 13 Klubs, Meister wurde der TSV Schopfloch mit 44:4 Punkten vor dem TV Unterlenningen (36:10). 7 Siege, 9 Unentschieden, 8 Niederlagen, 45:42 Tore, 23:25 Punkte. Der SVR beteiligte sich in dieser Saison offenbar nicht am Bezirkspokal, zumindest ist nirgendwo ein Resultat nachlesbar. Beim Sennerpokal am 23. und 24. Juni 1973 in Neckartenzlingen riss der SVR keine Bäume aus. Das Auftaktmatch gegen den späteren Turniersieger TSV Wolfschlugen wurde mit 2:5 verloren, das Resultat des Spiels gegen den TSV Grafenberg ist nicht überliefert, aber der SVR wurde Gruppenletzter. Erstmals trafen sich am 23. September 1973 auf dem Sportgelände Mannschaften von Reuderner Vereinen, Firmen und Stammtischen, um den Sieger im sportlichen Wettstreit zu ermitteln. Die Leichtathleten gewannen dieses offiziell erste Fußball-Ortsturnier, das kurzfristig ins Leben gerufen worden und auf großes Interesse gestoßen war. Es wurde über Jahre hinweg zu einer feste Größe im Veranstaltungskalender des Ortes, mitunter waren es richtig tolle Feste. Die Hauptversammlung des Jahres 1974 fand am 26. Januar statt. Der Bau der Halle war in vollem Gange und die Fertigstellung zeichnete sich für den Herbst ab. Allerdings machten sich auch Sorgen breit, ob sich die Verwaltung nach der sich abzeichnenden Eingemeindung genauso für die Vereine engagieren würde wie die seitherige. Jugendleiter Walter Schnepf ließ die Saison der fünf Jugendteams Revue passieren, machte aber auch deutlich, dass er die Arbeit im seitherigen Rahmen ohne zusätzliche Unterstützung nicht mehr weiterführen könne. Aktiven-Spielleiter Herbert Opferkuch war derweil zufrieden mit der Entwicklung der Mannschaft, die unter Trainer Matthias Handl wieder Selbstvertrauen getankt hatte. Genehmigt wurde von der Versammlung die Anschaffung eines Vereinsbusses, um die jugendlichen Sportler befördern zu können. Wie andernorts auch, fanden sich leider auch in Reudern immer weniger Menschen bereit, sich in den Dienst der Jugend zu stellen, und sei es nur als Fahrer zu Auswärtsspielen. Bei den Neuwahlen gab es kaum Veränderungen: Kurt Lehmann ging in seine dritte Amtszeit als Vorsitzender, Ernst Hiller wurde wieder zu seinem Stellvertreter gewählt und Hermann Kurz als Kassier bestätigt. Werner Kotz (Schriftführer), Manfred Oßwald, Fritz Schwaiger, Alfred Hiller, Stephan Eifried, Albert Bauer, Emil Schmohl (Beisitzer), Walter Schnepf (Fußballjugendleiter), Herbert Opferkuch (Spielleiter), Fritz Schwaiger (AH), Günter Besemer (Leichtathletik), Ingeborg Oßwald (Frauen), Ernst Besemer, Eberhard Stephan (Kassenprüfer) und der Wirtschaftsausschuss mit Fritz Schweizer, Ernst Hiller und Josef Fuchs wurden ebenfalls gewählt. Im Jahr 1974 wurde im September die Abteilung Ski gegründet (Günther Besemer übernahm bis zur nächsten Generalversammlung die Funktion des Abteilungsleiters) und im Mai die Sparte Jedermannsport in der Leichtathletikabteilung verankert. 1974/75 - Sportheimerweiterung: C-Klasse, Staffel 2 - Platz 9 unter 13 Teams, Meister wurde der TSV Grafenberg mit 39:9 Punkten vor dem FC Frickenhausen (38:10). 8 Siege, 3 Unentschieden, 13 Niederlagen, 40:62 Tore, 19:29 Punkte. Spielleiter Herbert Opferkuch konnte der Saison natürlich wenig Positives abgewinnen, das gesteckte Ziel wurde verfehlt. Immerhin hielt die Zweite den zweiten Tabellenplatz. Im Bezirkspokal übersprang der SVR daheim die erste Hürde gegen den FV Plochingen, wobei der 3:2-Siegtreffer mit dem Schlusspfiff fiel. Die Freude währte freilich nicht lange, denn an der zweiten Hürde blieben die "Hirsche" hängen, unterlagen dem TSV Gruibingen in heimischer Umgebung mit 2:3. Ein Meilenstein in der Vereinsgeschichte war die Sportheimerweiterung. Es wurde ein Jugendraum angebaut. Der Baubeschluss wurde am 25. Januar 1975 bei der Generalversammlung gefasst und Anfang Juni mit