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SVR-Hauptversammlung (Freitag, 21. März 2003)

Vereinsheim: Umbau oder Neubau?
Vorstandssprecher Rüb erneut an die Spitze gewählt

Gerade Mal 90 Minuten dauerte die Hauptversammlung des SV Reudern am vergangenen Freitag im vereinseigenen Sportheim. Weil alles bestens vorbereitet war, gab es so gut wie keine Reibungspunkte. Auch die Neuwahlen gingen zügig vonstatten. Der SVR wird in den nächsten beiden Jahren erneut von Erich Rüb geführt, der einstimmig im Amt des Vorstandssprechers bestätigt wurde.
Nachdem die Versammlung den im letzten Jahr Verstorbenen gedacht hatte - der SVR musste von seinem Ehrenvorsitzenden Richard Maier sowie den Ehrenmitgliedern Wilheim Pfeiffer und Willi Lichtenecker Abschied nehmen - war Rübs Rechenschaftsbericht fast nur Positives zu entnehmen. Vor allem die Mitgliederentwicklung ist äußerst erfreulich, 85 Eintritte wogen die Austritte im vergangenen Jahr bei weitem auf. Momentan sind über 960 Sportinteressierte Mitglied bei den "Hirschen". "Unsere neuen Angebote haben sich etabliert", freute sich der Vorstandssprecher darüber, dass das ständige Anpassen der Sportmöglichkeiten zur Attraktivität bei- und damit Früchte trägt. "Aber wir müssen die Suche nach qualifizierten Übungsleitern intensivieren", forderte er die Runde auf. Auch für die Senioren will man sich noch etwas einfallen lassen.
Sorgen bereitet ihm der Nachwuchs, insbesondere der Schwund im Altersbereich zwischen zwölf und 20 Jahren. Dagegen verzeichnet der SVR bei den Kleinsten enorme Zuwächse. Auch die Tatsache, dass kein Gesamtjugendleiter gefunden werden konnte, macht Rüb nachdenklich. Weil sich erst für das nächste Jahr eine Lösung abzeichnet, übernehmen die Jugendleiter der Abteilungen dieses Amt kommissarisch.
Ein Versuch mit modifizierten Preisen bei Veranstaltungen der einzelnen SVR-Gruppierungen hat nicht den gewünschten Erfolg gebracht. Deshalb wird der Ausschuss demnächst ein neue Regelung verabschieden. Erich Rüb rief dazu auf, das Vereinsheim besser zu frequentieren, "denn in Zeiten wie diesen sind wir auf die Sportheimeinnahmen mehr denn je angewiesen".
Apropos Vereinsheim: An dem über 40 Jahre alten und mehrfach erweiterten Gebäude nagt der Zahn der Zeit, es entspricht einfach nicht mehr modernen Anforderungen. Dieses Thema wird die Verantwortlichen in Zukunft ziemlich stark beschäftigen. Umbau oder Neubau ist die Frage. Eine Herkulesaufgabe zeichnet sich ab.
Außerdem soll in Bälde mit den Abteilungen endlich ein Sponsorenkonzept erarbeitet und verabschiedet werden. Darüber hinaus denkt man über die Einführung eines Arbeitszeitkontos nach. Möglicherweise kommen auf die Mitglieder in absehbarer Zeit auch höhere Beiträge zu, denn der Württembergische Landessportbund beabsichtigt ab 2004 seine Umlage zu erhöhen. Die Vereine müssen dann zwischen 70 und 90 Cent pro Mitglied mehr abführen. "Das wäre in wirtschaftlich dürftigen Zeiten ein umpopulärer Schritt", weiß Rüb, "aber wir müssen uns damit befassen." Die Mehrbelastung für den SVR gegenüber dem WLSB würde rund 800 Euro jährlich betragen.
Erich Rüb appellierte, sich verstärkt in die Vereinsarbeit einzubringen: "Wenn sich die Aufgaben auf viele Schultern verteilen, lassen sie sich besser bewältigen." Das hat sich in den letzten zwölf Monaten vor allem bei den Finanzen gezeigt. Weil die Position des Finanzvorstands aus beruflichen Gründen vakant geworden war, haben sich die Kassiere der Abteilungen dieser Aufgabe angenommen - und zur vollsten Zufriedenheit erledigt. Nachdem Jochen Daube, der mit einem Präsent verabschiedet wurde, den Kassenbericht detailliert vorgetragenen hatte und dabei von einer soliden und erfreulichen Entwicklung sprach, bestätigten die Kassenprüfer Werner Scherrer und Ute Stoll die einwandfreie Kontenführung. Die von Ortsvorsteher Herbert Benker beantragte Entlastung der gesamten Vorstandschaft wurde denn auch einstimmig erteilt. Benker unterstrich dabei die Wichtigkeit der Jugendarbeit und bot dem SVR Räume zur freien Jugendarbeit an.
Die Finanzen nehmen einen immer breiteren Raum ein. Deshalb war Rüb auch froh, einen Finanzvorstand präsentieren zu können, der sich schon seit Monaten mit der Materie beschäftigt und vom vierköpfigen Finanzgremium eingearbeitet wurde. Giuseppe Fiore heißt der neue Finanzvorstand beim SVR, der 38-Jährige wurde bei zwei Enthaltungen gewählt. Während die Versammlung auch Andreas Braun als Abteilungsvorsitzenden Ski/Rad bestätigte, bleibt neben der Position des Jugendleiters auch das Amt des Liegenschaftsvorstands weiter unbesetzt.
Zum Abschluss konnte Herbert Mathis, der Vorsitzende der Leichtathletikabteilung, noch Bärbel Naves, Rosemarie Mau und Martin Kurz mit der Silbernen Ehrennadel des WLV auszeichnen.