der Baumaßnahme begonnen. Ebenso, dass die Vereinsführung jeweils zur Hälfte versetzt zu wählen ist, um eine gewisse Kontinuität zu gewährleisten. Besonders erfreulich: Die Einweihung der Gemeindehalle stand unmittelbar bevor (am 1. Februar 1975). Weil der Reuderner Pokal-Crosslauf aus terminlichen Gründen gecancelt werden musste, erhielt der SVR den Zuschlag, am 9. März 1975 die Bezirks-Waldlaufmeisterschaften auszurichten. Der Nachwuchsbereich der Kicker boomte, Jugendleiter Walter Schnepf und seine Mannschaft an Trainern und Betreuern konnte den Massenandrang, den sicherlich auch die Weltmeisterschaft ausgelöst hatte, kaum bewältigen. Derweil wurde ein Problem immer größer: Der Mangel an Schiedsrichtern. Es stand zu befürchten, dass der Spielbetrieb in seinem bisherigen Umfang nicht mehr aufrechtzuerhalten war. Mit dem Bezug der Halle entschloss sich die SVR-Vorstandschaft auch, nach Jahren wieder eine Jahresfeier ins Programm zu heben. Sie wurde ein voller Erfolg. Immer wieder sorgten vor allem die Fußballer für absolute Höhepunkte im Programm. Reudern war 1974 nach Nürtingen eingemeindet worden, dennoch unternahm man weiterhin Anstrengungen, Grund und Boden zu erwerben, um einen zweiten Rasenplatz bauen zu können. Das komplette Sportgelände (außer Parkplatz und Festplatz) ist 1974 in Erbpacht übernommen worden. Die Hauptversammlung ging am 25. Januar 1975 im Vereinsheim über die Bühne. Wichtige Satzungsänderungen bezüglich der Gemeinnützigkeit und versetzter Wahlen wurden dabei beschlossen. 240 Mitglieder stark war der Sportverein, davon 70 Jugendliche. Acht Mannschaften beteiligten sich am Spielbetrieb. Die Fußballfunktionäre Herbert Opferkuch (Spielleiter), Walter Schnepf (Jugendleiter) und AH-Leiter Fritz Schwaiger übten ihre Ämter weiter aus. 1975/76: C-Klasse, Staffel 3 - Platz 6 unter 11 Teams, nachdem der SVR der Staffel 3 zugeteilt worden war (im Bezirk Neckar-Fils war eine fünfte Staffel der C-Klasse eingeführt worden). Meister wurde der TV Neidlingen mit 31:9 Punkten vor dem TV Unterlenningen (27:13). Der SVR gewann 10 von 20 Spielen bei 1 Remis und 9 Niederlagen (52:45 Tore, 21:19 Punkte). Nach einer Aussprache zwischen Verein und Coach musste Trainer Matthias Handl am 22. März 1975 seinen Stuhl räumen und für A-Jugendtrainer Dieter Frank Platz machen. Die A- und C-Jugend wurden Vizemeister. Beachtlich: Die C-Jugend spielte in der Leistungsstaffel (31:9 Punkte, 76:30 Tore), verlor aber das entscheidende Match gegen den späteren Meister TSV Wendlingen mit 1:4. Die Lauterstädter waren um einen Zähler besser. Die C-Jugend trainierten damals Helmut Unzeitig und Emil Schmohl. Insgesamt hatte der SVR fünf Nachwuchsmannschaften im Rennen. Mit einem klaren 4:0-Erfolg über den TSV Harthausen startete der SVR in den Bezirkspokal. Beim Tabellenführer der C-Klasse, Gruppe 1, TSG Esslingen, musste man sich in der zweiten Runde allerdings knapp mit 0:1 geschlagen geben. Bei der Hauptversammlung am 17. Januar 1976 im Gymnastikraum der Gemeindehalle wurden Kurt Lehmann als Erster und Ernst Hiller als Zweiter Vorsitzender in ihren Ämtern bestätigt, ebenso wie Kassier Hermann Kurz sen. Jörg Döpper, der heutige CDU-Landtagsabgeordnete, wurde zum ersten Sozialreferenten des SVR gewählt. Hermann Kurz löste Herbert Opferkuch als Spielleiter ab, Walter Schnepf wurde zum Gesamtjugendleiter gewählt und Otto Schraitle wurde AH-Leiter. Walter Horwath übernahm von Werner Kotz, der die Skiabteilung leitete, die Position des Schriftführers. Dank der neuen Halle konnte der Verein sein Sportangebot erweitern und dadurch einen deutlichen Mitgliederzuwachs verzeichnen. Der SVR zählte Ende 1975 fast 400 Mitglieder. Der Trainingsplatz war inzwischen für die Jugend und die Reserve zugelassen worden, das Tiefbauamt der Stadt musste allerdings noch letzte Hand anlegen. Solange musste entweder in der Halle oder auf dem Hauptspielfeld trainiert werden. Wegen einer allgemeinen Finanzmisere gingen die Verhandlungen über den Grunderwerb für einen neuen Rasenplatz sehr schleppend voran. Eine Kunstkraftsportabteilung wurde gegründet, die von Bernhard Heidenreich geführt wurde. Der ebenfalls neu gegründeten Tischtennisabteilung stand Werner Sensbach vor. 1976/77 - Aus im Pokal-Halbfinale: C-Klasse, Staffel 3 - Platz 6 unter 11 Mannschaften. Meister wurde der Vorjahresdritte SV Nabern (33:7 Punkte) vor dem TV Unterlenningen, der mit 28:12 Zählern erneut Vizemeister wurde. Die SVR-Bilanz: 9 Siege, 4 Unentschieden, 7 Niederlagen, 35:36 Tore, 22:18 Punkte. Zu Beginn der Saison verpflichtete der SVR Spielertrainer Bernhard Becker, ein Mann, der eine unheimliche Klebe hatte und Tore am Fließband schoss (zumindest für die damaligen Reuderner Verhältnisse). Allerdings verletzte er sich beim Tischtennis (Achillessehnenabriss) und musste seine Kickstiefel im Februar 1977 an den Nagel hängen. Für ihn übernahm Spielleiter Hermann Kurz das Training und aus der Interimslösung wurde alsbald eine feste Größe, denn die Mannschaft stabilisierte sich unter ihm deutlich. Während es in der Punkterunde wieder einmal nicht so lief, sorgte der SVR im Pokal für Aufsehen. Erst im Halbfinale scheiterte man am TV Jebenhausen (0:4), nachdem man im Viertelfinale den C-Klasse-Spitzenreiter TSV Harthausen auf dessen Geläuf eliminiert (3:2), in der dritten Runde den TSV Grötzingen hinauskomplimentiert (3:1), in Runde zwei gegen den TGV Roßwälden mit 3:1 gewonnen hatte und zum Auftakt beim SV 07 Aich mit 3:1 siegreich geblieben war. 1974 und 1975 wurde der Sennerpokal nicht ausgespielt, aber 1976 feierte das Turnier der Nürtinger Zeitung wieder fröhlich Urständ. Die C-Klasse spielte am 12. und 13. Juni in Linsenhofen. Der SVR war mit dabei und bezang zunächst den TV Tischardt mit 3:2 und setzte sich tags darauf auch gegen den TSV Harthausen knapp mit 1:0 durch. Man lag also auf Endspielkurs, doch im entscheidenden Spiel musste man dem TSV Neckartenzlingen beim 1:2 den Vortritt lassen. Der TSVN gewann später auch das Finale gegen den TSV Raidwangen im Elfmeterschießen. Am 22. Januar 1977 fand die Generalversammlung des SVR erstmals im angebauten Jugendraum statt (einige Kleinigkeiten mussten aber noch erledigt werden). Auf Grund der versetzten Wahlen musste Kurt Lehmann wieder gewählt werden. Zum Schriftführer bestimmte die Versammlung Eberhard Stephan. Dieter Frank übernahm das Amt des ersten provisorischen Abteilungsleiters, Walter Schnepf war Jugendleiter, Hermann Kurz jun. Spielleiter und Otto Schraitle AH-Boss. Der Verein war auf 410 Mitglieder angewachsen. Der Versuch, das erweiterte Vereinsheim auch an Silvester zu öffnen, wurde als gescheitert betrachtet. Trotz Musik kamen nur 25 Personen. Lehmann kündigte an, dieses Risiko nicht mehr einzugehen. Weil die Zuschussgelder vom WLSB nicht wie ursprünglich versprochen geflossen waren, hieß die oberste Devise, den Gürtel enger zu schnallen, um von den Schulden, die der Anbau verursachte, herunterzukommen. Ski-Abteilungsleiter Werner Kotz stellte den Antrag auf Selbständigkeit der Abteilungen, was zu heftigen Diskussionen führte. Festgestellt wurde, dass die Abteilungen das Recht haben, selbständig zu arbeiten, dass eine eigene Kassenführung und Verwaltung aber noch nicht möglich sei. Um den Antrag realisieren zu können, sollte der nächsten Hauptversammlung eine entsprechende Satzung, die von Vorstandschaft und Abteilungsleitern ausgearbeitet werden sollte, vorgelegt werden. 