Bericht der Fußballabteilung

Liebe Sportkameraden,

glaubt man den Auguren, dann befindet sich unsere Gesellschaft auf rasanter Talfahrt. Überall wird gejammert, und das auf überaus hohem Niveau. Ganz nach dem Motto: Stillstand bedeutet Rückschritt. Ein Nullwachstum, egal in welchem Bereich, fährt die Karre also gegen die Wand? Was für eine fatale Betrachtungsweise. Der SV Reudern insgesamt und natürlich auch die Fußballabteilung im Besonderen dürfen sich solche defätistischen Gedanken nicht zu eigen machen, Miesmacherei bringt uns keinen Zentimeter vorwärts. Man muss das Erreichte zu schätzen wissen – und bewahren. Das ist schwer genug und erfordert den Einsatz aller, nicht nur einiger weniger Funktionäre. Von Verschlechterung kann doch dann wohl keine Rede sein. Das heißt ja überhaupt nicht, dass man Innovationen gegenüber verschlossen bleibt.

Wenn wir Grund zu jammern haben, dann in erster Linie deshalb, weil sich zu wenige Menschen bereit erklären, in unserer Gesellschaft Verantwortung auf ehrenamtlicher Basis zu übernehmen. Das ist die Misere im eigentlichen Sinne, hausgemacht natürlich, weil von oberster Stelle dem Ehrenamt die ihm zustehende Anerkennung versagt bleibt. Immer höhere Hürden werden aufgebaut, so dass zwangsläufig die Frage aufgeworfen wird: „Für wen und was mach ich das eigentlich?“ Unsere ganze Kraft in Verein und Abteilung muss deshalb auch immer wieder der Suche nach neuen Ehrenamtlichen gelten – sonst erleiden wir irgendwann Schiffbruch. Wenn wir es nicht selbst vormachen, optimistisch und tatkräftig, dann wird späteren Generationen der Boden entzogen. Und dem Nachwuchs gelten ja all unsere Bemühungen.

Das Ehrenamt hat keine Zukunft, verkünden immer wieder irgendwelche Schwarzmaler. Auszuschließen ist das natürlich nicht, aber welcher Verein kann schon seine Mitarbeiter adäquat entlohnen? Dafür fehlt einfach das Geld. Deshalb: Wenn das Ehrenamt stirbt, dann ist auch der Verein tot. Je älter man wird, desto eher gewinnt man den subjektiven Eindruck, dass einem die Zeit zwischen den Fingern zerrinnt. Nutzen wir sie also sinnvoll und gewissenhaft.

In der Fußballabteilung entwickelt sich das Ganze gottseidank recht positiv. Im letzten Jahr wurde der Umbruch an verantwortlichen Stellen eingeleitet. Einige entscheidende Posten konnten neu besetzt werden, so dass in Zusammenarbeit mit den „erfahrenen“ Funktionären eine Kontinuität gewährleistet ist. Diesen Verjüngungsprozess wollen wir in nächster Zeit konsequent fortführen. Die Jungen sollen ihre eigenen Ideen mit einbringen und verwirklichen können.

Dies gilt auch für den sportlichen Bereich. Von der guten Nachwuchsarbeit der letzten zehn Jahre profitieren die SVR-Aktiven nun, so dass die Mannschaft wieder höhere Ziele anstreben kann. Trainer Sezgin Özbey ist ein absoluter Fachmann, der mit der jungen Mannschaft hervorragend arbeitet und für eine weitere Saison verpflichtet werden konnte. Ich hoffe, dass er und die Mannschaft die Früchte ihrer Arbeit in absehbarer Zeit ernten können.