1977/78 - Selbständigkeit der Abteilungen: C-Klasse, Staffel 3 - Elfter und letzter Platz mit 5 Siegen, 2 Unentschieden und 13 Niederlagen (31:49 Tore, 12:28 Punkte). Wegen der um zwei Treffer schlechteren Tordifferenz hatte man gegenüber der TG Kirchheim das Nachsehen. Meister wurde der TSV Jesingen mit 32:8 Punkten vor dem TSV Holzmaden (28:12). Hermann Kurz coachte das Team weiterhin, am Saisonende war für ihn allerdings Schluss. Im Bezirkspokal erreichte der SVR die dritte Runde. In der ersten Runde bezwang man die SSF Kappishäusern glatt mit 3:0, dann gewann die Mannschaft von Hermann Kurz beim TSV Eschenbach mit 7:4 nach Elfmeterschießen. Der TV Neidlingen erwies sich dann als eine Nummer zu groß und der SVR schied mit einer 1:3-Niederlage aus. 1977 wurden beim Sennerpokal erstmals alle Teilnehmer in einen Topf geschmissen, die Veranstaltung sollte attraktiver und interessanter gemacht werden. Jetzt wurde im K.-o.-System an fünf Spieltagen gekickt. Der SVR musste am 9. Juni zum TB Neckarhausen, verlor im Beutwang mit 2:4 und war draußen. Der SVR zog sich beim Zweitamateurligisten und späteren Endspielteilnehmer allerdings sehr respektabel aus der Affäre. Im Laufe des Jahres 1977 stand das Thema Sportplatzbau und die Selbständigkeit der Abteilungen immer wieder auf der Tagesordnung der Ausschussitzungen und man stellte den Antrag bei der Stadt Nürtingen, das neue Spielfeld möglichst bis zum 50-jährigen Jubiläum der Fußballabteilung anno 1982 einzuweihen. Die Leichtathleten setzten sich für eine 400-Meter-Grasbahn ein, doch Oberbürgermeister Gonser war dagegen. Um den alten Platz, der etwas hätte verlegt werden müssen, sollte daher eine 400-Meter-Bahn angelegt und dazu das Gerätehaus abgerissen und an anderer Stelle mit einem integrierten Kiosk neu aufgebaut werden. Bis heute hat sich bezüglich der Laufbahn nichts getan. Neben Leichtathletik und Ski hatten auch die Fußballer einen Ausschuss unter der Leitung von Dieter Frank gebildet, der die Geschäfte eigenständig zu führen in der Lage war. Auf 17. Januar 1978 wurde eine Abteilungskonferenz aller Fußballer einberufen, um das Thema Selbständigkeit zu erörtern und die erforderlichen Organe zu bestimmen. Die Hauptversammlung des Jahres 1978 fand am 11. Februar statt. Wichtige Weichenstellungen wurden getätigt. Der zuvor recht große Hauptausschuss wurde kräftig reduziert auf die beiden Vorsitzenden, den Kassier, den Schriftführer, die Abteilungsleiter und den Gesamtjugendleiter. Auch die Zahl der Beisitzer, die dem erweiterten Ausschus angehörten, wurde von sechs auf drei beschnitten. Für den Zweiten Vorsitzenden Ernst Hiller, der sich große Verdienste erworben hatte und aus Altersgründen ausschied, konnte Heinz Besemer gewonnen werden. Hermann Kurz sen. (Kassier), Eberhard Stephan (Schriftführer), Sigrid Heidenreich (Frauenturnen), Dieter Frank (Fußball), Gerhard Roos (Leichtathletik, er löste Günter Besemer ab), Werner Kotz (Ski), Walter Schnepf (Gesamtjugendleiter), Jörg Döpper (Sozialreferent) und die Beisitzer Hermann Kurz jun., Dieter Müller und Emil Schmohl bildeten mit der Doppelspitze die Vereinsführung. Genauso wichtig war jedoch, dass der Antrag der Skiabteilung auf Selbständigkeit der Abteilungen abgesegnet wurde. Dieter Frank wurde zum ersten Fußballabteilungsleiter gewählt, Walter Schnepf war auch Fußballjugendleiter, Hermann Kurz Spielleiter und Helmut Unzeitig übernahm von Otto Schraitle wieder die AH. Schon damals, nur drei Jahre nach der Einweihung der Halle, wurden immer wieder Klagen laut über fehlende Trainingskapazitäten. Weil man nicht alle Jugendmannschaften unterbringen konnte erwog man in der Kernstadt eine Halle zu bekommen. In der Ausschusssitzung am 20. März 1978 schockte Kurt Lehmann seine Mitstreiter mit der Information, dass von den ursprünglich vorgesehenen Mitteln von 450 000 DM für den Sportplatzbau nurmehr 100 000 übrig geblieben seien und man beschloss, über die Gemeinderatsfraktionen mehr zu erreichen und Druck zu machen. Immerhin war die Stadt bereit, im Laufe des Jahres 1978 die Flutlichtanlage um vier Masten zu erweitern. Vorkommnisse in der Fußballabteilung beschäftigten den über 20-köpfigen Ausschuss ebenfalls, das Verhalten von Dieter Frank, der erster Fußballabteilungsleiter nach der Selbständigkeit war, hatte Anlass zur Kritik gegeben. Zwischen ihm und den Aktiven gab es schwerwiegende Differenzen. Jugendleiter Walter Schnepf bemängelte fehlende Unterstützung innerhalb der Abteilung und sah die Jugendarbeit in Frage gestellt. Es fehlten, wie immer wieder und bis heute auch, Trainer und Betreuer. 1978/79 - Spielklassen- und Spielsystemreform im Bereich des WFV, A-Jugend steigt in die Leistungsstaffel auf: Kreisliga B, Staffel 2 - 1978 wurden in Württemberg die Spielklassen reformiert: Aus der I. und II. Amateurliga wurden die Oberliga und die Verbandsliga, aus der A-Klasse die Bezirksliga. Zwischen Verbands- und Bezirksliga wurde die Landesliga eingeschoben, aus der B-Klasse wurde die Kreisliga A, aus der C-Klasse die Kreisliga B. Der SVR wurde endlich erhört und wieder der "Nürtinger" Staffel 2 der Kreisliga B zugeordnet. Die "Hirsche" hatten sich verstärkt, mit Hans Pill einen neuen Trainer und schlugen sich auf Anhieb prächtig, denn nach der roten Laterne des Vorjahres sicherte man sich in der neuen Umgebung gleich die Herbstmeisterschaft. In der zweiten Halbserie brach die Mannschaft allerdings ein und belegte in einer überaus spannenden Saison letztendlich "nur" Rang 6 unter 11 Vereinen - 10 Siege, 3 Unentschieden, 7 Niederlagen, 37:31 Tore, 23:17 Punkte. Meister wurde der FC Frickenhausen mit 29:11 Punkten vor dem TV Bempflingen und dem TSV Grafenberg mit jeweils 26:14 Punkten. Die A-Jugend wurde Staffelmeister und stieg in die Leistungsstaffel auf. Letztmals wurde der Bezirkspokal zunächst nach Spielklassen ausgespielt, aber alle Lose der jeweiligen Klasse lagen in einem Topf. Der SVR hatte in der ersten Runde ein Freilos, in der zweiten Runde war dann schon Endstation. Obwohl man bei arktischen Temperaturen und vor höchstens fünf Zuschauern beim TPSG Frisch Auf Göppingen bis kurz vor Schluss führte und die klar bessere Elf war, kassierte man noch das 1:1 und verlor im Elfmeterschießen mit 3:5. Das Jahr 1979 begann für die Fußballabteilung mit Turbulenzen. Abteilungsleiter Dieter Frank, der bei der ersten Abteilungsversammlung 1978 gewählt worden war, trat zurück und Ende 1978 sogar aus dem Verein aus. Bei einer Abteilungsversammlung, die am 24. Januar 1979 stattgefunden haben soll (so steht es in den Protokollen, die Vereinsführung soll aber nicht darüber informiert gewesen sein), wurde kein Nachfolger gefunden. Also übernahm der stellvertretende Abteilungsleiter und Jugendleiter Walter Schnepf das Amt kommissarisch. Allerdings stellte der Hauptausschuss fest, dass die Abteilungsversammlung nicht ordnungsgemäß einberufen worden war - die AH hatte keine Einladung erhalten. Bevor am 10. Februar 1979 die Hauptversammlung im Sportheim stattfand gab es demnach schon genügend Diskussionsstoff, zumal ein neuer Abteilungsleiter noch immer nicht gefunden war. Obwohl der Erste Vorsitzende Kurt Lehmann, der einstimmig wiedergewählt wurde, berichtete, dass sich die Selbständigkeit der Abteilungen bewährt habe, entbrannten teils emotionsgeladene Diskussionen, an deren Ende Gesamtjugendleiter Walter Schnepf mit sofortiger Wirkung von seinem Amt zurücktrat. In seinem Amt bestätigt wurde Schriftführer Eberhard Stephan, für den nach Neuffen umgezogenen Jörg Döpper wurde Ernst Hiller zum Sozialreferenten gewählt. Angekündigt wurde auch, dass mit dem Bau des neuen Platzes vermutlich noch 1979 begonnen werde und dass die Flutlichtanlage endlich installiert wird. Bei der nächsten Zusammenkunft des Ausschusses am 12. März war aber schon von 1980 als Baubeginn des Platzes die Rede und die Installation des Flutlichtes ging auch nicht