Die Rahmenbedingungen stimmen jedenfalls, sieht man einmal vom alten Rasenplatz und vom Vereinsheim ab, die eine Grundsanierung dringend nötig hätten. Dafür haben wir bereits die Fühler ausgestreckt, doch angesichts leerer Kassen der öffentlichen Hand steht es in den Sternen, wann und ob überhaupt etwas in dieser Richtung bewegt werden kann. Es wäre ein Gewaltakt, sowohl in finanzieller als auch in ideeller Hinsicht, denn ohne tatkräftige Mithilfe unsere Mitglieder wären diese Pläne nicht zu verwirklichen. Vorstellen könnte ich mir auch einen Kunstrasenplatz an der Stelle des jetzigen Festplatzes, dann wäre in der schlechten Jahreszeit vieles einfacher. Die Stadt Nürtingen sucht ein Gelände, um einen Allwetterplatz anzulegen. Natürlich müsste man dann auch in Kauf nehmen, dass im Winter Mannschaften anderer Vereine bei uns spielen. Doch das käme wiederum dem Sportheim zugute.

Etwas Sorgen bereitet mir der Jugendbereich, hier müssen wir unsere Anstrengungen erheblich verstärken. Viele Nachwuchsspieler sind in den letzten Jahren abgewandert, so dass in den einzelnen Altersbereichen große Lücken entstanden sind. In der laufenden Runde hat der SVR keine B- und keine D-Jugend, das kann und darf kein Dauerzustand sein. Im untersten Nachwuchsbereich ist die Talsohle inzwischen durchschritten. Aber gerade hier müssen die Hebel angesetzt werden, zum Beispiel in Zusammenarbeit mit der Grundschule Reudern. Doch dafür braucht man Ehrenamtliche, womit sich er Kreis, siehe oben, schließt.

Momentan trainieren überwiegend Väter von Jugendspielern die einzelnen Teams. Das ist löblich und verdient Respekt und Anerkennung. Dennoch meine ich, dass sich die Aktiven und ehemalige Aktive vermehrt ins Trainergeschäft einbringen sollten – mit entsprechender Qualifikation natürlich, die man sich über den Württembergischen Fußballverband aneignen kann. Diese Lehrgänge erfordern natürlich großen Idealismus, denn sie sind mit großen Opfern in Form von Freizeit und Urlaub verbunden. Das wird von unseren Trainern viel zu wenig in Anspruch genommen, aber genau das wäre für den Nachwuchs am hilfreichsten.

Bei den Senioren waren die letzten Jahre ziemlich turbulent, immer wieder gab es Veränderungen, so dass an ein kontinuierliches Arbeiten kaum zu denken war. Jetzt sind diese unruhigen Zeiten wahrscheinlich Vergangenheit, denn auch bei der AH sind „junge“, unverbrauchte Leute nachgerückt. Was vor allem optimistisch stimmt, ist die positive Ausstrahlung der Männer am Ruder. Beim deutlich gestiegenen Trainingsbesuch machte sich dies schon seit geraumer Zeit stark bemerkbar. Erfreulich auch, dass eine Gruppe für „Ältere“ installiert werden soll, sobald wieder im Freien trainiert wird. Hier sollen diejenigen, die sich nicht mehr ganz so fit oder einfach zu alt fühlen, um mit der AH mitzutrainieren, eine Plattform finden.

Erwähnt habe ich bereits, dass die Rahmenbedingungen weitgehend passen, in den letzten Jahren haben wir zahlreiche Geräte für Übungsbetrieb und Platzpflege angeschafft. Das verschlingt jedes Mal viel Geld. Deshalb bin ich froh, dass sich die Vatertagshocketse, unsere Haupteinnahmequelle (das Sponsoring lässt ja immer mehr nach), so gut entwickelt hat. Seit mehr als 20 Jahren wird sie veranstaltet und ist mittlerweile zu einem festen Bestandteil im gesellschaftlichen Leben des Ortes und darüber hinaus geworden. Ich hoffe, dass diese Quelle weiter ergiebig sprudeln wird. Nur dann bleibt unsere finanzielle Situation so gut, wie sie seit geraumer Zeit ist.

Doch um ein solches Mammutfest zu bewältigen, mit allen Auf- und Abbaudiensten, bedarf es jeder Menge Helfer. Auch dieses Jahr wieder, wenn die Vatertagshocketse am 29.Mai stattfindet (mit Fassanstich einen Tag zuvor im Rahmen des Champions-League-Finales, das wieder auf Großbildleinwand übertragen wird). Die Abteilung ist für jede helfende Hand und für jede Kuchenspende dankbar.

Zum Abschluss möchte ich mich bei allen bedanken, die die Fußballabteilung im vergangenen Jahr in irgendeiner Form unterstützt haben. Mein Dank gilt insbesondere dem Abteilungsausschuss und dem Hauptausschuss für die gedeihliche Zusammenarbeit. Danken möchte ich auch der Stadt- und Ortsverwaltung, die immer ein offenes Ohr für unsere Belange haben.

Der heutigen Versammlung wünsche ich einen harmonischen und erfolgreichen Verlauf.

Mit sportlichen Grüßen

Uwe Bauer

Vorsitzender Fußball