reibungslos vonstatten. Bei den Fußballern ging es weiter drunter und drüber. Bei der Abteilungsversammlung am 31. Mai 1979 wurden massive Vorwürfe gegen Walter Schnepf erhoben, der daraufhin das Amt des kommissarischen Abteilungsleiters niederlegte. Bei einer außerordentlichen Spielerversammlung am 7. Juni, bei der auch Kurt Lehmann anwesend war, wurden die Vorwürfe bedauert und endlich Nägel mit Köpfen gemacht. Walter Schnepf (Abteilungsleiter), Michael Kroschke (Jugendleiter), Wolfram Stephan (Kassier), Herbert Opferkuch (Schriftführer) und Manfred Oßwald (Spielleiter) bildeten nun die neue Abteilungsführung. Helmut Unzeitig war weiterhin für die AH zuständig. 1979/80 - Baubeginn neuer Platz, Erweiterung der Flutlichtanlage, Bezirkspokal: Alle Lose in einem Topf: Kreisliga B, Staffel 2 - Platz 4 unter 12 Mannschaften, 8 Siege, 10 Unentschieden, 4 Niederlagen, 38:26 Tore, 26:18 Punkte. Meister wurde der TSV Kohlberg mit 37:7 Punkten vor dem TSV Beuren (36:8). Im Bezirkspokal flog der SVR unglücklich aus dem Wettbewerb. Beim TSV Ottenbach unterlag man mit 5:7 nach Elfmeterschießen. Erstmals waren alle Lose unabhängig von der Spielklasse in einem Topf. Am 1. März 1980 wartete Vorsitzender Kurt Lehmann bei der Generalversammlung im Vereinsheim mit der Nachricht auf, dass noch im März mit dem Bau des neuen Platzes begonnen werde. Die veranschlagten Kosten beliefen sich mittlerweile auf 1,22 Millionen Mark. Der 10. Crosslauf 14 Tage zuvor war wieder ein voller Erfolg. Große Sorgen, die den Verein über viele Jahre hinweg begleiteten, machte aber einmal mehr die Bewirtschaftung des Vereinsheimes, weil immer weniger Mitglieder bereit waren, Sonntags Dienst zu schieben. Auf die Einnahmen war man allerdings nach wie vor angewiesen. Der marode Vereinsbus wurde verkauft und ein neues Fahrzeug angeschafft. Die Neuwahlen erbrachten keine nennenswerten Veränderungen für die Fußballer, denn Walter Schnepf, der sich über die Tabellenführung der zweiten Mannschaft freute, wurde als Abteilungsleiter bestätigt. Er war bereits bei der Abteilungsversammlung gewählt worden, genauso wie seine Funktionärsmannschaft mit Michael Kroschke, Manfred Oßwald, Helmut Unzeitig und Hermann Kurz jun., der stellvertretender Abteilungsleiter war. Bernhard Heidenreich wurde für den nicht mehr kandidierenden Heinz Besemer zum Zweiten Vorsitzenden gewählt, Kassier Hermann Kurz sen., Schriftführer Gerhard Roos (für den aus gesundheitlichen Gründen ausscheidenden Eberhard Stephan), Gesamtjugendleiter Roland Hiller sowie Alfred Hiller (Leichtathletik) und Werner Kotz (Ski) wurden ebenfalls für zwei Jahre gewählt. Man höre und staune: Das Vereinsheim verfügte noch über keinen Telefonanschluss, der sollte im ersten Quartal 1980 erfolgen. Ein wichtiges Vorhaben wurde ebenfalls angeschoben, denn Ernst Hiller beantragte, die Umkleideräume zu erweitern und eine neue WC-Anlage zu errichten. Wieder waren die Mitglieder in Form von Eigenleistungen gefordert. Bis es soweit war und alles genehmigt war, zogen allerdings noch etliche Monate ins Land. Der Rote Punkt wurde erst im Februar 1982 erteilt. Die Erweiterung der Flutlichtanlage am alten Platz wurde im Mai und Juni endlich abgeschlossen. 1980/81 - Erste Vatertagshocketse: Kreisliga B, Staffel 2 - Platz 4 unter 12 Mannschaften, 12 Siege, 4 Unentschieden, 6 Niederlagen, 47:31 Tore, 28:16 Punkte. Meister wurde der TV Bempflingen (37:7) vor dem TSV Beuren (35:9). Es war das letzte Jahr von Trainer Hans Pill, der 1978 gekommen war. Die SVR-Reserve feierte die Meisterschaft. 5:2 gegen den TSV Harthausen in Runde eins des Bezirkspokals, dann war wieder Endstation: Ebenfalls zu Hause unterlag der SVR dem späteren Kreisliga-A-Meister und Bezirksliga-Aufsteiger SF Dettingen mit 1:3. Das K.-o.-System beim Sennerpokal war nicht der erhoffte Brüller, denn es gab zu viele Terminschwierigkeiten. Die Folge: Das Turnier fand zwei weitere Jahre nicht statt, 1980 ging es allerdings wieder rund - mit einer neuerlichen Modusänderung. Jetzt wurde wieder in Gruppen gespielt, jedoch nicht nach Spielklassen getrennt, wie dies bis 1973 der Fall war. Gespielt wurde vom 12. bis 15. Juni 1980 in Oberboihingen. Der SVR traf auf den FC Frickenhausen (1:1), die SGEH (5:3) und den TSV Raidwangen (2:2), war aber schlechtester Gruppenzweiter und erreichte deshalb nicht das Halbfinale. Bei der Abteilungshauptversammlung am 16. Februar 1981 wurde Walter Schnepf wieder zum Abteilungsleiter gewählt. Auf den anderen Positionen gab es allerdings bis auf Spielleiter Manfred Oßwald Umbesetzungen. Hermann Krappel löste Michael Kroschke als Jugendleiter ab und Roland Hiller übernahm den Job des AH-Chefs von Helmut Unzeitig. Doch das dicke Ende sollte erst noch im Juni folgen, denn Schnepf trat zurück und machte eine außerordentliche Abteilungsversammlung erforderlich. Die fand am 8. Juni 1981 statt und spülte den seitherigen zweiten Mann Hermann Kurz junior nach ganz oben. Bei der Jahreshauptversammlung am 7. März 1981 im Gymnastikraum der Gemeindehalle erläuterte Kurt Lehmann anhand der Pläne die vorgesehenen Erweiterungsmaßnahmen des Sportheims. Es wurde auch gleich der Baubeschluss gefasst in der Hoffnung, dass der Anbau rechtzeitig zum Jubiläum der Fußballer fertiggestellt ist. Erstmals seit 1975 wurden wieder die Beiträge erhöht. SVR-Vorsitzender Kurt Lehmann wurde ebenso wiedergewählt wie Schriftführer Gerhard Roos und Gesamtjugendleiter Roland Hiller. Weit wichtiger als die sportliche Entwicklung war freilich eine andere Weichenstellung bei den "Hirschen": Der neue Abteilungsleiter Hermann Kurz war der Ideengeber und seine Crew schloss sich an und hob die Vatertagshocketse aus der Taufe. Damit wollten die Aktiven Fußballer eine zusätzliche Einnahmequelle erschließen, um die laufenden Kosten zu finanzieren. Der Gesamtausschuss segnete den Fußballer-Antrag bei seiner Sitzung am 18. Mai im Gasthaus "Linde" ab. Aus kleinen Anfängen ist mittlerweile eine riesige Veranstaltung geworden, ohne die die gesamte Abteilung gar nicht überlebensfähig wäre. Zum Glück hat Petrus zumeist ein Einsehen und die Reuderner können mit ihren Gästen bei allerlei kullinarischen Genüssen und volkstümlicher Musik mit den "Aspach Buam" richtig schön feiern. 1981/82 - 50-jähriges Abteilungsjubiläum, dritter Aufstieg, Sportheimerweiterung und Sportplatzeinweihung: Kreisliga B, Staffel 2 - Im Jahr 1982 passte einfach alles zusammen. Anlässlich des 50-jährigen Abteilungsjubiläums konnte endlich der lang ersehnte neue Rasenplatz im Aspach eingeweiht werden, die Erweiterung des Vereinsheims wurde vollendet und obendrein wurde das Ganze auch noch vom Aufstieg in die Kreisliga A gekrönt. Allerdings sah es zu Beginn der Saison gar nicht danach aus, denn nach zwei Spieltagen zierte der SVR mit zwei Niederlagen das Tabellenende. Kein guter Start für den neuen Trainer Hermann Geißler. Was dann allerdings geschah sucht wohl bis heute seinesgleichen. Die vor der Saison von der Konkurrenz hoch eingestuften "Hirsche", die sich gezielt verstärkt hatten, starteten voll durch und gewannen die restlichen 20 Saisonspiele allesamt. Das ist richtig rekordverdächtig. Mit 40:4 Punkten und 67:15 Toren wurde man Meister vor der SPV 05 Nürtingen (35:9). 20 Siegen standen kein Unentscheiden und bloß 2 Niederlagen gegenüber (bei 12 Mannschaften). Zum letzten Saisonspiel in Tischardt, das mit 8:0 gewonnen wurde, fuhr die Mannschaft mit dem Fahrrad. Der TB Gingen war in der ersten Bezirkspokalrunde kein Stolperstein, der SVR gewann mit 2:1. Auch in Runde zwei erwischte man ein Heimlos gegen den Nachbarn TSV Ötlingen und schied mit einer 1:3-Niederlage aus. 1981 wurde der Sennerpokal vom 19. bis 21. Juni in Neuenhaus ausgetragen, der SVR war allerdings nicht dabei. Am 6. März 1982 zog der SVR wieder im Sportheim Bilanz. Der neue Platz war fast komplett fertiggestellt, im April wurde die Spielfreigabe erteilt. Die Planungen für den Anbau waren abgeschlossen, aber die Baugenehmigung wurde erst 14 Tage vor der Hauptversammlung erteilt, anstatt wie erhofft schon im Herbst 1981. Eine weitere Baumaßnahme war ebenfalls schon in der Genehmigungsphase: Die Erweiterung des Gerätehäuschens. Der Mitgliederstand hatte sich auf rund 450 erhöht. Das Einweihungsspiel für den neuen Platz im Rahmen des 50-jährigen Bestehens der Fußballabteilung, das vom 29. Mai bis 6. Juni gefeiert wurde, bestritt der SVR am Pfingstsonntag, 30. Mai, um 17 Uhr gegen den Oberligisten SV Göppingen, der damals von "Buffy" Ettmayer trainiert wurde. Man unterlag "nur" mit 1:6. Der schwergewichtige Österreicher, einst beim Bundesligisten VfB Stuttgart Publikumsliebling, zauberte und begeisterte die Zuschauer mit tollen Kabinettstückchen. Die Ecken beispielsweise schoss er hin und wieder mit der Hacke, doch der Ball zischte wie an der Schnur gezogen vor das SVR-Tor. Die Reuderner führten bei hochsommerlichen Temperaturen vor 400 Zuschauern übrigens mit 1:0: Jürgen Fuchs verwandelte in der 21. Spielminute einen Freistoß gegen den damaligen WFV-Auswahltorhüter Manfred Wiesner. Im SVR-Kasten stand Peter Teubel vom FV 09 Nürtingen, den die SVR-Verantwortlichen kurzerhand loseisten, weil sich die SVR-Keeper Markus Wiesenberg und Heinz Groß verletzt hatten. Teubel, selbst ehemaligen WFV-Auswahlkeeper, hielt grandios und avancierte zum besten Mann auf dem Platz. Am 30. Juni 1982 zog die Abteilung Fußball Bilanz und bestätigte Hermann Kurz junior als führenden Kopf im Amt. Uli Henzler übernahm von Manfred Oßwald die Position des Spielleiters, während Hermann Krappel als Jugendleiter und Roland Hiller als AH-Leiter bestätigt wurden. Auch in Sachen Finanzen gab es einen Wechsel: Martin Preinesberger übernahm von Wolfram Stephan das Amt des Kassiers. Diese Mannschaft schaffte nach 14-jähriger Abstinenz die Rückkehr in die Kreisliga A (hintere Reihe von links): Trainer Hermann Geißler, Vorsitzender Kurt Lehmann, Bernhard Schuhmacher, Bernd Schietinger, Bernd Unzeitig, Spielleiter Manfred Oßwald, Rainer Fuchs, Manfred Bründl, Julius Gulyas, Hans Bauer, Volker Bauer, Gerhard Schäfer. Vordere Reihe von links: Heinz Groß, Markus Wiesenberg, Jörg Bauer, Abteilungsleiter Hermann Kurz, Kapitän Modesto Russo, Uwe Bauer, Jürgen Eisenhut, Jürgen Fuchs. 1982/83: Kreisliga A, Staffel 2 - Platz 6 unter 14 Mannschaften, 10 Siege, 5 Unentschieden, 11 Niederlagen, 57:54 Tore, 25:27 Punkte. Meister wurde der VfB Neuffen (39:13) vor dem TSV Schlierbach (35:17). Lange Zeit tat sich der SVR schwer in der höheren Etage und nach sechs Spieltagen mit 1:13 Punkten zogen die Verantwortlichen Mitte Oktober die Reißleine und entließen Trainer Hermann Geißler. Unter seinem Nachfolger Helmut Lichner ging es bergauf und am Ende stand ein guter sechster Platz. Acht SVR-Teams mischten in der Runde mit. Schon der Pokalauftritt ließ nichts Gutes erahnen, denn der SVR blamierte sich in der ersten Runde beim TB Holzheim bis auf die Knochen und verlor mit 0:3. Beim Sennerpokal 1982 (11. bis 13. Juni in Unterboihingen) mischte der SVR wieder mit, punktete aber nur gegen den TSV Grötzingen (1:1), während gegen den TV Unterboihingen und Titelverteidiger FC Frickenhausen, der erneut siegte, jeweils mit 0:3 unterlag. Am Mittwoch, 21. Juli 1982, bestritt eine kombinierte Mannschaft des TSV Oberboihingen und des SV Reudern ein Benefizspiel zugunsten des Fachwerk-Baudenkmals "Hohentwiel" in Oberboihingen. Zu Gast war Zweitligist SV Stuttgarter Kickers, der damals von Jürgen Sundermann trainiert wurde. Rund 500 | ||||||||||||